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  • Mögen Sie Emily Dickinson?
    Emily Dickinson (1830 – 1886) ist eine der größten Dichterinnen der amerikanischen Literaturgeschichte – doch sie musste bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts warten, bis ihre knapp 1800 Gedichte erscheinen konnten. Zu Lebzeiten wurden von ihr nur sieben Gedichte veröffentlicht. Ihre Themen: Natur, Liebe, Tod, die metaphysische Obdachlosigkeit des modernen Menschen, die Transzendenz des Zeitlichen, Unsterblichkeit. Dieses Hörspiel taucht ein in die Welt ihrer Gedichte und ihrer (literarischen) Briefe, um die Schönheit, Originalität und Modernität, die Eigenheit ihrer Poesie zu feiern. Hörspiel von Kai Grehn nach Briefen und Gedichten von Emily Dickinson, mit: Birgit Minichmayr und Christopher Nell, Komposition: CocoRosie. Eine Produktion von Radio Bremen und Deutschlandfunk 2021
    6/5/2021
    54:26
  • Auschwitz. Stimmen (3.Teil)
    "Und ich wusste, im Gegensatz zu anderen, überhaupt haben wir gewusst, das westeuropäische Judentum hat nicht gewusst, insoweit nicht gewusst, dass ein holländischer Arzt, der gekommen ist mit einem holländischen Transport und zugeteilt wurde ins Zigeunerlager, wie mich gefragt hat, was ist das, – das war das rote Ziegelsteingebäude mit diesem rechteckigen Schornstein, wo die Flamme länger als der Schornstein war. Und ich in meiner psychologischen Unerfahrenheit, für mich war das eine geläufige Angelegenheit, dass jeder, der nach Auschwitz kommt, weiß, was dieses Gebäude bedeutet. Habe ich ihm offen gesagt: 'Dort werden Leute verbrannt, vergast und eingeäschert.' – Sagt er: 'Sie erzählen Gräuelmärchen.' – Der hat mir nicht geglaubt." Autor und Realisation: Ronald Steckel / Produktion: WDR/RB/SWR 2005
    1/26/2021
    53:20
  • Auschwitz. Stimmen (2.Teil)
    "Es ist schwer zu sagen, wer das bessere Los gezogen hat. Denn selbst die Wenigen, die schließlich überlebt haben, auch sie sind für ihr Leben gezeichnet. Sie haben jeder, für ihr ganzes restliches Leben noch an dem zu tragen, was sie seelisch und körperlich dort erlitten haben." "Wir sind damals schon so zeitlich in der Frühe aufgeweckt worden, so drei Uhr, denke ich, und sind marschiert im Kommando, dort haben wir solche Planierungsarbeiten, Vorbereitungen zu irgendeinem Bau. Auf diesem Kommando habe ich mit meinem Vater gearbeitet. Eines Tages ist zu ihm auf diesem Arbeitsplatz ein SS-Mann gekommen, den ich mit Namen nicht kenne, es war ein Posten, hat die Mütze meines Vaters weggenommen und weggeschmissen... Und wie mein Vater sich die Mütze holen wollte, hat er ihn erschossen. Das war mein erster Eindruck auf Auschwitz. Und wenn ich zu diesem SS-Mann kam, ich war sehr jung noch, ich war 17 Jahre alt, ich dachte damals, dass mein Leben schon keinen Wert hat, weiter ohne meinen Vater zu leben. Ich sprang zu ihm und er hat mich geschlagen und hat geschrien:‘ Dich erschieße ich nicht, schade um die Kugel, Du krepierst sowieso‘. Und zur Strafe musste ich dann abends nach der Arbeitsschicht mit meinen Kameraden meine Vater von diesem Platz auf dem Rücken zurück ins Lager tragen." Autor und Realisation: Ronald Steckel / Produktion: WDR/RB/SWR 2005
    1/26/2021
    53:48
  • Auschwitz. Stimmen (1.Teil)
    Auschwitz, das ist ungekanntes menschliches Leid und ebenso ungekannte menschliche Grausamkeit. Was aber war Auschwitz genau? Was geschah in diesem Lager mit Gleisanschluss, fern im Osten? Niemand kann diese Fragen besser beantworten als diejenigen, die selbst dort waren: Häftlinge, die tagtäglich der Willkür des SS-Wachpersonals ausgeliefert waren. Im Frankfurter Auschwitz-Prozess kamen solche Erinnerungen zur Sprache. Das umfangreiche Verfahren, 1963-65 gegen 22 ehemalige SS-Angehörige und zwei Funktionshäftlinge geführt, war mehr als ein Strafprozess. Es brachte die Lebens- und Todesumstände an die Öffentlichkeit, die im Lager herrschten. Der größte Teil der Verhandlung wurde auf Tonband aufgezeichnet. Ursprünglich eine Gedächtnisstütze für das Gericht, spiegeln diese Aufnahmen heute die alltäglichen Verbrechen von Auschwitz ebenso wider wie die Mechanismen ihrer Verdrängung zwanzig Jahre später. "Auschwitz. Stimmen" verdichtet diese Mitschnitte zum Hörstück. Es sprechen die Beteiligten selbst, Zeugen und Angeklagte, Beteiligte am Prozess – Beteiligte an Auschwitz. Und doch ist "Auschwitz. Stimmen" keine Dokumentation, sondern eine Collage, die an ihren Rändern aufsucht, was in den Aussagen selbst ungesagt bleibt. Autor und Realisation: Ronald Steckel / Produktion: WDR/RB/SWR 2005
    1/26/2021
    53:47
  • Alles Tatami
    Es gibt nichts Schöneres als den Mittagsschlaf, besonders zu zweit, in einer neu gestylten, fast fertigen Wohnung. Doch wenn die Augen zufallen, wird es tagtraum-gefährlich.
    1/3/2021
    51:08

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