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Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Manuel Schmid & Stephan Jütte
Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast
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271 Episoden

  • Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

    Muss ich sogar meinen Schlaf optimieren?

    16.09.2026 | 1 Std.
    Schlaf ist eine der wenigen Erfahrungen, in denen wir die Kontrolle über uns selbst abgeben müssen – und darauf vertrauen, dass die Welt auch ohne unser Zutun weitergeht. Was verrät diese alltägliche Form der Hingabe darüber, wie wir uns selbst verstehen, worauf wir unser Leben gründen und was es heissen könnte, aus Gnade statt aus eigener Leistung zu leben?

    Bevor wir aber schlafen gehen, müssen wir noch kurz über Heterofatalismus reden. Unsere letzte Folge hat einige Reaktionen ausgelöst – und unsere Kollegin Stefanie Fischer-Lüthi hat die Debatte auf dem RefLab-Blog unter dem Titel «Frauen schulden Männern kein Vertrauen» weitergeführt. Ihre These: Frauen müssen nicht lernen, Männern wieder mehr zu vertrauen. Männer müssen dazu beitragen, eine Welt zu schaffen, in der dieses Vertrauen wieder vernünftig ist. In den Kommentaren entspannt sich darüber eine kontroverse Diskussion: Reicht es als Mann, selbst kein Täter zu sein? Oder entsteht aus struktureller Verantwortung eine Art kollektive Schuldzuweisung? Und wie lässt sich über die Verantwortung von Männern sprechen, ohne individuelle Schuld und gesellschaftliche Strukturen miteinander zu verwechseln?

    Von dort kommen wir zu unserem heutigen Thema – und interessanterweise geht es wieder um Vertrauen. Diesmal allerdings um das Vertrauen darauf, dass die Welt auch dann weiterläuft, wenn wir einmal gar nichts tun.

    Denn selbst unser Schlaf wird inzwischen vermessen. Smartwatches und Ringe sagen uns morgens, wie gut wir geschlafen haben. Neue Technologien sollen Schlaf künftig nicht nur beobachten, sondern durch akustische oder neuronale Stimulation aktiv verbessern. Ein aktueller bioethischer Beitrag in Nature warnt bereits davor, dass guter Schlaf damit irgendwann von einer privaten Angelegenheit zu einer überprüfbaren Verpflichtung werden könnte – zur «auditable obligation».
    Aber was passiert, wenn selbst die Zeit, in der wir nichts leisten, noch Leistung bringen muss?

    Wir fragen uns, wann Selbstsorge zur Selbstoptimierung wird. Ob unsere Smartwatch wirklich besser weiss als wir selbst, ob wir ausgeschlafen sind. Ob aus «Du kannst deinen Schlaf verbessern» irgendwann «Du solltest» und schliesslich «Du musst» wird. Und ob es Bereiche unseres Lebens geben muss, die sich der Vermessung und Optimierung entziehen.

    Dabei wird Schlaf überraschend philosophisch und theologisch: Einschlafen gehört zu den Dingen, die wir gerade nicht erzwingen können. Wir können die Bedingungen dafür schaffen – aber irgendwann müssen wir die Kontrolle abgeben. Ähnlich wie bei Liebe, Vertrauen, Glück oder vielleicht sogar Glauben.

    So landen wir beim Sabbat, bei Gnade und bei der alten reformatorischen Frage nach der Rechtfertigung: Muss ich meinen Wert eigentlich ständig produzieren? Muss ich sogar richtig schlafen? Oder könnte Schlaf die alltäglichste Übung darin sein, einmal nichts aus sich machen zu müssen?
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    Ist die Liebe zwischen Frau und Mann am Ende?

    09.09.2026 | 1 Std. 12 Min.
    Immer mehr Frauen zweifeln nicht nur an einzelnen Männern, sondern an heterosexuellen Beziehungen überhaupt. Der sogenannte Heterofatalismus bringt Erfahrungen von Gewalt, Ungleichheit, Enttäuschung und emotionaler Mehrarbeit auf einen Begriff. Aber hilft dieser Fatalismus dabei, die Verhältnisse zu verändern, die ihn hervorgebracht haben? Oder erklärt er Männer und Frauen endgültig füreinander verloren?

    Wir fragen, wo die Verantwortung für diese Beziehungskrise liegt – und welche Rolle das Christentum dabei spielt. Ist es mit seinen Geschlechterbildern und seiner Sexualmoral Teil des Problems? Oder verfügt es mit Vorstellungen wie Gleichheit und einem unverdienten Vertrauensvorschuss auch über Ressourcen, die Beziehungen verändern können? Dabei nehmen wir besonders Kirchen und Theologien in die Pflicht: Wo haben sie Ungleichheit legitimiert, Verletzungen religiös überhöht und Frauen zum Aushalten ermahnt? Und was müssten sie heute anders erzählen?

    Triggerwarnung: In dieser Folge sprechen wir über sexualisierte Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigung und Suizid. Bitte entscheidet selbst, ob ihr die Folge gerade hören möchtet.
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    Du brauchst keine Kirche

    02.09.2026 | 1 Std. 18 Min.
    Brauchen Menschen Kirche? Vermutlich nicht – jedenfalls nicht einfach deshalb, weil Kirche Kirche ist. Das Label allein steht noch nicht für Relevanz. Aber was macht einen kirchlichen Ort dann zu einem Ort, an dem Menschen gerne sind, bleiben und sich vielleicht sogar engagieren?

    Wir sprechen darüber, wie sich unser Verhältnis zu Bindung verändert hat. Wir schätzen Freiheit, Wahlmöglichkeiten und die Möglichkeit, uns immer wieder neu zu entscheiden – und erleben gleichzeitig eine Gesellschaft, in der Einsamkeit und Vereinzelung reale Erfahrungen sind. Das eine gegen das andere auszuspielen, wäre allerdings zu einfach.

    Also fragen wir weiter: Muss eine Gemeinschaft eigentlich zu mir passen? Oder lebt sie gerade davon, dass sie einer Vision folgt, die grösser ist als meine eigenen Bedürfnisse? Wir suchen den Sweetspot zwischen beidem und vergleichen dabei Erfahrungen aus freikirchlichen und reformierten Kontexten: Beide sind milieusensibel und zugleich visionsgetrieben – aber auf überraschend unterschiedliche Weise.

    Und noch etwas ist diesmal anders: Halleluja und Stossgebet machen Pause. Stattdessen reagieren wir auf zwei Rückmeldungen von euch zur letzten Folge. Ob das so bleiben soll? Sagt uns, was ihr lieber hört: mehr Community-Reaktionen – oder Halleluja und Stossgebet zurück!
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    Neutralität – Tugend oder Ausrede?

    26.08.2026 | 1 Std. 21 Min.
    Neutralität klingt zunächst nach einer Tugend: nicht vorschnell urteilen, Distanz halten, beide Seiten hören. Aber ist Neutralität wirklich immer die moralisch bessere Haltung? Und kann man in einem Konflikt überhaupt neutral bleiben, wenn auch Schweigen und Nicht-Handeln Folgen haben?

    In dieser Folge fragen wir, was sich verändert, wenn man Neutralität theologisch ernst nimmt. Ist Gott neutral? Warum erzählt die Bibel von einem Gott, der den Schrei der Unterdrückten hört und sich auf die Seite von Armen, Fremden, Witwen und Waisen stellt? Und wie passt dazu Jesu Forderung, die Feinde zu lieben?

    Vielleicht liegt eine christliche Haltung weder in Gleichgültigkeit noch im Lagerdenken: Partei ergreifen, ohne den Gegner seiner Menschlichkeit zu berauben. Von dort führt der Weg zur Friedensethik und schliesslich zur aktuellen Schweizer Neutralitätsdebatte. Am 27. September stimmt die Schweiz über die Neutralitätsinitiative ab. Was genau würde sie verändern? Und ist Neutralität vor allem ein Mittel, sich aus Konflikten herauszuhalten – oder ein besonderer Handlungsspielraum, der verpflichtet, Frieden zu stiften?

    Ausserdem: Manuel war letzte Woche an einem Konzert der Alt-Metal-Band «Nazareth» und seufzt immer noch… und Stephan hat trotz mancher Befürchtung ein wunderschönes Hausfest erlebt.

    Für Rückmeldungen und Themenvorschläge schreibt uns gerne an:
    manuel.schmid@evref.ch
    stephan.juette@evref.ch
  • Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

    «FOBO» – oder: Muss ich nützlich sein?

    19.08.2026 | 1 Std. 15 Min.
    Was passiert, wenn künstliche Intelligenz Dinge besser kann als wir? Wenn sie schneller schreibt, recherchiert, programmiert – und irgendwann vielleicht tatsächlich dafür sorgt, dass weniger menschliche Arbeit gebraucht wird? FOBO – Fear of Becoming Obsolete nennt sich die Angst, überflüssig zu werden.

    Stephan und Manu fragen sich, warum diese Vorstellung eigentlich so bedrohlich ist. Haben wir uns so sehr daran gewöhnt, unseren Wert über Arbeit, Leistung und Nützlichkeit zu bestimmen? Und wäre eine Welt, in der wir dank KI viel weniger arbeiten müssten, tatsächlich eine Befreiung – oder vor allem eine gewaltige Identitätskrise?

    Dabei stossen sie auf eine erstaunlich unproduktive Idee der Bibel: die Sabbatruhe. Einen Tag lang nichts herstellen, nichts optimieren, nichts leisten müssen. Vielleicht steckt darin ein ziemlich radikaler Einspruch gegen eine Welt, in der selbst Erholung noch der Leistungsfähigkeit dienen soll.

    Denn womöglich ist «Jeder Mensch ist nützlich» gar nicht der humanistische Satz, für den wir ihn halten. Vielleicht müsste es heissen: Kein Mensch muss nützlich sein. Und vielleicht stellt KI deshalb weniger die Frage, was Maschinen künftig alles können – als die Frage, was einen Menschen eigentlich wertvoll macht.

    Ausserdem: Hallelujah der Woche: Manu kann wieder mit dem Trainer zur Arbeit kommen. Stossgebet der Woche: Wenn ein Hausfest zur generalstabsmässigen Übung wird.
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Über Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast
Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten. Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben kannst oder musst oder willst.
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