Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Florian Bayer und Johannes Franke

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305 Episoden
- Der schüchterne und sensible Bear erleidet das schlimmste Schicksal, das einem jungen Mann widerfahren kann. Er steckt in der Friendzone fest. Die Angebetete, Nikki, Kollegin, Pub-Quiz-Gefährtin, Saufkumpane, zeigt keinerlei romantisches Interesse für ihn. Auch die Tipps von seinem besten Kumpel, dem Chad Ian (“Ähh… ärger sie doch einfach mal mit dem Spitznamen, mit dem sie als Kind gemobbt wurde”) können an der Incel-Misere nichts ändern.
Rettung verspricht ein kleines Magieladen-Accessoire. Ein so genannter One Wish Willow, ein unscheinbares Stück Holz. Wenn es zerbrochen wird, soll es einem genau einen Wunsch erfüllen. Bear wünscht sich, dass Nikki ihn liebt wie niemanden sonst auf der Welt. Und tatsächlich, das Teil funktioniert. Nikki erkennt ihre tiefe Liebe zu Bear, die beiden werden ein Paar und leben glücklich bis an ihr Lebensende.
… Wait … wir sind ja im Spooktobre. Natürlich kommt die Wunscherfüllung nicht ohne Nebenwirkung daher. Wie Bear es sich gewünscht hat, ist Nikki ihm hoffnungslos verfallen. Sie ist geradezu besessen von ihm, und das Verhalten dieser neuen Nikki ist alles andere als normal: Katzensandwiches und schräge Hänsel-und-Gretel-Geschichten gehören da noch zu den harmloseren Begleiterscheinungen. Nikki ist wie von einem rasenden Dämonen besessen: Besitzergreifend, eifersüchtig, unheimlich, mörderisch… und Bear möchte so schnell wie möglich - tschuldigung, nach etwas Bedenkzeit - den ursprünglichen Wunsch modifizieren… zumindest ein bisschen… Die lapidare Antwort der Supporthotline: Er hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder jemand anderes wünscht sich einen Gegenwunsch, oder Bear stirbt. Sonst bleibt Nikki in ihrem Fluch gefangen.
Obsession, Youtube goes Cinema Nummer zwei. Wie schon Backrooms mit kleinem Budget ein Riesenhit an den Kinokassen. Youtuber Curry Barker krallt sich das “Be careful what you wish for”- und “Overly Attached Girlfriend”-Meme und macht daraus eine gehässige Horrorkomödie über Beziehungsstress und … Obacht… toxisches männliches Verhalten. “Kill me!” fleht Nikki, als der Dämon für einen Augenblick ruht: “Ist es wirklich so schlimm, mit mir zusammen zu sein?” ist die lapidare Antwort unseres sympathischen Protagonisten.
Johannes, ich weiß, du tust dich schwer mit Filmen ohne sympathische Charaktere, an denen du dich festhalten kannst. Ich befürchte ein bisschen, das war hier auch der Fall… Fragezeichen? - Marion Crane ist mit sehr viel Geld unterwegs. 40.000 Dollar, die sie ihrem Arbeitgeber geklaut hat und einfach losgefahren ist, um sich mit ihrem Geliebten abzusetzen.
Als sie sich unterwegs in Bates Motel einquartiert, trifft sie auf Norman, den unterdrückten Sohn der Besitzerin des Motels. Als sie mit anhören muss, wie Norman von seiner Mutter beschimpft wird, versucht sie ihn vorsichtig zu ermutigen, sich von seiner Mutter loszusagen und ein eigenes Leben zu starten. Einige überraschend heftige Abwehrreaktionen seinerseits und ein karges Abendessen später ist Marion wieder allein in ihrem Zimmer. Während sie sich eine Dusche gönnt, kommt von hinten eine Gestalt hineingeschlichen, hebt ein Messer und sticht mehrfach auf Marion ein. Norman schreit auf, als er am nächsten Tag die Tote findet und ist entsetzt von der Tat seiner Mutter, räumt aber alles sehr professionell auf und lebt weiter, als wäre nichts geschehen.
Da Marion inzwischen wegen Diebstahls gesucht wird, bekommt Bates Motel kurz darauf Besuch von Ermittlern. Sie wollen mit Norman und mit seiner Mutter reden, doch die Mutter wird allen verweigert. Das finden alle verdächtig und als Milton sich heimlich Zugang verschafft, wird auch er von der Mutter mit dem Messer niedergestreckt. Lila, unser final Girl, hat da mehr Glück. Bei ihrer Suche entdeckt sie im Keller Schreckliches: die mumifizierte und sehr tote Mutter von Norman Bates. Ein Psychologe sortiert das ganze Elend am Ende nochmal ein: Norman sich immer wieder in Frauenkleider warf, um die Menschen, die ihnen zu nahe kamen, umzubringen, sei psychisch krank und von seiner toten Mutter besessen.
Plor, sollten wir über deine Kastrationsangst sprechen, oder bringst du mich dann um? - Im Sommer 1990 entdeckt der erfolglose Möbleverkäufer Clark im Keller seines Möbelhauses einen merkwürdigen Glitch in der Wand. Man kann hindurch gleiten und landet in den titelgebenden Backrooms: Eine endlos scheinende Kaskade von leeren Gängen und Räumen. Irgendwie wie ein verlassenes Bürogebäude, irgendwie aber auch eine verzerrte Widerspiegelung der Realität.
Da ihm seine Therapeutin Mary keinen Glauben schenkt, beschließt Clark, Beweise zu sammeln. Zusammen mit seinen Angestellten Kat und Bobby und ausgerüstet mit einer Kamera begibt er sich erneut nach unten. Doch bald müssen er und seine kleine Reisegruppen feststellen, dass sie nicht allein sind.
Wochen später erhält Mary eine ominöse Anrufbeantworterbotschaft ihres Patienten. Sie beschließt Clark zu suchen und landet ebenfalls in den Backrooms. Dort hat sich Clark mittlerweile ein neues Leben eingerichtet, dessen bizarre Details Mary - und dem Publikum - das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Backrooms aus dem Jahr 2026, Youtube goes Cinema, Creepypasta als Mainstreamhorror, ein riesiger Publikumserfolg, der das Konzept der Liminal Spaces einer breiten Öffentlichkeit präsentierte.
Johannes, machen dir Liminal Spaces und Uncanny Valleys Angst? - Ephraim Winslows Traum ist es, genug Geld zu verdienen, um sich eine kleine Hütte mit ein bisschen Land leisten zu können, und sich dort in Ruhe zurückzuziehen. In den 1890ern bedeutet das für einen einfachen Arbeiter, von einem potenziell gefährlichen Knochenjob zum nächsten zu ziehen.
Bei seiner Arbeit im Leuchtturm wird er von einer erbarmungslosen Natur und seinem hartgesottenen Kollegen Thomas schikaniert, aber er zieht es stoisch durch, soll es doch nach nur vier Wochen schon zu Ende sein. Doch ein Jahrhundertsturm verhindert seine schwer ersehnte Abfahrt und so beginnt ein Abstieg in die dunkelsten Ecken der Psyche beider Männer.
Als herauskommt dass Ephraims Vorgänger dem Wahnsinn verfallen gestorben ist, ahnen wir warum: Die Einsamkeit, die harte Arbeit, der unweigerliche Streit und der Aberglaube an übermächtige mystische Kreaturen macht den Männern zu schaffen. Eine Meerjungfrau liegt wie eine Sirene verführerisch auf den Klippen, Möwen scheinen reinkarnierte Seemänner zu sein und das Licht des Leuchtturms einen Sog zu haben der die beiden in erbitterten und tödlichen Konkurrenzkampf stürzt.
Ein Film, der von Seemannsgarn, von Mythen und Legenden lebt und toxische Männlichkeit als Vorhölle erzählt. Frei nach Sartre “Die Hölle sind die Anderen”.
Plor, was glaubst du welches Schicksal würden wir erleiden, 4 Wochen in einem Leuchtturm ohne Internet gefangen?
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Über Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film, viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen Topliste.
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