Lanz + Precht
ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

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#270 (USA: Rebellion gegen Trumps Korruption und die Macht der Milliardäre?)
06.11.2026 | 1 Std. 6 Min.Die USA haben gewählt – und Donald Trump eine echte Klatsche verpasst. In den Zwischenwahlen konnten die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments erobern. Ist das nun der Anfang vom Ende der Ära Donald Trumps? Haben die US-Amerikaner so gewählt, um die Demokratie vor Trump zu retten? Markus Lanz glaubt das nicht. Für ihn ist diese Wahl „eher nicht das Ergebnis einer tiefen Selbstreflektion der Wählerinnen und Wähler“. Vielmehr habe die Niederlage der Republikaner „in Wahrheit einfach mit so simplen Dingen wie Eierpreisen, Benzinpreisen und Dieselpreisen zu tun“. Auch Richard David Precht glaubt, dass sich die meisten Wähler vor allem mit Blick auf ihr eigenes Portemonnaie diesmal für die Demokraten entschieden haben. Er vermutet, viele Republikaner „ohne den Iran-Krieg und ohne starke Inflation durchaus wieder gewählt worden wären“. Neben den gestiegenen Kosten war aber ein anderes Thema für die US-Wähler wichtig: Die Macht der Milliardäre und die Selbstbereicherung des US-Präsidenten. Wie schamlos sich Trump und seine Familie am Präsidentschaftsamt bereichert, erreiche mittlerweile „eine vollkommen neue, eine vollkommen andere Dimension“, meint Markus Lanz. Was sagt das über die USA aus? Was bedeutet die Wahl nun für die Tech-Oligarchen? Elon Musk allein hat 474 Millionen Dollar in diesen Wahlkampf gesteckt – ohne Erfolg. War das der Beginn eines Aufstands gegen das große Geld und den ungezügelten Hyperkapitalismus?- Es waren erschreckende Bilder, die uns in den letzten Wochen aus Frankreich erreichten: Zerstörte und ausgeraubte Boutiquen. Straßenschlachten zwischen Vermummten und der Polizei. Brennende Straßenblockaden – und sogar ein brennendes historisches Rathaus. Richard David Precht schaut zunächst „mit einer gewissen Sympathie“ auf die Proteste. Emmanuel Macron sei mal angetreten, um das „zerrissene, polarisierte Land zu einen“ und die „massiven sozialen Probleme des Landes zu lösen“. Stattdessen hätten wir „auch in den Jahren unter Macron eine fortgesetzte Refeudalisierung der Gesellschaft erlebt“. Markus Lanz steht den Geschehnissen in Frankreich kritischer gegenüber: „Man kann doch nicht sagen, dass die Menschen ein ernsthaftes Anliegen haben, wenn sie auf diese Art und Weise einfach mit roher Gewalt reingehen“. Er findet: „Wenn es eine Gesellschaft nicht mehr schafft, so grundlegende Werte zu vermitteln, wird es irgendwann schwierig“. Warum protestieren diese Menschen? Hatte Samuel Huntington Recht, als er in den 90er-Jahren einen Clash der Kulturen prophezeite? Welche Chancen bräuchte es für die jungen Menschen in den berüchtigten französischen Vorstädten, den Banlieues? Wie müssten sich die Schulen verändern?
- Laut Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland etwa 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens an Krebs – das bedeutet, fast jeder zweite Bundesbürger. Erschreckende Zahlen, aber gleichzeitig gibt es auch Grund zur Hoffnung: „Wir haben im Moment in der Krebsforschung das erste Mal einen Punkt, wo wir wissen, was wir zu tun haben“, sagt die Krebsforscherin Hanna Heikenwälder. Doch was genau passiert in Forschung und Medizin? Welche Fortschritte sind das und wem können sie helfen? Ist es wirklich das „Ende einer Angst“ wie Heikenwälder in ihrem Buch schreibt? Darüber sprechen Markus Lanz und Richard David Precht mit der Molekularbiologin Hanna Heikenwälder. „Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs hat man es geschafft, die Überlebenszeit zu verdoppeln“ sagt Hanna Heikenwälder. Wie konnte das gelingen? Und warum ist frühzeitige Prävention nach wie vor so wahnsinnig wichtig?
- „Ich frage mich, was vom Verstehen übrig bleibt, wenn einem sofort die passende Antwort zur Verfügung steht“, sagt Richard David Precht. Er erinnert an die Generation seines Vaters, für die Denken noch eine andere Bedeutung hatte. Es ging nicht nur darum, Antworten zu finden, sondern die Dinge wirklich zu durchdringen und zu verstehen. Doch welche Bedeutung hat das eigene Denken noch in einer Welt, in der künstliche Intelligenz auf nahezu jede Frage eine Antwort liefert? „Wir tragen die ganze Welt als Smartphone in unserer Hosentasche. Es findet eine Verschiebung statt. Es geht nicht mehr darum, Informationen selbst zu behalten, sondern nur noch um die Frage: Wie kommst du an Informationen ran?“, sagt Markus Lanz. Aber was bedeutet diese Entwicklung für unsere Fähigkeit, selbstständig zu denken? Was bleibt von der menschlichen Kreativität, wenn wir das Denken zunehmend an Maschinen auslagern? Und ist Prechts Sorge vor einer schleichenden Zerstörung unserer Kultur tatsächlich berechtigt?
- Was ist berechtigte Kritik an der israelischen Regierung? Wann beginnt Antisemitismus? Um diesen Fragen dreht sich gerade die öffentliche Debatte. Nach dem Sieg der Partei „Die Linke“ bei der Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin steht nämlich der Vorwurf im Raum, „Die Linke“ sei antisemitisch. Was ist dran an den Vorwürfen? Markus Lanz findet, antisemitische Äußerungen von Menschen der Partei-Basis gebe es einige. Aber: „Von den führenden Köpfen höre ich eigentlich immer nur die klare Versicherung: Wir sind nicht antisemitisch, wir dulden keinen Antisemitismus!“ Es dürfe auf keinen Fall der Verdacht entstehen, dass das Hauptmotiv der Antisemitismus-Vorwürfe darin liegt, dass die CDU die Macht in Berlin nicht hergeben will, sagt Richard David Precht. „Man kann einen so ungeheuerlichen, schweren Vorwurf wie Antisemitismus nicht dauerhaft politisch instrumentalisieren, ohne in zu entleeren“. Es bestehe sonst die Gefahr, dass der Antisemitismus so lange als politischer Kampfbegriff benutzt wird, bis er nicht mehr ernst genommen wird. Gleichzeitig nehmen antisemitische Vorfälle in Deutschland und weltweit zu. Wie kann man jüdisches Leben in Deutschland schützen?
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Über Lanz + Precht
In dem ZDF-Podcast sprechen Markus Lanz (Journalist, Talkshow-Moderator) und Richard David Precht (Philosoph, Schriftsteller) über die gesellschaftlich und politisch relevanten Themen unserer Zeit. Informativ, inspirierend, kontrovers: „Lanz + Precht“ ist der wöchentliche Gedankenaustausch zweier Menschen, die sich persönlich zugetan, aber nicht immer einer Meinung sind. Immer freitags, überall wo es Podcasts gibt.
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Credits: Producer: Lucas Raßbach, Redaktion: Monika Fabricius und Simon Schuling, Postproduktion: Dominik Völkl, Redaktion ZDF: Henning Brekenkamp und Marc Lovric
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