Der Entschluss des Pyrrhos von Epirus, Sizilien gegen Ende des Sommers oder im frühen Herbst 276 v. Chr. zu verlassen, war keineswegs ein spontaner Strategiewechsel, sondern das Ergebnis einer sich zuspitzenden Mehrfachkrise – militärisch, politisch und persönlich. Die genaue Datierung bleibt in der Forschung umstritten, doch die Ursachen seines Abzugs lassen sich aus den antiken Quellen vergleichsweise klar rekonstruieren.
Zunächst war die militärische Lage ins Stocken geraten. Der anfängliche Triumphzug des Pyrrhos auf Sizilien hatte ihm binnen kurzer Zeit fast die gesamte Insel eingebracht. Doch der entscheidende Erfolg – die Einnahme der stark befestigten karthagischen Basis bei Lilybaion – blieb aus. Die Stadt widerstand allen Belagerungsversuchen. Damit war der Krieg in eine Phase übergegangen, die nicht mehr von schnellen Siegen, sondern von langwieriger Abnutzung geprägt war. Für einen Feldherrn wie Pyrrhos, der auf Bewegung, Initiative und Entscheidungsschlachten setzte, bedeutete dies eine strategische Sackgasse.