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Morgenimpuls

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Morgenimpuls
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  • Morgenimpuls

    Jede und jeder ist Abbild Gottes

    04.10.2026 | 3 Min.
    Es ist so einfach, Menschen zu verurteilen. Ein abwertender Blick. Reicht schon. Ein böser Kommentar. Sitzt schon. Ein scheinbares Kompliment: „Du hast es ja versucht.“ – „Das ist aber originell.“ – „Das passt eben zu dir.“ Verletzt trotzdem. Es ist so einfach, Menschen auf Äußerlichkeiten zu reduzieren. Und wir tun das ja ständig. Vielleicht müssen wir das sogar ein Stück weit. Menschen einzuordnen, gibt uns Orientierung. Es hilft uns, Situationen einzuschätzen und zu handeln. Und klar mache ich das auch. Ich sondiere die Lage. Ich sortiere die Menschen um mich herum. Und meistens tue ich das erst einmal nach dem, was ich sehe und erlebe. Nach Äußerlichkeiten eben. Denn das Innere der allermeisten Menschen werde ich niemals wirklich kennenlernen. Aber ich versuche manchmal, umzusortieren. Nachzujustieren. Und dabei gibt es eine Kategorie, die mir hilft: Abbildsein. Jeder Mensch – ja, wirklich jeder – ist Abbild Gottes. Kein Mensch ist Gott selbst. Egal, wie großartig er sich gibt, was er sagt oder wie überzeugend er vielleicht auftritt. Aber jeder Mensch ist Geschöpf Gottes. Und jeder Mensch trägt etwas in sich, das von Gott erzählt. Etwas, das Gottes Wesen spiegeln kann. Und ja, ein Spiegel zeigt nur ein spiegelverkehrtes Bild. Vielleicht manchmal verzerrt, vielleicht sehe ich auch nur einen winzigen Ausschnitt. Aber genau deshalb hilft mir dieses Bild. Wenn ich einen Menschen längst einsortiert habe. Wenn mein Urteil eigentlich schon feststeht. Wenn ich glaube zu wissen: So ist der eben. Dann kann ich noch einmal nachjustieren: Abbild Gottes. Das macht nicht plötzlich alles gut, was ein Mensch tut. Es bedeutet auch nicht, dass ich jeden mögen muss. Aber es rückt mein Urteil ein kleines Stück zurecht. Denn am Ende bleibt mein Blick auf einen Menschen immer ziemlich sträflich an dem hängen, was ich von außen sehen kann. Das ganze Innere aber, das wirkliche Innere eines Menschen – vielleicht gerade das, was besonders Abbild Gottes ist – kenne ich nicht. Das kennt nur Gott in Gänze.
  • Morgenimpuls

    Was fangen wir mit der Wut an?

    03.10.2026 | 3 Min.
    Ich kann es einfach nicht lassen. Kennst du das? Du weißt genau, dass dir etwas nicht guttut – und machst es trotzdem. Ich lese mir fast immer die Kommentare zu den Morgenimpulsen durch. Und ja, da steht auch Unschönes. Von Ablehnung bis hin zu richtigen Beleidigungen. Und ja, das trifft mich. Und dann ärgere ich mich manchmal fast noch mehr darüber, dass es mich überhaupt trifft. Denn eigentlich möchte ich doch einfach Persönliches teilen. Über meinen Glauben sprechen. Über Zweifel. Über das, was mir selbst manchmal schwerfällt. Weil ich glaube, dass andere Menschen genau das auch kennen. Ich möchte Glauben nicht weit weg formulieren, sondern mitten in unserem Alltag suchen. Dort, wo wir gerade stehen. Fragend. Suchend. Nicht perfekt. Und trotzdem merke ich: Kritik macht etwas mit mir. Sie verletzt mich. Und manchmal mach sie mich auch wütend. Und lange dachte ich, das dürfte ich vielleicht gar nicht so fühlen. Gerade als Christin. Man sollte doch verständnisvoll sein, ruhig bleiben, sich nicht provozieren lassen. Aber ich glaube inzwischen: Wut ist erstmal nichts Schlechtes. Wut zeigt oft, dass etwas wichtig ist. Dass eine Grenze berührt wurde. Dass uns etwas nicht egal ist. Die Frage ist nur, was wir mit dieser Wut anfangen. Ob wir zurück verletzen. Oder ob wir versuchen, mit dieser Energie trotzdem etwas Gutes zu tun. Und dann versuche ich genauer hinzuschauen. Denn neben den verletzenden Kommentaren gibt es eben auch die anderen. Menschen, die Mut machen. Menschen, die ehrlich zuhören. Menschen, die schreiben, dass sie sich verstanden fühlen. Und dann gibt es vielleicht auch dich. Du kommentierst vielleicht gar nicht. Du liest oder hörst einfach nur zu. Vielleicht, weil du froh bist, dass jemand auch über Zweifel spricht. Über Alltag. Über Glauben, der manchmal suchend und tastend bleibt. Und vielleicht brauchen wir genau dafür manchmal Mut in all der Wut. Nicht, um perfekt zu glauben. Sondern um ehrlich zu bleiben. Trotz der Angst, missverstanden zu werden. Trotz der Sorge, nicht zu genügen. Und vielleicht ist Gott genau dort besonders nah. Nicht in unserer Unverletzlichkeit. Sondern mitten in allem, was uns bewegt.
  • Morgenimpuls

    Der Tod als Schwester

    02.10.2026 | 4 Min.
    Heute ist zwar erst der zweite Oktober, aber ich möchte mich gern mit Dir an ein anderes Datum erinnern. Am 3. Oktober 1226, also morgen auf den Tag genau vor 800 Jahren, stirbt Franziskus von Assisi unterhalb der Stadt in der kleinen Kirche Portiuncula im Kreis seiner engsten Brüder.So wie er radikal anders gelebt hat, so war auch sein Sterben radikal anders. Er bleibt nicht in der warmen behüteten Stube im weichen Bett des Bischofshauses oben in der Stadt. Er feiert das Sterben mit seinen Ordensbrüdern wie eine Liturgie, in Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Aposteln. Sie singen zusammen, sie teilen das Brot und lesen aus der Heiligen Schrift den Abschnitt des Abends vor Jesu Leiden. Und er bittet seine Brüder um Verzeihung und er erteilt ihnen seinen Segen für die dortigen Brüder und für alle, die ihnen nachfolgen werden, also bis heute. Dann gibt es eine Szene, die ihn so wunderbar nahbar sein lässt. Er schickt zwei Brüder los, um Jakoba zu holen, die Freundin aus Rom, die ihn so gut verstanden hat und lässt sie bitten, ihm seine Lieblingssüßigkeit zu bringen. Aber sie ist schon an der Tür und bringt ihm diese letzte kleine Freude. Und als er spürt, dass es zu Ende geht, lässt er sich nackt auf den Boden legen, um so nackt, wie er auf die Welt gekommen ist, auch aus ihr hinauszugehen. Und dann singen sie für ihn und mit ihm seinen Sonnengesang. Es ist der Lobgesang auf den Schöpfergott, der uns alles geschenkt hat und auch durch Krankheit, Leid und Tod verherrlich werden kann. Und eine sehr freundliche Legende erzählt, dass die kleine Glocke der uralten Kirche Santo Stefano genau in dem Augenblick zu läuten beginnt, als Franziskus seine unsterbliche Seele zurücklegt in die Hände seines geliebten Schöpfers.Diesen Übergang, diesen Transitus des Franziskus vom Leben über den Tod zum neuen Leben, feiern seither unendlich viele Menschen Jahr für Jahr in Erinnerung an einen kleinen Bruder, der den Tod als Schwester besungen hat, die ihn zu Gott bringen wird.Vielen von uns ist der Gedanke an den Tod eher Angst einflößend und wir verdrängen den Gedanken. Die Gewissheit des Franziskus, dass der Tod unsere Schwester ist, die uns zu Gott bringen wird, ist Dir da vielleicht eine Hilfe und ein Trost.Und wenn Du magst, komm morgen Abend, am 3.10. um 18.00 Uhr zum „Transitus“ in die Mutterhauskirche in Olpe, wo wir mit Kerzen und Gebeten für Kirche und Gesellschaft und den Frieden in der Welt beten werden.
  • Morgenimpuls

    In Liebe das tun, was heute dran ist

    01.10.2026 | 4 Min.
    Die Kurzlesung zu den Laudes heute früh ist aus dem Hohenlied der Liebe aus dem Alten Testament. Und da steht: "Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn." Hm, das klingt ja schön und gut. Aber was heißt das denn heute, frage ich mich. Und dann lande ich bei einer sehr jungen Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts gelebt hat."Ich bin viel zu schwach, um aus eigener Kraft, den Weg zu Gott zu schaffen. Ich denke, ich werde den Aufzug nehmen- die Liebe zu Gott ist der schnellste und sicherste Aufzug" und: "Ich will im Herzen der Kirche die Liebe sein". Das sind zwei Sprüche, die von der Heiligen Theresia von Lisieux stammen, oder ihr zugeschrieben werden. Dass sich jemand zu schwach, zu kraftlos, zu klein und unbedeutend fühlt, um eine große Aufgabe zu schaffen, das kann ich gut nachempfinden. Aber dann zu sagen: Ich nehme den Aufzug, das finde ich echt witzig und so genial einfach. Aber selbst ihre Mitschwestern haben nicht verstanden, dass diese so einfache, kleine, liebenswürdige Schwester jeden Tag sehr hart daran gearbeitet hat, diesen "Aufzug der Liebe" zu nehmen. Als sie schon schwer krank war und im Auftrag der Priorin ihren Lebensweg in einem Büchlein zusammenfassen sollte, hat Theresia das getan. Nachdem die Priorin es gelesen hatte, meinte sie: "Es sei ja lieb und nett, aber man brauche doch etwas Ernsthaftes". Auch sie hatte nicht verstanden, dass die täglichen kleinen Dinge, die in Liebe und Freundlichkeit getan werden, ein viel größerer Schatz sind als tausend wortgewandte Abhandlungen über die Liebe Gottes. Die täglichen Dinge in Liebe tun, das hat sie als ihren kleinen Weg verstanden. Und jeder von uns die schon mal versucht hat, die eigene Ungeduld zu zügeln, die Schwächen der Mitmenschen oder des Chefs und die Marotten der eigenen Familie zu tragen und mit Liebe und Einsatz alles zu tun, was dran ist, kann sehr gut verstehen, dass es echte und harte Arbeit ist. "Ich bin viel zu schwach, um aus eigener Kraft, den Weg zu Gott zu schaffen. Ich denke, ich werde den Aufzug nehmen- die Liebe zu Gott ist der schnellste und sicherste Aufzug". Das ist ein guter Tipp für alles, was heute zu tun ist.
  • Morgenimpuls

    Die Bibel als Alltagshelfer

    30.09.2026 | 4 Min.
    Dieser Tage habe ich lange mit einer jungen Frau geschattet. Sie ist seit Jahren mit der Frage beschäftigt, ob es eigentlich mehr gibt als dieses normale Leben, mit seinem Alltag und seinen Dauerschleifen aus Schule, Studium, Arbeit, Party und Musiksessions, wechselnden Freunden und weitläufigen Bekanntschaften. Und bei diesem Suchen ist sie im weltweiten Netz auf uns gekommen: einen kleinen Konvent von Franziskanerinnen im Sauerland. Sie hat ganz vorsichtig gefragt, ob sie mal kommen könne. Sie sei aber weder getauft noch habe sie irgendeinen Kontakt zu irgendeiner Kirche. Ich gebe gerne zu, dass mich solche Kontakte eher noch neugieriger machen, als ich ohnehin schon neugierig auf Menschen und ihre Geschichten bin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott auch seine Freude daran hat, die neuen Medien zu nutzen, um bei den nach allem möglichen suchenden Usern anzukommen, ohne dass sie es ahnen. Ich bin gespannt und ich bitte in den Tagen vorher immer um ganz viel Heiligen Geist. Vom Heiligen Hieronymus, den wir mit der Kirche heute feiern, sagt man, dass er eine solche Liebe zum Heiligen Geist und von ihm inspiriert zur Heiligen Schrift hatte, dass er darin immer mehr zu den Quellen des wahren Lebens gefunden hat, zum dreifaltigen und darin einen Gott. Er gehört zu den großen Kirchenvätern der Antike. Seine Bibelübersetzung ist die bis heute gültige und meist verwendete. Und ganz oft denke ich, wie sollten wir von Gott und von Jesus Christus wissen, wenn wir nicht jeden Tag in der Bibel lesen und dann versuchen, dieses Gelesene in unseren Alltag hineinzugeben. Und Menschen, die noch nie mit der Heiligen Schrift Kontakt hatten, sind immer wieder ganz erstaunt, dass ganz vieles, was darinsteht, so genau ihre Situation beschreibt und ziemlich viele gute Tipps hat, für das alltägliche Leben. Vielleicht ist es auch für Dich heute ein guter Tipp, wenn Du es nicht ohnehin schon tust, jeden Tag einen kleinen Abschnitt zu lesen und zu bedenken und mit der Bitte um den Heiligen Geist Deinen Alltag dahinein zu geben.
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Über Morgenimpuls
Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.
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