Wer verteidigt Europa? Mit Jana Puglierin LIVE beim Cafe Kyiv
24.02.2026 | 1 Std. 11 Min.
"Wer verteidigt Europa", heißt das Buch, das die Sicherheitsexpertin und Leiterin der Berliner Dependance des European Council on Foreign Relations, Jana Puglierin, jetzt veröffentlicht hat. Wir sprechen mit ihr über die Frage, wie der Kontinent seine Nachkriegsordnung und Werte gegen ein immer aggressiveres Russland und womöglich ohne die USA an seiner Seite bewahren kann. Klar ist: Die Zeit ab 1945 bzw. 1991 ist der Ausnahmefall, die europäische Regel sind Kriege und Konflikte. Ohne ein historisches Verständnis wird es also nicht gehen.
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Das Panel auf Twitter: Dr. Franziska Davies Prof. Jan Claas Behrends Dr. Gustav Gressel Gabriele Woidelko
Das Moderationsteam: Jan-Philipp Hein Richard Volkmann David Harnasch
Producer: David Harnasch Postproduction: Chris Gruber Title track vocals: Masha (10, from Odesa)
Olympische Schande und was Elon Musk mit Stalin verbindet – mit Ines Geipel
15.02.2026 | 1 Std. 24 Min.
Was finden Spitzensportverbände wie das IOC oder die FIFA eigentlich so geil an den Xis und Putins dieser Welt? Die unheilige Allianz mit den Diktatoren zerstört den Sport kontinuierlich, die Spiele in Russland und China und ihre Begleitumstände zeigten das deutlich.
Wie Diktaturen ihre Spitzenathleten ausbeuten, den Sport für ihre Ziele nutzen kann kaum jemand besser beschreiben als Ines Geipel. Die Schriftstellerin war zu DDR-Zeiten Weltklasse-Leichtathletin und gehört zu den klügsten Stimmen Deutschlands. Deshalb haben wir sie in den Ostausschuss eingeladen.
Dabei erfahren wir auch, wie erschreckend nah die Fantasien Elon Musk und anderer Tech-Oligarchen an den Vorstellungen Stalins und der Sowjetunion sind.
Unser Gast: Professor Ines Geipel
Buchtipp:
Iryna Taranenko, Marija Worobjow, Marta Leschak und Anna Plotka, Olympia – Bewegende Momente, Besondere Geschichten Aus dem Ukrainischen von Annegret Becker 80 Seiten, 25 Euro ab 8 Jahre Moritz Verlag
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Russlands Wirtschaft im Jahr 2026 - mit Janis Kluge
17.01.2026 | 1 Std. 36 Min.
Fast vier Jahre nach Beginn der Vollinvasion ist Russlands Krieg gegen die Ukraine längst zu einer Frage des materiellen Durchhaltens geworden, auch und besonders für den Aggressor. Ein Jahr nach seinem ersten Besuch Anfang 2025 haben wir deshalb noch einmal Dr. Janis Kluge eingeladen, um über die Lage der russischen Wirtschaft und die Aussichten für 2026 zu sprechen - und nebenbei eine Debatte über Art und Wesen von Putins Regime bekommen.
Literatur:
Szczepan Twardoch Die Nulllinie - Roman aus dem Krieg Rowohlt, Berlin 2025, 24 Euro, 256 Seiten
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"Realismus" oder Diktatorenversteherei? – mit Georg Löfflmann
20.12.2025 | 1 Std. 33 Min.
"Nüchtern" solle man auf Russlands Krieg in der Ukraine schauen, den "Interessenausgleich" suchen und die "Sicherheitsinteressen" des Kreml berücksichtigen. Und dass die Russen die Ukraine zerstören wollen? Dafür gebe es keine Evidenz. Schlimmer noch: Es hätten die "Schuld auf sich geladen"; die seit 2022 für eine massive Unterstützung des angegriffenen Landes eingetreten sind. Das – na klar! – müsse aufgearbeitet werden.
So und ähnlich tönen gerade sogenannte "Realisten". In dieser letzten Sitzung des Jahres 2025 beschäftigen wir uns etwas näher mit den Widersprüchen und Ungereimtheiten ihrer Theorie und der Frage, warum am Ende kaum mehr als Diktatorenversteherei übrig bleibt.
Unser Gast: Dr. Georg Löfflmann, Lecturer für US-Außenpolitik im Department of Politics and International Relations (DPIR) an der Queen Mary University of London.
Buchtipp:
Lesja Ukrajinka „Am Meer. Erzählungen.“ Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck Wallstein Verlag, 184 Seiten, 22 Euro ISBN: 978-3-8353-5884-3
Taras Schewtschenko "Flieg mein Lied, meine wilde Qual. Dichtung und Selbstzeugnisse." Aus dem Ukrainischen und Russischen von Beatrix Kersten Wallstein Verlag , 312 Seiten, 26 Euro ISBN: 978-3-8353-5883-6
Geschenktipp: Junta – das Brettspiel zum besseren Verständnis von Diktaturen
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SONDERSITZUNG mit Marc Brost und Gustav Gressel
02.12.2025 | 56 Min.
140 Millionen Russen treiben mit ihrem brutalen Krieg gegen die Ukraine ganz Europa vor sich her. Wie kann sich der alte Kontinent mit rund einer halben Milliarde Einwohnern, der einen der wohlhabendsten und freisten Räume der Welt bildet, gegen Moskaus Absichten verteidigen? Oder wollen zu viele das gar nicht? Trifft der russische Imperialismus etwa in Deutschland nicht nur auf Gleichgültigkeit, sondern sogar auf Zustimmung? Bedeutet der Rückzug der USA aus Europa das Ende der Nachkriegsordnung und den Rückfall ins 19. Jahrhundert?
Darüber und unsere Möglichkeiten, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen, sprechen der Militärexperte Gustav Gressel, der Journalist und Außenpolitikexperte Marc Brost und Ostausschuss-Moderator Jan-Philipp Hein
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Ostausschuss
Der russische Angriffskrieg auf die ganze Ukraine hat Europa in die schwerste Krise seit 1945 gestürzt. Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Warum hat – insbesondere Deutschland – sich fast nur für Moskau interessiert und Vilnius, Tallinn, Riga, Warschau oder natürlich Kyiv entweder kaum beachtet oder bewusst ignoriert. Gegen den Rat fast aller osteuropäischen Staaten haben wir eine verheerende Politik betrieben, die diesen Krieg begünstigte und die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten verursachte.
Über Ursachen, die Vergangenheit, die Gegenwart und was dringend besser gemacht werden muss, sprechen alle 14 Tage:
Dr. Gustav Gressel war Soldat, jetzt ist er Experte für Osteuropa, Militärstrategien und Sicherheitspolitik beim European Council on Foreign Relations. Er hat sich sich beim Österreichischen Bundesheer mit Russland beschäftigt, kennt sich besonders gut mit dem russischen Militär aus. Seit 2009 bearbeitet Gressel auch die Ukraine.
Gabriele Woidelko ist Osteuropa-Historikerin und Slawistin und leitet bei der Körber-Stiftung in Hamburg den Bereich „Geschichte und Politik“, dessen Projekte sich mit Geschichtsvermittlung, Erinnerungskultur und den historischen Wurzeln aktueller Konflikte beschäftigen.
Prof. Jan Claas Behrends ist ebenfalls Osteuropa-Historiker, arbeitet an der Viadrina in Frankfurt an der Oder. Behrends ist Sozialdemokrat und eine von drei dissidenten Stimmen im Geschichtsforum seiner Partei, die eine Erklärung des Gremiums nach Ausbruch des Krieges kritisierten. Das Trio schrieb, dass manche Parteifreunde „die Trümmer ihrer Ostpolitik“ mehr bekümmerten als die „Bomben in der Ukraine“.
Dr. Franziska Davies. Auch sie ist Osteuropa-Historikerin, forscht an der LMU in München, beschäftigt sich insbesondere mit der Geschichte Russlands, der Ukraine und Polens im 19. und 20. Jahrhundert. Dieses Jahr ist das Buch „Offene Wunden Osteuropas – Reise zu den Erinnerungsorten des Zweiten Weltkriegs“ erscheinen, das sie gemeinsam mit Katja Makhotina geschrieben hat.