Er ist ein präziser Beobachter der menschlichen Abgründe mit einer leisen, aber eindringlichen Stimme: Ferdinand von Schirach. Der deutsche Strafverteidiger und Schriftsteller wird 1964 in München geboren und wächst in einer traditionsreichen, politisch und kulturell geprägten Familie auf. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn gründet er eine eigene Kanzlei und arbeitet viele Jahre als Strafverteidiger – Erfahrungen, die seine ausdrucksstarken Werke maßgeblich prägen. Sein literarischer Durchbruch gelingt ihm 2009 mit dem Erzählband "Verbrechen", in dem er reale Fälle in eine nüchterne, fast kühle Sprache übersetzt und dabei große Fragen nach Schuld, Verantwortung und Moral stellt. Es folgen erfolgreiche Bücher wie "Schuld", "Der Fall Collini" oder "Kaffee und Zigaretten", die international gelesen und vielfach verfilmt oder für die Bühne adaptiert werden. Ferdinand von Schirach stellt das deutsche Rechtssystem und unser Empfinden für Recht und Unrecht, Schuld und Unschuld immer wieder auf den Prüfstand des Gewissens. Bei 3nach9 spricht Ferdinand von Schirach über prägende Erlebnisse aus seiner Kindheit und welche Stunden des Tages zu seinen schönsten zählen.