70 Episoden
- +++ In Euch quengelt schon ewig eine Frage an Jochen und Anja, die ihr endlich mal loswerden wollt? Dann ist jetzt Eure Gelegenheit: Für eine Q&A-Sonderfolge sammeln die beiden eure Fragen und beantworten alles, was ihr schon immer von ihnen wissen wolltet. Schreibt uns bis Mittwoch, den 9. September, entweder einen Kommentar unter diese Folge bei Spotify oder schickt uns eine Privatnachricht auf Instagram. +++
Das "Sommerhaus der Stars“ ist zurück, und während Jochen der neuen Personalkonstellation durchaus etwas abgewinnen kann, ist Anja schon nach der ersten Folge erstaunlich bereit, für dieses Elend endlich eine agrarpolitischen Lösung zu fordern. Denn vielleicht hilft bei diesem Format inzwischen kein behutsames Nachsäen mehr. Vielleicht muss man den Acker einmal tief umpflügen, eine Saison brachliegen lassen und danach sehr vorsichtig neu bestellen.
Vor allem die Castingpolitik scheint ihr inzwischen so ausgelaugt wie ein Feld, auf dem seit Jahren ausschließlich Provokation angebaut wird. Immer wieder diese Menschen, von denen man schon beim Einzug weiß, welche alten Rechnungen sie mitbringen, welche Knöpfe man bei ihnen drücken muss und wie lange es ungefähr dauert, bis der erste Bauernstubenstuhl beim Wort „Respekt“ exorzismusreif zu zittern beginnt. Die Verpflichtung von Nico Legat und Anita Latifi samt ihrer Nemesis Hati Suárez wirkt schon wieder weniger wie Casting als wie die sehr entschlossene Weigerung, dem Zufall auch nur einen Millimeter Eskalation zu überlassen.
Zum Glück sind da auch Vanessa Neigert und Giovanni Weisheit. Das schlager-retroselige Paar hat für die Gemeinheiten des Lebens bislang eine bemerkenswert eigenwillige Gegenwehr entwickelt: Es singt dagegen an. Wenn es unangenehm wird, kommt meist kein Grundsatzgespräch, sondern ein Refrain, und wo andere ihre Stimmen heben, heben Vanessa und Giovanni lieber zum Liede an. Vielleicht haben ausgerechnet die beiden als Einzige verstanden, was jeder Serienfan weiß: Wenn ein Format ein bisschen knarzig in die Jahre gekommen ist, kann eine Musicalfolge Wunder wirken. „Buffy“ hatte „Once More, with Feeling“, das Sommerhaus hat Vanessa und Giovanni. Das einzige Problem: Bei „Buffy“ wusste die ganze Besetzung, dass jetzt gesungen wird. In Bocholt haben bislang nur zwei Menschen das Memo bekommen.
Sendepause Fehlanzeige ist ein Podcast von Ooohnscha und SchohSchoh
Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp
Schnitt: Anne Kanzler
Cover: Miguel Martin und Markus Gisin
Jingle: Herwig Zamernik
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Eine Zumutung nach der anderen wird derzeit über die Reality-Gemeinde ausgeschüttet. Kaum hat man sich von einer Eskalation erholt, steht schon die nächste vor der Tür und das neue „Sommerhaus“ wetzt bereits in der ersetn Folge die Messer. Anja und Jochen werden sich all dem selbstverständlich widmen, aber die Tobsüchtigen können auch noch eine Woche warten, bis Jochen aus dem Urlaub zurück ist. Vorher wird hier kurz durchgeatmet.
Und was könnte da erholsamer sein als eine Reise hinab in die Katakomben von Anjas Trash-Herz? Tief dort unten lagern, fern vom Tageslicht und den Algorithmen der Streamingdienste, jene Sendungen, an die sich außer ihr offenbar niemand mehr erinnert. Formate, die teilweise nur einmal über die Bildschirme huschten und danach wieder im Erdreich verschwanden. In einer besonders tief gelegenen Grabkammer, hinter den mumifizierten Überresten vergessener Datingshows und vorbei an den Altaren für beide deutsche "Die Passion"-Monumentalwerken, lagert eine ihrer kostbarstes Reliquie: „Deine Hochzeit – Live!“ aus dem Jahr 2020.
Viel mehr soll hier gar nicht verraten werden, denn dieses Schmuckstück aus der RTL2-Schatulle kann man in der Kürze nicht adäquat zusammenpassen. Man kann höchstens mit einer kleinen Taschenlampe kurz hineinleuchten und berichten, was schemenhaft im Lichtkegel erscheint: Markus Mörl auf einem Ausflugsdampfer. Ein keltisches Hochzeitsritual. Der spätere Schamane von Kim Virginia. Ein rappender Fast--Sohn unklarer Zuständigkeit. Herrlichste Tonprobleme. Dann schwenkt die Kamera weiter und man muss mit dem leben, was man gesehen hat.
Vor allem aber ist diese Sendung ein Gruß aus einer beinahe unvorstellbaren Fernsehepoche, in der Trash noch nicht bedeutete, dass Menschen sich gegenseitig psychologisch filetieren mussten. Niemand brüllt. Niemand droht mit einer Enthüllung. Niemand erklärt nach 48 gemeinsamen Stunden, er sei „komplett gebrochen“. Es passieren lediglich sehr rätselhafte Dinge in unmittelbarer Nähe zu Hochzeitstorten. Das reicht vollkommen. Kommt alle an Bord!
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Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp
Schnitt: Anne Kanzler
Cover: Miguel Martin und Markus Gisin
Jingle: Herwig Zamernik
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Diese Woche wanken unsere beiden Hosts bereits einigermaßen vorgebeutelt vor die Mikros: Bei dem einen stand die Wohnung unter Wasser, die andere geriet unfreiwillig in ihren eigenen kleinen True-Crime-Fall samt Polizeiprozedere und der irritierenden Frage, ob ihr der zuständige Beamte wirklich aus „Are You the One“ bekannt vorkam oder ob das deutsche Fernsehen inzwischen einfach erfolgreich ganze Typologien ins Gehirn eingebrannt hat. Und als wäre das noch nicht genug akustisches Leid, bekam Anja außerdem versehentlich Raúl Richters besorgniserregenden Koitusjubel zu hören. Ach du heiliger Bimbam.
Umso willkommener also ein entspannter Ausflug in die „Villa der Versuchung“, wo bekanntlich nichts entspannt und niemand unverzüglich vernünftig wird. Bevor es mit Folge 4 weitergeht, holen Jochen und Anja selbstverständlich nach, was in den beiden übersprungenen Folgen an Geiz, Gier und Gruppengroll passiert ist. Und dann übernimmt wieder Elsa, die inzwischen weniger Kandidatin als Naturereignis ist: Weil die kostbaren Zigarettenvorräte gerade nicht nach Wunsch verfügbar sind, durchsucht sie kurzerhand die Sachen von Annika und Jenny, um deren gebunkerte Kippen zurückzuklauen. Das Bunkern war nicht die feine englische Art, das Zurückklauen allerdings auch eher nicht.
Überhaupt setzt sich das Elend, ganz allgemein gesprochen, auch in diesem Format und dieser Folge zuverlässig fort. Aber ohne an dieser Stelle etwas zu spoilern: Nach der diesmaligen Verabschiedungszeremonie besteht zumindest die leise Hoffnung, dass sich etwas ändern könnte. Und nach dieser Woche nehmen wir Hoffnung wirklich in jeder handelsüblichen Darreichungsform entgegen.
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Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp
Schnitt: Anne Kanzler
Cover: Miguel Martin und Markus Gisin
Jingle: Herwig Zamernik
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Als altgediente „Traitors“-Ultras mit Auslandserfahrung begeben sich Jochen und Anja in Folge 1 und 2 der neuen Staffel von „Die Verräter“ ungefähr mit demselben Spirit, mit dem zwei pensionierte Geheimdienstchefs einen Escape Room betreten: wohlwollend, aber mit einem gewissen Anspruch an die Ermittlungsarbeit. Schließlich haben vor allem die Prachtstaffeln aus UK und USA längst gezeigt, zu welchen Höhen sich dieses wunderbare Spiel aus Paranoia, opulentem Frühstück und schlecht sitzenden Unschuldsmienen bestenfalls aufschwingen kann, und auch in der hiesigen Variante war in den vergangenen drei Staffeln schon viel Schönes dabei.
Umso schmerzhafter ist die Erkenntnis: Im deutschen beziehungsweise belgischen beziehungsweise deutschen Schloss wurde das strategische Denken dieses Mal offenbar zusammen mit den Handys in den Spinden an der Pforte eingeschlossen. Vor allem die Loyalen leiden unter einer rätselhaften Form von Staffel-Amnesie: Jeder Verbannungstisch beginnt geistig wieder bei null, Verdachtsmomente verdunsten über Nacht, belastende Indizien werden behandelt wie die ollen Croissants vom Vorvertrag.
Dabei machen es ihnen die Verräter nicht einmal besonders schwer: Es wird sich verplappert und verdächtig herumformuliert, dass ein aufmerksameres Ermittlerkollektiv längst Handschellen aus dem dekorativ herumstehenden Ritterrüstungsmann gedengelt hätte. Ein endgültiges Verbannungsurteil wollen Jochen und Anja über die Staffel allerdings noch nicht sprechen. Zwei Folgen sind schließlich selbst für zertifizierte „Traitors“-Ultras eine etwas schmale Beweislage, und vielleicht entwickelt sich im Schloss ja doch noch so etwas wie strategisches Erinnerungsvermögen? Die nächste Anhörung ist bereits angesetzt: In der Steady-Folge am Mittwoch analysieren unsere beiden Hosts die Folgen 3 und 4. Horrido!
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Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp
Schnitt: Anne Kanzler
Cover: Miguel Martin und Markus Gisin
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Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Jochen und Anja haben heute erfreulich viel Quatsch im Kopf und kommen entsprechend zügig vom Hundertsten ins Tausendste: In einer wild mäandernden Assoziationspolonaise klären sie unter anderem, wie man die ultimative Uschi-Glas-Party schmeißt, was beim Schafescheren unbedingt zu beachten ist, betreiben vergleichende Genitalkunde an den Untersuchungsobjekten Crazy Frog und Goleo und gelangen schließlich zu der überraschenden, aber eigentlich kaum noch bestreitbaren Erkenntnis: Anja ist im Grunde Jesus.
Kurz gesagt: Die beiden entwickeln erheblich mehr Spielfreude als – leider – der Cast der zweiten Staffel von „Villa der Versuchung“. Und das schmerzt, denn eigentlich mögen Jochen und Anja das Format und haben seine Premiere ja seinerzeit noch engmaschig begleitet. Inzwischen allerdings wirkt es, als nähmen die beiden vom heimischen Sofa aus die Versuchsanordnung ernster als ein Großteil der Menschen, die tatsächlich in der Villa sitzen.
Der nämlich greift so beherzt in die "Kostbar", als hätte Oma gesagt: Nehmt euch ruhig, ich hab genug da. Gespart wird kaum, taktiert noch weniger, und einer der wenigen Kandidaten, die das Prinzip tatsächlich verstanden haben, wird prompt als Erster hinausgewählt. Jochen und Anja sagen es mit den Worten von Ex-Prince-Charming und Neu-Prasser Nicolas Puschmann bei der Abrechnungszeremonie: Shame. Shame. Shame.
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Über Sendepause Fehlanzeige
Trash-TV trifft Tiefgang: In Sendepause Fehlanzeige sprechen SPIEGEL-Kolumnistin Anja Rützel und Moderator und Schauspieler Jochen Schropp wöchentlich über die Highlights und Abgründe des Reality-TV – von Kampf der Realitystars bis zum Streaming-Neuheitenwahnsinn. Ein leidenschaftlicher Astausch über große Gefühle, kleine Dramen – und die Frage, warum wir das alles so gerne schauen. Jeden Samstag eine neue Folge – überall, wo es Podcasts gibt. Und bei Steady gibt's obendrauf jede Woche noch eine Bonusfolge bei Sendepause Fehlanzeige intim.Sendepause Fehlanzeige ist ein Podcast von Ooohnscha und SchohSchohProduktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen SchroppSchnitt: Anne KanzlerCover: Miguel Martin und Markus GisinJingle: Herwig Zamernik Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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