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Die Zu Spät Show

Ian DeBay
Die Zu Spät Show
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14 Episoden

  • Die Zu Spät Show

    Wie geht's und warum wir gehen

    26.02.2026 | 16 Min.
    „Wie geht’s?“: eine Floskel, die wir alle nutzen, die uns aber im Grunde völlig egal ist.

    Eigentlich ist es eine nette Geste. Man tut so, als würde man sich interessieren. Aber wehe, das Gegenüber antwortet ehrlich. Ein „Schlecht“ oder „Furchtbar“ ist der soziale Super-GAU. Es gibt nur eine akzeptable Antwort: „Gut, und dir?“. Wobei das „und dir?“ auch gelogen ist, weil es dich eigentlich nicht interessiert. Doch was passiert, wenn wir die Frage ernst nehmen? Nicht im emotionalen Sinne, sondern rein mechanisch: Wie geht gehen?

    Die Typologie des Gehens: Sag mir, wie du läufst ...

    Wenn man genauer hinschaut, ist Gehen nicht gleich Gehen. Die Art, wie wir uns fortbewegen, verrät alles über unseren momentanen Zustand:

    Der Fluchtmodus: Man geht schnell, den Kopf gesenkt, um bloß nicht aufzufallen oder so schnell wie möglich wieder in der sicheren Wohnung zu verschwinden.

    Der Kraftprotz: Brust raus, energetisch, prescht voran und lässt die „lahmen Schnecken“ hinter sich.

    Der Drangvolle: Schnell, aber zusammengezwickt – der klassische Gang zum nächsten Klo.

    Der Bummler: Langsames Schlendern, Mäandern durch die Stadt, vielleicht weil man zu früh dran ist oder gar nicht erst zum Termin bei den Schwiegereltern will.

    Der Kinder-Stil: Der Boden ist Lava, rückwärts hüpfen, auf Striche achten – die kreativste Form der Fortbewegung.

    Das Fundament der Menschlichkeit (und der Fetische)

    Gehen ist das, was uns zu Menschen macht. Es ist unser Alleinstellungsmerkmal gegenüber Tieren. Außer Männchen machenden Hunden.

    Deshalb feiern wir die ersten Schritte eines Babys wie ein monumentales Ereignis (bevor wir merken, dass wir jetzt alles in der Wohnung 20 Zentimeter höher stellen müssen).

    Diese fundamentale Bedeutung erklärt vielleicht auch, warum Füße ein so prominentes Thema in der Populärkultur und im Internet sind. Ob man nun – wie ich gehört habe – Urin aus Stöckelschuhen trinkt oder zu der Gruppe Frauen gehört, die mit Fußfotos im Netz reich werden: Die Füße tragen uns durchs Leben.

    Der Service-Hack: Die Gegenfrage als Filter

    Ich möchte dir heute ein Werkzeug an die Hand geben. Wenn dich das nächste Mal jemand mit einem „Wie geht’s?“ überfällt, nutzt die Gegenfrage: „Möchtest du wissen, wie mein Gemütszustand ist, oder willst du wissen, wie meine Fortbewegung funktioniert?“

    Das ist der perfekte Gesprächs-Opener. Es bricht das langweilige „Gut und dir“ auf und hat einen entscheidenden Vorteil: Wenn dein Gegenüber daraufhin entnervt abzieht, weißt du sofort, dass du deine Zeit nicht mit einem humorlosen Bastard verschwenden musst.

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    Musik-Credit: „One Too Many Ghosts“ – PremiumBeat via Envato Elements

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  • Die Zu Spät Show

    Runter mit den Masken: Warum die Fastenzeit besser ist als Fasching

    19.02.2026 | 18 Min.
    Aschermittwoch: Der Fasching ist vorbei. Die Zeit von Jux und Tollerei, wie wir jungen Menschen sagen würden, hat ein Ende gefunden. Endlich ist die Ballsaison in Wien vorbei, die grölenden Massen ziehen ab und das Zuckerbrot wird durch die Peitsche ersetzt. Die Fastenzeit ist da – und damit endlich wieder ein bisschen Ruhe und Bescheidenheit.

    Der Alltag als eigentlicher Maskenball

    Ich werde oft als Verkleidungsbanause bezeichnet, und das stimmt: Alles, was über das Kämmen meiner Haare hinausgeht, ist mir zu viel Aufwand. Aber ich habe eine Theorie: Diejenigen, die sich zum Fasching verkleiden, tun das eigentlich gar nicht. Die wahre Verkleidung tragen wir im Alltag. Wenn wir uns in Anzüge, Blusen und Arbeitskluft zwängen, um genau so auszusehen, wie die Gesellschaft es von uns erwartet, unterdrücken wir jede individuelle Freiheit und Kreativität.

    Der Fasching ist die einzige Zeit im Jahr, in der die Menschen aufhören, sich zu verkleiden. Endlich darfst du der Clown sein, der du bist, die Meerjungfrau, die du gerne wärst, oder der Serienkiller, für den dir im Alltag der Mut fehlt. Plötzlich ist es „empowering“, wenn ein Mann als Frau geht oder umgekehrt – Kulturkämpfe pausieren für 48 Stunden, weil es ja „nur ein Spaß“ ist. Es ist faszinierend, wie dieselben Leute, die im Alltag gegen alles Fremde hetzen, im Fasching mit Begeisterung in eine andere Haut schlüpfen.

    Besoffene Helden und die Rückkehr des Abschaums

    Was ich am Fasching am wenigsten vermissen werde? Menschen, die bereits um 10 Uhr vormittags sturzbesoffen sind und sich dafür auch noch feiern lassen. Im Alltag ist das ein Fall für die Suchtberatung, im Fasching bist du ein Held. Ich bin froh, dass diese Leute jetzt wieder zum „Abschaum“ werden, der heimlich trinken oder seine Vorlieben im Verborgenen ausleben muss. Die Peitsche der Fastenzeit sorgt dafür, dass die gesellschaftliche Ordnung wiederhergestellt wird.

    Ich persönlich faste zwar nicht – ich lasse mir doch von der Kirche nichts vorschreiben –, aber ich verstehe den Reiz der extrinsischen Motivation. Die Fastenzeit ist im Grunde nur die zweite Chance für alle, die ihre Neujahrsvorsätze schon am 3. Januar vergessen haben. Es ist die Zeit, in der man sich gegenseitig daran erinnert, dass man eigentlich abnehmen wollte oder die Kinder weniger schlagen sollte.

    Fasten als Tarnung für das Existenzminimum

    Das Schönste an der Fastenzeit ist jedoch ihre soziale Komponente: Sie macht uns alle gleich. Man kann den frommen Asketen nicht mehr vom armen Schlucker unterscheiden. Wenn man wie ich als Comedian und Content Creator knapp am Existenzminimum entlangschrammt, ist die Fastenzeit ein Segen.

    Man muss nicht mehr zugeben, dass man sich das Abendessen beim Italiener oder die Kinokarte nicht leisten kann. Man sagt einfach: „Ich faste gerade.“ Es ist die perfekte Ausrede, um weniger zu konsumieren, weniger fortzugehen und kein Geld auszugeben. In der Fastenzeit sind wir eine Gemeinschaft – wir sind zusammen arm und nennen es Spiritualität. Das spart ordentlich Geld für die Zeit, in der uns schon wieder der nächste Konsumterror namens Ostern blüht.

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    Die Folge über Alkohol:
  • Die Zu Spät Show

    Ausgeburt der Hölle: Warum die Immobilienbranche unser Leben ruiniert

    12.02.2026 | 20 Min.
    Heute geht es um Immobilien. Oder wie ich es nenne: die Ausgeburt der Hölle.

    Das Fundament des Wahnsinns: Wem gehört die Erde?

    Eigentlich fängt das Problem schon viel früher an als beim Baupfusch im Keller (besonders beliebt in Niederösterreich, wie man hört). Es fängt beim Grundbesitz an. Wer hat eigentlich irgendwann mal entschieden, dass ein Stück Erde – dieser Planet, den wir uns alle teilen – plötzlich „jemandem“ gehört? Mit welchem Recht behauptet ein Mensch, ein Kloster oder ein Bauer: „Das hier ist meins“?

    Wir haben uns so sehr an den Gedanken gewöhnt, dass man Boden kaufen und verkaufen kann, dass wir die fundamentale Absurdität dahinter völlig übersehen. Und sobald dieser Boden „besessen“ wird, beginnt der Drang, ihn mit Beton und Stahl zu versiegeln, denn eine Wiese bringt schließlich keine Rendite.

    Die Vorhölle: Makler und Hausverwaltungen

    Wer nicht das Glück hat, Boden zu erben, landet in der Welt der Dienstleister. Da wären zum einen die Makler. Personen, deren gesamte Jobbeschreibung darin besteht, Schlüssel in Schlösser zu stecken und Türen aufzusperren – eine Dienstleistung, die im Zeitalter des Internets so unnötig ist wie ein Kropf, für die man aber dennoch ein Vermögen bezahlt.

    Hat man dann endlich ein leistbares Loch gefunden, trifft man auf die nächste Stufe der Evolution: die Hausverwaltung. Ihre Kernkompetenz? Das professionelle Ignorieren von E-Mails und Anrufen. Gleichzeitig sind sie blitzschnell darin, Mahnungen zu schicken, wenn man auch nur eine Sekunde im Verzug ist. Es scheint fast so, als würde die Arbeit in einer Hausverwaltung die Seele so sehr auffressen, dass selbst die Korruptesten irgendwann lieber in die Politik flüchten.

    Das System hinter der Gier: Wohnen als Druckmittel

    Warum ist das alles so? Weil Immobilienbesitz die faulste Art ist, Geld zu verdienen. Man befriedigt ein Grundbedürfnis – ein Dach über dem Kopf –, für das Menschen fast alles tun würden. Man muss kein Marketing betreiben, man muss das Produkt nicht verbessern. Immobilienbesitzer sitzt einfach da, lassen die Hausverwaltung die Schmutzarbeit machen und erhöhen die Miete, weil der Knopf im Aufzug jetzt neuerdings leuchtet.

    Das Schlimmste ist: Es ist politisch gewollt. Wohnraum darf nicht zu günstig sein, denn wenn das Leben billig wäre, hätten die Menschen keinen Drang mehr, in Jobs zu schuften, die sie eigentlich hassen. Die Immobilienpreise sind das Benzin im Motor des Kapitalismus, der uns alle zum Arbeiten zwingt, nur um uns einen Rückzugsort leisten zu können.

    Die Lösung: Enteignung als Kinderschutz?

    Ich sage es, wie es ist: Wir müssen den Privatgrund abschaffen. Wir müssen enteignen. Und bevor die „Häuslbauer“ jetzt aufschreien: Denkt doch an die Kinder! Großgrundbesitzer scheffeln Millionen, beeinflussen die Politik und laden zweifelhafte Gäste auf karibische Inseln ein. Wenn wir den Grundbesitz in die öffentliche Hand nehmen, schützen wir unsere Gesellschaft vor dieser Machtkonzentration.

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    Kulturtechnik Alkohol: Warum wir unsere Probleme lieber ersaufen als lösen

    05.02.2026 | 13 Min.
    In dieser Folge räume ich mit einem grundlegenden Missverständnis auf. Bisher habe ich diesen Podcast immer mit den klassischen Late-Night-Shows aus dem Fernsehen verglichen. Doch das weckt vielleicht falsche Hoffnungen auf Glanz, Glamour und eine gut gelaunte Band im Hintergrund.

    In Wirklich ist dieser Podcast aber mehr wie eine Bar. Die früher einmal schick war, mit dunklem Holz und großen schweren Ledersesseln, aber jetzt nur noch eine Absteige ist, für Schnapsleichen, die noch einen Absacker, vor dem nachhause gehen brauchen.

    In dieser Bar sitze ich am Barhocker neben dir und monologisiere dich ungefragt zu. Und du bist zu höflich und bleibst sitzen.

    Zwischen Whisky-Bar und Gosse: Das wahre Gesicht der Show

    Das Paradoxe daran: Ich selbst trinke gar nichts mehr. Seit über eineinhalb Jahren bin ich abstinent, angefangen hat es nach einer Reha wegen meines Herzens. Jetzt ist es eine Gewohnheit.

    Ich vermisse nicht den Alkohol – ich vermisse den Spaß am Leben, den man scheinbar nur im Rausch hat. Während ich allein in meiner Kammer monologisiere, ist der Rest der Welt da draußen unterwegs, hat den „besten Sex“ mit Fremden und wacht am nächsten Tag mit einem halb gegessenem und halb verdautem Kebab im BEtt auf.

    Der gesellschaftlich anerkannte Alkoholmissbrauch als Kulturtechnik

    Ohne Alkohol ist man in unserer Gesellschaft schnell der Aussätzige. Bei Familienfeiern bin ich das Problem, weil ich nicht schon vor dem Mittagessen drei Gläser Wein kippe.

    Wir verteidigen unseren Alkoholkonsum als „Kulturtechnik“, dabei ist er oft nur ein Werkzeug, um nicht über die eigentlichen Probleme reden zu müssen. Wir ersaufen unsere Sorgen, weil wir es uns schlicht nicht leisten können, zu erkennen, wie sehr wir eigentlich im Arsch sind. Das System wird uns nicht retten, also betäuben wir uns lieber. Es ist die ultimative Lösung: Wenn man lang genug trinkt, verschwinden die Probleme zwar nicht, aber man stumpft so weit ab, bis man sie nicht mehr sieht. Wenn man Glück hat, trinkt der Alkohol einen direkt ins Grab – das ist dann die endgültige Problemlösung.

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  • Die Zu Spät Show

    Trump, Tech-Bros und Kapernbeeren: Das Manifest des Nicht-Nachdenkens

    29.01.2026 | 19 Min.
    Ich hatte die totale Blockade. Zu viele Ideen und dann wieder keine. Ich habe es mit Spazierengehen probiert und prokrastinieren, ich habe sogar das obligatorische Glas Babyblut getrunken – nichts hat geholfen. Also habe ich mich für die radikalste Lösung entschieden: Das Skript weglassen. In dieser Folge geht es nämlich genau darum: Das Denken einfach mal sein lassen und stattdessen ins Tun kommen. Ein Konzept, das momentan erschreckend gut zu funktionieren scheint.

    Das Erfolgsrezept: Erst handeln, dann (vielleicht) ignorieren

    Wenn man sich auf der Welt umsieht, scheint „Nicht-Nachdenken“ das neue Gold der Erfolgreichen zu sein. Man muss einfach nur handeln, völlig egal, wie absurd oder erratisch das Ganze wirkt. Wenn dabei Fehler passieren oder – ups – Menschen zu Schaden kommen, kann man es hinterher immer noch verneinen oder eine alternative Version der Wahrheit erfinden.

    Schauen wir uns das Paradebeispiel an: Donald Trump. Er hat das Prinzip perfektioniert. Er handelt einfach, er tut und tut, und plötzlich ist er der „beste Präsident aller Zeiten“, beendet 250.000 Kriege und bekommt den Friedenspreis der FIFA (der natürlich viel mehr wert ist als der von den Nobel-Leuten). Die Konsequenzen? Völlig egal. Und er ist nicht allein. Die Tech-Bros aus dem Silicon Valley machen es vor: Mark Zuckerberg klaut ein bisschen Code, Elon Musk vermarktet sich als der Macher des Universums – und am Ende zählt nur das Ergebnis, nicht der moralische Ballast im Vorfeld.

    Konsum ohne Reue: Von Kapernbeeren und Krediten

    Aber man muss gar nicht so hoch greifen. Das Prinzip lässt sich wunderbar auf unseren täglichen Einkauf übertragen. Den Konsum, der unser System am Laufen hält.

    Warum über Nachhaltigkeit oder Kinderarbeit recherchieren, wenn man auch einfach kaufen kann? Unser System liebt das Tun, vor allem das Einkaufen. Wenn du Lust auf eine Kapernbeere hast, dann steh auf und hol sie dir aus dem Kühlschrank. Wer nur auf dem Sofa sitzt und über Kapern nachdenkt, wird niemals satt.

    Das gilt für alles: Geh ins Geschäft, kauf alles, was du siehst, und wenn das Geld nicht reicht, nimm einen Kredit auf. Die Schulden können ja deine Kinder bezahlen – oder du gehst zur Not ins Gefängnis. Aber hey, zumindest hast du was getan! Nachdenken verursacht am Ende eh nur eines: Angst. Und Angst hindert dich daran, dein Leben zu leben.

    Kreativität aus dem Chaos

    Natürlich gibt es Ausnahmen. Ich würde jetzt nicht unbedingt empfehlen, ohne Ausbildung am offenen Herzen zu operieren oder Hochspannungsleitungen zu reparieren, nur weil man gerade „im Flow“ ist. Aber im kreativen Bereich ist das Handeln ohne Plan oft die einzige Rettung. Diese Podcast-Folge ist der lebende Beweis. Keine Wiederholungen, kein Abschweifen zu einem anderen Thema, wie gleiches Recht für alle, über das ich ewig lang reden könnte, aber nicht tue, keine Wiederholungen, aber ich bin im Tun.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass das, was man ohne Plan tut, erst einmal „Scheiße“ ist, liegt bei etwa 99 %. Aber das ist egal. Es geht nicht ums Ergebnis, sondern um den Prozess. Je öfter man es macht, desto besser wird es – theoretisch zumindest. Also: Hör auf zu grübeln, fang an zu handeln. Und fang am besten damit an, diesen Podcast zu abonnieren. Ganz ohne nachzudenken.

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