Robert Neuendorf entwirft Räume, die sich weigern, leise zu sein. Räume, die Farbe bekennen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Während öffentliche Räume zunehmend monochrom werden, setzt er auf Kontrast, Übertreibung und die Freude an der Form. Nicht aus Provokation, sondern aus Überzeugung. Für ihn ist Interior Design keine Stilfrage, sondern eine Haltung. „Form follows fun“ ist für ihn kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip und ein Gegenentwurf zum normierten White-Cube-Denken, das sich längst von den Galerien in die Städte, Läden und Alltagsräume ausgebreitet hat. Seine Arbeiten – vom Club über Gastronomie bis zum urbanen Raum – sind laut, bunt und manchmal unbequem. Sie schaffen Identität, Wiedererkennung und Gemeinschaft und stellen die Frage, warum wir uns eigentlich so sehr an Zurückhaltung gewöhnt haben.
In dieser Folge vom JUNG Talk sprechen wir mit Robert Neuendorf über Mut zur Farbe, Brutalismus, Memphis und darüber, warum Räume nie fertig sind.