Eine Sendung von Birgit Reuther, zu Gast: Miu (Musikerin; Pro Musik) und Johannes Everke (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft)
Keine Kreativität ohne Kollaps? Musikerinnen und Musiker schlagen verstärkt Alarm, dass ihr Schaffen zunehmend von Erschöpfung und Existenzängsten geprägt ist. Für den Nachtclub Überpop ein Anlass, noch einmal genauer auf die Bedingungen zu schauen, unter denen Popkultur entsteht.
Trotz des Dauerthemas der minimalen Streaming-Erlöse, trotz wachsender Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz und trotz der Kostenexplosionen im Live-Sektor hält sich hartnäckig das Versprechen von individuellem Erfolg durch Selbstoptimierung. Im Sinne von: Du kannst es schaffen, du musst nur härter arbeiten, besser musizieren, mehr posten. Die Musikerin Miu sagt allerdings ganz klar: "Kunst ist kein Nebenprodukt von Selbstausbeutung."
Die Popkünstlerin setzt sich mit dem Verband Pro Musik für Artists in der Branche ein. Sie fordert faire Vergütung, verlässliche Infrastruktur und kulturpolitische Verantwortung. Miu ist ebenso zu Gast beim Nachtclub Überpop wie Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV, des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft. Mit Moderatorin Birgit Reuther alias Biggy Pop reden sie in der Sendung über die aktuelle Lage in der Musikbranche - und über Lösungen, wie sich Bedingungen verbessern und Artists unterstützen lassen.
Sie sprechen über die Bereiche Live- und Recorded Music, über die Monopolisierung von Marktmächten und den Erhalt von Vielfalt, über Verbandsarbeit und kulturpolitische Forderungen - und über die Wertschätzung von Artists jenseits von Streaming- und Presave-Daten, Follower- und Vorverkaufszahlen.
Miu sagt: "Es muss in Ordnung sein, dass eine Band oder ein Künstler vor 200, 300 Leuten spielt - und das muss irgendwie funktionieren. Nicht jeder muss der nächste Herbert Grönemeyer sein." Johannes Everke betont die Bedeutung der Live-Kultur, um "Gemeinschaftsgefühl, Identifikation, Identitätsbildung und Nähe zwischen Fans, Künstlerinnen und Künstlern" herzustellen.
(00:00:00) Intro
(02:28) Rock & Roll
(14:10) Easy
(26:43) Running Up That Hill (A Deal with God)
(34:40) Crying at the Soundcheck
(54:32) The Revolution Will Not Be Televised