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    Between The Lines: Pop und Mikrotonalität

    08.05.2026 | 1 Std. 1 Min.
    Als vor ein paar Wochen das kanadische Avant-Rock Duo Angine De Poitrine viral ging, waren es nicht nur die gepunkteten Kostüme und die langen Nasen, die für Diskussionen in den Chats der Musik-Kanäle auf der ganzen Welt sorgten. Auf dem Griffbrett des Gitarristen befinden sich 24 statt 12 Bünde, so enthalten die die Riffs der Band Viertelton-Intervalle - das kam in der Popmusik bislang kaum oder selten vor, auch wenn in den Tonsystemen der arabischen und indischen Musik seit jeher 24 oder mehr Noten zu finden sind. Das Zauberwort, das Angine De Poitrine an die Pop-Oberfläche geholt haben heißt: Mikrotonalität.

    Genau damit beschäftigt sich der Gast der heutigen Überpop-Ausgabe seit Jahren intensiv: Rami Olsen war Dozent der HfMT Hamburg für das Microtonal Ensemble, Korrepetitor des internationalen "Chor zur Welt" an der Elbphilharmonie und macht gerade den Doktor zur Frage wie mikrotonale Musik als Metapher benutzt werden kann um auch in nicht musikalischen Belangen systemischen Wandel zu katalysieren. Arbeitstitel: "Hear Between the Lines: Microtonality as a Practice of System Change".
    Auf seinem Debütalbum "Radical Tenderness", verschmelzen okzidentale Harmonien mit orientalischen Intervallen. Mit speziell angefertigten Gitarren mit austauschbaren Griffbrettern und harmonischer Mikrotonalität erschließt Rami Olsen neue, utopisch anmutende Klangräume. Mit ihm taucht Goetz Steeger in den mikrotonalen Kosmos ein, dabei spielen bei Weitem nicht nur die Töne eine Rolle, es geht ums Ganze: Mikrotonalität als Beschleuniger für einen Systemwandel!

    (00:00:00) Intro
    (01:37) Sarniezz
    (17:30) Ailawah
    (22:58) 3 Quarter Tone Pieces 2. Allegro
    (31:55) Match
    (40:26) Observans i Ultrarapid
    (46:25) Radical Tenderness
    (52:59) Toffee
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    Feindbild Frau - Warum der Hass auf Frauen die Demokratie bedroht

    10.04.2026 | 57 Min.
    Gewalt gegen Frauen ist alltägliche Realität: körperlich, psychisch und digital. Sichtbar wird sie meist erst dann, wenn Betroffene den mutigen Schritt in die Öffentlichkeit wagen. Der Fall Collien Fernandes zeigt, wie hoch der Preis dafür ist. Während viele sich mit ihr solidarisieren, eskaliert parallel die digitale Hetze – so massiv, dass selbst das ZDF über Ostern die Kommentarfunktion unter einem Traumschiff‑Post deaktivieren musste.
    In ihrem neuen Buch "Feindbild Frau" analysiert Autorin Ingrid Brodnig, wie gezielte Online‑Angriffe funktionieren, warum Frauen aus der Öffentlichkeit gedrängt werden sollen und welche Folgen das für unsere demokratische Kultur hat. Im Gespräch beleuchten Siri Keil und Ingrid Brodnig, die Mechanismen hinter dieser Form von Gewalt – und welche Strategien helfen können, ihr wirksam entgegenzutreten. Die passende Musik dazu hat Ingrid Brodnig ausgesucht.
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    Come As You Are - Musik als Raum für Begegnung

    27.03.2026 | 58 Min.
    Die Sessions bei denen Menschen unterschiedlicher Herkunft ihre Gemeinsamkeiten über die Musik entdecken und in denen mit Grooves und Patterns Brücken zwischen den Kulturen entstehen. Die Workshops und Band-Projekte bei denen Jugendliche lernen können, ihre Erlebnisse und Emotionen zu Pop-Songs oder Hip Hop Tracks zu verarbeiten; der Chor, in dem ukrainische Frauen durch gemeinsames Singen nicht nur Trost finden, sondern auch das lokale Publikum begeistern: Mit dem Kultur Macht Stark-Projekt in Mecklenburg Vorpommern, den Hamburger Welcome Sessions und dem Lübecker Chor Namysto stellt Goetz Steeger 3 interkulturelle Musikprojekte vor, die mit ihrer Arbeit Kollaboration, kulturelle Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

    (00:00:00) Intro
    (02:06) People
    (12:42) Radical Tenderness
    (18:01) Dizzzy
    (26:16) R.O.S.T.O.C.K.
    (30:50) Zurück Im Dachbodenstudio
    (33:34) FC PIO
    (37:31) Familia Hussein
    (41:11) Und Dann War Krieg
    (45:11) Unser Brief
    (45:25) Match
    (51:10) (Who Was The One To) Start The War
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    Bedingungen in der Musikbranche

    13.03.2026 | 57 Min.
    Eine Sendung von Birgit Reuther, zu Gast: Miu (Musikerin; Pro Musik) und Johannes Everke (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft)
    Keine Kreativität ohne Kollaps? Musikerinnen und Musiker schlagen verstärkt Alarm, dass ihr Schaffen zunehmend von Erschöpfung und Existenzängsten geprägt ist. Für den Nachtclub Überpop ein Anlass, noch einmal genauer auf die Bedingungen zu schauen, unter denen Popkultur entsteht.
    Trotz des Dauerthemas der minimalen Streaming-Erlöse, trotz wachsender Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz und trotz der Kostenexplosionen im Live-Sektor hält sich hartnäckig das Versprechen von individuellem Erfolg durch Selbstoptimierung. Im Sinne von: Du kannst es schaffen, du musst nur härter arbeiten, besser musizieren, mehr posten. Die Musikerin Miu sagt allerdings ganz klar: "Kunst ist kein Nebenprodukt von Selbstausbeutung."

    Die Popkünstlerin setzt sich mit dem Verband Pro Musik für Artists in der Branche ein. Sie fordert faire Vergütung, verlässliche Infrastruktur und kulturpolitische Verantwortung. Miu ist ebenso zu Gast beim Nachtclub Überpop wie Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV, des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft. Mit Moderatorin Birgit Reuther alias Biggy Pop reden sie in der Sendung über die aktuelle Lage in der Musikbranche - und über Lösungen, wie sich Bedingungen verbessern und Artists unterstützen lassen.
    Sie sprechen über die Bereiche Live- und Recorded Music, über die Monopolisierung von Marktmächten und den Erhalt von Vielfalt, über Verbandsarbeit und kulturpolitische Forderungen - und über die Wertschätzung von Artists jenseits von Streaming- und Presave-Daten, Follower- und Vorverkaufszahlen.
    Miu sagt: "Es muss in Ordnung sein, dass eine Band oder ein Künstler vor 200, 300 Leuten spielt - und das muss irgendwie funktionieren. Nicht jeder muss der nächste Herbert Grönemeyer sein." Johannes Everke betont die Bedeutung der Live-Kultur, um "Gemeinschaftsgefühl, Identifikation, Identitätsbildung und Nähe zwischen Fans, Künstlerinnen und Künstlern" herzustellen.

    (00:00:00) Intro
    (02:28) Rock & Roll
    (14:10) Easy
    (26:43) Running Up That Hill (A Deal with God)
    (34:40) Crying at the Soundcheck
    (54:32) The Revolution Will Not Be Televised
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    My Song, My Voice - My Choice?

    30.01.2026 | 57 Min.
    KI machte es möglich: Tribute-Songs für den rechtsextremen Influencer Charlie Kirk tauchten kurz nach dessen Ermordung u.a. auf Youtube auf und wurden millionenfach gestreamt. Gesungen wurden diese Fake-Tributes von den gefälschten Stimmen Ed Sheerans, Adeles oder Eminems. Ist das eine neue Dimension des Kulturkampfes in der Stars und deren Fans zum Spielball von politischer Propaganda geraten? Woran liegt es, dass von Künstlern wie Ed Sheeran kaum eine Reaktion auf den Missbrauch ihrer Stimmen zu vernehmen ist? Kursiert im Pop womöglich die Angst, den us-amerikanischen Markt zu verlieren, wenn man sich mit Trump und Co. anlegt?
    Sabrina Carpenter scheint davon zumindest nicht befallen zu sein: "Benutzen sie niemals meine Musik für ihre unmenschliche Agenda", teilte sie der Einwanderungsbehörde ICE mit, als die ihren Song "Juno" für einen Clip benutzte, der zeigt, wie Menschen gewaltsam auf offener Straße festgenommen werden. Der Missbrauch von Musik hat aber eine viel längere Tradition: Von den Nazis entstellte Volkslieder, der zur Wahlpropaganda umfunktionierte Pop-Hit oder die Dauerschleife von Metallica oder AC/DC-Riffs als Folter in Guantanamo. Doch durch KI und andere Entwicklungen scheinen Vereinnahmung und Missbrauch von Popkultur immer gängiger zu werden.
    Wie können Künstler*innen sich dagegen zur Wehr setzen? Ist durch KI eine Art Grauzone entstanden, bei der sich unumstößlich geglaubte Gegebenheiten wie der Schutz von geistigem Eigentum oder Identität sich in der Weite des digitalen Raumes auflösen? Über diese und andere Fragen sprach Goetz Steeger mit: Jenni Zylka - Schriftstellerin und Journalistin, Robert Rotifer - Journalist und Musiker und Matthies van Eendenburg - Rechtsanwalt, der Kunstschaffende und Medienunternehmen vertritt.

    (00:00:00) Intro
    (01:19) What Have They Done To My Song, Ma
    (11:45) Jolene
    (19:45) Juno
    (24:20) All American Bitch
    (28:14) Die Alten Lieder
    (31:52) Bella Ciao
    (36:12) Life Is Life
    (38:13) Leben Heißt Leben
    (39:36) Bombtrack
    (41:55) Torturin James Het Eld
    (48:02) Born In The USA
    (53:46) The Universal

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