Im Musiksalon beleuchten wir jene Punkte des Geschehens, an denen die Handlung szenisch und/oder musikalisch entscheidende Impulse erhält, sich dreht oder verdichtet. Mit dem Gewittersturm am Beginn der „Walküre“ führt uns Wagner in die Menschenwelt, die von den mythischen Göttern und Dämonen beherrscht und geprägt wird. Wir erleben, wie sich das von Wotan gezeugte Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde ineinander verliebt, wie „Göttermutter“ Fricka im Zorn ihren Gatten Wotan davon überzeugt, dass er damit eine rote Linie überschritten hat, die zum Untergang der Götter führen muss – und wie Wotan seine Lieblings-Walküre Brünnhilde, die er mit der alleswissenden Urmutter Erda gezeugt hat, davon abzubringen versucht, seinen eigenen Wunsch in die Tat umzusetzen – Brünnhilde aber folgt dem Gebot der Liebe und wird von ihrem Vater für diesen Ungehorsam bestraft; und doch begreifen wir: Am Ende wird das Herrschaftsgebäude, das auf Lug und Betrug gebaut ist, nicht standhalten.
Die Musikbeispiele in Folge II liefert die erste Stereo-Gesamtaufnahme der „Walküre“, die 1961 unter Erich Leinsdorfs Leitung in London im Studio entstanden ist (RCA).
Zu hören sind:
Siegmund: Jon Vickers, Sieglinde: Gré Brouwenstijn, Wotan: George London, Brünnhilde: Birgit Nilsson und Fricka: Rita Gorr.