Hans Melzer prägte über zwei Jahrzehnte als Bundestrainer eine der erfolgreichsten Phasen der deutschen Vielseitigkeit. Zwischen 2001 und 2021 gewann das deutsche Team unter seiner Ägide 33 Medaillen bei internationalen Championaten, darunter achtmal olympisches Edelmetall – sechsmal davon in Gold. Auch heute, einige Jahre nach seinem Abschied aus dem Amt, brennt er weiter für den Sport: In Luhmühlen, dem Mekka der deutschen Vielseitigkeit, gibt er Springgeländetraining, bildet junge Pferde aus und begleitet unerfahrene Reiterinnen und Reiter auf ihrem Weg in den Sport.
Im Gespräch mit Christian Kröber lässt Hans seine Laufbahn Revue passieren – vom BWL-Studium in Paderborn über die Ausbildungsstationen bei Ottokar Pohlmann in München, in Warendorf und Vechta bis nach Luhmühlen. Er erzählt von der besonderen Partnerschaft mit Co-Bundestrainer Chris Bartle, von der bitteren Niederlage in Athen 2004 und dem späten Triumph in Hongkong 2008, bei dem beide damals aberkannten Goldmedaillen zurück nach Deutschland kamen. Er spricht darüber, was Reiterinnen und Reiter wie Michael Jung, Sandra Auffarth, Julia Krajewski oder Ingrid Klimke auszeichnet, warum regelmäßiges Training für ihn die beste Sicherheitsbasis im Sport ist und weshalb die selbstständige Ausbildung eines jungen Pferdes bis zur Championatsreife die Stärke des deutschen Systems ist.
Ein inspirierendes Gespräch voller Pferdeverstand und Leidenschaft – über Erfolge, Rückschläge, die Kunst des Loslassens und die Begeisterung eines Trainers, der bis heute jeden Tag im Sattel sitzt.