Knapp hundert Kilometer Wasser, quer durch Schleswig-Holstein, von der Nordsee in die Ostsee — und bis heute die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Aber warum gräbt sich ein ganzes Kaiserreich überhaupt so einen gewaltigen Graben durchs Land? Und für wen eigentlich?
In Teil 1 unserer Doppelfolge reisen Cris und Jan zurück ins Jahr 1887, an die Seite eines fast neunzigjährigen Kaisers mit einem Spaten in der Hand. Von den Wikingern, die ihre Boote über Land schleiften, über den tapferen kleinen Eiderkanal, Bismarcks eiskalte Flottenlogik und Moltkes spöttische Rede dagegen — bis zur größten Baustelle des Nordens: fast 9.000 Arbeiter, 80 Millionen Kubikmeter Erde, Baracken unter militärischer Leitung, ein Streik, die Cholera vor den Toren und ein zerbrochener Spaten als böses Omen.
Am Ende steht ein Triumph: das große Eröffnungsfest von 1895, Kriegsschiffe aus vierzehn Nationen, der erste Dokumentarfilm der deutschen Geschichte — und eine Kapelle, die der Türkei aus Verlegenheit „Guter Mond, du gehst so stille" vorspielt. Doch über dem Triumph liegt schon ein Schatten. Denn weit weg, in England, beginnt gerade etwas, das diesen funkelnagelneuen Kanal schon in zehn Jahren zu klein machen wird …
Eine Geschichte über große Träume, militärische Logik, viele tausend Menschen in den Baracken — und die Sektsteuer, die es bis heute gibt. Teil 2 (mit Jan) folgt in der kommenden Woche.
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