#34 Ritter oder Mönche - Was ist der Deutsche Orden?
Mit Jürgen Sarnowsky:Warum der geistliche Ritterorden 4000 Kilometer von seinem Gründungsort im Heiligen Land entfernt an der Ostseeküste seine neue Heimat fand, und wie daraus das Herzogtum Preußen entstand, das besprechen wir heute.
Der Deutsche Orden wurde 1190 im heutigen Israel in der Hafenstadt Akkon gegründet. Kaufleute aus Bremen und Lübeck wollten Pilgern Schutz, Unterkunft und vor allem Krankenversorgung bieten. Das war in der Zeit des dritten Kreuzzuges, bei dem Barbarossa schon auf dem Hinweg ums Leben gekommen war. Wir haben in der Folge #24 zu Richard Löwenherz über diesen dritten Kreuzzug gesprochen. Für die deutschen Kreuzfahrer war er ein Desaster. Die übriggebliebenen Deutschen, die es nach Palästina geschafft hatten, belagerten die Hafenstadt Akkon und brauchten diese medizinische Unterstützung dringend. Erst als der englische und der französische König eintrafen, wurde Akkon erobert.
Und aus dieser Keimzelle, eines Hospitals vor den Toren der belagerten Stadt, wurde ziemlich schnell eine große Organisation. Denn einerseits stifteten viele Menschen aus der Heimat an den Deutschen Orden um den Kreuzzug und die Versorgung der Pilger zu unterstützen, und andererseits gab es auch viele junge Männer, die sich dem Orden anschlossen.
1226 wurde der Deutsche Orden von Palästina an die Ostsee gerufen, um die heidnischen Prussen zu christianisieren. Mit einem jahrelangen Kreuzzug entlang der Ostseeküste unterwarf der deutsche Orden die Prussen und missionierte sie. 1309 verlegte der Hochmeister des Deutschen Ordens seinen Sitz von Venedig in die Marienburg bei Danzig. Er war der Regierungschef des Deutschordensstaates Preußen. Aber: Was war der Deutsche Orden überhaupt? Ritter oder Mönche. Und warum waren sie an so weit voneinander entfernten Orten gleichzeitig aktiv?
Darüber spreche ich mit Jürgen Sarnowsky, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Hamburg.
Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier:
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#33 Rudolf von Habsburg
Mit Martin Kaufhold:Rudolf von Habsburg dachte hielt die Nachricht für einen Scherz. Er war ein Graf von regionaler Bedeutung. Seine Familie stammte aus der heutigen Nordschweiz. Rudolf belagerte gerade Basel, da erreichte ihn im Feldlager nachts die Nachricht: Die Kurfürsten wollten ihn zum König wählen. Nach einem Vierteljahrhundert ohne einen allseits akzeptierten Herrscher, einigten sich die Kurfürsten im Jahr 1273 auf diesen „armen Grafen“. Rudolf war so überrascht, dass er es selbst kaum glauben wollte. Wahrscheinlich haben sie gedacht, mit ihm als König hätte niemand etwas zu befürchten.
Wir sind im Jahr 1273. Das Hochmittelalter mit den mächtigen Kaisern des Heiligen Römischen Reiches war vorbei. Die Päpste hatten den Machtkampf gewonnen. Der letzte Staufer Konradin war auf dem Marktplatz von Neapel enthauptet worden. Die sieben deutschen Kurfürsten sollten einen neuen König zu küren. Doch das klappte nicht: Fast ein Viertaljahrhundert lang, konnten sie sich nicht einigen. 1273 war es so weit. Sie votierten für Rudolf von Habsburg.
Doch sollten sie ihn tatsächlich für schwach gehalten haben, dann haben sie sich gründlich verschätzt. Während seiner Könisgherrschaft sorgte Rudolf für den Aufstieg der Habsburger in Österreich und der Steiermark.
Über den konsequenten Machtausbau des Aufsteigers spreche ich mit Martin Kaufhold, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg.
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#32 Die Schlacht von Worringen - Der Freiheitskampf der Kölner
Mit Willem Fromm: Jetzt betritt einen neue Gesellschaftsschicht die Bühne unserer Geschichte. Bisher haben wir über Kaiser, Könige, Päpste, Bischöfe und Herzöge gesprochen. In der Mitte des 13. Jahrhunderts, haben Menschen wie Du und ich Premiere: Die Bürger.
Durch den Wirtschaftsboom im Hochmittelalter und der damals neuen Geldwirtschaft wurden die Kaufleute und Handwerker in Köln so reich, dass sie alleine das Sagen in der Stadt haben wollten. Ohne ihren Landesherren, den Erzbischof.
Die Bürger dieser einzigen deutschen Großstadt im Mittelalter mit schätzungsweise 40.000 Einwohnern drangen auf Selbstverwaltung. Die Bürgerschaft bestand aus zwei großen Machtblöcken: Den Zünften der Handwerker und den Patriziern. Die Patrizier waren reiche Kaufleute, die in der "Richerzeche", der Bruderschaft der Reichen, organisiert waren.
Über den Freiheitskampf der Kölner Bürger und das Leben in der größten deutschen Stadt des Mittelalters spreche ich mit dem Podcaster Willem Fromm.
Seine Reisetipps und "Lümmelfotos" findet Ihr hier:
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Zu Willems Podcast "Eine Geschichte der Stadt Köln" gehts hier lang:
https://open.spotify.com/show/6kk7THL3rdJAmWU4Nj3jPV?si=8150896ee2274688
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53:28
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#31 Der Kölner Dom - Wer war Meister Gerhard?
Mit Barbara Schock-Werner:Der Kölner Dom war ein Jahrtausendprojekt im politischen Chaos. Mitten im Interregnum, der herrscherlosen Zeit, wollten die Kölner das größte Gebäude der Christenheit bauen.
In Frankreich war ein Baustil in Mode gekommen, der das Prinzip der dicken dunklen Wände durch eine neuartige Architektur ersetzte. Wändflächen bestanden jetzt aus großdimensionierten Fenstern, die den Kirchenraum in buntes Licht tauchten. Die Spitzbogenarchitektur verbesserte die Statik und gab den Baumeistern die Freiheit, die Gesamtkonstruktion des Gotteshauses als Skelett aus Pfeilern, Streben und Spitzbögen zu bauen. Statt Außenwänden setzten sie bunte Fenster ein, die mit den Sonnenstrahlen spielen.
Am Beginn der Geschichte des Kölner Doms steht sein erster Dombaumeister: Meister Gerhard. Über sein Leben vor dem Kölner Dom weiß man so gut wie nichts. Höchstwahrscheinlich hat er in Frankreich die damals neuen gotischen Bauten gesehen. Vielleicht hat er auch bei dem Bau der Kathedrale von Amiens mitgearbeitet. Jedenfalls war er der Kopf hinter dem Jahrtausendprojekt.
Über die Genialität von Meister Gerhard, die Geheimnisse der Steinmetzbruderschaften und die Schwierigkeit des Bauens im Mittelalter spreche ich mit Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin von Köln.
Die Reisetipps der Vorsitzenden des Zentralen Dombauvereins findet Ihr hier:
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54:33
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#30 Die herrscherlose Zeit - Das Interregnum
Mit Martin Kaufhold:Der absolute Tiefpunkt des deutschen Mittelalters. Das nackte Chaos. Ein Kaiserreich ohne Kaiser. Der letzte glanzvolle Stauferkaiser Friedrich II. war 1245 vom Papst abgesetzt worden. 5 Jahre später starb Friedrich II. in Süditalien. Damit endete Folge #28.
Jetzt mussten die deutschen Fürsten einen neuen König wählen und konnten sich aber nicht einigen. 23 Jahre lang. Sie waren zu verstritten und haben es 23 Jahre nicht auf die Reihe gekriegt. Fast ein Vierteljahrhundert hatte das Deutsche Reich keinen Kaiser und keinen König, der wirklich was zu sagen hatte. „Interregnum“ also „Zwischenregierungszeit“ wird diese Periode genannt.
Keiner sorgte für Recht und Ordnung. Fehden brachen aus, Raubritter machten das Land unsicher. Eine Phase von Stagnation, Chaos und Anarchie.
Aber stimmt das wirklich? Oder muss man das anders sehen? Vielleicht gab es gar kein Machtvakuum? Vielleicht kam man ganz gut ohne einen König aus?
Darüber spreche ich heute mit Martin Kaufhold. Er ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg und hat das Standardwerk über das Interregnum geschrieben.
Seine Reisetipps und mher Infos findet Ihr unter
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Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.