609 Episoden
- Musik ohne Grenzen wird im ARD Radiofestival sonntags zu später Stunde an der "Hörbar" serviert. Ob Globale Musik, Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Neue Klassik oder Filmmusik - hier ist alles möglich, was gefällt und sich gut kombinieren lässt.
Eine Stunde mit handverlesenen Zutaten aus aller Welt, die musikalisch scheinbar weit Auseinanderliegendes ganz nah zusammenrücken lässt, Genregrenzen überwindet und zum entspannten Zuhören einlädt.
Ihr Barkeeper ist Martin Kersten (Musikauswahl & Moderation)
Eine Produktion von hr2-kultur - Claudio Monteverdi hat einst seine Musiker dazu eingeladen, über einen Basso continuo zu improvisieren. Das war Jahrhunderte vor der Erfindung der Jam Session.
Mit dem Jazz schließt sich also gewissermaßen ein Kreis, denn auch Barockmusiker wussten die Freiheiten der Musik zu nutzen, um zu variieren, auszuschmücken und über sich wiederholende Grundmuster zu improvisieren. Das ist die inhaltliche Brücke, über die ein Musiker wie Bernd Lhotzky geht mit seinem Projekt "Jazz goes Baroque". Ein Konzertmitschnitt aus der Berliner Philharmonie dokumentiert jetzt diesen Brückenschlag unter Beteiligung exzellenter Musiker wie Emile Parisien, Fréderic Couderc, Henning Sieverts und Eric Schaefer.
Die Aufnahme schlägt noch einen weiteren Bogen, nämlich den ins Jahr 1964, als ein gewisser George Gruntz ganz ähnliche Aufnahmen unter dem Motto "Jazz goes Baroque" machte. Der Produzent, damals wie heute: Siggi Loch, Chef des Jazzlabels ACT, das den europäischen Jazz der letzten Jahre maßgeblich mitgeprägt hat.
Das und mehr Musik grenzenlos gibt’s heute an der Hörbar. - Eine Türkin in Dänemark sorgt für Aufhorchen in der Weltmusik-Szene: "Sümbül", das Debütalbum von Hilal Kaya, ist aus dem Stand in die Top Ten der World Music Charts Europe und auch der Transglobal World Music Charts eingestiegen. Völlig zurecht!
Kaya und ihrem Team gelingt eine interessante Symbiose aus traditioneller anatolischer Musik und Elementen aus Rock, Jazz und Psychedelia.
"Für mich handelt dieses Album von Sehnsucht, Zugehörigkeit und der Verbindung zu den eigenen Wurzeln. Während wir der Musik ihre Freiheit gelassen haben, wollten wir zugleich die Magie und die Erinnerung Anatoliens in ihr bewahren", sagt Hilal Kaya selbst über ihr Debüt.
Das hören wir uns mal etwas genauer an in dieser Hörbar-Ausgabe.
Dazu gibt’s jede Menge weitere "Musik grenzenlos", zum Beispiel aus Irland, Frankreich, Finnland und Kuba. Enjoy! - Klassische Musik nicht nur hören, sondern mit dem ganzen Körper, mit allen Sinnen erleben: Das ist das erklärte Ziel des Arcis Saxophon Quartetts aus München.
Vor 17 Jahren gegründet, liebt es dieses Ensemble, Konzert- und CD-Programme zu entwickeln, die Experimentierfreude, grenzenlose Neugier und musikalische Meisterschaft unter einen Hut bringen. Dramaturgie, Klang- und Lichtdesign spielen dabei ebenso eine Rolle, wie begleitende Videos in den sozialen Netzwerken.
Mit dem neuen Album "Quirky Nightclub Chronicles" tauchen die Vier diesmal ein ins urbane Nachtleben, mit Tangos von Astor Piazzolla, diversen musikalischen Tapas von Marc Mellits und "Echoes of Live", den eher kontemplativen Nachtgedanken der jungen Komponistin Shuteen Erdenebaatar.
Dazu gibt’s an der Hörbar jede Menge weitere "Musik grenzenlos", u.a. mit Gitarrist Ralf Illenberger, dem Orchestra Baobab feat. Cheikh Lô und Neuem von einer interessanten Künstlerin und Band namens Karl die Große. - Wenn man "The Breakdown", Keb’ Mo’s neues Bluesalbum, nur oberflächlich hört, könnte man meinen: da singt ein rundum zufriedener, lebensweiser Mann im Herbst seiner Karriere voller Dankbarkeit von dem, was ein langes, glückliches Leben ihm geschenkt hat.
Die Wahrheit aber ist: Keb’Mo‘ hat zwei heftige Jahre hinter sich. Er ist dem Tod nur um Haaresbreite von der Schippe gesprungen und steht gleichzeitig vor den Trümmern einer langen Ehe. "The Breakdown" trifft es also nicht nur im metaphorischen Sinne ganz gut. Trotzdem: die Art und Weise, in der dieser feine, erfahrene Bluesman diese existenziellen Erfahrungen in seiner Musik verarbeitet, nötigt einem Respekt ab: besonnen, zurückgenommen und im Wesentlichen reduziert auf seine Gitarre und seine Stimme, hält der Musiker aus Nashville Rückschau auf sein Leben. Und er tut das mit der Weisheit und Gelassenheit eines Mannes, dem sehr bewusst ist, dass seine Restlaufzeit auf Erden begrenzt ist. Ein Blick in den Rückspiegel, ohne Groll und geprägt von der Dankbarkeit, all das erlebt zu haben. Beneidenswert…
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