Die algerisch-französische Sängerin Souad Massi legt mit "Zagate“ ein Album vor, das ihre geteilte Herkunft eindrucksvoll widerspiegelt: Der Titel spielt auf das algerische "ça se gâte" an - eine Lage, die sich zuspitzt.
Massi verwandelt die bedrohliche Szenerie um sie herum in kraftvolle Musik zwischen Auflehnung, Trost und innerer Ruhe. "Wie könnte ich so tun, als wäre alles in Ordnung?“, scheint sie uns sagen zu wollen und begehrt auf, ohne dabei die Sanftheit und Zerbrechlichkeit zu verraten, für die sie bekannt geworden ist. Im Titel "Samt“ zum Beispiel entfaltet sie über einem hypnotischen Afrobeat-Loop ihre suchende, leuchtende Stimme; "Tiri“ und "Congo Connection“ schlagen ähnliche Brücken zwischen persönlicher Reflexion und globalen Klangfarben. Das Album entstand überwiegend in Großbritannien und versammelt eine vielseitige Band um Gitarrist und Produzent Justin Adams.
Vielseitig und breit ist auch das Panorama dieser Sendung: Mia Brentano steuert poetische Klavierstimmungen bei, Tribeqa liefert erdigen Groove, Handpan-Virtuose Manu Delago fein gewobene Klangtexturen. Dazu kommen die Temperamentfülle von Salsa Celtica, ein cineastischer Abstecher mit Trio Bravo+, und Philipp Wisser mit einem frischen Jazz-Impuls zum Schluss.