1337 Episoden
- Der Prophet Jona aus dem Alten Testament ist für mich ein ambivalenter Charakter. Er erhält einen konkreten Auftrag von Gott: »Geh nach Osten, nach Ninive!« (Jona 1,2). Doch was tut er? Er geht nach Westen, bucht eine »Kreuzfahrt« und haut ab. Gott ist jedoch nicht fertig mit ihm: Er befiehlt dem Wind, und die Naturelemente setzen sich gehorsam in Bewegung. Sie tun das, was Gott will. Sie wühlen das Meer auf und bringen das Schiff, auf dem Jona vor Gott zu fliehen gedenkt, in Seenot. Als Jona dann ins Meer geworfen wird, weil er Schuld an diesen Widrigkeiten trägt, ist der Sturm auf Gottes Wink hin auf einen Schlag gestillt. Dann ordert Gott einen großen Fisch, der Jona weisungsgemäß verschluckt und drei Tage später an einer ganz bestimmten Stelle ausspuckt – wieder auf den Befehl Gottes.
Es ist erstaunlich: Die ganze Schöpfung – belebt oder unbelebt – folgt gehorsam den Anordnungen Gottes, nur nicht der Mensch Jona. Der Mensch ist der einzige Teil der Schöpfung, der sich aktiv Gott widersetzt. Dass er damit auf lange Sicht keinen Erfolg haben wird, ist klar. Denn unsere Kraft ist klein und endlich, Gott hingegen ist allmächtig.
Was sind nun unsere Optionen? Wir sehen an Jona, wohin es führt, wenn wir uns Gott widersetzen: Es bringt unsere Mitmenschen in Gefahr und führt uns in die Katastrophe. Doch es gibt einen Ausweg, und hier ist Jona wieder Vorbild. Im Bauch des Fisches erkennt er, dass Gott es immer noch gut mit ihm meint. Gott will den widerspenstigen Jona nicht vernichten, sondern retten. Und so unterwirft sich Jona der gütigen Hand Gottes.
Wie bei Jona steckt in den Krisen, in die wir durch unseren Eigenwillen geraten, die Chance, zu Gott umzukehren und ihm zu gehorchen.
Markus Majonica
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Weitere Informationen zu »Leben ist mehr« erhalten Sie unter www.lebenistmehr.de - Stellen Sie sich vor: Sie spazieren im Winter durch die Weinhänge an der Mosel, es ist -7 °C kalt. Plötzlich stellen Sie bei einem Weinberg verwundert fest: Hier wurde noch gar nicht geerntet! Wie kann das sein? Nun, der Winzer hat diese Beeren nicht etwa vergessen. Er hat sie sogar in voller Absicht hängen lassen! Die reifen Beeren, die sonst in der warmen Sonne erstrahlen, müssen von der Kälte übermannt werden und gefrieren. Wird der Moment der Durchfrostung erreicht, werden sie in einem engen Zeitfenster sorgfältig von Hand gelesen. Beim anschließenden Pressen trennt sich das gefrorene Wasser als Eis vom konzentrierten, zuckrigen Saft, der später zu einem edlen, süßen Wein wird: dem Eiswein.
In der Herstellung des Eisweins liegt eine tiefgreifende Wahrheit: Was wie ein Ende erscheint – das Gefrieren der Beeren – bereitet den Weg für etwas sehr Kostbares, das sonst gar nicht entstehen könnte. Genauso ist es auch, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, Jesus sein Leben anzuvertrauen. Es bedeutet nämlich das Ende des eigenen Ichs: Wer mit Jesus leben will, der muss ihm freie Hand lassen. Das kann durchaus ein schmerzhafter Prozess sein. Ziele und Glaubenssätze, die man bisher mit Feuereifer vertrat, müssen aufgegeben werden. Das Leben, wie es bisher war, ändert sich. Etwas stirbt. Das Alte ist vergangen. Das lässt sich nicht beschönigen.
Doch man kann auch die andere Seite in Augenschein nehmen, die der Tagesvers beleuchtet: Wer Jesus das eigene Leben anvertraut, der erlebt etwas Neues. Eine ungeahnte Qualität des Seins. Jesus verspricht: »Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben« (Johannes 10,10). Wer also das Wagnis eingeht, sein altes Leben loszulassen, der wird nicht enttäuscht werden.
Jacob Ameis
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Weitere Informationen zu »Leben ist mehr« erhalten Sie unter www.lebenistmehr.de - Die international bekannteste Weinlage Deutschlands ist unzweifelhaft der Scharzhofberg in Wiltingen an der Saar. Ein Scharzhofberger Riesling ist eine echte Perle: Ein Liebhaber war unlängst bereit, für eine 0,375-Liter-Flasche Trockenbeerenauslese dieser Lage vom Winzer Egon Müller 16.100 Euro zu bezahlen, wodurch jener zum teuersten Riesling der Welt aufstieg. Die wenigen Milliliter konzentrierten Genusses hat der Käufer sich ordentlich etwas kosten lassen – ähnlich wie der Kaufmann, von dem im Tagesvers die Rede ist. Der war sogar bereit, seinen gesamten Besitz für eine winzige Perle zu verkaufen.
Damit ist er eine Metapher für Jesus, der infolge seiner Menschwerdung alles aufgab, was er im Himmel an Vorrechten genossen hatte. Auf der Erde war er dann bereit, mitten in den besten Jahren freiwillig eines blutigen Todes zu sterben – der gesamten Menschheit zugute. Er erkaufte für den teuersten Preis, den es geben kann, restlose Sündenvergebung für jeden, der sie annehmen möchte. Dieser Preis war sein Blut. Es war das Blut eines Reinen, eines Vollkommenen. Es allein hat die Macht, Sünden wegzuwaschen. Jesus war bereit, das Wertvollste zu geben, um das Teuerste zu bekommen. Weit mehr noch als der Rieslingliebhaber oder der Kaufmann aus dem Tagesvers. Und was ist das Teuerste? Sie und ich. Uns wollte er mit seinem Blut reinwaschen, um uns mit in den Himmel nehmen zu können.
Doch anders als Riesling oder Perle können wir uns dem hohen Preis auch verweigern. Es ist an uns, auf Jesu Angebot aktiv zu reagieren, er kauft uns nicht gegen unseren Willen. Haben wir einmal verstanden, dass er einen horrenden Preis für uns bezahlt hat, so ist es zwingend nötig, dass wir persönlich Ja dazu sagen.
Jacob Ameis
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Weitere Informationen zu »Leben ist mehr« erhalten Sie unter www.lebenistmehr.de - Weine vom Ätna sind dank ihrer charakteristischen Aromen weltweit begehrt. Aber der Weinbau in dieser Gegend birgt auch so manche Tücken, die ein Winzer in Kauf nehmen muss. Dennoch ist Eduardo Torres Acosta, ein Spanier, extra nach Sizilien umgezogen, um das besondere Potenzial der Ätnalagen heben zu können. Er ist bereit, die besondere Mühe des Weinbaus an einem aktiven Vulkan auf sich zu nehmen: Regelmäßig werden Weinberge versengt oder gar von Lava gänzlich verschüttet. Doch dieses Risiko geht er ein – weil er die hervorragenden Weine vor Augen hat, die aus den Vulkanlagen gewonnen werden können.
In der Bibel wird der Weinberg oft als Metapher für Gottes Volk verwendet, so z. B. in Jesaja 5,7: »Denn der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von Juda sind die Pflanzung seines Ergötzens«. Auch im Neuen Testament benutzt Jesus den Weinbau mehrfach als Illustration, bezeichnet sogar Gott, seinen Vater, als Winzer. Immer wird dabei deutlich, dass mit der Arbeit im Weinberg enorm viel Mühe verbunden ist (auch ganz ohne Vulkan) – der Tagesvers nennt nur ein paar der anfallenden Arbeiten.
Die Tatsache, dass Gott den Weinbau so oft als Illustration nimmt, zeigt, welchen Wert die Menschen für ihn haben. Wie ein Winzer ist er bereit, extrem viel Mühe zu investieren – sein Sohn ist extra vom Himmel auf die Erde umgezogen –, weil es sein Wunsch ist, die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Erst dann können sie ihr ursprüngliches göttliches Potenzial entfalten. Jesus litt am Kreuz, um uns »genießen« zu können: »Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen.« (Jesaja 53,11) Aus seiner großen Liebe heraus hat er unvorstellbare Mühen auf sich genommen.
Jacob Ameis
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Weitere Informationen zu »Leben ist mehr« erhalten Sie unter www.lebenistmehr.de - An den Hängen der Saar finden sich teils sehr alte Rebstöcke, die bei fachmännischer Bewirtschaftung international beachtete Spitzenweine hervorbringen. Eine dieser extrem steilen Weinlagen (75 % Neigung!) wartet mit über 120 Jahre alten wurzelechten Rebstöcken auf. Der Spitzenwinzer Roman Niewodniczanski vom renommierten Weingut Van Volxem erklärt, dass Ende des 19. Jahrhunderts Weinbauern dieser Lage den Namen »Gottesfuß« verliehen, weil sie so überwältigt von ihrem Potenzial waren. Gott selbst musste seinen Fußabdruck auf diesem Fleckchen Erde hinterlassen haben – anders konnte es nicht angehen, dass die Rebstöcke dem Boden einen so himmlischen Wein abringen konnten.
Und wie recht hatten sie! Der große Gott zeigt seine grenzenlose Kreativität und Finesse in allen möglichen Details seiner Schöpfung – so auch an dieser Stelle. Der Tagesvers sagt, dass er das nicht allein deshalb tut, um seine Genialität zu demonstrieren, sondern auch, damit die Menschen angesichts der Schöpfungsreichtümer unvermeidlich zu dem Schluss gelangen, dass jemand, größer als sie selbst, dahintersteckt. Die früheren Winzer hatten anscheinend keine Schwierigkeit damit, dies anzuerkennen. Und der besagte Niewodniczanski entschied sich dazu, das Kreuz am Gipfel seines Weinberges zu restaurieren, um den Namen »Gottesfuß« auch symbolisch weiterhin zu würdigen.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Wälder, Blumen und Berge ansehen, Gemüse, Obst, Wein usw. genießen? Das Mindeste, was Sie tun können, ist, dem Schöpfer dieser wunderbaren Dinge Ihren Respekt und Dank zu zollen. Und damit nicht genug: Er wünscht sich noch viel mehr als nur Bewunderung. Das Kreuz als Symbol erinnert uns daran, dass der Sohn Gottes starb, um uns Gemeinschaft mit ihm zu ermöglichen.
Jacob Ameis
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Über Leben ist mehr
»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das an jedem Tag des Jahres. »LEBEN IST MEHR« hat ein individuelles Konzept und nimmt Stellung zu wichtigen Lebensbereichen wie Ehe, Familie, Gott, Christsein, Krisen, Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Zukunft, u.v.a. »LEBEN IST MEHR« möchte Mut machen, ein echtes und erfülltes Leben zu entdecken. »LEBEN IST MEHR« gibt es schon seit 1999, sämtliche Beiträge aller Jahrgänge sind online verfügbar.
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