Leben ist mehr

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    Knastgeschichten (3) – Kalle

    11.03.2026 | 4 Min.
    »Dieses Mal werde ich es schaffen. Draußen habe ich Arbeit, kann bei meinem Kumpel einziehen und fühle ich mich stabiler als beim letzten Mal.« Ich erinnere mich noch gut an dieses Gespräch mit – nennen wir ihn Kalle. Innerhalb von zehn Jahren hatte ich ihn dreimal kommen und gehen sehen. Eine typische Knastkarriere. Berufserfahrung als »Mitternachtsschlosser« habe er gesammelt, so äußerte er lächelnd. Kleinere und größere Delikte hatten ihm schon viele Jahre in Haft eingebracht. Nun stand also wieder einmal eine Entlassung an. Aber dieses Mal sollte alles anders werden. Keine krummen Dinger mehr. Meine Frage an ihn: »Kalle, warum sollte es sich dieses Mal für dich viel besser entwickeln, wenn du dich nicht geändert hast?«
    Es hatte bei ihm innerlich nicht »Klick« gemacht. Er hatte nicht verstanden, dass er Hilfe brauchte, um sein Leben wirklich grundlegend zu ändern. Und zwar Hilfe, die ihm auch Verbote und Einschränkungen auferlegte, um ihn vor sich selbst zu schützen. Aber Kalle wollte niemanden, der ihm irgendetwas vorschrieb. Wo würde seine Reise wohl enden? Schnell schüttelt man den Kopf über solche Leute wie Kalle. Warum macht er keine Therapie, die ihn zwar einschränken, ihm aber auch wirklich helfen würde?
    Aber sind wir nicht manchmal ähnlich unterwegs? Wir scheitern immer wieder an den gleichen Dingen. An unseren Lieblingssünden und schlechten Gewohnheiten. Immer wieder das Gleiche, ein nicht enden wollender Kreislauf. Die Bibel ist drastisch in der Formulierung dieser Situation: Sie nennt uns »Sklaven der Sünde«. Ein Sklave tut willenlos das, was sein Herr fordert. Wir brauchen einen anderen Herrn, Jesus, und eine ehrliche und langfristige Unterordnung unter seinen Willen, damit unser Leben gelingt.
    Thomas Bühne

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    Knastgeschichten (2) – Dustin

    10.03.2026 | 4 Min.
    »Ich habe mein Leben verpfuscht, bin ein körperliches und seelisches Wrack. Jahrelanger Heroin-Konsum hat mich entstellt, und ich habe keine Hoffnung, jemals von dem Zeug loszukommen. Auch wenn ich im Knast nicht mehr konsumiere, weiß ich genau, dass ich immer ein Süchtiger bleiben werde. Meine Frau hat sich kurz vor meiner Inhaftierung von mir getrennt, meiner Tochter habe ich erzählen lassen, ich wäre auf Montage im Ausland. Was soll ich vom Leben noch erwarten?«
    Dustin würde man wohl tatsächlich als hoffnungslosen Fall bezeichnen. Als wir ihm von Jesus erzählten, dem »Freund der Sünder«, der verlorene Menschen sucht, um sie zu retten, konnte er es nicht recht glauben. Jemand sollte ihn, der sich selbst einen Totalversager nennen würde, lieben? So oft gescheitert, Menschen verletzt, Chancen verpasst. Sollte Gott doch anders sein, als er ihn sich immer vorgestellt hatte? Wir lasen mit ihm die Geschichte vom Pharisäer und vom Zöllner im Tempel, aus der auch der heutige Tagesvers entnommen ist. Während Jesus den Hochmut und den Stolz des Pharisäers verurteilt, spricht er dem demütigen Zöllner Gerechtigkeit zu. Als er diese Geschichte hört, zittert Dustin am ganzen Körper, bricht in Schweiß aus. Diese Botschaft arbeitet an ihm. Zweifel, aber auch Hoffnung erfüllen den Raum. Als der Besuch endet, geht er nachdenklich zurück in seine Zelle. Rückblickend frage ich mich: Wie hat er sich entschieden? Ich weiß es nicht.
    Als Jesus gekreuzigt wurde, wurden zwei Männer mit ihm gekreuzigt. Sie waren zur Todesstrafe verurteilte Kriminelle. Einer lehnte Jesus ab, der andere gestand seine Schuld ein und glaubte an ihn. Mit einem verkorksten Leben, ohne guten Taten im Gepäck, wird ihm von Jesus die Gemeinschaft im Paradies versprochen.
    Thomas Bühne

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    Knastgeschichten (1) – Freund der Sünder

    09.03.2026 | 5 Min.
    Seit gut 20 Jahren bin ich als ehrenamtlicher Betreuer in verschiedenen Gefängnissen tätig und besuche inhaftierte Männer. Wir reden über »Gott und die Welt«. Geschichten von Scheitern und Aufstehen, Hoffnung und Zweifel, Reue und Stolz. Väter, die ihre Kinder nicht aufwachsen sehen, gescheiterte Beziehungen, abgebrochene Ausbildungen. Fremdbestimmt, unverstanden, abgestempelt. Schuldgefühle, Alltagssorgen, Zukunftsängste. In den nächsten Tagen möchte ich einige dieser Geschichten mit den Lesern teilen.
    Oftmals wird man ungläubig gefragt, warum man ausgerechnet die Täter besucht, ihnen Wertschätzung zeigt und ein offenes Ohr leiht. Hätten wir nicht mit der Betreuung der Opfer genug zu tun? Haben die »Knackis« es nicht anders verdient, als isoliert in den Zellen ihr Dasein zu fristen?
    Interessanterweise bekam Jesus ähnliche Dinge zu hören. Sein liebevoller Umgang mit Menschen vom Rand der Gesellschaft brachte ihm den Titel »Freund der Zöllner und Sünder« ein. Er wehrte sich nicht dagegen. War er nicht gerade für diejenigen gekommen, die ihn am meisten brauchten? Denen ihre Schuld bis zum Hals stand? Ja, solche gescheiterten Existenzen fanden bei Jesus Annahme. Unabhängig davon, ob sie selbst schuld an ihrem Elend waren oder ob das Leben ihnen einfach übel mitgespielt hatte.
    »Freund der Sünder« – was für ein Name! Als Beleidigung gedacht, birgt er doch so viel Hoffnung für jeden von uns. Ob verurteilter Straftäter oder vermeintlicher Saubermann: Wir alle haben einen »Freund der Sünder« nötig. Ob unsere Sünde für alle sichtbar ist oder ob wir sie verstecken können: Jesus ist gekommen, um Sünder zur Buße, zur Umkehr zu rufen!
    Thomas Bühne

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    Hedwig von Redern – Trost im Leid

    08.03.2026 | 4 Min.
    Die junge Tochter des preußischen Generalleutnants Herrmann von Redern hatte ein Leben voller Glück und Sonnenschein vor sich. Doch ihre Zukunftsträume zerbrachen jäh, als ihr geliebter Vater plötzlich verstarb. Die Familie hatte den Verlust noch nicht verkraftet, als kurze Zeit später ein Feuer im familieneigenen Gutshof ausbrach. Als die Flammen gelöscht waren und der Schaden begutachtet war, stand die traurige Wahrheit fest: Hedwigs Mutter konnte den jahrhundertelangen Familienbesitz nicht mehr halten und musste mit ihren Kindern in eine ärmliche Mietswohnung nach Berlin ziehen.
    Wegen dieser Schicksalsschläge begann Hedwig (* 23. April 1866), mit Gott zu hadern. »Ist das ein Gott der Liebe, der einem alles nimmt, wofür es sich zu leben lohnt?« Sie war erstaunt darüber, wie ganz anders ihre Mutter mit den neuen Lebensumständen zurechtkam. Diese fand Trost in dem Wissen, dass Gott ihr Leben lenkte. Schließlich ließ sich Hedwig überreden, an den Bibelstunden teilzunehmen, die ihre Mutter in Berlin besuchte. Und hier endlich fand sie selbst den Gott, den sie zwar seit ihrer Kindheit kannte, zu dem sie aber keine persönliche Beziehung hatte. »Musste Gott mich aus meinem irdischen Paradies vertreiben, um mir die ewige Heimat schenken zu können?«, fragte sie sich rückblickend.
    Von nun an half sie bei Kindergottesdiensten mit und schrieb christliche Gedichte, von denen viele vertont und sehr bekannt wurden. Eines ihrer schönsten Lieder beginnt mit den Worten: »Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl. / Das macht die Seele still und friedevoll.« Diesen Frieden verlor Hedwig ihr Leben lang nicht, selbst als sie durch die Spanische Grippe ihre Mutter und einen ihrer Brüder verlor. Es ist derselbe Friede, den Jesus bis heute jedem anbietet, der ihm sein Leben anvertraut.
    Uwe Harald Böhm

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    Generation Beta

    07.03.2026 | 5 Min.
    Seit Januar letzten Jahres gibt es die Generation Beta. Ungefähr alle 15 Jahre tritt eine neue Generation auf den Plan, die im Durchschnitt jeweils unterschiedlich charakterisiert wird. Die »Babyboomer« (1946–1964) waren zahlreich und selbstbewusst, und die Millennials (Gen Y) erlebten als Erste nicht mehr die Teilung von Ost und West, dafür aber den 11. September 2001. Der Generation Z (1995–2010) fehlte es angeblich an guter Arbeitsmoral, und sie ist auch die erste Generation, die mit Social Media und Cyberraum aufgewachsen ist. Angeblich benutzen Angehörige der Gen Z ihr Smartphone 4000- bis 5000-mal am Tag. Wohl nie in der Geschichte ist ein Gegenstand so oft in die Hand genommen worden. Was wird die Generation Beta prägen und charakterisieren? Jedenfalls wird sie noch stärker vom digitalisierten Leben und KI beeinflusst werden als die Generation vor ihr.
    Auch Jesus charakterisierte einmal die Generation, die er als Gegenüber erlebte (siehe Tagesvers). Er verglich die Menschen damals mit Kindern, die ihre Spiele spielten und ihre Lieder sangen und sich darüber wunderten, dass niemand sonst nach ihrer Pfeife tanzte. Sie wollten den Ton angeben und verpassten dadurch etwas sehr Wichtiges: nämlich darauf zu hören, was Gott ihnen zu sagen hatte durch so wichtige Sendboten wie den Propheten Johannes oder sogar den Sohn Gottes selbst. Damit unterschied sie sich gar nicht so sehr von den Generationen der Neuzeit.
    Hoffen wir, dass die Generation Beta sich anders auszeichnet, nämlich durch ein neues Interesse an etwas ganz Altem, aber deshalb nicht Überholtem: nämlich dem Evangelium und seiner Botschaft, dass man aus einer verkehrten und verdrehten Zeit gerettet werden kann zu einem ewigen Leben mit Gott.
    Joachim Pletsch

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Über Leben ist mehr

»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das an jedem Tag des Jahres. »LEBEN IST MEHR« hat ein individuelles Konzept und nimmt Stellung zu wichtigen Lebensbereichen wie Ehe, Familie, Gott, Christsein, Krisen, Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Zukunft, u.v.a. »LEBEN IST MEHR« möchte Mut machen, ein echtes und erfülltes Leben zu entdecken. »LEBEN IST MEHR« gibt es schon seit 1999, sämtliche Beiträge aller Jahrgänge sind online verfügbar.
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Generated: 3/11/2026 - 10:09:49 AM