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    Abtei St. Maurice – wie weiter nach dem Missbrauchsskandal

    20.06.2026 | 28 Min.
    Lange war St. Maurice eine Abtei mit herausragendem Ruf. Ein Missbrauchsskandal, geprägt von Vertuschung und Täterschutz, führte zum Rücktritt des Abtes. Nun ist der neue Abt, Alexandre Ineichen, im Amt und äussert sich im Interview zur Aufarbeitung und den Perspektiven der Abtei.

    68 Betroffene und 30 Täter aus dem Umfeld der Abtei. Eine Gemeinschaft, die vertuschte, bis in die 2000er Jahre: So lautet das erschütternde Ergebnis einer Studie, welche die sexualisierte Gewalt in der Abtei St. Maurice untersuchte. In Auftrag gegeben hatte sie das Kloster selbst – nach massivem öffentlichen Druck. Auch Abt Jean Scarcella, selbst mit Vorwürfen konfrontiert, trat nur widerwillig zurück.

    Seit März 2026 ist nun Alexandre Ineichen im Amt. An seiner Weihe gedachte er den Betroffenen. Zudem ist seit Herbst 2025 ein Aktionsplan in Kraft. Er sieht obligatorische Weiterbildungen zur Missbrauchsprävention vor, die Anerkennung des Leids der Betroffenen und eine Kommission, die die Umsetzung der Massnahmen überwacht.

    Wo also steht die Abtei bei der Bewältigung des Skandals? Welche Herausforderungen stehen noch an? Und welche Vision hat der neue Abt für die Zukunft der altehrwürdigen Abtei?
    Alexandre Ineichen stellt sich den Fragen in «Perspektiven».

    Autorin: Nicole Freudiger
  • Perspektiven

    Revolutionärinnen der Fürsorge und Freiheit

    13.06.2026 | 28 Min.
    Sie forderten eine staatliche Entschädigung für Mutterschaft und wollten das Erbrecht abschaffen. Schon vor 200 Jahren propagierten die Saint-Simonistinnen die Befreiung der Frauen. Die Radikalität ihres Denkens fasziniert bis heute. Und irritiert.

    1832 gründeten Arbeiterinnen und Autodidaktinnen in Paris die Zeitschrift «La Femme libre». Sie schrieben gegen Ausbeutung und Tyrannei an und für die Befreiung der Frauen. «Diese Frauen ergriffen das Wort, das ihnen niemand erteilt hatte», sagt die Historikerin Caroline Arni. In ihrem Buch «Wir, nicht wir – Frühsozialistischer Feminismus» erzählt sie die Geschichte dieser revolutionären Frauen. Bei Perspektiven fragen wir: Was bleibt vom Erbe dieser «unwahrscheinlichen Autorinnen», die die Abstammung von der Mutter zum Ausgangspunkt einer Theorie der Gleichheit machten?

    Gast: Caroline Arni, Historikern
    Buchhinweis: Wir, nicht wir - Frühsozialistischer Feminismus. Verlag Klaus Wagenbach Berlin, 2026

    Autorin: Anna Jungen
  • Perspektiven

    Warum «christlicher Nationalismus» ein Widerspruch in sich ist

    06.06.2026 | 28 Min.
    Die meisten Kirchen halten «christlichen Nationalismus» für paradox. Er entstelle und gefährde das Christentum, warnt etwa Washingtons Bischöfin Mariann Budde. Anti-demokratische Bewegungen geben vor, «christliche Werte» zu schützen, auch in Europa. - EVP-Nationalrat Marc Jost ist alarmiert.

    Die USA feiern gerade ihr 250-jähriges Bestehen. Vielen dort gilt ihr Land als «God’s own country». Das war lange nicht nationalistisch, sondern patriotisch gemeint. Die USA stehen seit 250 Jahren für «Religionsfreiheit für alle». – Das scheint sich unter der Trump-Administration zu wandeln. Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht von der Wiedergeburt einer rein «christian nation». Und Aussenminister Marco Rubio sagt, die Seele der US-Nation sei schon immer christlich gewesen. Diese Haltung ist zwar Minderheitenmeinung in der US-Bevölkerung. Aber sie macht Sorgen.

    Auch in Europa - in Russland, Polen oder Ungarn unter Viktor Orbán - zeigten sich die demokratiefeindlichen Tendenzen von sogenannt christlichem Nationalismus.

    Davor warnt der christliche Schweizer Politiker und EVP-Nationalrat Marc Jost. Im sogenannt «christlichen Nationalismus» würden christliche Werte missbraucht, um eine unmenschliche Machtpolitik zu legitimieren. Echte christliche Ethik etwa würde niemals die Ausgrenzung von Menschen oder Gewalt gegen Geflüchtete stützen.

    Die Regierenden in den USA oder Russland berufen sich in ihrer Kriegspolitik auf Gott und die Bibel. Wie kann das sein? Und wie gefährlich ist sogenannt «christlicher Nationalismus» für die Welt? Das fragen wir EVP-Nationalrat Marc Jost in dieser Ausgabe von Perspektiven.

    Autorin: Judith Wipfler
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    Nur Glück und Gelassenheit? Buddhismus in der westlichen Kultur

    30.05.2026 | 27 Min.
    Buddhistische Konzepte und Meditation sind längst in die westliche Alltagskultur eingeflossen. Wie werden sie interpretiert und praktiziert? Was hat Achtsamkeitsmeditation mit Buddha und dem vermeintlich ursprünglichen Buddhismus zu tun? Wie kam er überhaupt in den Westen?

    Buddhafiguren sind hierzulande das Symbol schlechthin für Buddhismus: Ob im Garten unter einem Busch sitzend und sanft lächelnd oder im Büchergestell strahlen Buddhas Ruhe und Gelassenheit aus. Doch um was ging es Buddha vor mehr als 2500 Jahren? Und was ist heute am Hype um Achtsamkeitsmeditation noch buddhistisch?

    Der Autor und Übersetzer Hans-Günter Wagner hat jahrelang in China gearbeitet, den Buddhismus studiert und bei Tempelbesuchen, im Austausch mit Menschen und in der eigenen Meditationspraxis vertieft kennengelernt. Er sieht sich als Vermittler zwischen Ost und West, zwischen praktizierenden Buddhistinnen und Buddhisten und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Buddhismus. In seinem neuen Buch «Buddhismus. Eine Spurensuche in der westlichen Kultur» führt er einerseits in die Entstehungsgeschichte des Buddhismus ein und vergleicht buddhistische Vorstellungen etwa in der Philosophie, Ökonomie oder Ökologie mit entsprechend westlichen Konzepten.

    Im Perspektiven-Gespräch sprechen wir über grundlegend buddhistische Vorstellungen und Konzepte, ob Buddhismus eine Religion oder Philosophie ist und wie er in den Westen gekommen ist.

    Autorin: Léa Burger

    Buchhinweis:
    Hans-Günter Wagner: «Buddhismus. Eine Spurensuche in der westlichen Kultur». Origo, 2026.
  • Perspektiven

    Frauenpower im Kloster – das leise Ende einer Ära

    23.05.2026 | 28 Min.
    Religiöse Frauengemeinschaften haben sich seit dem 19. Jahrhundert für die Bildung insbesondere von Frauen eingesetzt. Frauen haben im Kloster eine berufliche Perspektive und eine sinnstiftende Tätigkeit gefunden. Eine Ära geht zu Ende.

    Sieben leibliche Schwestern haben das Kloster Baldegg im Kanton Luzern 1830 gegründet. Entstanden sind Bildungseinrichtungen, darunter fünf Schulen in Baldegg, Hertenstein, Sursee, St. Gallen und Bourguillon im Kanton Freiburg. Die Blütezeit des Ordens war in den 1960er Jahren, damals lebten 1060 Ordensfrauen im Kloster. Heute sind es noch 140 Schwestern. Der Nachwuchs bleibt aus.

    Die Baldegger Schwestern und andere religiöse Frauengemeinschaften haben für die Bildung von Frauen Pionierarbeit geleistet. Generationen von Frauen haben ihre Schulen besucht. Im 19. Jahrhundert noch stand die Schulbildung von Knaben im Vordergrund, Mädchen durften in ländlichen Gebieten gar nicht zur Schule, Frauen waren von höherer Bildung weitgehend ausgeschlossen. In Klöstern hingegen erhielten sie eine Ausbildung und eine berufliche Perspektive. Der Eintritt ins Kloster war die Möglichkeit für einen gesellschaftlichen Aufstieg: Eine Schwester konnte Leiterin einer Schule oder einer Gemeinschaft mit mehreren Hundert Mitschwestern werden.

    Nadja Bühlmann ist seit drei Jahren Generaloberin der Baldegger Schwestern. Bereits davor gehörte sie zum Leitungsteam der Gemeinschaft. In «Perspektiven» schaut sie auf die Geschichte ihres Klosters und zeigt, wie die Schwestern das Erbe ihres Klosters in Zukunft weiterführen wollen. Der Kirchenhistoriker Markus Ries erläutert, welchen Beitrag Klöster für die schweizerische Gesellschaft und insbesondere für die Bildung von Frauen geleistet haben.

    Autor: Norbert Bischofberger
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