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    Heilige Wiborada: eingesperrt und gleichzeitig frei? (W)

    11.04.2026 | 28 Min.
    Die heilige Wiborada liess sich im 10. Jh. in eine Klause einsperren. Sie wollte sich ganz Gott widmen. Gleichzeitig blieb sie mit der Welt verbunden. Bis heute inspiriert das: Menschen lassen sich für eine Woche einsperren und eine neue Erzählung spürt dem mittelalterlichen Frauenleben nach.

    Die heilige Wiborada verbrachte ihre letzten zehn Lebensjahre bei St. Gallen, auf eigenen Wunsch eingesperrt in einer kleinen Klause. Menschen suchten die Inklusin auf und baten um Rat. Den wichtigsten Rat gab sie Abt Anglibert, indem sie ihn frühzeitig vor dem sogenannten Ungareneinfall im Jahr 926 warnte. So konnten Menschen, die Klosterbibliothek und der Kirchenschatz gerettet werden. Sie selbst wurde von den einfallenden Ungaren allerdings in ihrer Zelle erschlagen.

    Als erste Frau wurde Wiborada heiliggesprochen, im Jahr 1047 durch Papst Clemens II. Heute zählt sie zu den Schutzheiligen St. Gallens und inspiriert mit ihrer Spiritualität zwischen Selbst- und Weltbezug. Denn: Wie können Menschen emotionale Sicherheit finden in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint?

    In der Sendung kommen zu Wort:
    · Gabriel Imhof, Podcaster und Religionspädagoge i.A., liess sich 2024 in der nachgebauten Wiborada-Zelle einschliessen und erzählt von seinen Erfahrungen
    · Moni Egger, röm.-kath. Theologin und Märchenerzählerin, erzählt basierend auf den Heiligenlegenden von Wiborada das mittelalterliche Frauenleben neu
    · Hildegard Aepli, röm.-kath. Theologin, hat das Wiborada-Projekt in St. Gallen initiiert

    Autorin: Léa Burger

    Wir wiederholen diesen Beitrag von 2025 anlässlich des Wiborada-Jubiläumsjahres in St. Gallen.
  • Perspektiven

    Ostern feiern: Gespräch zum Sinn des Osterfests heute

    04.04.2026 | 27 Min.
    Heute bedeutet Ostern für viele: ein verlängertes Wochenende mit Familie oder Freundinnen, im Stau stehen Richtung Süden. Doch Ostern hat mehr zu bieten: Das christliche Fest feiert, dass Jesus vom Tod auferstanden ist. «Perspektiven» erkundet diesen Sinn für Menschen von heute.

    Die römisch-katholische Theologin Sandra Schmid Fries lebt auf dem «Sonnenhügel» im Entlebuch. Hier war bis vor wenigen Jahrzehnten ein Kapuzinerkloster. Heute ist es ein Ort, an dem Menschen in Krisensituationen neuen Lebensmut schöpfen können. Für die Theologin weist das Osterfest denn auch auf die Erfahrung von Menschen hin, dass es das Dunkle und die Verzweiflung gibt, dass aber auch neues Leben und neue Hoffnung wachsen können.

    Der reformierte Theologe Andreas Nufer leitet das Tagungs- und Seminarhaus Kloster Kappel im Kanton Zürich. Das Motto der Osterfeierlichkeiten ist heuer «Aufstehen»: Aufstehen zu neuen Taten, aufstehen und sich gegen Missstände wehren, aufstehen und die Mitmenschen würdigen.

    Im Klostergarten des Klosters Kappel treffen sich Sandra Schmid Fries und Andreas Nufer und sprechen darüber, wie sich Ostern heute feiern lässt.

    Autorin: Yvonn Scherrer
  • Perspektiven

    Kann «Verzeihen» heilen? - Joachim Küchenhoff erklärt, wie.

    02.04.2026 | 28 Min.
    Verzeihen sei eine «unverzichtbare psychosoziale Fähigkeit», sagt der Facharzt für Psychiatrie Joachim Küchenhoff. In seinen Büchern zeigt der führende Psychiater und Psychoanalytiker Küchenhoff, was Menschen stärkt und die Gesellschaft weiterbringt. Zum Beispiel: das Verzeihen.

    Verzeihen ist Arbeit, «Verzeihensarbeit», schreibt Joachim Küchenhoff in seinem neuen Buch.

    Denn Verzeihen ist nicht leicht. Erst recht, wenn es um schwere Kränkungen, grosse Fehler oder Gewalt geht. Darum kann es beim Verzeihen nie darum gehen, Druck auszuüben. Wenn es aber jemand schafft zu verzeihen, dann kann das eine unglaubliche Entlastung, ja Befreiung bedeuten.

    Und gesellschaftlich gesehen ist Verzeihen fast schon so etwas wie sozialer Schmierstoff für ein funktionierendes Zusammenleben.

    Joachim Küchenhoff (geb. 1953) war Chefarzt und Direktor der Erwachsenenpsychiatrie in Baselland, Professor an der Uni Basel und ist ein international führender Psychoanalytiker. Er weiss, wie Menschen ticken.

    In seiner Arbeit mit dem Individuum Mensch geht es Küchenhoff immer auch um das Sozialgefüge: das Zusammenleben von uns Menschen. Und dabei spiele Verzeihen eine vielleicht zentralere Rolle als gemeinhin gedacht. Das ist den Religionen noch bewusst. Verzeihen ist schon in der Bibel zentral.Darum interessiert sich der Psychoanalytiker und Arzt auch für biblische Ethik und religiöse Traditionen von Verzeihen und Versöhnen.

    Autorin: Judith Wipfler

    Buchhinweis:
    Joachim Küchenhoff, Verzeihen. Plädoyer für eine unverzichtbare psychosoziale Fähigkeit.
    Psychosozial-Verlag 2026.
  • Perspektiven

    Und jeder Begegnung wohnt ein Zauber inne

    28.03.2026 | 29 Min.
    Wie treten wir in echte Beziehung zueinander? Was bedeutet es, einem Menschen wahrhaftig zu begegnen? Und was hat eine solche Begegnung mit dem Zugang zum Göttlichen zu tun?

    Mit solchen Fragen setzte sich der österreichisch-jüdische Religionsphilosoph Martin Buber vor über 100 Jahren in seiner berühmten Schrift «Ich und Du» auseinander. Darin geht es um die Grundthese, dass der Mensch nur durch die Beziehung zu einem Gegenüber, also zu einem «Du», wirklich zu einem «Ich» werden kann.

    Martin Buber war dem Judentum sehr zugewandt, was ihn 1925 dazu veranlasste, zusammen mit dem deutsch-jüdischen Philosophen Franz Rosenzweig die Hebräische Bibel neu ins Deutsche zu übersetzen.

    Heute, rund 100 Jahre später, nimmt der österreichisch-katholische Theologe Thomas Sojer in seinem Buch «Lichtdurchlässig» Texte aus der Buber/Rosenzweig-Bibel als Grundlage, um im Zusammenspiel mit eigenen literarischen Texten und Martin Bubers Ideen neu über Begegnungen und das göttliche, «ewige Du» nachzudenken.

    Was kann uns Bubers Dialog-Philosophie des «Ich und Du» heute mit auf den Weg geben? Und wie kann uns dieser besondere Blick auf unser Gegenüber und auf die Welt um uns herum gelingen? Diesen und anderen Fragen geht diese Perspektiven Sendung nach.

    Autor: Igor Basic
  • Perspektiven

    Sanctuary-Bewegung: Ziviler Ungehorsam und Glaube

    21.03.2026 | 29 Min.
    Das brutale Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Der zivile Widerstand dagegen hat Tradition - im «Sanctuary Movement».

    1979 begann der Bürgerkrieg in El Salvador. Gewalt und Bedrohung wurden mit der Zeit zum Alltag für Jose Artiga. Um den Todesschwadronen in seiner Heimat zu entkommen, floh er in die USA. Da war Artiga 23 Jahre alt. In San Francisco fand er Zuflucht in einer Kirche und trat 1982 in einen Hungerstreik. Damit schaffte er Aufmerksamkeit für Geflüchtete und erlebte den Anfang der Sanctuary-Bewegung mit. Bald schlossen sich Universitäten, Städte und ganze Bundesstaaten an und stellten «Sanctuaries», also Schutzräume, für Aslysuchende bereit: etwa in dem die lokalen Behörden nicht mit den US-Einwanderungsbehörden zusammenarbeiten, um Menschen auszuschaffen.

    Zeitgleich wie in den USA engagierten sich auch in der Schweiz religiöse Menschen für Geflüchtete: In den 1980ern gab es etwa das grosse und erfolgreiche Kirchenasyl in Bern-Betlehem, um tamilische Familien vor der Ausschaffung zu beschützen. Wie Gleichgesinnte in den USA sahen auch die hiesigen Engagierten ihr Widerstand nicht nur als zivilen Ungehorsam, sondern als Christenpflicht und Appell an den Staat, das existierende Recht tatsächlich umzusetzen.

    In der Sendung kommen zu Wort:
    · Jose Artiga, setzt sich für die Rechte von Migrantinnen und Migraten ein, seit 1995 auch als Direktor der Share Foundation.
    · Susan Bibler Coutin, Sozialanthropologin und Professorin für “Criminology, Law & Society” an der Universität von Kalifornien, Irvine.
    · Jacob Schädelin, pensionierter Pfarrer und damals aktiv beim Berner Kirchenasyl für tamilische Geflüchtete.

    Autorin: Léa Burger

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