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Sternstunde Philosophie

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  • Sternstunde Philosophie

    Vom ersten Mal und dem ungelebten Leben

    09.05.2026 | 59 Min.
    Was prägt ein Leben: der erste Kuss, das Tattoo, das bleibt, oder die Midlife-Krise, in der plötzlich alles infrage steht? Der Kognitionswissenschaftler Fritz Breithaupt sagt: Nicht die Ereignisse selbst formen unser Leben, sondern die Art und Weise, wie wir sie zu Erfahrungen machen.

    Warum werden manche Momente zu Wendepunkten, während andere spurlos vergehen? Wie verwandelt sich ein peinlicher Augenblick in eine Geschichte, die wir immer wieder erzählen – oder in eine innere Narbe, an der wir festhalten? Und was geschieht mit unseren Erinnerungen, wenn wir Erlebnisse ständig wiederholen, durchdenken oder im Kopf alternative Lebensverläufe entwerfen?

    Fritz Breithaupt, Professor für Germanistik und Kognitionswissenschaft an der University of Pennsylvania, hat mit seinem Buch «Einmal, zweimal, keinmal. Wie wir Erfahrungen machen» eine Theorie des Erfahrungslebens vorgelegt. In der Sternstunde Philosophie spricht er mit Olivia Röllin über die Faszination des Neuen, die Macht der Wiederholung – und darüber, wie es gelingen kann, auch in Zeiten permanenter Reizüberflutung mit Social Media oder künstlicher Intelligenz zu tiefen, sinnstiftenden Erfahrungen zu kommen, statt sich von Ereignis zu Ereignis treiben zu lassen.
  • Sternstunde Philosophie

    Älterwerden – mehr Gewinn als Verlust?

    02.05.2026 | 59 Min.
    Schmerzen, Verlust, Langeweile – das Alter hat kein gutes Image. Aber Studien zeigen: Ältere Menschen sind glücklicher als Junge. Warum ist das so? Und wie gelingt das Älterwerden? Darüber spricht Yves Bossart mit der Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello und der Philosophin Nadine Mooren.

    Unsere Gesellschaft wird immer älter. Manche sprechen gar von «Überalterung». Das sei Altersdiskriminierung, findet die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello. Sie befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Älterwerden und den negativen Vorurteilen des Alters. Älterwerden kann und muss gestaltet werden, meint sie: Wer gut alt werden will, sollte bereits heute damit anfangen. Das findet auch die Philosophin Nadine Mooren. Wir sollten das Alter nicht bekämpfen, sondern Akzeptanz lernen. Denn das Alter hat mehr zu bieten als nur Verlust. Es kann auch ein Gewinn sein, an Lebensweisheit, Gelassenheit und Genügsamkeit. Nur, wie geht das? Welche Gesellschaft braucht es dazu? Und: Altern Frauen anders als Männer?
  • Sternstunde Philosophie

    Warum braucht es Menschen auf dem Mond, Alexander Gerst?

    25.04.2026 | 1 Std.
    Zum ersten Mal seit 54 Jahren waren im April Menschen unterwegs zum Mond. Die Euphorie war riesig. Aber braucht die Menschheit im 21. Jahrhundert wirklich noch Astronauten – oder sind sie teure Symbolfiguren in einem politischen Wettlauf? Olivia Röllin spricht mit dem Astronauten Alexander Gerst.

    Alexander Gerst, Astronaut und Geophysiker, war zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS und verbrachte so knapp ein Jahr im All. Nun ist der 50-jährige Deutsche auf der Shortlist für die Mission «Artemis IV», die ab 2028 Menschen zum Mond schicken möchte. Und diesmal sollen sie länger bleiben. Was genau will sein Arbeitgeber, die Europäische Raumfahrtagentur ESA, zu der auch die Schweiz gehört, auf dem Mond? Und warum will sie gar mit einer eigenen Mission, genannt «Argonaut», zusätzlich dorthin? Und was bedeutet es, wenn das All zunehmend militarisiert und von privaten Akteuren wie Elon Musks Space-X mitkontrolliert wird?

    Ein Gespräch unter der Leitung von Olivia Röllin über die Faszination für das Unfassbare, die Grenzen des Machbaren – und die Frage, ob wir uns bemannte Raumfahrt in Zeiten von Klimakrise, Kriegen und knappen Budgets noch leisten wollen.
  • Sternstunde Philosophie

    Das Völkerrecht – ein zahnloser Tiger?

    18.04.2026 | 1 Std.
    Russland greift die Ukraine an, China droht Taiwan, die USA wollen Grönland besetzen und Donald Trump droht mit der vollkommenen Auslöschung des Iran. Experten sind sich einig: Die Verstösse gegen das Völkerrecht mehren sich. Was bedeutet das für die regelbasierte Ordnung?

    Weltweit mehrten sich zuletzt Verstösse gegen das Völkerrecht. Das Recht des Stärkeren scheint sich gegen das Regelwerk der internationalen Gemeinschaft immer mehr durchzusetzen. Internationale Gerichte werden nicht von allen Staaten anerkannt, und der UN-Sicherheitsrat ist häufig blockiert, was eine wirksame Ahndung von Völkerrechtsbrüchen erschwert.

    Warum hat das Völkerrecht so wenig Handhabe, Gewalt zu verhindern? Erwarten wir zu viel vom Recht, ja, wird es derzeit sogar zu sehr ausgedehnt, wenn es nun auch noch zu menschenrechtsbasierten Klimaklagen kommt?

    Barbara Bleisch fragt nach bei Helen Keller, Professorin für Völkerrecht, Europarecht und öffentliches Recht an der Universität Zürich und während neun Jahren Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.
  • Sternstunde Philosophie

    Lob der Verletzlichkeit?

    11.04.2026 | 58 Min.
    In einer Welt voller Krisen rückt die eigene Verletzlichkeit schmerzlich ins Bewusstsein – und wird zur Einladung, Stärke neu zu denken: als Fähigkeit, berührbar zu bleiben. Doch was ist sie überhaupt für eine Fähigkeit und welche Kraft liegt in der Verletzlichkeit?

    Jetzt, wo weltweit Kriege eskalieren und soziale Spannungen zunehmen, wird die menschliche Verletzlichkeit sichtbarer denn je. Was als ferne geopolitische Krise beginnt, reicht längst in unseren Alltag hinein: Unsicherheit, Kontrollverlust, das Gefühl, dass Stabilität keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Solidarität, nach verlässlichen Beziehungen und nach einem neuen Verständnis von Stärke, das nicht auf Unangreifbarkeit, sondern auf Berührbarkeit gründet.

    Die Moderne erzählt gerne die Geschichte der radikal autonomen Person, die niemanden braucht und ihre Abhängigkeiten hinter sich lässt. Verletzlichkeit erscheint dabei als Makel, als Bedrohung der eigenen Souveränität. Die Philosophin und Autorin Barbara Schmitz und der Philosoph und Mediziner Giovanni Maio widersprechen dieser Erzählung entschieden. Für sie gehört Verletzlichkeit zu den grundlegenden Bedingungen des Menschseins: Sie mache Beziehung überhaupt erst möglich, sei Voraussetzung von Empathie und könne eine Quelle von Sinn und Solidarität sein.

    Olivia Röllin fragt nach, wie wir Verletzlichkeit neu denken können, wie sich der Blick auf uns selbst, auf andere und auf die demokratische Gemeinschaft verändert, wenn wir Abhängigkeit nicht länger stigmatisieren, sondern als ureigene menschliche Kraft begreifen, und worin diese Kraft eigentlich besteht.

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Vertiefende Gespräche mit herausragenden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik. Die Sternstunde Philosophie vermittelt lebensnahe Denkanstösse zu zentralen Fragen unserer Zeit.
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