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  • Sternstunde Philosophie

    Klimakrise: Warum handeln wir nicht, Reto Knutti?

    24.10.2026 | 59 Min.
    Hitzesommer, ausgetrocknete Seen und Flüsse, Gletschersterben – und gerade hat die UNO eine Erwärmung um 2.8 Grad prognostiziert. Dennoch sorgt das Thema oft nur für Achselzucken. Können wir uns diese Nonchalance leisten? Und auf wessen Kosten? Ein Gespräch mit Klimawissenschaftler Reto Knutti.

    In ihrem neuesten Bericht rechnet die UNO vor, dass die Erde bis Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2.8 Grad zusteuert. Doch viele empfinden die Klimadebatte inzwischen als ermüdend oder gar sinnlos. Warum fällt es uns so schwer, vom Erkennen ins Handeln zu kommen? Kann die kleine Schweiz angesichts eines globalen Problems überhaupt etwas ausrichten?

    Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich, gehört zu den prägenden Stimmen der Schweizer Klimadebatte. Mit Barbara Bleisch spricht er über die Möglichkeiten und Grenzen technischer Lösungen, über politische Verantwortung und die Frage, was jeder Einzelne bewirken kann. Wie lässt sich für Klimaschutz streiten, ohne zu lähmen oder zu moralisieren? Wie gehen wir damit um, dass viele zwar mehr Klimaschutz wollen, zugleich aber keine Windturbine in ihrer Nähe akzeptieren, ihren Fleischkonsum nicht einschränken und nicht aufs Fliegen verzichten möchten? Und woher nimmt er selbst die Zuversicht, dass Veränderung möglich ist?
  • Sternstunde Philosophie

    Bequeme neue Welt: Verlernen wir das Menschsein?

    17.10.2026 | 58 Min.
    Apps organisieren unseren Alltag, Algorithmen treffen eine Vorauswahl, KI übernimmt das Denken. Das spart Zeit und Mühe. Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl fragt, was wir verlieren, wenn wir uns immer mehr abnehmen lassen, und was es braucht für ein gutes, selbstbestimmtes Leben.

    Lieferdienste bringen uns das Essen, Spotify kennt unseren Musikgeschmack und KI formuliert unsere Texte. Das Leben wird bequemer, doch der Preis dafür könnte hoch sein. Denn wer nicht mehr selbst kocht, repariert, entscheidet oder denkt, verliert womöglich nicht nur Fähigkeiten, sondern auch Selbstvertrauen, Urteilskraft und Freiheit.

    In ihrem Buch «Bequeme neue Welt» fragt die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl, wann hilfreiche Entlastung in Abhängigkeit und Entmündigung kippt. Warum ist es wichtig, Dinge selbst zu können? Was geschieht mit unserem Denken, wenn KI uns fertige Antworten liefert? Und was fehlt, wenn selbst menschliche Nähe durch ein stets verständnisvolles digitales Gegenüber ersetzt wird?

    Im Gespräch mit dem neuen Sternstunden-Moderator Michael Räber spricht sie über Bequemlichkeit und Selbstbestimmung, die Verlockungen künstlicher Intelligenz, das Staunen über den Kosmos und die Frage, was ein gutes Leben ausmacht.
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    100 Jahre Michel Foucault: Der Wahnsinn der Freiheit

    10.10.2026 | 59 Min.
    Denkikone, Jahrhundertgenie, Skandalfigur. Der 1926 geborene Philosoph Michel Foucault ist der bis heute einflussreichste Denker der Gegenwart. Was macht den besonderen Reiz seines Denkens aus? Und wie können seine Einsichten den Menschen befreien?

    Ob zu Fragen der Identitätspolitik, der Sexualmoral, des Überwachungsstaats, der Krise westlicher Demokratien oder auch einer neuen Spiritualität der Selbstsorge – zu all diesen Themen hat der im Jahre 1984 verstorbene Franzose Michel Foucault bahnbrechende Werke veröffentlicht. Und er hat dabei nicht nur ganze Generationen von Denkerinnen und Denkern beeinflusst, sondern auch als politischer Aktivist tief in den öffentlichen Raum gewirkt. Nicht zuletzt als Privatperson überschritt Foucault in seinem unbändigen Freiheitsdrang immer wieder die Grenzen der herrschenden Kultur.

    Im Gespräch mit dem Berliner Kulturwissenschaftler Philipp Felsch geht Wolfram Eilenberger Foucaults überragenden Bedeutung für die heutige Zeit nach.
  • Sternstunde Philosophie

    Carl Hart: Besser leben mit Heroin und Kokain?

    03.10.2026 | 57 Min.
    Carl Hart forscht an der Columbia Universität in New York zu Drogen und konsumiert selbst regelmässig Substanzen wie Heroin oder Kokain. Olivia Röllin spricht mit ihm über Sucht und Abhängigkeit und das Recht des Einzelnen, sein Bewusstsein durch Drogen zu verändern.

    Aufgewachsen in einem armen Viertel in Miami, erlebte Carl Hart Drogenhandel, Gewalt und Kriminalität aus nächster Nähe. Als Wissenschaftler begann er später, über Drogen zu forschen, um etwas gegen die Verbreitung von Crack zu unternehmen. Dabei gelangte er immer mehr zur Überzeugung, dass nicht die Drogen das Problem sind, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Betroffenen. Und, dass der Kampf gegen Drogen als Vorwand diente, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zu unterdrücken. Er wandelte sich zu einem Befürworter, der heute eine Legalisierung auch harter Drogen fordert und selbst regelmässig Substanzen wie Heroin und Kokain konsumiert. Er argumentiert, dass ein Konsum ohne Abhängigkeit nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel ist, und dass ihn Drogen zu einem besseren Menschen gemacht hätten.

    Olivia Röllin hakt nach, ob er die Risiken für die Gesellschaft nicht unterschätzt und ob wir durch ständige Intensivierung von Emotionen nicht verlernen, wie berauschend der Alltag ohne Verstärkung sein kann.
  • Sternstunde Philosophie

    Die Welt retten mit Chemie? Nobelpreisträger Omar Yaghi

    26.09.2026 | 55 Min.
    Seine Lebensgeschichte ist filmreif: Aus einem palästinensischen Flüchtlingsjungen wird ein Nobelpreisträger in Chemie. Seine Forschungsarbeiten haben das Zeug, die Welt zu verändern: Sie könnten CO2-Emmissionen senken und Trinkwasser aus der Luft gewinnen. Barbara Bleisch trifft das Ausnahmetalent.

    Wasser aus trockener Wüstenluft gewinnen? Kohlendioxid aus der Atmosphäre filtern? Der Chemie-Nobelpreisträger Omar Yaghi denkt gross – und sein Erfolg gibt ihm recht.

    Für seine Forschungsarbeiten zu metallorganischen Gerüstverbindungen hat er unter anderem 2024 den renommierten Balzan-Preis und 2025 den Chemie-Nobelpreis, gewonnen. Was abstrakt klingt, könnte für viele Menschen lebensrettend sein: Selbst in trockenen, heissen Regionen kann mit seiner Methode Wasser aus der Atmosphäre gewonnen werden.

    Auch die Klimakrise knüpft sich Yaghi vor und erforscht, wie freigesetztes CO2 wieder eingefangen werden kann. Ausgehend von seiner eigenen Lebensgeschichte, die aus den bescheidenen Verhältnissen in einem Flüchtlingslager in Jordanien an die Spitze der internationalen Forschung führte, erzählt der begnadete Wissenschaftler Barbara Bleisch, wie er sich mit zehn in Moleküle verliebte und bis heute vor Neugier brennt.
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Vertiefende Gespräche mit herausragenden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik. Die Sternstunde Philosophie vermittelt lebensnahe Denkanstösse zu zentralen Fragen unserer Zeit.
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