In dieser Episode wird von Gewalt gegen Kinder erzählt. Wenn euch das Thema nahegeht, hört den Podcast vielleicht mit einer euch vertrauten Person.
Am 4. September 1989 beginnt "die Hölle" für das kleine Mädchen Marina. An diesem Tag kommt sie im SOS Kinderdorf im steirischen Stübing an. Marina Hubmann erfährt im SOS Kinderdorf Stübing über Jahre Gewalt. Und das vom ersten Tag. Die gebürtige Tirolerin, die schon vorher durch ihren Stiefvater sexuellen Missbrauch erleben musste, bezeichnet die Jahre in der "Kinderschutzeinrichtung" trotzdem ganz schlicht als "Hölle". Ihre Erlebnisse hat sie bereits 2002 angezeigt, doch alles verlief im Sand, ihre "Mutti" unterdrückte und terrorisierte weiterhin, Marina wollte niemand glauben. Die journalistischen Enthüllungen 2025 und 2026 rund um strukturelle Gewalt gegen Kinder lassen das ehemalige Kinderdorfkind dennoch nur wenig hoffen, dass das System tatsächlich komplett zerschlagen wird. Im Gespräch erzählt sie, wie sie die "Hölle Kinderdorf" überleben konnte.
In ihrem Buch "Kinderdorf" (edition a) hat sie ihre Erlebnisse und ihre Überlebensstrategien im Detail nachgezeichnet.
So verarbeitet Marina ihr Trauma ebenfalls. Sie will aufklären und anderen helfen, die psychischen Mechanismen hinter dieser Gewalt zu verstehen. Sie sagt: "Auf Instagram habe ich die Initiative @marinas.mission gegründet. Dort kläre ich über Gewalt und Missbrauch in Kinderheimen auf und darüber hinaus, teile Impulse zur Heilung für Betroffene und mache meine Projekte sichtbar. Die Seite ist auch für Menschen gedacht, die das Thema wichtig finden, unabhängig davon, ob sie persönliche Berührungspunkte haben oder nicht. Ich freu mich über jedes Teilen, jedes Interesse, jeden Follower und auch über stilles Mitlesen."