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Kulturpessimistische Verfallsdiagnosen gehören eigentlich seit jeher zum Inventar der modernen Rechten. Mit Büchern wie „Shitbürgertum“ von Ulf Poschardt oder, etwas weiter zurück, mit „Finis Germania“ haben sie auch in den letzten Jahren enorme Erfolge gefeiert. Jetzt taucht ein Autor aus dem NIUS-Kosmos auf, der das gleiche Genre bedient – dabei allerdings mit einer explizit postliberal-antikapitalistischen Agenda.
In dieser Folge schauen wir uns zunächst an, was Jan A. Karon an unserer Gegenwart eigentlich auszusetzen hat: Es gibt zu viele Migranten, die Menschen schauen zu viele Pornos, lokale Traditionen werden durch globalen Einheitsbrei ersetzt und der Fußball ist auch nicht mehr, was er einmal war. Wir fragen uns, welcher Blick auf die Welt eigentlich hinter diesen Klagen steht.
Dafür werfen wir einen genaueren Blick auf seine Problemanalyse: Welche Akteure macht er für den Verfall verantwortlich und was müsste sich laut Karon ändern, damit wir wieder in einer Welt ankommen, in der er sich wohlfühlen würde? Wir versuchen, herauszuschälen, was er eigentlich meint, wenn er davon spricht, Teil einer postliberalen Rechten zu sein – und fragen uns, wo die postliberalen Denker eigentlich falsch abbiegen.
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