106 Episoden

  • Im Gespräch

    Sven Beckert, Historiker

    03.07.2026 | 53 Min.
    Wann und wo ist der Kapitalismus entstanden? Dieser Frage geht der Historiker Sven Beckert seit vielen Jahren und rund um die Welt nach. Kapitalismus, das beschreibt er ohne allzu enge Definition ganz grundsätzlich als ein Wirtschaftssystem, bei dem privates Kapital investiert wird, um mehr Kapital zu erzeugen. Und als System, das nie ein rein ökonomsiches war. Kapitalismus war immer auch ein politisches und soziales Projekt, das sich ohne Staat und Staatsgewalt niemals hätte durchsetzen können, wie Sven Beckert zuletzt in seinem Ende 2025 erschienenen Buch "Kapitalismus. Die Geschichte einer Weltrevolution." darlegt. Der gebürtige Deutsche Sven Beckert lebt seit gut 30 Jahren in den USA, er ist Professor für Geschichte an der Harvard Universität. Birgit Dalheimer hat mit ihm u.a. über die Anfänge des Kapitalismus im arabischen Raum gesprochen, über die Kapitalisierung der Landwirtschaft auf Barbados, über Kriegskapitalismus und über die Frage, ob der Kapitalismus dogmatisch ist.
  • Im Gespräch

    Heinz Bachmann, Bruder und Nachlassverwalter Ingeborg Bachmanns

    02.07.2026 | 53 Min.
    „Dass sie dieses Jahr 100 Jahre alt wird, erscheint eher unglaublich, denn ich sehe sie heute aus meiner Perspektive, als alter Mann, fast als junges Mädchen“, sagt Heinz Bachmann, Bruder von Ingeborg Bachmann und Verwalter ihres Nachlasses. Der 1939 geborene Geophysiker wuchs mit seiner um 13 Jahre älteren Schwester Ingeborg in Kärnten auf. Trotz seiner internationalen Karriere in der Öl- und Gasexploration blieb die Verbindung zu ihr zeitlebens eng. Seit 1995 lebt Heinz Bachmann in England, nahe Oxford. Mit dem 2023 erschienenen Erinnerungsbuch „Ingeborg Bachmann, meine Schwester“ zeichnete Heinz Bachmann ein sehr persönliches Bild der Schriftstellerin und zeigt sie auch als lebensfrohe und der Familie zugewandte Person. Julia Zarbach hat mit Heinz Bachmann über die Beziehung zu seiner Schwester gesprochen, über ihren literarischen Nachlass, über die öffentliche und die private Person Ingeborg Bachmann, ihre Rezeption und ihren Mythos.
  • Im Gespräch

    Ivan Krastev - Originalversion

    19.06.2026 | 1 Std. 19 Min.
    He is regarded as one of the most original interpreters of contemporary world affairs. He advises heads of states and governments across Europe, has met Vladimir Putin, writes regular columns for the Financial Times and the New York Times, and is the author of internationally acclaimed books and essays. The political scientist Ivan Krastev was born in Bulgaria in 1965 and has lived in Vienna for many years. He is a permanent Fellow at the Institute for Human Sciences, where he is currently serving as interim rector. He was one of the founding members of the European Council on Foreign Relations and chairs the Centre for Liberal Stategies in Sofia.
    Armin Wolf sat down with Ivan Krastev to discuss the war in Ukaine, Putin, Trump, demography, politics as a delivery service and the future of liberal democracy.
  • Im Gespräch

    Ivan Krastev, Politologe

    19.06.2026 | 53 Min.
    Er gilt als einer der originellsten Analytiker der aktuellen Weltpolitik. Er berät Staats- und Regierungschefs in ganz Europa, kennt Wladimir Putin: Ivan Krastev ist Politikwissenschafter, wurde 1965 in Bulgarien geboren und lebt seit vielen Jahren in Wien. Er arbeitet hier als Permanent Fellow am IWM, dem Institut für die Wissenschaft vom Menschen, das er derzeit auch interimistisch leitet. Das renommierte European Council on Foreign Relations hat er mitgegründet. Seine Bücher „Europadämmerung“ und „Das Licht, das erlosch“ waren internationale Bestseller. Ivan Krastev ist davon überzeugt, dass die Weltordnung des 20. Jahrhunderts nicht mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 zu Ende ging, sondern mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Rückkehr des Krieges nach Europa. Armin Wolf hat mit ihm über den Ukraine-Krieg gesprochen, über Donald Trump, über Politik als Zustelldienst, Unsterblichkeit und über die Zukunft der liberalen Demokratie.
  • Im Gespräch

    Werner Zips, Ethnologe und Dokumentarfilmer

    12.06.2026 | 53 Min.
    Werner Zips ist 1958 in Wien im Sternzeichen des Löwen geboren worden, sein Vater hat ihm als Kind Löwengeschichten erzählt, die Rasta-Bewegung in der Karibik beruft sich als zentrales mythisches Symbol auf den „Löwen Zions“ und in seinen Dokumentarfilmen, die vor allem die Beziehungen und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren behandeln, spielen die Löwen eine herausragende Rolle. 33 Jahre lang lehrte der Rechtsanthropologe und Sozial- und Kulturanthropologe an der Universität Wien und unternahm zahlreiche Forschungsreisen rund um die Welt. Ab den 1990er Jahren machte er außerdem Dutzende ethnografische Filme, Fernseh-Dokumentationen und TV-Berichte. Im Gespräch mit Andreas Obrecht legt Werner Zips dar, wie rechtsanthropologische und öko-soziale Fragestellungen für sein ganzes Forscher-, Filmer- und Abenteurerleben von zentraler Bedeutung waren, was er im Zusammenleben mit den Rastafaris in Jamaika erfahren hat und wie er die Debatten um „kulturelle Aneignung“ sieht.
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