“Guido Westerwelle hat einmal gesagt, die Freiheit stirbt zentimeterweise. Wenn die Chatkontrolle 2.0 kommt, stirbt sie um einen Kilometer.” – Vitus Ortner
Ein Programm scannt jede Nachricht am eigenen Handy, bevor sie abgeschickt wird. Das ist der Kern der Chatkontrolle 2.0, dem Kommissionsvorschlag, der
seit Jahren auf der EU-Agenda steht: die anlasslose, verdachtsunabhängige
Überwachung der privaten Kommunikation von 450 Millionen Menschen –
auch dort, wo bisher Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt hat.
Sandra Keplinger und Vitus Ortner sortieren, was die Chatkontrolle 1.0
ist, die auf “freiwilliger” Basis unverschlüsselte Dienste betrifft, und
was die geplante 2.0 daraus machen würde. Sie diskutieren, warum das Argument "Ich habe ja nichts zu verbergen" spätestens dann nicht mehr trägt, wenn morgen andere Regeln gelten als heute. Warum die Trefferquote gegen tatsächliche Täter mager ausfällt und was passiert,
wenn eine solche Infrastruktur einmal steht – und in die falschen Hände gerät.
Eine Folge über das digitale Briefgeheimnis und die Frage,
wie viel Freiheit sich scheibchenweise abgeben lässt, bis nichts mehr
übrig ist.
Themen dieser Folge:
01:12 Was ist die Chatkontrolle – ein Überblick
03:36 Chatkontrolle 1.0: der Trick der EVP
05:37 Chatkontrolle 2.0: Angriff auf die Verschlüsselung
07:21 Jeder EU-Bürger unter Generalverdacht
08:14 Hash-Abgleich und KI-Scanning – die Fehlerquote
12:32 Wer im EU-Parlament wie abstimmt
16:38 Trump, die Fußball-WM und die USA-Einreise
19:07 Freiheit stirbt zentimeterweise
20:41 Die magere Trefferquote der EU-Kommission
23:28 "Ich habe ja nichts zu verbergen"
29:18 Freiheit: Die wichtige Rolle der Gerichte
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