Lovecraft und alte Häuser: ein immer interessantes Thema. Was bisher noch fehlte in der Liste von Bauwerken war – eine Brücke. Genau die spielt aber eine entscheidende Rolle in der posthumen Derleth-Lovecraft-Teamwork „The Horror from the Middle Span“ („Das Grauen vom mittleren Brückenbogen“), die erstmals 1967 in der Arkham House-Anthologie Travellers by Night erschien.
Wir stoßen hier auf ein bekanntes Phänomen des Aberglaubens, dass nämlich das Einmauern oder Versenken von etwas Lebendigem in ein (neues) Bauwerk Unglück abhalten soll. Dieses grausige Opferritual wird in der vorliegenden Geschichte allerdings etwas anders interpretiert, denn hier geht es vielmehr darum, eine ultrakosmische, schwarzmagische Bedrohung zu bannen.
Schauplatz ist wieder einmal die Gegend rund um Dunwich. Ja, Derleth schreckt auch nicht davor zurück, eindeutig die klassische Lovecraft-Erzählung „Das Grauen von Dunwich“ („The Dunwich Horror“) zu referenzieren. Ob ihm mit „The Horror from the Middle Span“etwas Ebenbürtiges gelungen ist, sei dahingestellt. Wie so oft leidet das Ganze unter einem überhasteten Finale, wie man überhaupt den Eindruck des Unausgegorenen und Unbeherrschten hat. Resümierend kann man sagen – auch das ist typisch für August Derleth –: ein wilder Fiebertraum …