Als am 21. Februar 1919 der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner auf offener Straße erschossen wurde, geriet München in chaotische, beinahe bürgerkriegsähnliche Zustände. Eisners Tod erschütterte den ohnehin fragilen revolutionären Prozess, der seit November 1918 die Umformung des Königreichs Bayern in einen „Freistaat“ eingeleitet hatte. Die politische Landschaft zerfiel in rivalisierende Lager: revolutionäre Arbeiter- und Soldatenräte, gemäßigte Sozialdemokraten, konservative Monarchisten und reaktionäre völkische Gruppen. Inmitten dieses brodelnden politischen Klimas tauchte eine Figur auf, die später eine zentrale – und fatale – Rolle in der deutschen Geschichte spielen sollte: Adolf Hitler.
Zu diesem Zeitpunkt war Hitler noch ein weitgehend unbekannter Gefreiter der ehemaligen königlich-bayerischen Armee, der nach dem Waffenstillstand in München verblieben war. Hitlers einzigste Motivation nach der Entlassung aus Pasewalk scheint gewesen zu sein: Soldat bleiben, nach dem Motto, das bin ich gewöhnt, und da habe ich einen Job. So wie er dachten viele Soldaten, die versuchten erstmal in den Kasernen zu bleiben, es war ha zudem sicher, da die Front nicht mehr drohte.
Hitlers Rolle in den Wochen nach Eisners Ermordung