43 Episoden
- Disclaimer: Diese Episode wurde aufgezeichnet, bevor bekannt wurde, dass Harry Kane mit dem Fascho in Chief gegolft hat. Consider him dead to Anja.
In dieser Folge betreiben Annika und Anja vergleichende Mutter-Sohn-Verhaltensforschung am lebenden Bachelor: Während Sebastians Wiedersehen mit seiner Mutter zuletzt ungefähr die Wärme einer sorgfältig protokollierten Wohnungsübergabe ausstrahlte, wirkt Tim neben seiner Mama sofort deutlich sohnförmiger. Alles ist margarinewerbungsreif harmonisch, bis Muttern Kim mit einem einzigen Satz aus der familiären Zukunftsplanung streicht: Mama Tim verteilt keine Rosen, aber offenbar klare Absagen.
Zurück in Namibia arbeitet Sebastian derweil mit Nadja jene Dreamdates ab, die ursprünglich für drei Frauen vorgesehen waren – romantikferne Menschen können sich das Gefühl wahrscheinlich ungefähr so vorstellen, .als fräße man alleine die 4-5 Portionen Miracoli-Familienpackung – es fühlt sich irgendwie illegal an. Im Jeep mit Dachzelt gondeln sie durch die Wüste und begegnen Großkatzen, die sofort belastend mit symbolischer Bedeutung beladen werden. Nadja beschwört überraschend ihre Freiheitsliebe, die aber ähnlich unkonkret bleibt wie Sebastians Sportregime – was beides im Beziehungsalltag zwischen abgelaufener Milch und Stromnachzahlung konkret bedeuten könnte, bleibt weiterhin angenehm unbesprochen.
Tim hält sich dagegen ordnungsgemäß an die Bachelor-Gesetzgebung und absolviert seine Dreamdates mit Vivi, Kim und Miri vollständig und in vorgeschriebener Reihenfolge. Nach den Übernachtungen gibt es jeweils verdächtig schmusige Morgenszenen, Tim versichert jedoch, sein Willenskraftmuskel habe zuverlässig gearbeitet. Schließlich fragt Sebastian Nadja im vorgezogenen Privatfinale nicht nur, ob sie seine Rose, sondern auch den Posten als seine Freundin annehmen möchte. Sofortblock, wer an dieser Stelle vor Rührung heult!
Wenn Ihr unseren Podcast unterstützen und uns einen Kaffee (oder unseren Hunden ein Leckerli) spendieren wollt, findet ihr Annika hier https://ko-fi.com/ardenthistorian und Anja hier https://ko-fi.com/anjaruetzel. Vielen Dank dafür! - Endlich schlägt Sebastian den gordischen Rosenknoten durch und kegelt alle verbliebenen Kandidatinnen (bis auf Nadja) vom dünnen Brettchen seiner angeblichen Liebessuche – nachdem er ihnen zuvor starrsinnig versichert hatte, er könne sich natüüüürlich noch weiter auf andere Frauen einlassen. Dann die überraschende Selbsterkenntnis: Huch, offenbar doch nicht.
Leider kann sich das heilige Paar in der frischen Zweisamkeit nun nicht sofort ausgiebigen Poufereien widmen, denn Sebastians Mutter reist an. Diese interessiert sich spektakulär wenig für die womöglich künftige Lebensgefährtin ihres Sohnes, so als Mensch, sondern einzig für ihre Belastbarkeit innerhalb des sportiven Systems Sebastian. Ihre einzige Frage an Nadja hat dann auch tragischerweise wirklich sehr wenig mit Nadja zu tun, sondern soll ihre Eignung als nimmermüde Elektrolytgetränke reichende Triathlon-Assistenz abklopfen.
Nadja wird von dieser Botschaft aus dem Mutterland des Ausdauersports derart verunsichert, dass sie das Unsagbare tut: Sie stellt Sebastian eine konkrete Frage zu seinem tatsächlichen Alltag. Wie viele Stunden trainiert er eigentlich so am Tag? Und plötzlich wird ausgerechnet der Mann, der bislang jedes Gespräch (mit allen Frauen außer Nadja) binnen Sekunden in einen lahmen Sportpodcast verwandelte, auffallend maulfaul: Eine konkrete Zahl ist ihm partout nicht zu entlocken. Sus!
Tim wiederum muss mit Miri die längste und höchste Zipline der Welt bewältigen und fürchtet sich dabei erneut so schamlos und ungefiltert, dass Annika und Anja wider besseres Wissen auf den letzten Metern noch eine vorsichtige Restzuneigung zu ihm entwickeln. Er schreit, zetert und barmt, ohne seine Angst vorher durch den groben Fleischwolf der Männlichkeits-Challenge-Rhetorik zu schicken. Ein Mann hat Höhenangst und nennt sie Höhenangst – swoooon!
Wenn Ihr unseren Podcast unterstützen und uns einen Kaffee (oder unseren Hunden ein Leckerli) spendieren wollt, findet ihr Annika hier https://ko-fi.com/ardenthistorian und Anja hier https://ko-fi.com/anjaruetzel. Vielen Dank dafür! - In Folge sieben passiert etwas, das es beim deutschen „Bachelor“ noch nie gegeben hat. Und nein, damit meinen Annika und Anja nicht Sebastians weiterhin rührend unbetreute Expedition in die menschliche Gefühlswelt. Dort hat er inzwischen eine weitere Sensation entdeckt: Nicht nur er selbst empfindet etwas – auch andere Menschen verfügen offenbar über ein Innenleben. Diese Staffel ist für ihn im Grunde ein sehr langsamer Einführungskurs in emotionalen Pluralismus.
Auch nicht gemeint ist seine bemerkenswerte Doppelstrategie im Umgang mit Nadja und den übrigen Frauen. Während Sebastian weiterhin darauf besteht, selbstverständlich noch vollkommen offen zu sein, zieht Nadja um diese Bereitschaft bereits eine emotionale Absperrkordel. Sie erklärt ihm, wie traurig es sie machen würde, sollte er einer anderen Frau zu nahe kommen: ein gefühlvoll ausgestelltes Knutschmoratorium also.
Tim wird unterdessen weiter konsequent davor geschützt, Frauen womöglich durch Gespräche kennenzulernen. Stattdessen gibt es ein Fotoshooting, denn nichts bringt zwei Menschen einander so zuverlässig näher wie ein fremdbestimmter Gesichtsausdruck. Amüsant bleibt sein Teil des Erzählbogens vor allem dank Miri: Sie absolviert ihr Date mit Tim mit der Entschlossenheit einer Gerichtsvollzieherin, die nicht vorhat, das Gelände ohne Vollstreckungsergebnis wieder zu verlassen. Miri möchte diesen Kuss, Tim weiß, dass Miri diesen Kuss möchte, und inzwischen dürfte auch die lokale Tierwelt darüber informiert sein. Annika und Anja kommen nicht umhin, diese unerschütterliche Konsequenz zu bewundern:
Am Ende gerät dann das bislang recht stabile Doppel-Bachelor-Gefüge spektakulär ins Wanken. Tim und Sebastian waren doch gemeinsam in dieses Experiment geschickt worden, zwei Rosenherren, ein Schicksal, vereint in einer Art romantischer Bürogemeinschaft mit getrennten Zuständigkeitsbereichen. Doch plötzlich steht die Frage im Raum, ob einer von beiden den gemeinsamen Betrieb überhaupt noch weiterführen möchte. Diese Typen, ey.
Wenn Ihr unseren Podcast unterstützen und uns einen Kaffee (oder unseren Hunden ein Leckerli) spendieren wollt, findet ihr Annika hier https://ko-fi.com/ardenthistorian und Anja hier https://ko-fi.com/anjaruetzel. Vielen Dank dafür! - Die Bachelors haben in dieser Woche ein neues Lustmöbel entdeckt: den Pouf. Bislang führte dieses rundliche Polsterwesen ein weitgehend unbeachtetes Leben zwischen Garderobe, Schuhanzieher und der Frage, wo man die Handtasche abgelegt hat. Nun wird es in wechselnder Besetzung derart hingebungsvoll beknutscht, dass man ihm für die nächste Folge mindestens eine eigene Bauchbinde gönnen sollte.
Besonders Sebastian spürt auf dem Passionspouf, wie er feierlich mitteilt, „ganz viele Emotionen“. Das mag nach wenig klingen, ist im Bachelor-Kosmos aber ungefähr das große Gefühlslatinum. Jahrelang haben Frauen in diesem Format Männern geduldig beigebracht, dass ein inneres Ziehen nicht zwingend vom vergorenen Eiweißshake kommt – und nun steht da tatsächlich einer und kann Gefühle bereits nach Menge sortieren.
Tim dagegen schwitzt sich durch diese Folge, als müsse sein Körper sämtliche unausgesprochenen Gedanken stellvertretend über die Stirn und Achseln abgeben. Annika und Anja fragen sich, warum seine Dates in fensterlosen Bratkammern stattfinden müssen, aber vielleicht ist das aber auch Absicht: Wo zwischen den Beteiligten kein Funke überspringt, soll wenigstens der Kreislauf reagieren. So sitzen sie da, Tim tropft, wir kleben in der hiesigen Hitze am Sofa fest und fühlen uns dem Schwitzerich versehentlich verbunden.
Auch der massive Einsatz von Welpen kann dann nicht davon ablenken, dass Sebastian seine etwas verfrühte Monogamisierung weiter hartnäckig vorantreibt. Sein Herz ist vergeben, der Pouf ist entweiht, nur RTL besteht noch auf Resthandlung.
Annika und Anja beobachten das alles gewohnt wachsam, denn sie wissen: Bald wird aus der Passion Sebastii vermutlich ein ausgewachsenes Rosen-Golgatha. Noch wird geküsst, geschwitzt und gewelpt. Aber der emotionale Ernstfall hat bereits sein Köfferchen im Entree abgestellt.
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Beim Sommerrollen-Date mit Kim passiert nämlich, was in Datingformaten immer passiert, wenn ein Mann sehr gerne souverän wirken möchte: Er entscheidet sich gegen Selbsterkenntnis und für Atemnot. Kim isst gern scharf, Tim offenbar eher gern so mittel, aber statt dann einfach, naja: nicht scharf zu essen, wird geröchelt und gelitten. Ein Mann, unrettbar verwickelt in eine Sommerrolle des Stolzes. Beim Pilates-Gruppendate erfährt Tim sodann, dass auch Frauen Muskeln besitzen. Er gerät erst in eine Schwitz-, dann in eine Oberschenkelkrise, die man in medizinischen Fachkreisen vermutlich „Bachelor-Bein“ nennt.
Sebastian dagegen hat seinen eigenen Leidensweg angetreten: die Passion Sebastii. Nach ungefähr zehn bis fünfzehn gewechselten Sätzen und dem ersten Kuss der Staffel mit Nadja lodert die Liebe zwischen beiden lichterloh. Tragischerweise hat das Format Sebastian noch weitere Frauen in den Garten gestellt, lauter lebende Hindernisse auf seinem Leidensweg zur Sofortmonogamie. Man spürt: Er möchte lieben, aber RTL zwingt ihn weiter zu Gesprächen. Sad.
Aber auch Annika und Anja haben es nicht leicht: Der große Handlungs-Twist, auf den sie so hoffnungsvoll gewartet hatten, bleibt leider ein Flachwurzler: Spionage-Schwester Lena schürft bei ihren Ermittlungen arg an der Oberfläche – ihr Sherlock-Einsatz endet, bevor Annika und Anja „Elementar, meine Liebe“ sagen können. Unterm Strich also nix Neues: Alles muss man selber machen.
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Anja Rützel und Annika Brockschmidt schauen den (amerikanischen) "Bachelor", damit ihr es nicht müsst! Sie erklären dabei "Bachelor Nation", wie das Fandom und die Show aktuelle Konflikte der amerikanischen Gesellschaft widerspiegeln, weshalb Sex in Windmühlen und Gottesfürchtigkeit einander hier nicht ausschließen und lassen euch in die absurde Welt des amerikanischen Reality TV eintauchen.
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