Thomas Madreiter ist Wiens oberster Stadtplaner – und bekennender Marathonläufer. Im Gespräch mit LAUF ALTER-Hosts Egon Theiner und Tom Rottenberg erzählt er, wie beides zusammenhängt.
Seine Laufgeschichte ist eine Geschichte des Scheiterns und Wiederanlaufens: Als 18-Jähriger von Knieproblemen gestoppt, zehn Jahre später wieder gescheitert, später dann ein weiterer Anlauf – seither läuft er nahezu täglich und hat zwischen 40 und 50 Marathons beendet. Sein schnellster: 3:18 Stunden in Linz.
Wien erlebt er am liebsten zu Fuß – und zwar alle Ecken davon. Nicht nur den Wienerwald, den er als sein „Laufrevier des Herzens" bezeichnet, sondern auch Gewerbegebiete, Industrieareale und Stadtteile, die kaum jemand kennt. Während der Corona-Zeit lief er rund 20 "Privatmarathons" – mit Startzeit halb vier Uhr früh, um um 8 Uhr wieder zuhause zu sein. Die Stadt beim Aufwachen zu erleben, sei schlicht unschlagbar, sagt er.
Als Stadtplaner ist Madreiter das Thema aktive Mobilität ein echtes Anliegen: Wer läuft, sieht die Stadt anders – Kreuzungen, die nicht funktionieren, Wege, die fehlen, Räume, die einladen oder abschrecken. Wissenschaftlich sei belegt, dass Fortbewegungsgeschwindigkeit bestimmt, wie viel man von einer Stadt wahrnimmt. Je langsamer, desto mehr.
Zur umstrittenen Straßenbahnlinie über die Prater Hauptallee hat er eine klare Botschaft an die Laufcommunity: In Zukunft gibt es dort sieben Tage die Woche Wochenende – kein Autoverkehr mehr, nur die Straßenbahn, die an der Haltestelle verpflichtend anhält.
Sein persönliches Ziel: so lange wie möglich selbstbestimmt in Bewegung bleiben. Jeder Lift, jede Rolltreppe – konsequent ignoriert.
Herzlichen Dank an RUNNING & Fitness für die Unterstützung der Season 3 von LAUF ALTER, und vergesst nicht: Das Lauferlebnis des Sommers sind die Terra Raetica Trails in Tirol, Engadin und Südtirol!
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