81 Episoden
- Schuld ist der Hund. Weil Asphalt für ihren Saluki Enzo nicht gesund ist, wechselte Kira Kinnunen in den Wald und blieb dort. Enzo hat inzwischen seine eigene Laufbahn: Beim Coursing jagt der Windhund einer künstlichen Beute hinterher. Im Canicross zeigt sich allerdings zuweilen seine Schwäche, denn sobald nichts mehr zu jagen ist, hört er auf zu ziehen.
Die Finnin aus Joensuu lebt seit 13 Jahren in Wien. In den deutschsprachigen Raum führte sie ursprünglich der Reitsport. Heute unterrichtet sie Pilates, studiert in Finnland Physiotherapie und leitet mit Tom und Mirjam die Trailrunning-Gruppe des Alpenvereins Edelweiss. Über diese Gruppe kam sie auch zu ihrem ersten Wettkampf, dem Lindkogeltrail.
Im Gespräch mit Egon Theiner und Tom Rottenberg erzählt Kira bei LAUFALTER über ihren ersten Ultra, dem technischen Dolomiti Extreme Trail. Sie spricht auch über den Stubai Ultratrail, dessen Strecke einmal am Ziel vorbei und nochmals bergauf führte und somit mental recht anstregend war. Bei der Ultratour Monte Rosa waren Vater und Freund als Helfer dabei. Beim Mozart 100 by UTMB in Salzburg kam ihr entgegen, dass sie bergauf stark ist und die Strecke wenig technisch ist. Sie schildert, warum sie ihren regelmäßigen Tiefpunkt zwischen Kilometer 20 und 30 inzwischen gelassen nimmt und warum ein Trainer aus dem flachen Helsinki für Bergläufe ein Vorteil sein kann.: Trainiert wird auf der Bahn und mit Bergintervallen am Wiener Nasenweg.
Weitere Themen sind der Nutzen von Pilates für Läuferinnen und Läufer, die vegane Verpflegung der finnischen Marke Nosht und die Frage, warum der Alpenverein das Traillaufen anfangs eher als Wandern verstand. Ihre Zukunft plant Kira ohne Karrieredruck. Manche Rennen läuft sie zum Ausprobieren, bei anderen will sie vorne mitlaufen. Für den UTMB fühlt sie sich noch nicht bereit, denn Nachtpassagen in technischem Gelände will sie sich erst erarbeiten.
Unser Dank geht an RUNNING & Fitness, Österreichs größtem Laufmagazin, das LAUFALTER in Season 3 unterstützt, und sollte es ein wenig laut sein im Cafe Zartl - wir zeichnen mitten im Leben auf! - Als Ilse Dippmann 1986 mit dem Laufen begann, nahm sie sich gleich einen Marathon vor: New York. Dort lernte sie die Idee des Frauenlaufs kennen und brachte sie nach Wien. 1988 gab es den ersten Österreichischen Frauenlauf, heuer fand der ASICS Österreichische Frauenlauf zum 39. Mal statt. Bei Lauf Alter erzählt sie uns, was sie bis heute antreibt: Frauen und Mädchen für den Laufsport zu begeistern.
Dazu gehören die Lauftrainings, die heuer ihr 30-Jahr-Jubiläum feiern. Im Prater kamen anfangs vier, fünf Frauen pro Woche, inzwischen sind es 176 Trainerinnen an fast 60 Standorten in ganz Österreicj. In den zwölf Wochen vor dem Frauenlauf bewegen sie wöchentlich 3.000 bis 4.000 Frauen. Auf der Website gibt es zwölf bis vierzehn Trainingspläne, von der Anfängerin bis zur Läuferin, die fünf Kilometer unter 19 Minuten laufen will. Insgesamt sind im Laufe der Jahrzehnte fast 600.000 Frauen im Ziel angekommen.
Einen anderen Lauf veranstaltet Dippmann federführend, und dieser trägt am 15. November einen anderen Namen: Aus dem Sie-und-Er-Lauf wird der Double 5K: zweimal fünf statt bisher zweimal vier Kilometer, damit am Ende eine schöne Zehn-Kilometer-Zeit steht. Der ASICS Österreichische Frauenlauf bleibt indes ein reines Frauen-Event, weil die Sichtbarkeit von Frauen im Sport weiter gefördert werden muss. 2027 sollen es wieder 32.000 Läuferinnen an einem Tag dabei sein, ein Zwei-Tage-Modell wie in London lehnt Dippmann ab.
Beim Thema Social Runs gehen die Meinungen auseinander. Dippmann glaubt, dass der Hype in zwei, drei Jahren abflacht, und hofft, dass junge Frauen mehr wollen als eine Runde um den Ring zu joggen. Tom übernimmt die Rolle des Verteidigers, Egon hält dagegen und moniert polemisch, dass es bei Dippmanns Trainings keine Goodie-Bags gibt oder einen kostenfreien Kaffee danach.
Nächstes Jahr wird Dippmann 70. Ihre Marathon-Bestzeit liegt bei 3:16, heuer hatte sie sich zehn Kilometer unter einer Stunde vorgenommen und es beim Pariser Frauenlauf geschafft.
Noch ein technischer Hinweis: Ab etwa Minute 22 wird es laut. Draußen vor dem Café Zartl ist eine Baustelle, und wir haben bewusst im echten Leben aufgenommen, nicht in einem klangtoten Studio.
Hier weiterlesen: https://www.oesterreichischer-frauenlauf.at/de
Und vielen Dank an RUNNING & Fitness, Österreichs Laufmagazin Nummer eins, das LAUFALTER in diesem Jahr unterstützt und immer wieder kompetent über den Frauenlauf berichtet! - Wenn andere noch Winterspeck ansetzen, planen Egon Theiner und Tom Rottenberg schon den Sommer. Diesmal geht es nach Grado, in die Lagunenstadt an der Adria, die auch als Urlaubsort nicht so überlaufen ist wie manche Nachbarn an dieser Küste. Egon hat sich dort vor Jahren ein bisschen in die Gegend verliebt, Tom kennt Grado noch nicht. Am 5. Juni 2027 fällt um 18 Uhr der Startschuss zum Mytho Sunset Run, der aus dem früheren Mytho Marathon hervorgegangen ist.
Zur Wahl stehen zehn Meilen (16 Kilometer) oder elf Kilometer für alle, die es kürzer mögen. Dazu kommen Walking, Nordic Walking und zwei Kilometer mit Hund, die auch ohne Vierbeiner funktionieren. Die Strecke verläuft flach durch die Lagune, zwischen Wasser und Meer, zum großen Teil auf Schotter. Egon nennt das großzügig einen Trail.
Im Gespräch dieser BONUS-Episode geht es um mehr als Kilometer. Und ja, auch der Winter kommt vor: Die Champions des Sommers werden im Winter gemacht, also bitte nicht ganz auf Bewegung vergessen. Der Termin liegt in der Vorsaison, Hotelbetten stehen frei, und wer klug plant, hängt ein paar Urlaubstage an, statt nur zum Laufen zu kommen. Eine Anreise nur für den Lauf passt zudem auch schlecht zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Gerade für Wienerinnen und Wiener, die selten ans Meer kommen, lohnt sich das. Der späte Start lässt Zeit für ein ordentliches Frühstück und einen langen Abend nach dem Zieleinlauf. Auch die Schultersaison kommt zur Sprache, samt ihrem Haken für Familien mit schulpflichtigen Kindern.
Das Startgeld ist moderat: 20 Euro für Frühbucher, nach dem letzten Preissprung 40 Euro. Hinter dem Lauf steht Alessandro Genuzio, den Egon persönlich kennt und schätzt. Er denkt darüber nach, in einigen Jahren wieder einen Marathon nach Grado zu holen.
Transparenzhinweis: Der Veranstalter hat uns Startplätze zur Verfügung gestellt. Alle Informationen gibt es unter mythomarathon.it.
Und danke an RUNNING & Fitness, Österreichs Laufmagazin Nummer eins unterstützt LAUFALTER in dessen Season Three! - Stefan Langer ist selbstständiger Rechtsanwaltm hat genug zu tun und läuft trotzdem praktisch jeden Tag. Und Langer ist nunmehr der Erste, der zum zweiten Mal bei LAUF ALTER zu Gast ist.
Er organisiert den Weekly Long Run, Wiens bekannteste Sonntags-Laufcommunity für lange, ruhige Läufe. Freitags um sieben Uhr trifft er sich mit den Belvedere Hills zum Hügeltraining. Dienstags läuft er Intervalle beim Team Ausdauercoach. Samstags ist er zuweilen in doppelter Funktion beim Parkrun im Donaupark dabei, einmal als Läufer und einmal als freiwilliger Helfer. Dazu kommen noch ein bis zwei Läufe allein.
Besonders ausführlich spricht Langer über den Parkrun, jene kostenlose, weltweite Fünf-Kilometer-Bewegung, die inzwischen auch in Österreich sechs Standorte zählt: Wien, Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt und Innsbruck. Ein siebter Standort im Auer-Welsbach-Park zwischen Schönbrunn und dem Technischen Museum ist bereits in Planung. Langer selbst ist schon an 24 verschiedenen Standorten weltweit gelaufen, darunter zweimal in Japan, wo er extra für den Parkrun einen zusätzlichen Samstag in seine Reiseplanung einbaute.
Wie unterschiedlich das Flair trotz einheitlicher Regeln sein kann, zeigt er an mehreren Beispielen. In Kanazawa in Japan standen an jeder noch so kleinen Richtungsänderung eigene Streckenposten, die den Weg wiesen. In Treviso in Norditalien gibt es keinen Parkrun-Kaffee in der Nähe, weil dort einfach nichts ist. Stattdessen bringen die Läuferinnen und Läufer selbst Kuchen und heiße Getränke mit und plaudern gemeinsam im Park. Beim Aberdeen Parkrun an der schottischen Küste saß er anschließend mit vielen anderen im Café, und im Vereinigten Königreich sind die Teilnehmerzahlen ohnehin viel größer. Der allererste Parkrun überhaupt, Bushy Park in London, zählt bis heute vierstellige Teilnehmerzahlen jeden Samstag. Im Oktober reist Langer mit einigen Leuten aus dem Wiener Parkrun-Team zu einem Event nahe der tschechisch-polnischen Grenze, wo im Schnitt nur zwölf bis fünfzehn Menschen laufen. Kommt die Wiener Gruppe dazu, verdoppeln sie die Teilnehmerzahl fast im Alleingang.
Auch aus Berlin hat er ein Beispiel parat, das zeigt, wie ein zweiter Standort einer Stadt nicht schadet, sondern zusätzliche Menschen zum Laufen bringt: Als dort am Tempelhofer Feld ein neuer Parkrun eröffnete, gingen die Zahlen am etablierten Hasenheide-Parkrun zunächst leicht zurück. Zählt man aber beide Standorte zusammen, sind es heute insgesamt mehr Läuferinnen und Läufer als vorher.
Was ihn am Format begeistert, ist die radikale Niederschwelligkeit. Jedes Tempo ist willkommen, egal ob schnell, gehend oder als Pacer für andere. Die Durchschnittszeit in Wien liegt bei rund 29 Minuten. Das ist bewusst so gewollt, denn eine steigende Durchschnittszeit bedeutet, dass immer mehr Menschen einsteigen, die vorher gar nicht gelaufen sind.
Zum großen Social-Run-Boom mit seinen tausenden Instagram-Followern hat Langer eine gelassene Haltung. Er sieht darin keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung. Jede Gruppe, die Menschen zum Laufen bringt, ist aus seiner Sicht gut, egal ob der Fokus dabei auf Social Media oder auf der reinen Bewegung liegt.
Dank an RUNNING & Fitness, Österreichs Laufmagazin Nummer eins unterstützt diesen Podcast in seiner dritten Saison! - Es gibt Themen, bei denen man sich erstmal fragt, was einen das eigentlich angeht. Ultra Gobi ist genau so ein Thema, und trotzdem, oder gerade deshalb, wird daraus eine der spannendsten LAUF ALTER-Folgen der letzten Zeit.
Egon war als Journalist selbst zehn Tage in der Wüste Gobi in China unterwegs, hat im Ein-Mann-Zelt geschlafen, tagsüber 35 Grad erlebt und nachts Temperaturen von gefühlt unter null. Das Rennen selbst führte 400 Kilometer entlang der Seidenstraße, unsupported, mit nur zehn Verpflegungsstellen alle 40 Kilometer. Dort gab es ausschließlich Wasser, wahlweise kalt oder warm. Alles andere mussten sich die Läuferinnen und Läufer selbst organisieren, inklusive der vorgeschriebenen Nahrung von mindestens 2.000 Kalorien pro Etappe, die sie in Drop-Bags deponieren mussten. Nur 55 Startplätze gab es für diese Distanz, für eine Startgebühr von 3.500 Dollar.
Der eigentliche Kern der Folge liegt aber in der Zukunft der Serie. Bereits im Januar 2027 startet ein neues 400-Kilometer-Rennen in AlUla, im Nordwesten Saudi-Arabiens, organisiert von derselben chinesischen Agentur unter der Leitung von Elisa Wang und James Huang. Und für 2028 ist ein Ultra Gobi rund um den Kilimandscharo so gut wie fix geplant. Tom und Egon sprechen dabei nicht nur über die reine Faszination dieser Rennen, sondern auch offen über die politische Ambivalenz, die mit Austragungsorten wie Saudi-Arabien einhergeht, über Sportwashing und Tourismusinteressen, ohne das Thema einfach beiseitezuschieben.
Am Ende dieser BONUS-Episode bleibt vor allem ein Bild: mitten in der Nacht, allein in der Wüste stehend, unter einem Sternenhimmel, den man sonst nirgendwo sieht. Egons eigener Traum ist inzwischen klar: die 400 Kilometer rund um den Kilimandscharo, 2028. Tom hat ihm dafür schon einen Livestream versprochen.
.... und herzlichen Dank an RUNNING & Fitness, Österreichs größtes Laufsportmagazin förder den Podcast LAUF ALTER in dessen Season 3.
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Über Lauf Alter
Tom Rottenberg und Egon Theiner, zwei mittelalte Männer mit Leidenschaft für den Sport, plaudern mit und ohne Gäste über alles, was mit dem Laufen zusammenhängt.
Podcast-WebsiteHöre Lauf Alter, Running Free – Laufen in deinem Rhythmus | runventure® by Florian Reiter und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

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