Manchmal sind wir unser eigener härtester Kritiker und gehen grausam mit uns selbst um, besonders wenn wir Fehler machen. Wir sind oft von Geburt an innerlich "blind" und erkennen weder unsere eigene tiefste Identität noch den unendlichen Wert unserer Mitmenschen.In der vierten Folge unserer Predigtserie „Von Gott gebrandmarkt“ spricht P. George über die Heilung des Blindgeborenen und unsere eigene innere Sehfähigkeit. Wie zwei ungeborene Zwillinge, die im Mutterleib darüber streiten, ob es ein Leben nach der Geburt gibt, ist unsere menschliche Perspektive oft extrem begrenzt. Wir übersehen leicht die unfassbare Würde eines Menschen – wie bei einer alten, sterbenden Dame im Krankenhaus, die äußerlich vielleicht wie ein "Jammerhaufen" wirkt, in Wahrheit aber für Gott unendlich kostbar und für das ewige Leben bestimmt ist.Jesus möchte unsere Augen öffnen und uns neu erschaffen. Dabei nimmt er uns den Druck der Perfektion, denn Glaube ist ein Prozess und kein Schalter, der sofort umgelegt wird. Wie der blinde Mann, der in Jesus zuerst nur einen "Mann", dann einen "Propheten" und schließlich den "Herrn" erkennt, dürfen auch wir unseren Weg Schritt für Schritt gehen.P. George räumt auch mit der romantischen Vorstellung auf, dass ein Leben mit Gott automatisch bedeutet, keine Probleme mehr zu haben. Es gibt keinen Ostersonntag ohne den Karfreitag. Doch gerade in unseren Herausforderungen und wenn wir bereit sind, unser Kreuz zu tragen, dürfen wir zutiefst erfahren, dass wir nicht allein gelassen, sondern unendlich geliebt und getragen sind.