59 Episoden
- Bernd Bender, angeleitete Meditation am 05. April 2026 im Akazienzendo, Berlin
Zu Beginn dieser angeleiteten Meditation nehmen wir eine bequeme Sitzhaltung ein und gehen mit der Aufmerksamkeit in unseren gespürten, atmenden Körper hinein. Dann spricht Bernd über Zazen. Er schlägt vor, Shikantaza als Praxis zu verstehen, in der wir unsere Erfahrung genau so, wie sie sich im gegenwärtigen Moment entfaltet, zulassen und sie uns bewusst machen. Erlauben wir uns, einfach nur zu sitzen.
Support the show - Claudia Schmidt, Dharma-Vortrag, Sommer-Sesshin, 23. Juli 2026 in Wilhelmsaue
In dieser Folge hörst du den Vortrag unserer Shuso Claudia, den sie im Rahmen unserer Praxisperiode im Juli-Sesshin gehalten hat. Dabei verbindet Claudia die Lectio Divina – eine meditative Form der Textbetrachtung – mit Zazen und moderner Koan-Arbeit.
Ausgangspunkt ist eine Geschichte aus „Erwachen im Alltag" von Eve Myonen Marko und Wendy Egyoku Nakao: Eine Praktizierende schlägt in ihrer Gruppe vor, sich selbst durch kurze Dharma-Vorträge auszutauschen – und stößt auf Widerstand. Man brauche doch eine „richtige" Lehrkraft. Daran entfaltet Claudia zentrale Fragen: Wer ist im Zen eigentlich Lehrerin oder Lehrer? Wie gehen wir mit der Tendenz um, uns selbst klein zu machen? Und wie entsteht Gemeinschaft, in der jede Stimme gehört wird?
Mach direkt mit beim Schreibexperiment!
Claudia lädt zu 10 Minuten intuitivem Schreiben ein – nach einer Methode von Florence Caplow (Upaya Zen Center), bei der man sich Koans durch den Wechsel von Zazen, meditativem Lesen und intuitivem Schreiben nähert. Sobald die Schreibzeit beginnt, pausiere einfach das Audio und schreib frei, was dir in den Sinn kommt.
Ein Vortrag voller Wärme und Ermutigung, die eigene Verantwortung im Alltag zu übernehmen – bis hin zu den letzten Worten, die Buddha zugeschrieben werden: „Seid euch selbst ein Licht."
Was am Anfang als Frage im Koan steht, beantwortet Claudia ganz praktisch: Danke, liebe Claudia, für deinen Mut, zu deiner eigenen Praxis zu stehen.
Support the show - Bernd Bender, Dharma-Vortrag, Sommer-Sesshin, 22. Juli 2026 in Wilhelmsaue
Im Zuge unseres Sommer-Sesshins hielt Bernd einen Vortrag über die Kunst der Untätigkeit und ihre Verbindung zur Zen-Praxis. Da Untätigkeit in unserer Gesellschaft als Defizit abgewertet wird, das es schnellstmöglich zu beheben gilt, entgeht uns „das Reich und der Reichtum der Untätigkeit,“ wie der Philosoph Byung-Chul Han sich ausdrückt. Zen kann ein Zugang zu diesem Reich gewähren. Indem wir lernen, in den Dingen zu Ruhen, können wir erfahren, dass alles hier und jetzt da ist, dass nichts hinzugefügt werden muss, und dass wir, so wie wir sind, vollkommen sind.
Support the show - Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 6. Treffen am 6. Juli 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das sechste und damit letzte Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit.
In der fünften Folge geht es um die Frage, was Vasubandhus Verse mit Mitgefühl zu tun haben.
Nach einer Phase des Körperspürens und Ruhens im Feld der Wahrnehmungen, führt uns Bernd durch eine experimentelle Metta-Praxis.
Im anschließenden Vortrag betont Bernd, dass Mitgefühl das stille Zentrum von Vasubandhus 30 Versen ist. Anhand folgender Stufen können wir diesem Zentrum nachspüren: Einfach nur Wahrnehmung. Hier geht es um das Ruhen im Feld der Aufmerksamkeit. Wir können direkt – nicht konzeptuell – einsehen, dass wir aus unserem Bewusstsein nicht aussteigen können, und Selbst und Andere unmittelbar verbunden sind. Diese Verknüpfung führt auf der zweiten Stufe zu der Erkenntnis, dass Andere und wir mehr sind, als das Bild, das wir uns von uns selbst und ihnen machen. Dies führt zu weniger Selbstbild und mehr Selbstmitgefühl. Die Wogen des Ergreifens von Selbst und Anderen glätten sich zunehmend. Auf der nächsten Stufe können wir das Ich-Ergreifen erkennen, manas, also die Aktivität, die das unaufhörliche Strömen von alaya ergreift und es „Ich“ nennt. Aus dieser Erkenntnis heraus geschieht wiederum eine Öffnung hin zur Dynamik des nicht-dualen Feldes aus lebendigem Entfalten. Schließlich entsteht aus der innigen Verbundenheit mit der Welt die Verantwortung, mit unserem Tun nährende Samen in das Feld von Selbst und Anderen zu streuen. Mitgefühl ist nicht nur ein Gefühl, sondern Praxis des Aussäens heilsamer Samen. Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt.
Support the show - Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 5. Treffen am 29. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das fünfte von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit.
In der fünften Folge geht es um die Verse 26 und 27. Sie besagen, dass die Tendenz, Selbst und Anderes zu ergreifen, solange nicht abnimmt, bis das Bewusstsein in Nur-Vorstellung zur Ruhe gekommen ist. Wenn wir andererseits das, was wir vor uns stellen, wiederum als „Nur-Vorstellung“ ergreifen, so ruhen wir auch noch nicht in eben diesem.
In der angeleiteten Meditation betrachten wir, wie das Gegenüber entsteht. Indem wir uns darin üben, in den Erscheinungen, so wie sie sich entfalten, zu ruhen, können wir erkennen, dass alles, Innen und Außen, Selbst und Anderes, gemeinsam erscheint, als ein lebendiges Feld.
Was heißt es für unsere Praxis, in Nur-Vorstellung zu ruhen? Bernd entwickelt in seinem Vortrag einen Stufenplan für Zazen bzw. Shikantaza. Auf der ersten Stufe konzentrieren wir uns auf den gespürten, atmenden Körper und kommen in dem, was sich in diesem inneren Spüren zeigt, zur Ruhe. Auf der zweiten Stufe erweitern wir unsere Aufmerksamkeit um das, was im Außen erscheint. Indem wir sowohl innere, als auch äußere Erscheinungen zugleich bewusst wahrnehmen, öffnet sich die Grenze zwischen Innen und Außen, Selbst und Anderem, und wird durchlässig. Auf der dritten Stufe zeigt sich auch das Ich-Bewusstsein (manas) nicht mehr als das lebendige Feld selbst, sondern innerhalb dieses Feldes. Das Gefühl eines meditierenden Ichs, das betrachtet,
denkt, wahrnimmt, ist nicht getrennt von allem anderen, das auf dieselbe Art und Weise erscheint. Bernds Praxisvorschlag für die dritte Stufe ist es, sozusagen mit dem Atem das Selbst-Gefühl in das Feld hinein zu entspannen, aus dem es sich erhebt. Dies ist die Transformation von alaya in leuchtende Spiegelweisheit, wenn uns unser Leben von Moment zu Moment geschenkt wird.
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Über Akazienzendo Podcast
Herzlich Willkommen beim Akazienzendo Podcast! Hier veröffentlichen wir Dharma-Vorträge von unserem Lehrer Bernd Bender und unseren Gäst:innen, sowie angeleitete Meditationen. Akazienzendo ist eine Berliner Sangha mit einer internationalen Community. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und mit dem San Francisco Zen Center assoziiert. Akazienzendo versteht sich als ein Ort der Stille. Wo wir die Menschlichkeit, die wir alle teilen und die uns im Innersten verbindet, erfahren können.
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