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Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

Birgit und Torsten Koerting
Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg
Neueste Episode

554 Episoden

  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #555 — Von Social Media zu Interest Media: Warum Follower egal werden

    21.08.2026 | 7 Min.
    Von Social Media zu Interest Media: Warum Follower egal werden
     
    Reichweite neu gedacht: TJ erklärt, warum die Followerzahl als Erfolgskennzahl ausgedient hat – und was Interest Media stattdessen bedeutet. Aus 20–25 Stunden wöchentlichem Videomaterial baut sein Team automatisiert Podcasts, Workbooks und LinkedIn-Posts. Wer versteht, wie sich das Konsumentenverhalten verschoben hat, kann diesen Hebel sofort nutzen.
     
    Der Rohstoff, den du schon hast – aber noch nicht nutzt

    Wer regelmäßig Calls, Workshops oder Gruppenformate abhält, produziert bereits enormes Content-Volumen. Im Koerting Institute sind es allein im KI-Café zwei Stunden pro Woche; über alle Gruppen-Calls summiert sich das locker auf 20 bis 25 Stunden Videomaterial pro Woche. Das Problem ist selten der fehlende Stoff – es ist die fehlende Pipeline, um daraus mehr zu machen. TJ zeigt, wie sein Team aus diesen Tonspuren und Aufzeichnungen innerhalb eines einzigen Tages fertige Akademie-Videos, Workbooks, Podcast-Episoden und LinkedIn-Beiträge ableitet. Kein zusätzliches Redaktionsteam, kein manuelles Nachbearbeiten jedes Formats – sondern eine automatisierte Weiterverarbeitung, die den vorhandenen Rohstoff endlich vollständig ausschöpft.
     
    Warum der Shift plötzlich kommt – und was Facebook 2012 damit zu tun hat

    TJ erinnert sich an eine Zeit, in der Facebook echte soziale Funktion hatte. Von 2009 bis etwa 2018 verknüpfte er dort Menschen aus New York, Australien und aller Welt – nicht um Umsätze zu generieren, sondern um Verbindungen zu pflegen. Er druckte seine Jahrgänge bei mysocialbook.com als Bücher: Die Bände wurden bis 2015 immer dicker, dann immer dünner, bis er aufhörte. Das Soziale war schlicht verschwunden. Was folgte, war die Follower-Ära: Reichweite aufbauen, Inhalte pushen, Menschen über den Link in der Bio in den Funnel führen. Viele Plattformnutzer klagen heute noch darüber, dass LinkedIn die soziale Komponente verliere. TJ bringt es auf den Punkt: Diese Komponente spielt ohnehin keine Rolle mehr.
     
    Interest Media: Was Alex Hormozi in Las Vegas auf den Punkt gebracht hat

    Der entscheidende Augenöffner kam für TJ auf einer Veranstaltung in Las Vegas, wo Alex Hormozi den Begriff Interest Media prägte. Die Kernthese: Menschen suchen heute nicht mehr nach Beziehungen, wenn sie Plattformen öffnen. Sie suchen nach Informationen, Weiterentwicklung und Antworten auf konkrete Fragen – ähnlich wie bei einer YouTube-Suche. Das verändert die Spielregeln fundamental. Wer Content mit dem Ziel produziert, Follower anzusprechen, die ihn bereits kennen, denkt in der alten Logik. Wer Content produziert, der aktiv gesucht wird, spielt das neue Spiel. Die Konsequenz für Unternehmer: Nicht die Abonnentenzahl entscheidet, sondern wie tief und wie lange Menschen mit den Inhalten interagieren – also echte Konsumtiefe statt oberflächliche Reichweite.
     
    Was Unternehmen gerade verpassen – und warum das deine Chance ist

    Viele Unternehmer optimieren noch auf Follower, Kommentare und sichtbare Interaktionen – Metriken, die aus der Social-Media-Ära stammen. Die Plattformen selbst haben sich längst weiterentwickelt: Algorithmen bevorzugen Inhalte, die Menschen aktiv suchen und lange konsumieren, nicht Inhalte, die nur im bestehenden Netzwerk zirkulieren. Wer das noch nicht eingepreist hat, verliert organische Reichweite an Anbieter, die spezifische Fragen spezifischer Zielgruppen beantworten – egal wie groß deren Community ist. Die Chance liegt darin, jetzt auf suchgetriebene, tiefe Inhalte umzuschwenken: Formate, die echten Wissensbedarf bedienen, und Pipelines, die diesen Content effizient in mehrere Kanäle übersetzen, bevor der Rest des Marktes aufgewacht ist.
     
    Fazit: Nicht Follower, sondern Tiefe ist die neue Währung

    Der Shift von Social Media zu Interest Media ist kein Trend, sondern eine strukturelle Verschiebung im Konsumentenverhalten. TJ fasst es klar zusammen: Follower sind irrelevant, Konsumtiefe entscheidet. Wer gleichzeitig erkennt, dass er bereits auf einem Berg ungenutzten Content-Rohstoffs sitzt, und wer eine KI-gestützte Pipeline aufbaut, die diesen Rohstoff automatisch in mehrere Formate übersetzt, kombiniert beide Erkenntnisse zu einem echten Wettbewerbsvorteil. Das Flywheel dreht sich – die Frage ist nur, ob du es anwirfst.
     
    Das nimmst du mit:
    • Nicht die Followerzahl zählt, sondern wie tief und wie lange Menschen deine Inhalte konsumieren – das ist die Kernmetrik im Zeitalter von Interest Media.
    • Wer regelmäßig Calls, Workshops oder Gruppenformate abhält, produziert bereits 20–25 Stunden Rohstoff pro Woche – der richtige Aufbau macht daraus Podcasts, Workbooks und Posts, ohne zusätzliches Team.
    • Der von Alex Hormozi in Las Vegas beschriebene Shift ist real: Menschen öffnen Plattformen heute, um aktiv nach Informationen zu suchen, nicht um Beziehungen zu pflegen – wer Content noch in der alten Logik produziert, verliert Reichweite.
    • Eine KI-gestützte Content-Pipeline kann aus einer einzigen Aufzeichnung innerhalb eines Tages mehrere fertige Formate erzeugen – das ist der entscheidende Effizienz-Hebel für Unternehmer mit begrenzten Ressourcen.
    • Die soziale Komponente auf LinkedIn und anderen Plattformen ist nicht verschwunden – sie war schlicht nie der eigentliche Wachstumstreiber für Unternehmer, die suchgetriebene Zielgruppen erreichen wollen.
     
    Kapitel:
    00:00 Content-Pipeline: Was aus Calls automatisch entsteht
    01:24 Die Shift-These: Von Social Media zu Interest Media
    01:56 Facebook 2012 – als soziale Verbindung noch der Kern war
    04:59 Followerzahl ist irrelevant – Tiefe der Interaktion zählt
     
     
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  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #554 — Open Source statt GPT-4: Matching-Plattform ohne laufende Token-Kosten

    17.08.2026 | 3 Min.
    #554 — Open Source statt GPT-4: Matching-Plattform ohne laufende Token-Kosten
    Spezialisierte Open-Source-Modelle schlagen Frontier-Modelle bei klar definierten Aufgaben — und kosten im Betrieb nichts außer Strom. TJ zeigt am Beispiel einer KI-gestützten Matching-Plattform für Interim-Manager, wie das Prinzip „Topmodell zum Entwickeln, Open Source in Produktion" in der Praxis funktioniert. Warum du für Leasing-Ratenberechnungen kein Claude Sonnet brauchst — und was das für deine nächste KI-Anwendung bedeutet.
     
    Die echte Frage: Wie wichtig sind Topmodelle wirklich?

    TJ stellt die Frage direkt zu Beginn: Wie wichtig sind die großen, teuren Modelle — GPT-4, Claude, Gemini — überhaupt? Die kurze Antwort lautet: zum Entwickeln sehr wichtig, im Betrieb oft völlig überflüssig. Was nach einer provokanten These klingt, ist für das Koerting Institut längst gelebte Praxis. Das Kernprinzip dreht sich um digitale Souveränität: Wer im Produktivbetrieb auf externe API-Modelle angewiesen ist, zahlt dauerhaft — in Token, in Abhängigkeit, in Datenschutzrisiken. Wer dagegen mit Open-Source-Modellen arbeitet, behält die Kontrolle. Und zahlt nur Strom.
     
    Die Interim-Manager-Matching-Plattform: Live gebaut, lokal betrieben

    Im KI-Café vor einigen Wochen hat TJ gemeinsam mit Falk Janotta live auf der Bühne eine KI-gestützte Matching-Plattform für Interim-Manager entwickelt — demonstriert in Echtzeit, vor Publikum. Das Besondere: Gebaut wurde die Plattform mit starken US-Modellen, dem, was TJ als „neue Form der Anwendungsentwicklung" bezeichnet — andere nennen es Vibe-Coding oder Vibe-Engineering. Betrieben wird sie aber mit Open-Source-Modellen von Hugging Face, lokal auf Falks Laptop. Das Ergebnis: keine laufenden API-Kosten, keine Token-Gebühren, keine Drittanbieter-Abhängigkeit im Produktivbetrieb. Die Plattform läuft — und kostet Falk außer Strom keinen Cent.
     
    Warum spezialisierte Modelle Frontier-Modelle schlagen

    Ein konkretes Beispiel macht den Unterschied greifbar: Leasing-Ratenberechnungen. Für solche klar strukturierten Rechenoperationen braucht man kein Claude Sonnet, kein Opus, kein Gemini. Man braucht ein auf Rechenoperationen spezialisiertes Open-Source-Modell — und das führt diese Berechnungen präziser durch als jedes Frontier-Modell. Der Grund liegt in der Spezialisierung: Generelle Modelle sind auf Breite trainiert, spezialisierte auf Tiefe. Für eng definierte Teilaufgaben innerhalb eines Prozesses gewinnt die Tiefe. Das gilt für Finanzberechnungen genauso wie für Matching-Logik — und vermutlich für viele weitere Anwendungsfälle in deinem Unternehmen.
     
    Das Prinzip: Topmodell zum Entwickeln, Open Source in Produktion

    TJ fasst das Vorgehen in eine klare Formel: Topmodell in der Entwicklung, Open Source in der Produktion. Während du Agenten baust, Logik entwirfst und Architekturen testest, lohnt sich der Einsatz der besten verfügbaren Modelle. Sobald die Anwendung aber in den Produktivbetrieb geht — ins Release, ins Change-Management — wechselst du auf die offenen Modelle, die am Markt frei verfügbar sind. Dieses Prinzip ist keine Theorie. Es funktioniert bereits bei Corporate-Kunden des Koerting Instituts. Und es verändert grundlegend, wie du über KI-Kosten und KI-Architektur nachdenken solltest.
     
    Fazit: Souveränität ist eine Architekturentscheidung

    Digitale Souveränität entsteht nicht durch eine Grundsatzdebatte — sie entsteht durch konkrete Architekturentscheidungen. Welches Modell sitzt wo in meinem Prozess? Welche Aufgabe erfordert Breite, welche Tiefe? Wo zahle ich Token-Kosten, und wo kann ich sie durch lokale Open-Source-Modelle ersetzen? Die Interim-Manager-Plattform zeigt: Diese Entscheidungen sind heute schon möglich, die Werkzeuge auf Hugging Face sind verfügbar, und das Ergebnis überzeugt auch bei Corporate-Kunden. Der wichtigste Schritt ist, aufzuhören, Frontier-Modelle als Standard vorauszusetzen — und stattdessen pro Teilaufgabe zu denken.
     
    Das nimmst du mit:

    • Frontier-Modelle wie GPT-4 oder Claude eignen sich zum Entwickeln und Bauen von KI-Anwendungen — im Produktivbetrieb sind spezialisierte Open-Source-Modelle oft präziser und kosten nichts.
    • Eine lokal betriebene KI-Anwendung mit Open-Source-Modellen verursacht keine laufenden Token-Kosten — du zahlst nur Strom und Hardware.
    • Für klar definierte Teilaufgaben wie Leasing-Ratenberechnungen oder Matching-Logik übertreffen spezialisierte Open-Source-Modelle die generellen Frontier-Modelle in der Präzision.
    • Das Prinzip „Topmodell zum Entwickeln, Open Source in Produktion" funktioniert bereits im Einsatz bei Corporate-Kunden des Koerting Instituts.
    • Digitale Souveränität ist keine strategische Absichtserklärung, sondern eine konkrete Architekturentscheidung — pro Teilaufgabe, pro Prozessschritt.
     
    Kapitel:

    00:00 Wie wichtig sind Topmodelle wirklich?
    00:22 Die Interim-Manager-Matching-Plattform: Entstehung & Demo
    01:04 Open Source auf Hugging Face statt teurer API-Modelle
    01:30 Leasing-Ratenberechnung: Spezialisierte Modelle schlagen Frontier
    01:59 Das Prinzip: Topmodell zum Entwickeln, Open Source in Produktion
     
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  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #553 — KI-Innovationsrahmen: 6 W-Fragen für jedes KI-Projekt

    14.08.2026 | 8 Min.
    KI-Innovationsrahmen: 6 W-Fragen für jedes KI-Projekt
    Sechs W-Fragen, die den Auftrag für jedes KI-Projekt sauber definieren – bevor irgendeine Umsetzung startet. Birgit zeigt, wie du nach dem ersten gewonnenen Projekt Klarheit auf Geschäftsleitungsebene schaffst und warum das Framework ohne gute Moderation wertlos bleibt. Wer die Fragen nicht aktiv führt, bekommt als Antwort: „alles disruptiv und sofort." Wie du das verhinderst, hörst du in dieser Folge.
     
    Die Lücke, in die du als Berater gehst

    Die meisten Unternehmen wissen schlicht nicht, was mit KI heute schon möglich ist. Birgit nennt das die Lücke zwischen dem, was Unternehmen kennen, und dem, was technisch bereits machbar ist. Genau dort setzt der KI-Berater an: Er bringt Einordnung und Orientierung in ein Feld, das für Entscheider oft unübersichtlich wirkt. Das Framework greift in dem Moment, in dem du das erste Projekt gewonnen hast – also nicht beim Erstkontakt, sondern wenn der eigentliche Transformationsauftrag beginnt. Der KI-Innovationsrahmen ist das Werkzeug, das aus dieser Ausgangssituation einen klaren, umsetzbaren Projektrahmen macht.
     
    Die sechs W-Fragen im Überblick

    Der Rahmen besteht aus genau sechs Fragen: Warum überhaupt KI – was ist das übergeordnete Ziel? Wen soll KI nutzen – Mitarbeiter, Kunden, Partner oder das Unternehmen als Ganzes? Welche Lösungen – evolutionär (das Vorhandene verbessern), revolutionär (einzelne Bereiche grundlegend verändern) oder disruptiv (komplett neu denken, auf der grünen Wiese starten)? Wann – welcher realistische Zeitrahmen gilt, bis wann was erreicht sein soll? Wo – welche konkreten Bereiche und Prozesse sind im Scope dieses ersten Vorhabens? Und schließlich: Woran messen wir Erfolg – welche KPIs und welcher ROI gelten als Maßstab? Am Ende dieser sechs Fragen steht ein Dokument, das den Auftrag des KI-Projekts eindeutig definiert.
     
    Warum evolutionär, revolutionär und disruptiv keine Semantik ist

    Beim dritten W – „Welche Lösungen?" – liegt eine der häufigsten Fallen. Evolutionär bedeutet: bestehende Prozesse mit KI verbessern, kleiner Scope, überschaubares Risiko. Revolutionär heißt: einzelne Bereiche werden fundamental verändert, der Zeitplan wird länger, die Erwartungen steigen. Disruptiv meint bei Birgit ausdrücklich nicht, alles kaputtzumachen, was bisher galt – sondern das Privileg zu nutzen, Dinge komplett neu zu denken, weil die technischen Möglichkeiten das erstmals erlauben. Die Wahl zwischen diesen drei Stufen bestimmt unmittelbar Scope, Zeitplan und Erwartungsmanagement des gesamten Projekts. Wer das nicht früh klärt, kämpft später mit unkontrollierbaren Erwartungen.
     
    Das Moderationsproblem: Warum die Fragen allein nichts bewirken

    Birgit ist in diesem Punkt direkt: Die sechs Fragen sehen einfach aus. Sind sie ohne gute Moderation aber nicht. Wenn Unternehmen erstmals sehen, was KI leisten kann, lautet die typische Antwort auf fast alle Fragen: „alles und sofort." Überall einführen, maximal disruptiv, am besten gestern. Ein solches Ergebnis ist, wie Birgit es formuliert, „das Papier nicht wert, auf dem die Antworten stehen." Die entscheidende Kompetenz ist deshalb die Fähigkeit, die Runde – auf Geschäftsleitungsebene – so zu führen, dass am Ende ein realistischer und umsetzbarer Innovationsrahmen steht. Menschen sollen inspiriert werden, sich auf Augenhöhe austauschen und ein gemeinsames Fundament schaffen – nicht gelangweilt mit den Händen auf den Tisch klopfen.
     
    Fazit: Struktur statt blindes Experimentieren

    Der KI-Innovationsrahmen löst ein konkretes Problem: Unternehmen experimentieren im Moment vielfach blind, verlieren sich in vagen Ideen und starten ohne messbare Ziele. Die sechs W-Fragen erzwingen Klarheit – und zwar bevor eine einzige Stunde Umsetzungsarbeit beginnt. Birgit vergleicht das Framework mit den Kugelstrukturen der Sydney Opera: Sie sind dazu da, Struktur zu geben, damit das eigentliche Bauwerk entstehen kann. Woran messen wir Erfolg ist dabei die vielleicht wichtigste Frage – weil ohne vorab definierte KPIs und ROI jedes KI-Vorhaben am Ende subjektiv bleibt. Wer diesen Rahmen sauber moderiert, sichert sich nicht nur ein besseres Projektergebnis, sondern auch die Glaubwürdigkeit als Berater auf Entscheiderebene.
     
    Das nimmst du mit:

    • Die sechs W-Fragen – Warum, Wen, Welche Lösung, Wann, Wo, Woran messen – definieren den vollständigen Auftrag eines KI-Projekts, bevor irgendeine Umsetzung startet.
    • Ohne aktive Moderation liefern die Fragen keine verwertbaren Antworten: Unternehmen tendieren dazu, alles als disruptiv und sofort umsetzbar einzustufen.
    • Der Unterschied zwischen evolutionär, revolutionär und disruptiv ist keine Wortklauberei – er legt Scope, Zeitplan und Erwartungsmanagement des gesamten Projekts fest.
    • KPIs und ROI müssen am Anfang definiert werden, nicht am Ende – sonst bleibt jedes KI-Vorhaben subjektiv und nicht messbar.
    • Der Innovationsrahmen verhindert blindes Experimentieren und schafft auf Geschäftsleitungsebene ein gemeinsames Fundament für die KI-Transformation.
    • Die Lücke zwischen dem, was Unternehmen über KI wissen, und dem, was technisch möglich ist, ist dein konkreter Einstiegspunkt als Berater.
     
    Kapitel:

    02:40 Was ist der KI-Innovationsrahmen?
    03:22 1. W: Warum überhaupt KI?
    03:41 2. W: Für wen soll KI einen Nutzen bringen?
    04:02 3. W: Welche Lösungen — evolutionär, revolutionär oder disruptiv?
    05:07 4. W: Wann — realistischer Zeitrahmen
    06:16 5. W: Wo soll KI eingeführt werden?
    06:53 6. W: Woran messen wir Erfolg?
    07:20 Warum Moderation der entscheidende Skill ist
     
     
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    #552 — Vibe Engineering statt Vibe Coding: Mit Thomas Brunner und Axel Beckert

    07.08.2026 | 40 Min.
    Vibe Engineering statt Vibe Coding: Mit Thomas Brunner und Axel Beckert
     
    Rund 90 % seiner neuen Projekte löst Axel Beckert heute direkt über Code – nicht mehr über Workflow-Tools wie n8n oder Make. Im Gespräch mit Thomas Brunner erklärt er, warum der Unterschied zwischen Vibe Coding und Vibe Engineering über Erfolg oder Absturz entscheidet. Wer verstehen will, wie KI-generierter Code den Weg in den echten Betrieb schafft, sollte diese Folge hören.
     
    Vom Workflow-Tool zum Code: Was hinter dem 90-%-Shift steckt

    Axel Beckert hat seine Arbeitsweise radikal umgestellt. Wo früher n8n oder Make die erste Wahl waren, greift er heute bei rund 90 % aller neuen Projekte direkt zum Code. Das klingt nach einer technischen Präferenz – ist aber eine strategische Entscheidung. Workflow-Tools stoßen schnell an Grenzen, sobald Logik komplexer wird, Fehlerbehandlung nötig ist oder mehrere Systeme eng zusammenspielen müssen. Code ist flexibler, testbar und langfristig wartbarer. Der Wechsel ist kein Selbstzweck, sondern folgt einem klaren Prinzip: Das Werkzeug soll dem Problem dienen, nicht umgekehrt.
     
    Vibe Coding vs. Vibe Engineering: Der entscheidende Unterschied

    Vibe Coding beschreibt das explorative, schnelle Entwickeln mit KI-Unterstützung – Ideen werden direkt in Code übersetzt, der Prototyp entsteht in Minuten. Das hat seinen Wert in der frühen Phase. Doch Vibe Coding ignoriert systematisch, was danach kommt: Fehlerfälle, Sicherheitslücken, Monitoring, Betrieb. Genau hier setzt Vibe Engineering an. Es fügt dem schnellen Ergebnis die Schichten hinzu, die aus einem Experiment ein echtes Produkt machen: automatisierte Tests, Code-Analyse, Sicherheitslayer und Monitoring. Die Geschwindigkeit bleibt – aber das Ergebnis ist produktionsreif. Der Unterschied ist nicht akademisch. Er entscheidet, ob eine KI-Lösung im Unternehmen wirklich läuft oder nach dem ersten Fehler wieder verschwindet.
     
    Intent als eigentlicher Hebel: Problem, Zielbild, messbares Ergebnis

    Axel Beckert benennt einen zentralen Engpass, der oft übersehen wird: der formulierte Intent. Gemeint ist die knappe, präzise Beschreibung von Problem, Zielbild und messbarem Ergebnis – bevor eine einzige Zeile Code entsteht. Dieser Intent ist mehr als ein Briefing. Er wird zum Maßstab, gegen den sich jede einzelne Funktion prüfen lässt. Ist ein Feature wirklich nötig? Löst es das ursprüngliche Problem? Ein sauber formulierter Intent schafft Durchgängigkeit von der Strategie bis zur Software – und verhindert, dass KI-Systeme in Richtungen wachsen, die niemand bestellt hat. Wer hier investiert, spart später erheblich an Korrekturen.
     
    Agentisches Coding: Mehrere KI-Agenten, parallel, koordiniert

    Ein weiterer Beschleuniger in Axels Praxis ist agentisches Coding: Statt einer KI, die sequenziell arbeitet, übernehmen mehrere Agenten parallel unterschiedliche Aufgaben – einer analysiert, einer schreibt Tests, einer implementiert. Das verändert das Tempo der Umsetzung spürbar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Koordination und Struktur. Wer agentisch arbeiten will, braucht einen klaren Intent (siehe oben) und definierte Schnittstellen zwischen den Agenten. Die Technologie ist kein Selbstläufer – aber in der richtigen Umgebung ein echter Multiplikator.
     
    Fazit: Lieber gut angefangen als perfekt nichts gemacht

    Axel Beckerts Abschlusssatz trifft den Kern: „Lieber gut angefangen als perfekt nichts gemacht." Das ist kein Aufruf zu schludriger Arbeit – sondern zur realistischen Einschätzung, dass Perfektion vor dem ersten Schritt die größte Bremse ist. Vibe Engineering gibt dir den Rahmen, um schnell zu starten und trotzdem solide zu bauen. Der Intent hält die Richtung. Die Engineering-Schichten machen das Ergebnis haltbar. Wer beides kombiniert, kann KI-Projekte liefern, die nicht nur beeindrucken, sondern wirklich im Betrieb bestehen.
     
    Das nimmst du mit:
    • 90 % der neuen Projekte lassen sich heute direkt über Code lösen – Workflow-Tools wie n8n oder Make sind oft nicht mehr die beste erste Wahl.
    • Vibe Coding ist ein nützlicher Startpunkt, aber ohne Tests, Sicherheitslayer und Monitoring kein tragfähiges Produktionssystem.
    • Vibe Engineering ergänzt die Geschwindigkeit von KI-generiertem Code um genau die Schichten, die echten Betrieb erst möglich machen.
    • Ein präzise formulierter Intent – Problem, Zielbild, messbares Ergebnis – ist der wichtigste Hebel für Durchgängigkeit von der Strategie bis zur Software.
    • Agentisches Coding mit parallel arbeitenden KI-Agenten beschleunigt die Umsetzung erheblich, setzt aber klare Struktur und definierte Schnittstellen voraus.
    • Der pragmatische Einstieg schlägt das Warten auf die perfekte Lösung – solide starten und iterieren ist die produktivere Strategie.
     
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  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #551 — Flexibel bleiben, ohne die Richtung zu verlieren: KISB-Launch SHE Serie - Folge 6

    03.08.2026 | 5 Min.
    Flexibel bleiben, ohne die Richtung zu verlieren: KISB-Launch SHE Serie - Folge 6
     
    Der KI-Strategie-Sprint ist ein kompaktes Workshop-Format, das Struktur und Flexibilität verbindet. In Folge 6 der KISB-Launch-Serie erklärt Birgit, wie der Sprint aus dem Google Design Sprint abgeleitet wurde, warum der Wechsel zwischen Divergenz und Konvergenz das Herzstück ist – und was es bedeutet, wenn KI kein Hilfsmittel am Rand, sondern ein aktiver Teilnehmer im Raum ist. Ein Highlight-Format der Ausbildung mit eigenem Zertifikat.
     
    Was der KI-Strategie-Sprint eigentlich ist

    Der KI-Strategie-Sprint ist kein klassischer Workshop, der sich über Wochen zieht. Er ist timeboxed – also bewusst auf einen festen Zeitrahmen begrenzt – und damit das Gegenteil des endlosen Strategiemeetings, das irgendwann im Sande verläuft. Die Wurzeln liegen im Google Design Sprint, einem erprobten Format, das ursprünglich für Produktentwicklungsteams gebaut wurde. Birgit hat dieses Grundprinzip auf die Anforderungen moderner KI-Strategie übertragen: schnell klären, was zählt, und dann konsequent in diese Richtung handeln – ohne sich in Details zu verlieren, bevor der Rahmen steht.
     
    Divergenz und Konvergenz: Warum der Wechsel entscheidend ist

    Der Sprint lebt vom bewussten Wechsel zwischen Divergenz und Konvergenz. Divergenz heißt: Ideen öffnen, Möglichkeiten ausbreiten, quer denken. Konvergenz heißt: fokussieren, entscheiden, den nächsten Schritt festlegen. Dieser Rhythmus verhindert zwei klassische Fallen: das kreative Chaos ohne Ausgang und die vorschnelle Einigung, die bessere Optionen abschneidet. Indem das Format beide Phasen explizit einplant, bekommt jede Abweichung vom ursprünglichen Plan einen strukturierten Rahmen. Sie wird nicht zum Scheitern umdefiniert, sondern als Teil des Prozesses behandelt – und genau das gibt Teams die Sicherheit, wirklich frei zu denken.
     
    "Trust the process" – und KI als aktiver Mitspieler

    Ein zentrales Prinzip des Sprints ist Trust the process: dem Format vertrauen, auch wenn es in einem Moment unbequem oder offen wirkt. Das klingt nach einem Motivationsslogan, ist aber methodisch gemeint. Der Prozess ist so gebaut, dass er Orientierung gibt, ohne Ergebnisse vorwegzunehmen. Was das Format zusätzlich vom klassischen Workshop unterscheidet: KI ist kein Hilfsmittel am Rand, das man nach dem Meeting befragt. Sie ist ein aktiver Teilnehmer im Raum – eingebunden in Recherche, Strukturierung und Entscheidungsvorbereitung, während der Sprint läuft. Das verändert die Qualität und Geschwindigkeit der Ergebnisse merklich.
     
    Ein Highlight-Format mit eigenem Zertifikat

    Innerhalb der KISB SHE-Ausbildung nimmt der KI-Strategie-Sprint eine besondere Stellung ein. Er ist als Highlight-Format konzipiert, das über den regulären Lernfortschritt hinausgeht – und mit einem eigenen Zertifikat abgeschlossen wird. Das signalisiert: Wer diesen Sprint beherrscht, kann ihn anleiten, in Unternehmen einbringen und als eigenständiges Beratungsformat anbieten. Für Teilnehmer der Ausbildung ist das ein konkreter Kompetenznachweis, der direkt anwendbar ist – nicht nur ein Kursabschluss, sondern ein Werkzeug für die eigene Praxis.
     
    Fazit: Struktur ist keine Fessel – sie ist das Fundament für echte Flexibilität

    Der KI-Strategie-Sprint zeigt, dass Flexibilität und Richtungssicherheit kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Erst eine klare Struktur – timeboxed, phasengesteuert, mit KI als aktivem Partner – schafft den Raum, in dem Teams wirklich beweglich bleiben können. Wer das Format versteht und anleiten kann, hat ein Instrument in der Hand, das in Unternehmen jeder Größe funktioniert. Folge 6 der KISB-Launch-Serie legt dafür die Grundlage – und macht deutlich, warum dieser Sprint zu den zentralen Bausteinen der Ausbildung gehört.
     
    Das nimmst du mit:

    • Der KI-Strategie-Sprint ist ein timeboxed Workshop-Format – er liefert Ergebnisse in einem festen Zeitrahmen, ohne sich in endlosen Runden zu verlieren.
    • Der bewusste Wechsel zwischen Divergenz und Konvergenz verhindert sowohl kreatives Chaos als auch vorschnelle Einigung.
    • Abweichungen vom Plan werden nicht als Scheitern behandelt, sondern bekommen von Anfang an einen strukturierten Rahmen.
    • KI ist im Sprint kein nachgelagertes Hilfsmittel, sondern ein aktiver Teilnehmer – eingebunden, während der Prozess läuft.
    • "Trust the process" ist ein methodisches Prinzip: Das Format gibt Orientierung, ohne Ergebnisse vorwegzunehmen.
    • Der Sprint schließt mit einem eigenen Zertifikat ab und ist damit ein direkt anwendbarer Kompetenznachweis für die eigene Beratungspraxis.
     
     
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Generated: 8/22/2026 - 12:40:31 PM