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Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

Birgit und Torsten Koerting
Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg
Neueste Episode

575 Episoden

  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #576 — Vibe Engineering: Mit Marcus Kunkel, Peter Raehse und Tanja Förster

    30.10.2026 | 1 Std. 3 Min.
    Vibe Engineering: Mit Marcus Kunkel, Peter Raehse und Tanja Förster
     
    Code schreiben ist kein Engpass mehr — aber das richtige Ergebnis bekommst du nur, wenn du der KI präzise sagst, was du wirklich willst. In dieser Expertenrunde spricht Tanja Förster mit Peter Raehse (TÜV-zertifizierter AI-Consultant) und Softwareentwickler Marcus Kunkel darüber, wie aus einer Idee heute eine funktionierende Anwendung wird. Der Schlüssel: der Intent-Ansatz aus Matthias Schraders Buch „Code Crash" — und warum Datenqualität am Ende über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
     
    Warum Code nicht mehr der Engpass ist — aber das Problem bleibt

    KI-Tools liefern heute funktionierende Software in einem Tempo, das vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Wer ein klares Bild im Kopf hat, kann innerhalb von Stunden eine lauffähige Anwendung bauen lassen. Klingt nach Befreiung — ist es aber nur halb. Denn die KI liefert exakt das, was du ihr sagst. Nicht mehr, nicht weniger. Das verlagert den eigentlichen Engpass: weg vom Code, hin zur Frage, ob du dein Ziel präzise genug formulieren kannst. Wer hier mit vagen Wünschen startet, bekommt vage Software zurück. Peter Raehse und Marcus Kunkel kennen dieses Muster aus der täglichen Praxis — und beide sind sich einig: Das Handwerk der Anforderung ist heute wichtiger als das Handwerk des Programmierens.
     
    Der Intent-Ansatz: Erst das Ergebnis, dann die Funktion

    Der Kern dieser Folge ist ein Konzept aus Matthias Schraders Buch „Code Crash": der Intent. Bevor du die KI auch nur eine Zeile schreiben lässt, formulierst du aus Nutzersicht, welches messbare Ergebnis die Anwendung erreichen soll — mit einem konkreten Zielwert, nicht mit einer Wunschliste. Erst auf diesem Fundament entstehen User Stories und Funktionsbeschreibungen. Der Unterschied klingt subtil, ist in der Praxis aber enorm. Ein vager Auftrag wie „bau mir ein Buchungssystem" erzeugt etwas anderes als „ein Nutzer soll in unter 90 Sekunden einen Termin buchen und eine Bestätigung erhalten". Auf letzterem lässt sich bauen. Peter wendet diesen Ansatz in seiner Beratungsarbeit systematisch an — mit dem Ergebnis, dass Iterationen kürzer werden und das Endprodukt näher am echten Bedarf liegt.
     
    Lina und der Mittelstand: Zwei Welten, dieselbe Logik

    Peter Raehse berichtet aus einem konkreten Projekt: „Lina", ein KI-gestütztes medizinisches Infotelefon. Ein sensibler Anwendungsfall, der zeigt, dass der Intent-Ansatz nicht nur für einfache Tools funktioniert, sondern gerade dort gefragt ist, wo Präzision und Verlässlichkeit zählen. Marcus Kunkel bringt die andere Perspektive mit: Warenwirtschaftssysteme im Mittelstand, komplex, gewachsen, voller Altlasten. Sein Kernbefund ist überraschend eindeutig — die größte Stärke der KI liegt für ihn nicht im Schreiben von neuem Code, sondern in der Code-Analyse. Bestehende Systeme verstehen, Schwachstellen finden, Abhängigkeiten kartieren: Das ist der Bereich, in dem KI heute echten, messbaren Mehrwert liefert.
     
    Sicherheit und Guardrails: Was passiert, wenn deine App online geht

    Selbstgebaute Apps, die ins Netz gehen, tragen Verantwortung. Das gilt für den medizinischen Kontext genauso wie für einen Mittelständler, der seine Warenwirtschaft anbindet. In der Folge sprechen die drei offen darüber, welche Guardrails nötig sind — also welche Leitplanken verhindern, dass eine KI-Anwendung in ungewollte Bereiche abdriftet oder sensible Daten exponiert. Das ist kein theoretisches Thema: Wer heute schnell Software baut, unterschätzt leicht, was passiert, wenn echte Nutzer mit echten Daten auf das System treffen. Peter bringt hier seine TÜV-Zertifizierung ins Spiel — strukturierte Risikobetrachtung ist kein Bürokratieakt, sondern der Unterschied zwischen einer App, die hält, und einer, die schnell zum Problem wird.
     
    Fazit: Die Verantwortung für die Daten bleibt bei dir

    Eine Anwendung ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie arbeitet. Das ist keine neue Erkenntnis — aber im Zeitalter von KI-generiertem Code wird sie gerne vergessen. Wer die KI loslässt, gibt nicht die Verantwortung ab. Schlechte Daten, unklare Datenstrukturen oder fehlende Pflege führen zu Ergebnissen, die technisch funktionieren und trotzdem falsch sind. Markus und Peter machen in der Folge klar: Der Mensch bleibt Verantwortlicher — für den Intent, für die Datenbasis und für das, was die Anwendung am Ende im echten Betrieb tut. Vibe Engineering bedeutet nicht, die Kontrolle abzugeben. Es bedeutet, sie bewusster einzusetzen.
     
    Das nimmst du mit:
    • Formuliere vor dem ersten Prompt einen Intent mit messbarem Zielwert aus Nutzersicht — das spart mehr Iterationen als jede technische Optimierung.
    • KI-generierter Code ist so präzise wie deine Anforderung: Vage Eingabe ergibt vage Software.
    • Die stärkste Anwendung von KI im bestehenden Code-Umfeld liegt in der Analyse — nicht im Schreiben neuer Funktionen.
    • Guardrails sind kein optionaler Schritt: Wer eine App online stellt, braucht klare Leitplanken für Datenschutz und Systemgrenzen.
    • Datenqualität entscheidet über den Wert jeder KI-Anwendung — die Verantwortung dafür bleibt beim Menschen, nicht bei der KI.
    • Der Intent-Ansatz aus „Code Crash" von Matthias Schrader ist ein konkretes Werkzeug, das den Brückenschlag von der Idee zur fertigen Anwendung strukturiert.
     
     
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  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #575 - Discovery-Call-Transkript in eine Strategie überführen — mit einem Prompt

    29.10.2026 | 14 Min.
    Discovery-Call-Transkript in eine Strategie überführen — mit einem Prompt
     
    Nach einem Discovery-Call sitzt du oft auf einem Gesprächsprotokoll, aber ohne klares Bild vom strategischen Stand des Kunden. TJ zeigt, wie du Transkript, Kundeninformationen und ein Strategiemodell in einen einzigen Claude-Prompt packst — und was dabei herauskommt. Außerdem: Warum 300 eingesparte Stunden einer Anwaltskanzlei viel mehr wert sind als 300 mal Stundensatz.
     
    Warum der erste Impuls bei der Nutzenkalkulation fast immer zu kurz greift

    Thomas Brunner brachte auf dem KI Connect ein Beispiel, das viele Berater kennen: Eine Anwaltskanzlei mit fünf Mitarbeitern verwaltet Nachlässe — und muss dafür regelmäßig Wohnungsbegehungen dokumentieren. Eine KI-App übernimmt das: Fotos schießen, kurz einsprechen, Bericht fertig. Pro Wohnung spart das zwei Stunden. Bei 150 Begehungen im Jahr sind das 300 Stunden Ersparnis. Der erste Impuls: 300 Stunden mal 40 Euro Stundensatz gleich 12.000 Euro. Ende der Rechnung. Aber das ist die falsche Rechnung. Der eigentliche Nutzen entsteht durch das, was mit der gewonnenen Kapazität möglich wird: mehr Nachlässe bearbeiten, profitablere Aufträge gewinnen, höhere Einnahmen erzielen. Die Stunden sind nicht gespart — sie sind freigesetzt. Das ist ein grundlegend anderes Denkmodell für die Nutzenkalkulation.
     
    Strategie aus dem Gespräch: die richtigen Fragen im Discovery-Call

    Ein Discovery-Call ist strategisches Rohmaterial — wenn du die richtigen Fragen stellst. TJ nennt konkret: Wo stehst du gerade? Wo willst du hin? Was hält dich ab? Was sind deine aktuellen Initiativen? Was glaubst du, passiert gerade im Markt? Dreiviertel bis eine Stunde Gespräch, manchmal länger — das reicht, um mit KI-Unterstützung ein belastbares Bild des strategischen Status quo zu zeichnen. Wer dabei auch Schlüsselrisiken im Blick behält — etwa, dass das, was heute entwickelt wird, morgen schon wieder obsolet sein kann — arbeitet auf einem Niveau, das weit über den üblichen Beratungsansatz hinausgeht. Und falls noch keine finale Strategie ableitbar ist, lassen sich zumindest Szenarien herausarbeiten: evolutionär, revolutionär oder disruptiv — als Gesprächsgrundlage für die nächste Runde.
     
    Der Prompt-Aufbau: vier Bausteine, ein Ergebnis

    Der Kern der Folge ist ein konkreter Prompt-Aufbau, den TJ live skizziert. Du kombinierst vier Elemente in einem einzigen Claude-Prompt: Kundeninformationen (Webseite, Wikipedia, Unternehmenspräsentation), das Gesprächstranskript, ein Strategiemodell aus dem Compendium — oder ein allgemein bekanntes wie das Business Model Canvas — und schließlich den Auftrag: „Übertrage die wesentlichen Inhalte aus dem Gespräch auf das Modell." Dieser Aufbau entspricht dem bekannten Quadranten aus Auftrag, Kontext, Beispielen und Struktur. Das Ergebnis ist eine strukturierte Abbildung des Kundenstatus quo — nicht aus dem Bauch, sondern direkt aus dem, was der Kunde im Gespräch geäußert hat.
     
    Halluzinationen verhindern — und gleich die nächste Gesprächsvorbereitung mitnehmen

    Ein entscheidender Zusatz im Prompt: Wenn Claude nicht genug Informationen hat, um das Modell vollständig zu füllen, soll es nicht halluzinieren — sondern stattdessen alle Fragen formulieren, die noch offen sind. Und das am besten in verklausulierter Form, damit du sie direkt im nächsten Kundengespräch verwenden kannst, ohne dass sie nach Checkliste klingen. So bekommst du mit einem Prompt zwei Dinge auf einmal: den aktuellen Stand des Kunden so weit dokumentiert wie möglich — und deine Gesprächsvorbereitung für die nächste Session bereits fertig.
     
    Fazit: Teste den Workflow zuerst an dir selbst

    Wer den Prompt-Workflow erst einmal verstehen will, bevor er ihn beim Kunden einsetzt, kann mit dem eigenen LinkedIn-Profil oder der eigenen Webseite starten. Statt „Das ist mein Kunde" schreibst du „Das bin ich" — und gibst deine eigenen Inhalte hinein. Was dann herauskommt, zeigt sofort, welche strategischen Lücken in deiner eigenen Außendarstellung stecken: fehlende Mission, keine Vision, Projekte nicht dokumentiert. Das ist kein netter Bonus — es ist der schnellste Praxistest, ob und wie gut der Ansatz funktioniert. Wer ihn an sich selbst erlebt hat, kann ihn danach beim Kunden mit echter Überzeugung einsetzen.
     
    Das nimmst du mit:
    • Ein einziger Claude-Prompt mit Kundeninfos, Gesprächstranskript und einem Strategiemodell reicht aus, um den Status quo eines Kunden nach dem Discovery-Call strukturiert abzubilden.
    • Wenn Claude Lücken erkennt, kannst du es anweisen: nicht halluzinieren, sondern Folgefragen formulieren — so hast du die Gesprächsvorbereitung für das nächste Kundentreffen gleich mit.
    • Beim Berechnen des wahren Nutzens einer KI-Lösung zählt nicht Stunden mal Stundensatz, sondern was mit der gewonnenen Kapazität zusätzlich erwirtschaftet werden kann.
    • Wenn noch keine finale Strategie ableitbar ist, hilft Claude dabei, Szenarien herauszuarbeiten — evolutionär, revolutionär oder disruptiv — als Entscheidungsgrundlage für den Kunden.
    • Wer den Workflow zuerst an der eigenen Webseite oder dem eigenen LinkedIn-Profil testet, sieht sofort, welche strategischen Lücken in der eigenen Außendarstellung stecken.
    • Schlüsselrisiken gehören aktiv in die Strategiearbeit: dass das, was heute entwickelt wird, morgen schon obsolet sein kann, ist bei KI-Projekten kein Randthema, sondern ein zentraler Planungsfaktor.
    Kapitel:
    00:00 Hook: 300 Stunden Ersparnis — und warum der erste Impuls falsch ist
    01:13 Der wahre Nutzen: Was mit freier Kapazität wirklich möglich wird
    02:33 Strategie aus dem Discovery-Call ableiten: die richtigen Fragen
    03:35 Der Prompt-Aufbau: Kundeninfos, Transkript, Modell, Auftrag
    05:41 Halluzinationen verhindern und Folgefragen automatisch generieren
    06:59 Den Workflow an sich selbst testen — LinkedIn oder Webseite reicht
     
     
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    Tausche dich mit über 4.000 KI-Enthusiasten aus, stelle Fragen und starte durch.
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    Die Koertings auf die Ohren ...
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    weitere informative und spannende Folgen an ...
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  • Der KI-Unternehmer - Strategien zum Erfolg

    #574 — Das Richtige richtig machen: Warum KI ohne Strategie teuer wird

    26.10.2026 | 11 Min.
    Das Richtige richtig machen: Warum KI ohne Strategie teuer wird
     
    KI-Möglichkeiten explodieren, Umsetzungsvarianten auch – und beides wird schneller obsolet, als du baust. TJ erklärt anhand eines simplen 2x2-Quadranten, warum die Kombination aus dem richtigen Anwendungsfall und der richtigen Umsetzung über Erfolg oder Ressourcenverschwendung entscheidet. Ein Buch, das früher sechs Wochen brauchte, entsteht heute in drei Stunden – und Claude macht den eigens gebauten Buchgenerator bereits wieder überflüssig. Warum das kein Randphänomen ist, sondern das zentrale strategische Problem jedes Unternehmens, das KI einsetzt.
     
    Reverse Engineer Anything: Was das für deine heutige Lösung bedeutet

    Was vor wenigen Tagen durch die Szene ging, ist kein Science-Fiction: Die vollständige Adobe-Suite – Lightroom, InDesign, Photoshop und mehr – wurde über Nacht in einer Programmiersprache nachentwickelt. Der Begriff dafür lautet Reverse Engineer Anything: Du gibst der KI eine bestehende Software, und sie baut dir eine funktionale Kopie. Das ist kein Randfall. Das ist der neue Normalzustand. Was du heute entwickelst, kann morgen in einer besseren, günstigeren, schnelleren Form existieren – gebaut von jemandem, der einfach deine Lösung als Vorlage genommen hat. TJ bringt das auf den Punkt: Alles, was du heute denkst, entwickelst und umsetzt, ist morgen schon wieder disruptiert. Das klingt lähmend. Es ist aber vor allem ein Aufruf, die richtigen Entscheidungen früher zu treffen.
     
    Drei Probleme auf einmal – warum KI-Projekte so oft in die falsche Richtung laufen

    TJ beschreibt drei Kräfte, die gleichzeitig wirken und zusammen ein echtes Orientierungsproblem erzeugen. Erstens: Die Möglichkeiten steigen exponentiell. Lösungen, die gestern noch undenkbar waren, sind heute umsetzbar. Zweitens: Die Vielfalt der Umsetzungsvarianten ist extrem hoch. Skill, Plugin, Agent, App, ein simpler Prompt – jede dieser Optionen kann funktionieren, aber die Wahl der falschen kostet Zeit und Geld, ohne dass es sofort auffällt. Drittens: Alles wird in rasender Geschwindigkeit disruptiert. Während du baust, entsteht bereits der nächste, bessere Weg. Diese drei Kräfte allein wären je für sich handhabbar. Zusammen machen sie es fast unmöglich, ohne eine klare strategische Achse zu navigieren.
     
    Von sechs Wochen auf 15 Minuten: Das Buchgenerator-Beispiel als Lehrstück

    TJ beschreibt den Weg eines konkreten Projekts: Früher dauerte es sechs Wochen, mit einer Gruppe von Menschen ein Buch zu schreiben. Vor einem Jahr waren es noch zwei bis drei Wochen – mit erheblichem Aufwand. In der jüngsten Buch-Challenge hat TJ mit 100 Teilnehmern in drei Stunden ein Buch geschrieben und direkt bei Amazon KDP eingereicht. Am nächsten Tag war es im Shop. Dann der nächste Schritt: TJ hatte einen eigenen Buchgenerator gebaut. Heute ist er überflüssig. Claude mit Design-System übernimmt das: Transkript rein, gewünschtes Design angeben – 15 Minuten später liegt ein fertiges Workbook vor, das laut TJ kein Designer besser hinbekommen hätte. Das ist kein Fortschritts-Jubel. Es ist ein Beleg dafür, wie schnell eine selbst gebaute Lösung zur Altlast werden kann.
     
    Der 2x2-Quadrant: Was vs. Wie – und warum der perfekte Sturm unten rechts wartet

    Das strategische Werkzeug, das TJ einsetzt, ist simpel und seit Jahrzehnten bekannt – aber in der aktuellen KI-Geschwindigkeit relevanter denn je. Zwei Achsen: Was (der Anwendungsfall) und Wie (die Umsetzung). Beide können richtig oder falsch sein. Das Ziel ist der obere rechte Quadrant: das Richtige richtig machen. Wer den richtigen Anwendungsfall wählt, ihn aber falsch umsetzt – falsche Technologie, falscher Stack, falsches Modell, falscher Partner – hebt das Potenzial nicht. Wer den falschen Anwendungsfall wählt, ihn aber technisch sauber umsetzt, verschwendet Ressourcen auf einem anderen Niveau. Und wer das Falsche falsch macht, landet im perfekten Sturm: maximale Verschwendung, null Output. TJ beschreibt, wie er das selbst in den letzten Tagen gespürt hat – ein ehrliches Signal, dass dieser Quadrant nicht nur Theorie ist.
     
    Fazit: Strategie auf Sicht – Nordstern statt Fünfjahresplan

    Ein klassischer Strategieprozess dauert sechs bis neun Monate. Das Problem: Am Ende ist die Welt eine andere. TJ empfiehlt stattdessen maximal 6–12 Monate Horizont für konkrete Ziele und Initiativen – und ein kontinuierliches Re-Evaluieren, sobald sich die Lage verändert. Die Vision darf länger gedacht sein, etwa „Wir wollen ein KI-natives Unternehmen werden." Aber die Wege dorthin müssen beweglich bleiben. Das ist kein Aufruf zur Planlosigkeit, sondern zur strategischen Agilität: Wisse, wohin du willst. Halte aber den Weg offen. Und prüfe vor jedem nächsten Schritt, ob du noch das Richtige angehst – und ob du es richtig angehst.
    Das nimmst du mit:
    • Was du heute baust, kann morgen obsolet sein – Reverse Engineering ganzer Software-Suites über Nacht ist bereits gelebte Realität, keine Zukunftsmusik.
    • Die Wahl der Umsetzungsvariante entscheidet mit: Skill, Plugin, Agent, App oder Prompt – jede Option kann funktionieren, die falsche Wahl kostet Ressourcen, ohne es sofort zu zeigen.
    • Strategie bedeutet heute maximal 6–12 Monate Horizont – wer neun Monate plant, hat beim Launch bereits eine überholte Strategie in der Hand.
    • Das 2x2-Quadranten-Modell macht die Kernfrage sichtbar: Das Richtige richtig zu machen ist das Ziel – das Falsche falsch zu machen ist der perfekte Sturm aus verschwendeter Zeit und verschwendetem Geld.
    • Claude mit Design-System ersetzt einen eigens gebauten Buchgenerator: Transkript rein, 15 Minuten später kommt ein fertiges Workbook heraus – besser als jeder Designer-Auftrag.
    • Vision darf langfristig sein, Initiativen und Ziele müssen kontinuierlich re-evaluiert werden – KI-Strategie ist kein Einmalprojekt, sondern ein laufender Prozess.
    Kapitel:
    00:00 Hook: Das Buch ist da — von sechs Wochen auf drei Stunden
    00:55 Reverse Engineer Anything: Adobe-Suite über Nacht nachgebaut
    02:00 Problem 1: Möglichkeiten steigen exponentiell
    03:00 Problem 2: Vielfalt der Umsetzungsvarianten ist extrem hoch
    03:55 Problem 3: Alles wird in rasender Geschwindigkeit disruptiert
    04:55 Live-Beispiel: Buchgenerator durch Claude Design-System ersetzt
    06:10 Der 2x2-Quadrant: Was vs. Wie — richtig oder falsch
    07:40 Strategie on the Page: Nordstern statt Fünfjahresplan
    09:10 Die vier Quadranten: vom richtigen Anwendungsfall zum perfekten Sturm
     
     
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    #573 — Sell them what they want — deliver what they need: Warum Berater zuerst verkaufen, was der Kunde will

    23.10.2026 | 10 Min.
    Sell them what they want — deliver what they need: Warum Berater zuerst verkaufen, was der Kunde will
     
    Erfahrene Berater spüren oft nach fünf Minuten, wo das eigentliche Problem liegt — und genau das wird zur Falle. Wer dem Kunden sofort die Ursache nennt, verliert ihn. TJ erklärt, warum du zuerst das verkaufst, was der Kunde will, wie du mit Innovationsrahmen und Auswahlmechanismen im richtigen Quadranten landest, und warum Geschwindigkeit und Mut am Ende über Erfolg oder Scheitern entscheiden.
     
    Der Seerosenteich: Symptome und Ursachen auseinanderhalten

    TJ nutzt ein einfaches Bild, das im Vertrieb viel erklärt: den Seerosenteich. Die Oberfläche steht für Symptome — das, was der Kunde sieht und heilen will. Darunter liegt die Ursache — das, was er oft nicht kennt oder vor der er Angst hat. Wer als Berater mit hoher Fachkompetenz in einen Raum kommt, spürt nach wenigen Minuten, wo das eigentliche Problem sitzt. TJ beschreibt das aus eigener Erfahrung: In Transformationsprojekten mit tausend Beteiligten erkannte er früh, wo das Großprojekt in Schieflage geraten war. Hätte er das nach fünf Minuten laut gesagt, wäre die Reaktion gewesen: „Woher willst du das denn wissen?" Interviews, Spinnendiagramme, Analysen — alles führte am Ende auf denselben Punkt. Aber der Weg dorthin war nötig, um Vertrauen aufzubauen.
     
    Sell them what they want — der Kern der Vertriebsstrategie

    Die Formel ist klar: Sell them what they want, deliver what they need. Verkauf dem Kunden das, was er sich vorstellt — und liefere dann das, was er wirklich braucht. TJ macht das am Beispiel einer Bäckerei konkret: Will die Bäckerei eine digitale Filiale mit Popup-Konzept und komplett neuem Auftritt, landet das auf der Innovationsmatrix ganz rechts — revolutionär, disruptiv. Das ist der Einstieg, den der Kunde will. Auf dem Weg dahin darf dieser Anwendungsfall reflektiert werden, kann die strategische Komponente einfließen — aber eben nicht als erster Satz, sondern als Begleitung. Eine Stunde über die bestehende Strategie zu sprechen, um den Nordstern zu schärfen, ist möglich, wenn der Auftrag bereits steht und der Kunde die Offenheit mitbringt.
     
    Innovationsrahmen, Auswahlmechanismen und Nutzenkalkulation

    Damit man methodisch im richtigen Quadranten landet und nicht aus dem Bauch entscheidet, braucht es drei Werkzeuge. Erstens einen Innovationsrahmen — im Bäckerei-Beispiel zwei: einer für die Außenperspektive (Point of Sale, Kundenkontaktpunkte) und einer nach innen (interne Prozesse). Zweitens Auswahlmechanismen, die helfen, den richtigen Anwendungsfall zu identifizieren. TJ beschreibt einen Zwei-Stunden-Prozess, der Aufwand und Nutzen gegenüberstellt — ein einfacher Quadrant, bei dem geringer Aufwand und hoher Nutzen die naheliegendste Entscheidungsgrundlage liefern. Drittens die Nutzenkalkulation: Wie lässt sich der Wert eines Anwendungsfalls beziffern, welche Fallen gibt es dabei? All das, betont TJ, ist keine Raketenwissenschaft — ein bis zwei Stunden reichen, um die einzelnen Aspekte durchzuarbeiten, ohne das Projekt zu verlangsamen.
     
    Geschwindigkeit hängt am langsamsten Glied der Kette

    Ein Zug ist nur so schnell wie sein langsamstes Glied. TJ benennt zwei typische Bremser: Ein Lösungspartner, der zuerst ein Lasten- und Pflichtenheft schreiben will, weil er es nicht anders kennt — und Mitarbeiter, die organisationsseitig nicht mitgenommen wurden und bei der Einführung blockieren. Genau deshalb hat das Koerting Institute den Change- und Organisationsentwicklungsanteil im Programm von einem Abend auf drei erweitert. Das Bild, das TJ dafür wählt, ist präzise: Mit 200 Stundenkilometer gegen eine Wand. Strategie, Anwendungsfall, Prototyp — alles exzellent, alle sitzen da und wollen es haben. Und dann bremst ein einziges vergessenes Element alles aus.
     
    Fazit: Mut zur Entscheidung ist kein Soft Skill

    Neben Geschwindigkeit steht ein zweiter Faktor im Mittelpunkt: Mut. Konkret der Mut, eine Entscheidung zu treffen und in die Umsetzung zu gehen, bevor alle Unsicherheiten geklärt sind. TJs Argument ist direkt: In der Zeit, in der du nachdenkst, hättest du bereits einen Fehler gemacht, ihn korrigiert und dich spürbar verbessert. Wer zu lange im Analyse-Modus verharrt, verschenkt genau die Lernschleifen, die Vorsprung erzeugen. Fehler machen ist kein Zeichen von Schwäche — es ist die Voraussetzung für echte Verbesserung. Mut zur Entscheidung ist damit kein weiches Führungsthema, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil.
     
    Das nimmst du mit:
    • Wer dem Kunden zu früh sagt, was er wirklich braucht, verliert ihn — verkauf zuerst das, was er will, und steuere dann methodisch auf die Ursache.
    • Ohne Innovationsrahmen und Auswahlmechanismen entscheidest du aus dem Bauch — und landest im falschen Quadranten, egal wie gut deine Fachkompetenz ist.
    • Die Nutzenkalkulation eines Anwendungsfalls lässt sich in ein bis zwei Stunden erarbeiten und ist trotzdem der Unterschied zwischen einer fundierten und einer zufälligen Entscheidung.
    • Ein Lösungspartner mit Pflichtenheft-Mentalität oder nicht abgeholte Mitarbeiter können ein Projekt stoppen — selbst wenn Strategie, Anwendungsfall und Prototyp exzellent sind.
    • Mut zur Entscheidung ist kein Soft Skill: In der Zeit, die du mit Nachdenken verbringst, hättest du bereits einen Fehler gemacht, ihn korrigiert und dich messbar verbessert.
    Kapitel:
    00:58 Das Seerosenteich-Bild: Symptome vs. Ursache
    03:02 Sell them what they want, deliver what they need
    04:31 Innovationsrahmen und Auswahlmechanismen
    07:01 Geschwindigkeit und Mut als Erfolgsfaktoren
     
     
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    #572 — 105 Bestseller-Autoren in einer Nacht: Buchgenerator, KI-Cover, Amazon #1

    19.10.2026 | 7 Min.
    105 Bestseller-Autoren in einer Nacht: Buchgenerator, KI-Cover, Amazon #1
     
    Ein Buchgenerator, 105 Autoren, drei Formate – und noch in derselben Nacht bei Amazon live. TJ erklärt, wie er das Projekt komplett mit KI umgesetzt hat: von der Einreichung der Beiträge über automatisches Scoring bis zum fehlerfreien Upload bei Amazon Kindle Direct Publishing. Was früher mehrere Abende und eine externe Grafikdesignerin gekostet hat, dauert heute eine Stunde. Warum das für dein nächstes Sammelband-Projekt relevant ist, hörst du in dieser Folge.
     
    Warum frühere Buchprojekte tagelang gedauert haben

    TJ kennt den schmerzhaften Vergleich aus eigener Erfahrung. Zu Beginn der KI-Ära arbeiteten er und seine Teilnehmer mit kleinen Kontextfenstern: Ein Exposé entstand per Prompt, die nächsten Kapitel folgten in neuen Chats, weil das Modell schlicht nicht mehr speichern konnte. Das hat manchen Teilnehmer mehrere Tage gekostet. Später, bei Buchprojekten mit 80 und dann 50 Autoren, lief die Texterstellung zwar schneller – doch die Nacharbeit fraß die Zeit: Inhalte in Word formatieren, das Dokument für Amazon Kindle Direct Publishing ausrichten, und schließlich eine externe Grafikdesignerin beauftragen, die das Cover exakt nach den Schnittmuster-Vorgaben umsetzte. Genau diese Reibungsverluste hat TJ mit dem neuen Buchgenerator beseitigt.
     
    Der Buchgenerator: Einreichen, Scoring, Freigabe

    TJ hat einen eigenen Buchgenerator programmiert, der mehrere Projekte parallel abbilden kann. Autoren erhalten einen Projektcode und tragen ihren Beitrag – einen Impuls oder eine positionierte Perspektive – direkt in die Oberfläche ein. Das System bewertet jeden Beitrag anschließend per Scoring: Wie stark ist der Inhalt? Hält er sich an die Rahmenbedingungen, etwa keine übermäßige Eigenwerbung? Erst wenn ein Beitrag die Schwelle überschreitet und manuell freigegeben wird, fließt er ins Buch. TJ selbst hat seinen eigenen Beitrag vergessen freizugeben – er ist deshalb nicht im fertigen Buch. Ein kleines Detail, das zeigt: Das System greift wirklich, es wartet auf die Freigabe und übernimmt keinen Inhalt ohne sie.
     
    Kindle, Softcover, Hardcover – alles in einer Nacht

    Nach der Freigabe der 105 Beiträge hat der Generator automatisch alle drei Formate erzeugt: Kindle-Format, Softcover und Hardcover. Das Ergebnis ist ein Buch mit 440 Seiten, das TJ auf den niedrigstmöglichen Preis kalibriert hat – 1,79 Euro für das Kindle-Format, 19,90 Euro für Hardcover und Taschenbuch. Noch in derselben Nacht war alles bei Amazon Kindle Direct Publishing eingereicht und wenige Stunden später kaufbar. Was früher mehrere Abende Begleitung und Nacharbeit bedeutet hat, war diesmal in einer einzigen Nacht abgeschlossen – inklusive Cover. Das Cover für alle drei Formate wurde vollständig per KI generiert, ohne externe Grafikdesignerin.
     
    Amazon Platz 1 – und was dahinter steckt

    Am Morgen nach der Veröffentlichung stand das Buch in drei Kindle-Kategorien auf Platz 1: Führung und Personalmanagement, Unternehmenskultur und Softskills. Für Taschenbuch und Hardcover gab es am Wochenende zwei weitere Kategorie-Spitzenplätze. Die Rankings berechnet Amazon täglich neu, sie pendeln sich über die Zeit ein – zum Zeitpunkt der Aufzeichnung lagen die Print-Formate bei Platz 2, 6 und 11. Was den Start ermöglicht hat: Die 105 Autoren haben selbst gekauft und bewertet. Elf Bewertungen lagen bereits vor. In engen Nischenkategorien reicht das, um anfangs ganz oben zu stehen. Kein Selbstläufer – aber ein realistischer Mechanismus, wenn die Community mitzieht.
     
    Fazit: Single-Prompt-Lösungen und was das für die Masterclass bedeutet

    Das entscheidende Prinzip hinter dem gesamten Prozess nennt TJ Single-Prompt-Lösungen: Jedes Format, das die KI erzeugt hat, wurde von Amazon beim ersten Upload ohne Beanstandung akzeptiert. Kein falsches Schnittmuster, kein PDF-Fehler, keine Iteration. Das ist der Unterschied zu früheren Projekten, bei denen Formatfehler zusätzliche Runden erzwungen haben. In der nächsten Masterclass will TJ den gesamten Prozess live zeigen – seine Einschätzung: maximal eine Stunde, und das Buch ist fertig und eingereicht. Möglicherweise noch während der Masterclass selbst von Amazon freigegeben. Nicht in mehreren Abenden. In einer Stunde.
     
    Das nimmst du mit:
    • Ein eigener Buchgenerator mit Projektcode und Freigabe-Mechanismus macht Sammelband-Projekte mit vielen Autoren skalierbar – TJ hat 105 Beiträge in einer Nacht zu einem fertigen Amazon-Buch verarbeitet.
    • Single-Prompt-Lösungen für jedes Format bedeuten reibungsfreier Upload: Amazon hat Kindle-, Softcover- und Hardcover-Format beim ersten Einreichen ohne Beanstandung akzeptiert.
    • Ein automatisches Scoring-System filtert schwache oder regelwidrige Beiträge vor der Freigabe – Qualitätskontrolle funktioniert so auch bei 105 Autoren ohne manuelle Einzelprüfung.
    • Das Cover für alle drei Formate – Kindle, Softcover, Hardcover – entstand vollständig per KI, ohne externe Grafikdesignerin.
    • Platz 1 in drei Amazon-Kindle-Kategorien ist in Nischensegmenten realistisch, wenn die Autoren selbst kaufen und bewerten – der Ranking-Mechanismus funktioniert, aber er pendelt sich täglich neu ein.
    • Was früher mehrere Abende Nacharbeit gekostet hat, ist heute in einer Stunde umsetzbar – der gesamte Prozess lässt sich live in einer Masterclass-Session durchführen.
    Kapitel:
    00:00 Hook: 105 Autoren, ein Buchgenerator, eine Nacht
    00:32 Warum frühere Versuche tagelang gedauert haben
    00:52 Der Buchgenerator: Wie er funktioniert
    02:02 Scoring, Freigabe-Prozess und Qualitätskontrolle
    02:32 Kindle, Softcover, Hardcover – in einer Nacht publiziert
    03:17 Amazon-Rankings: Platz 1 in drei Kategorien
    04:16 Single-Prompt-Lösungen: Warum Amazon alles fehlerfrei akzeptiert hat
    05:10 Was das in der Masterclass bedeutet – eine Stunde statt mehrere Abende
    06:10 KI-Cover für alle Formate, Dank an die Autoren
     
     
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