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  • Blick in die Bibel

    "Jesus will uns aufrütteln" - Gespräch mit Dr. Thomas Lemmen

    21.10.2026 | 10 Min.
    Im Lukasevangelium, Kapitel 12, Verse 39 bis 48, spricht Jesus eindringlich über Wachsamkeit und Verantwortung. Auf seinem Weg nach Jerusalem ist ihm bewußt, dass ihn dort Leiden erwarten. Jesus mahnt seine Zuhörer - im Angesicht seines tragischen Schicksals - auf die Wiederkunft des Herrn vorbereitet zu sein. Doch warum droht Jesus mit Schlägen? Ist das schwarze Pädagogik? Dr. Thomas Lemmen ordnet die drastischen Bilder in den Gesamtkontext des Evangeliums ein: Sie sollen nicht wörtlich verstanden werden, sondern die Menschen aufrütteln. Die Botschaft: Wer um seinen Auftrag weiß, trägt Verantwortung für sein Handeln. Wer wider besseres Wissen handelt, muss sich stärker verantworten als jemand, der es nicht besser wusste. Dr. Thomas Lemmen ist katholischer Theologe, Islamexperte und Honorarprofessor an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Bis vor wenigen Wochen war er Referent für Islamfragen im Erzbistum Köln.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, ich sage euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen. Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen. (Lk 12,39-48)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
  • Blick in die Bibel

    "Für die Begegnung mit Jesus wachsam bleiben" - Gespräch mit Dr. Thomas Lemmen

    20.10.2026 | 10 Min.
    Im Tagesevangelium Lukas 12,35–38 geht es um Knechte, die wach auf die Rückkehr ihres Herrn warten. Doch was bedeutet es, heute wachsam zu sein? Dr. Thomas Lemmen, Islamexperte und Honorarprofessor an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, erklärt, dass Jesus jederzeit in unser Leben treten könne. Das Evangelium erinnere auch daran, dass unsere Zukunft trotz aller geschmiedeter Pläne offenbleibe. Die Begegnung mit Jesus könne im Gebet, in der Eucharistie, in anderen Menschen oder am Ende des eigenen Lebens geschehen. Wachsam zu sein bedeute deshalb, sich täglich neu auf Gott einzulassen und ihm Raum im eigenen Leben zu geben. Lemmen selbst beginnt jeden Tag mit der Schriftlesung und dem Gebet – als Vorbereitung auf das, was kommt.Aus dem Lukasevangelium:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie. (Lk 12,35-38)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
  • Blick in die Bibel

    "Hütet euch vor Habgier" - Gespräch mit Dr. Thomas Lemmen

    19.10.2026 | 10 Min.
    Im Tagesevangelium nach Lukas (Lk 12,13–21) geht es um Habgier und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Der katholische Theologe Dr. Thomas Lemmen war bis vor wenigen Wochen Referent für Islamfragen im Erzbistum Köln und er ist Honorarprofessor an der katholischen Hochschule Nordrheinwestfalen. Er erklärt, dass sich jeder von uns angesprochen fühlen darf, wenn es um die Versuchung der Habgier geht. Der reiche Gutsbesitzer im Gleichnis steht beispielhaft für Menschen, die ihren Besitz zum Maß aller Dinge machen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, für das Alter vorzusorgen und zu planen. Entscheidend ist jedoch, das richtige Maß zu finden und sich bewusst zu bleiben, dass das Leben nicht vollständig planbar ist. Lukas richtet den Blick besonders auf die Armen und auf Menschen, die wissen, dass sie vor Gott nichts aus eigener Kraft besitzen. Wirklicher Reichtum zeigt sich nicht in angehäuften Schätzen, sondern in dem Guten, das wir anderen schenken. Denn was von einem Menschen bleibt, ist nicht sein Besitz, sondern die Erinnerungen an seine guten Taten.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen! Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist. (Lk 12,13-21)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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    Wenn Jesus Klartext spricht - Gespräch mit Sandra Huebenthal

    15.10.2026 | 13 Min.
    Das Neue Testament ist nicht nur ein Buch der Sanftmut, Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Das zeigt das Tagesevangelium aus Lukas 11,47–54, in dem Jesus scharfe Worte gegen Pharisäer und Schriftgelehrte richtet. Für Sandra Huebenthal, Professorin für Exegese und biblische Theologie an der Universität Passau, ist es wichtig, diesen Text im Zusammenhang zu lesen. Jesus wirft den Pharisäern vor, den Zugang zur Erkenntnis zu versperren. Sie errichten Denkmäler für die Väter, die die Propheten ermordet haben und bestätigen damit aus seiner Sicht die Taten ihrer Vorfahren, statt sich mit den Opfern zu solidarisieren. Vom Mord an Abel bis zum Blut des Zacharias spannt der Text einen Bogen durch die Geschichte menschlicher Ungerechtigkeit. Jesu Vorwurf wiegt besonders schwer, weil die Schriftgelehrten anderen den Schlüssel zur Erkenntnis vorenthalten. Dabei ist Jesus im Lukasevangelium gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten. Seine Botschaft markiert eine Zeitenwende und fordert dazu auf, das eigene Denken zu ändern und sich der Nähe Gottes anzuvertrauen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, von dieser Generation gefordert wird, vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharías, der zwischen Altar und Tempelhaus umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden. Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. Als Jesus von dort weggegangen war, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen; sie lauerten ihm auf, um ihn in seinen eigenen Worten zu fangen. (Lk 11,47-54)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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    "Wasser predigen und Wein trinken" - Gespräch mit Sandra Huebenthal

    14.10.2026 | 10 Min.
    Im Lukasevangelium (11,42–46) kritisiert Jesus die Pharisäer und Gesetzeslehrer. Sie achten penibel auf religiöse Vorschriften, etwa auf die Abgabe des Zehnten von Kräutern und Gemüse, verlieren dabei aber das Wesentliche aus dem Blick: die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Die Zehntabgabe sollte ursprünglich der Versorgung der Priester und Leviten dienen. Jesus wirft seinen Gesprächspartnern vor, sich in der Übererfüllung von Gesetzen zu verlieren und zugleich das eigene Ansehen und ihre Privilegien in den Vordergrund zu stellen. Auch das Bild von den unsichtbaren Gräbern hat einen konkreten Hintergrund: Wer ein Grab berührte, galt als kultisch unrein. Unmarkierte Gräber konnten Menschen unbemerkt verunreinigen. So, erklärt Bibelwissenschaftlerin Sandra Huebenthal, wird die Kritik an der Doppelmoral anschaulich: Menschen predigen moralische Maßstäbe, handeln aber selbst entgegengesetzt. Es gehe jedoch nicht darum, die Pharisäer direkt mit heutigen Personen gleichzusetzen. Vielmehr lade der Bibeltext dazu ein, die eigene Gegenwart kritisch zu betrachten – etwa dort, wo Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse und geht am Recht und an der Liebe Gottes vorbei. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr liebt den Ehrenplatz in den Synagogen und wollt auf den Straßen und Plätzen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, mit diesen Worten beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen unerträgliche Lasten auf, selbst aber rührt ihr die Lasten mit keinem Finger an. (Lk 11,42-46)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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Die Bibel steckt voller spannender Erzählungen – gemeinsam mit wöchentlich wechselnden Expertinnen und Experten sprechen wir über das Evangelium des Tages und was das Buch der Bücher für uns heute bedeuten kann.
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