2849 Episoden
- Im Blick auf das Tagesevangelium aus Lukas 12,54–59 erläutert der katholische Theologe und Honorarprofessor an der katholischen Hochschule Nordrheinwestfalen Dr. Thomas Lemmen die Bedeutung von Entscheidung und Verantwortung im Glauben. Jesus fordert dazu auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen. So wie Menschen aus der Beobachtung von Himmel und Erde auf das Wetter schließen, sollen sie auch die Herausforderungen ihrer Zeit wahrnehmen und daraus Konsequenzen ziehen. Das gilt heute angesichts von Klimawandel, Armut und gesellschaftlicher Polarisierung. Auch Jesu Mahnung, sich mit einem Gegner rechtzeitig zu einigen, bevor es zum Gericht kommt, ist aktuell: Sie erinnert daran, Streit nicht eskalieren zu lassen, sondern Versöhnung zu suchen. Für Lemmen ist der Glaube dabei eine persönliche Entscheidung, die jeder Mensch selbst treffen muss. Zugleich ist er Erfahrung und Geschenk: Wer sich auf Gott einlässt, kann erfahren, dass diese Entscheidung das eigene Leben trägt.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus zu der Volksmenge: Wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr sofort: Es gibt Regen. Und so geschieht es. Und wenn der Südwind weht, sagt ihr: Es wird heiß. Und es geschieht. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu deuten. Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil? Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen! Sonst wird er dich vor den Richter schleppen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch die letzte Münze bezahlt hast. (Lk 12,54-59)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“ - Gespräch mit Thomas Lemmen
22.10.2026 | 10 Min.„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“ – die Worte Jesu im Lukasevangelium (Lukas 12,49–53) wirken irritierend. Wie passen sie zur Botschaft der Nächstenliebe? Dr. Thomas Lemmen, Islamexperte und langjähriger Referent für Islamfragen im Erzbistum Köln, erklärt: Die Spaltung steht für die Entscheidung, die Menschen treffen müssen, wenn sie mit Jesu Botschaft konfrontiert werden. Diese Entscheidung kann zu Konflikten führen, sogar innerhalb von Familien. Das Feuer verweist auf Läuterung und Gericht, die Taufe auf Jesu bevorstehenden Tod. Doch die Entscheidung für Jesus bedeutet nicht, andere abzulehnen. Vielmehr bleibt es die Aufgabe seiner Nachfolger, allen Menschen mit Respekt, Liebe und Wertschätzung zu begegnen. Lemmen betont, dass die schwierige Textstelle nur im Zusammenhang mit der gesamten Botschaft Jesu zu verstehen ist. Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem und er weiß, was ihm bevorsteht - das Evangelium läuft auf den Höhepunkt zu und da mahnt Jesus, sich für Gottes Reich zu entscheiden.Aus dem Evangelium nach Lukas:n jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. (Lk 12,49-53)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)- Im Lukasevangelium, Kapitel 12, Verse 39 bis 48, spricht Jesus eindringlich über Wachsamkeit und Verantwortung. Auf seinem Weg nach Jerusalem ist ihm bewußt, dass ihn dort Leiden erwarten. Jesus mahnt seine Zuhörer - im Angesicht seines tragischen Schicksals - auf die Wiederkunft des Herrn vorbereitet zu sein. Doch warum droht Jesus mit Schlägen? Ist das schwarze Pädagogik? Dr. Thomas Lemmen ordnet die drastischen Bilder in den Gesamtkontext des Evangeliums ein: Sie sollen nicht wörtlich verstanden werden, sondern die Menschen aufrütteln. Die Botschaft: Wer um seinen Auftrag weiß, trägt Verantwortung für sein Handeln. Wer wider besseres Wissen handelt, muss sich stärker verantworten als jemand, der es nicht besser wusste. Dr. Thomas Lemmen ist katholischer Theologe, Islamexperte und Honorarprofessor an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Bis vor wenigen Wochen war er Referent für Islamfragen im Erzbistum Köln.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, ich sage euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen. Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen. (Lk 12,39-48)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Im Tagesevangelium Lukas 12,35–38 geht es um Knechte, die wach auf die Rückkehr ihres Herrn warten. Doch was bedeutet es, heute wachsam zu sein? Dr. Thomas Lemmen, Islamexperte und Honorarprofessor an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, erklärt, dass Jesus jederzeit in unser Leben treten könne. Das Evangelium erinnere auch daran, dass unsere Zukunft trotz aller geschmiedeter Pläne offenbleibe. Die Begegnung mit Jesus könne im Gebet, in der Eucharistie, in anderen Menschen oder am Ende des eigenen Lebens geschehen. Wachsam zu sein bedeute deshalb, sich täglich neu auf Gott einzulassen und ihm Raum im eigenen Leben zu geben. Lemmen selbst beginnt jeden Tag mit der Schriftlesung und dem Gebet – als Vorbereitung auf das, was kommt.Aus dem Lukasevangelium:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie. (Lk 12,35-38)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Im Tagesevangelium nach Lukas (Lk 12,13–21) geht es um Habgier und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Der katholische Theologe Dr. Thomas Lemmen war bis vor wenigen Wochen Referent für Islamfragen im Erzbistum Köln und er ist Honorarprofessor an der katholischen Hochschule Nordrheinwestfalen. Er erklärt, dass sich jeder von uns angesprochen fühlen darf, wenn es um die Versuchung der Habgier geht. Der reiche Gutsbesitzer im Gleichnis steht beispielhaft für Menschen, die ihren Besitz zum Maß aller Dinge machen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, für das Alter vorzusorgen und zu planen. Entscheidend ist jedoch, das richtige Maß zu finden und sich bewusst zu bleiben, dass das Leben nicht vollständig planbar ist. Lukas richtet den Blick besonders auf die Armen und auf Menschen, die wissen, dass sie vor Gott nichts aus eigener Kraft besitzen. Wirklicher Reichtum zeigt sich nicht in angehäuften Schätzen, sondern in dem Guten, das wir anderen schenken. Denn was von einem Menschen bleibt, ist nicht sein Besitz, sondern die Erinnerungen an seine guten Taten.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen! Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist. (Lk 12,13-21)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
Weitere Christentum Podcasts
Trending Christentum Podcasts
Über Blick in die Bibel
Die Bibel steckt voller spannender Erzählungen – gemeinsam mit wöchentlich wechselnden Expertinnen und Experten sprechen wir über das Evangelium des Tages und was das Buch der Bücher für uns heute bedeuten kann.
Podcast-WebsiteHöre Blick in die Bibel, Predigten von Erzbischof Josef Grünwidl und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

Hol dir die kostenlose radio.at App
- Sender und Podcasts favorisieren
- Streamen via Wifi oder Bluetooth
- Unterstützt Carplay & Android Auto
- viele weitere App Funktionen
Hol dir die kostenlose radio.at App
- Sender und Podcasts favorisieren
- Streamen via Wifi oder Bluetooth
- Unterstützt Carplay & Android Auto
- viele weitere App Funktionen


Blick in die Bibel
Code scannen,
App laden,
loshören.
App laden,
loshören.
Blick in die Bibel: Zugehörige Podcasts





















