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- Im Podcast "Blick in die Bibel" vom 26. August spricht Tobias Schrörs, Religionslehrer, Diplom-Theologe und Weihkandidat aus dem Bistum Münster, zunächst über seine persönlichen Vorbilder und Glaubensquellen. Besonders gern hätte er den Schriftsteller Karl May kennengelernt. Tobias bewundert dessen bewegte Lebensgeschichte, die von Krisen, Gefängnisaufenthalten und einem Neuanfang geprägt war. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht anschließend das Evangelium aus Matthäus 23,27–32. Darin vergleicht Jesus die Schriftgelehrten und Pharisäer mit „getünchten Gräbern“, die äußerlich schön erscheinen, innerlich jedoch voller Unreinheit sind. Schrörs erklärt, dass diese Kritik auch heute noch hochaktuell sei, insbesondere im Zeitalter der sozialen Medien. Viele Menschen würden dort eine idealisierte Version ihrer selbst präsentieren, die oft wenig mit ihrer tatsächlichen Lebenswirklichkeit zu tun habe. Gerade junge Menschen würden sich an solchen Bildern orientieren, sich mit ihnen vergleichen und dadurch häufig unter Druck geraten oder an Selbstzweifeln leiden.Für Schrörs macht das Evangelium deutlich, dass echter Glaube nicht nur äußerlich sichtbar, sondern vor allem im Herzen verwurzelt sein muss. Christsein bedeute mehr als die Teilnahme an religiösen Traditionen oder kulturellen Veranstaltungen. Entscheidend sei die persönliche Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus. Diese könne durch das Lesen der Bibel, die Beschäftigung mit dem Tagesevangelium, die Feier der Eucharistie und das persönliche Gebet wachsen. Dabei gehe es nicht nur um das Sprechen fester Gebete, sondern auch darum, Gott am eigenen Alltag teilhaben zu lassen, Dankbarkeit auszudrücken und mit ihm in einen persönlichen Dialog zu treten.EvangeliumIn jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unser Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll! (Mt 23,27-32)
- Tobias Schrörs ist Weihekandidat im Bistum Münster und wird im November 2025 zum Diakon mit Zivilberuf geweiht. In dieser Woche ist der Dipl. Theologe und Religionslehrer aus Xanten unser Gesprächspartner im Podcast "Blick in die Bibel".Im Gespräch über das Tagesevangelium aus Matthäus 23,13–22 betont Schrörs, dass Jesu scharfe Kritik an den Schriftgelehrten und Pharisäern auch heute aktuell bleibt. Menschen können sich selbst und anderen den Zugang zu Gott erschweren, wenn sie den Glauben zu eng auslegen und vorschnell über andere urteilen. Jesus hingegen stellt die Annahme des Menschen und die befreiende Botschaft des Reiches Gottes in den Mittelpunkt.Schrörs hebt hervor, wie wichtig Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Fehlern ist. Christlicher Glaube bedeute nicht, sich moralisch über andere zu erheben, sondern die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und Gottes Barmherzigkeit anzunehmen. Wer sich selbst von Gott geliebt und getragen weiß, könne anderen Menschen glaubwürdig von diesem Glauben Zeugnis geben.Als Kern des christlichen Glaubens nennt er drei einfache Sätze: „Du bist gewollt. Du bist geliebt. Du bist begnadet.“ Darin sieht er die zentrale Botschaft des Evangeliums. Nicht die strenge Befolgung von Regeln stehe im Vordergrund, sondern die lebendige Beziehung zu Gott und die Erfahrung seiner Liebe und Barmherzigkeit. EvangeliumIn jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler. Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid, wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. (Mt 23,13-22)
- Im Gespräch über das Tagesevangelium aus Matthäus 23,13–22 betont Tobias Schrörs, dass Jesu scharfe Kritik an den Schriftgelehrten und Pharisäern auch heute aktuell bleibt. Menschen können sich selbst und anderen den Zugang zu Gott erschweren, wenn sie den Glauben zu eng auslegen und vorschnell über andere urteilen. Jesus hingegen stellt die Annahme des Menschen und die befreiende Botschaft des Reiches Gottes in den Mittelpunkt. Schrörs hebt hervor, wie wichtig Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Fehlern ist. Christlicher Glaube bedeute nicht, sich moralisch über andere zu erheben, sondern die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und Gottes Barmherzigkeit anzunehmen. Wer sich selbst von Gott geliebt und getragen weiß, könne anderen Menschen glaubwürdig von diesem Glauben Zeugnis geben. Als Kern des christlichen Glaubens nennt er drei einfache Sätze: „Du bist gewollt. Du bist geliebt. Du bist begnadet.“ Darin sieht er die zentrale Botschaft des Evangeliums. Nicht die strenge Befolgung von Regeln stehe im Vordergrund, sondern die lebendige Beziehung zu Gott und die Erfahrung seiner Liebe und Barmherzigkeit. EvangeliumIn jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Denn ihr selbst geht nicht hinein und lasst die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, gilt es nicht, wenn er aber beim Gold des Tempels schwört, gilt es. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, gilt es nicht, wenn er aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, gilt es. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. (Mt 23,13-22)
- Tobias Schrörs ist Weihekandidat im Bistum Münster und wird im November 2025 zum Diakon mit Zivilberuf geweiht. In dieser Woche ist der Dipl. Theologe und Religionslehrer aus Xanten unser Gesprächspartner im Podcast "Blick in die Bibel".Eine Glaubenskrise in seiner Jugend und die Erfahrung, wie wichtig der Glaube für sein Leben ist, motivierten ihn, Religion zu studieren und seinen Glauben an junge Menschen weiterzugeben. Er betont, dass Religionsunterricht mehr sei als reine Wissensvermittlung: Er beschäftige sich mit Sinnfragen und dem Menschen selbst.Im Mittelpunkt steht das Evangelium Johannes 1,45–51, in dem Nathanael zunächst skeptisch auf Jesus reagiert und fragt: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Schrörs sieht in Nathanaels Aussage ein Beispiel für menschliche Vorurteile. Er berichtet von einer eigenen Erfahrung, bei der er einen asiatischen Mann vorschnell falsch einschätzte. Im Evangelium geht es auch um Philippus, der nicht versucht, Nathanaels Vorbehalte durch Argumente zu widerlegen, sondern ihn einlädt: „Komm und sieh.“ Schrörs deutet dies als Vorbild für Christen heute. Glauben werde oft überzeugender durch gelebtes Beispiel als durch theoretische Diskussionen vermittelt. Anhand einer Franziskus-Geschichte erläutert er, dass christliche Verkündigung nicht nur durch Worte geschieht. Entscheidend sei, wie Menschen miteinander umgehen und ihren Glauben im Alltag sichtbar machen. Besonders als Religionslehrer sei Glaubwürdigkeit wichtiger als reine Fachkenntnis. EvangeliumIn jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn. (Joh 1,45-51)
"Wahre Größe zeigt sich im Dienst am Mitmenschen" - Georg Müller-Glunz im Gespräch
22.08.2026 | 11 Min.Zum Abschluss der Woche blickt Georg Müller-Glunz auf seine persönlichen Vorbilder in der Bibel und spricht über die Bedeutung des Sonntags als Tag der Ruhe und Besinnung. Das Evangelium (Mt 23,1-12) thematisiert die Spannung zwischen Worten und Taten. Jesus kritisiert Menschen, die andere belehren, selbst aber nicht entsprechend handeln. Müller-Glunz überträgt diese Botschaft auf Kirche, Gesellschaft und Politik und unterstreicht die Bedeutung von Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstreflexion. Im Mittelpunkt steht die christliche Tugend der Demut: wahre Größe zeigt sich nicht in Macht oder Ansehen, sondern im Dienst am Mitmenschen.Aus dem Matthäus Evangelium:In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi – Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Mt 23,1-12)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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