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- Matthias Drobinski, Chefredakteur von Publik-Forum, ist unser Gesprächspartner im Podcast: "Blick in die Bibel" in dieser Woche. Vorab sprechen wir über die Zukunft der Kirche und Papst Leo. Drobinski sieht in Papst Leo einen leisen, aber profilierten Kirchenführer. Besonders dessen klare Haltung gegen Gewalt, Nationalismus und die Ideologien des Silicon Valley sowie seine kritische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz seien wichtige Impulse. Innerkirchlich gehe Leo dagegen eher zurückhaltend und vorsichtig vor, um alle in der katholischen Weltkirche mitzunehmen. Reformen wie die stärkere Beteiligung von Frauen oder die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare blieben aus, was die Glaubwürdigkeit der Kirche in Deutschland belaste. Matthias Drobinski sagt, er würde nicht aus der Kirche austreten - aus Überzeugung für die Gemeinschaft der Gläubigen und Solidarität. Heute müsse man, so sagt er, häufiger begründen, warum man noch in der Kirche sei.Zum Tagesevangelium (Mt 18,15–20) versteht Drobinski Jesu Worte als Ermutigung für eine bedrängte Gemeinde: Konflikte sollen zunächst im persönlichen Gespräch gelöst und der Zusammenhalt bewahrt werden. Die Zusage „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ sei kein magisches Versprechen, sondern Ausdruck der Hoffnung, dass Gebet trägt, Kraft schenkt und Menschen auch in ausweglosen Situationen nicht allein lässt.Aus dem Matthäus Evangelium: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht! Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir, damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werde. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18,15-20)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Matthias Drobinski ist Chefredakteur der Zeitschrift "Publik Forum" und begleitet uns in dieser Woche im Gespräch über das Tagesevangelium. Vorab stellen wir ihn in einem Interview vor. Er sagt, er versteh sich nicht als „katholischer Journalist“, sondern als Journalist, der katholisch ist. Für ihn gelten zunächst dieselben Maßstäbe wie für jeden guten Journalismus: Neugier, sorgfältige Recherche, das Prüfen von Quellen und die Verpflichtung, Geschichten wahrheitsgemäß zu erzählen. Seine Religiosität prägt seine Arbeit dabei weniger durch eine bestimmte Agenda als vielmehr durch eine innere Haltung. Sie schärft seinen Blick für Fragen nach Gerechtigkeit, den Umgang mit Macht und die Situation der Schwachen. Drobinski betont jedoch ausdrücklich, dass er weder Missionar noch Vertreter des kirchlichen Lehramts sei, sondern Christ, der seinen Beruf nach journalistischen Grundsätzen ausübt.Die Worte Jesu aus dem Tagesevangelium vom 10. August, dass derjenige sein Leben gewinnt, der es gering achtet, wirken zunächst verstörend. Drobinski widerspricht ausdrücklich einer lebensfeindlichen Deutung. Er liebe sein eigenes Leben, achte auf Gesundheit, Familie und Beziehungen. Die Botschaft des Evangeliums versteht er vielmehr als Einladung, das eigene Ich nicht zum Mittelpunkt allen Handelns zu machen. Wer nur um die eigene Sicherheit, Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung kreise, könne kaum Frucht bringen. Wirkliches Leben entstehe dort, wo Menschen bereit seien, sich für andere einzusetzen, etwas von sich selbst zu verschenken und auch Opfer in Kauf zu nehmen.Aus dem Johannes Evangelium (12,24-26)In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren (Joh 12,24-26)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Auch im Ruhestand gibt es für unsere Gesprächspartnerin im Podcast "Blick in die Bibel" Monika Kleine noch einen Unterschied zwischen Werktagen und Wochenende. „Ja, ich fühle Wochenende noch anders als die Woche“, sagt die ehemalige Geschäftsführerin des SkF. Das Wochenende beginnt mit einem späten Frühstück, mit Zeit ohne Arbeitstermine, mit Begegnungen, Festen und vor allem mit dem Lesen. Auf eine klassische „Bucket List“ blickt sie nicht zurück. Vieles, was ihr wichtig war, habe sie zur richtigen Zeit getan – manches auch später nachgeholt, wie den Motorradführerschein. Heute beschäftigt sie sich stärker mit Fragen des Älterwerdens, des Abschieds und der Endlichkeit. Trost findet sie darin, ihr Leben bewusst gelebt zu haben und auch schwierige Seiten annehmen zu können.Im Blick auf das Tagesevangelium vom 8. August und die Frage, ob der Glaube Berge versetzen kann, betont Monika Kleine: Entscheidend sei, was mit Glauben gemeint ist. Für sie bedeutet Glaube, Menschen zu stärken, zu ermutigen und darauf zu vertrauen, dass nicht jeder alles können muss. Gerade die Vielfalt unterschiedlicher Fähigkeiten könne große Veränderungen bewirken.Glaube versetze Berge, sagt sie, wenn Menschen mit innerer Kraft und Ausdauer an etwas festhalten und sich nicht entmutigen lassen. Der Glaube könne besonders in schweren Situationen Trost schenken – nicht, indem er alle Fragen beantwortet, sondern indem er hilft, das Leben mit seinen hellen und dunklen Seiten anzunehmen.Aus dem Evangelium nach Matthäus:In jener Zeit trat ein Mensch auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du ungläubige und verkehrte Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und Jesus drohte ihm und der Dämon fuhr von ihm aus. Und der Knabe war von jener Stunde an geheilt. Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete: Wegen eures Kleinglaubens. Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Im Vorgespräch zum Tagesevangelium geht es um Reformen in der Kirche und manche Entscheidung aus Rom, mit der Monika Kleine hadert. Die langjährige Geschäftsführerin des SkF Köln ist jedoch überzeugt, dass in der Kirche bereits viele Veränderungen stattfinden – oft in Bereichen, die nicht offiziell vorgegeben, aber dennoch gelebt werden.Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, Priesterin oder sogar Erzbischöfin von Köln zu werden, antwortet Kleine, dass sie diese Gestaltungsmöglichkeit durchaus reizvoll fände. Eine Kirche unter ihrer Leitung würde sie vor allem partizipativ gestalten: Viele unterschiedliche Menschen sollten gemeinsam beraten und Verantwortung übernehmen. Gerade die Mischung aus Frauen und Männern könne fruchtbare Veränderungen bewirken.Jungen Frauen und Mädchen, die sich in der Kirche engagieren möchten, macht Kleine Mut, Ungerechtigkeiten nicht einfach hinzunehmen, sondern für Beteiligung einzutreten und Räume zu nutzen, die bereits offenstehen. Die Zukunft der Kirche sieht sie in ihrer großen Vielfalt und in den vielen kleinen „Nischen“, in denen Menschen ihren Glauben gestalten.Im Gespräch über das Tagesevangelium vom 7. August spricht Kleine über die radikale Nachfolge Jesu. Die Botschaft des Textes versteht sie weniger als Aufforderung, alles aufzugeben, sondern als Einladung, Entscheidungen mit tiefer Überzeugung zu treffen. In einer vielfältigen Welt brauche es Offenheit für unterschiedliche Wege – und zugleich Klarheit bei dem, wofür man wirklich einsteht.Evangelium nach Matthäus:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn in seinem Reich kommen sehen. (Mt 16,24-28)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- „Monika kann vieles, nur keinen Smalltalk“, sagt ihre gute Freundin, die Bestsellerautorin Husch Josten über Monika Kleine. Selbst einer Karnevalskarawane an Weiberfastnacht durch eine volle Kneipe habe sie Tiefgang verliehen. Kleine selbst kann darüber schmunzeln: „Mich interessieren die Menschen, die mir gegenüberstehen. Über das Wetter kann man eben nicht zehn Minuten reden.“Als langjährige SKF-Geschäftsführerin hat sie viele herausfordernde Zeiten erlebt – besonders die Corona-Pandemie. Sie beschreibt diese Jahre als anstrengend, aber auch als eine Zeit großer Solidarität und Kreativität. „Wir mussten die Fragen lieben, um in die Antworten hineinwachsen zu können“, sagt sie rückblickend. Die Krise habe gezeigt, welche Kräfte in Menschen stecken, wenn sie gemeinsam nach Lösungen suchen.Auch angesichts von Kriegen, Klimakrise und Sorgen um die Demokratie bewahrt Monika Kleine ihre Zuversicht. Sie richtet den Blick weniger auf die großen, unüberschaubaren Entwicklungen, sondern auf das, was unmittelbar getan werden kann: „Im Tun kann Trost liegen. Es vermittelt das Gefühl von Kraft, die dann auch mehr wird.“Im Tagesevangelium vom 6. August, in dem Jesus in einer Wolke erscheint und Gott sich zu seinem Sohn bekennt, berührt sie weniger die Wolke als die Erde darunter. Sie spricht von den „Schultern der Generationen“, auf denen wir stehen. Der Satz „Fürchtet euch nicht“ bedeute für sie nicht, dass Ängste verschwinden, sondern dass Menschen Kraft finden können, ihnen zu begegnen. „Ich bin weder der Anfang noch das Ende. Ich bin ein Teil dieser Kette und muss schauen: Was ist meine Aufgabe hier und heute?“Aus dem Evangelium nach Matthäus:In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist! (Mt 17,1-9)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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