2854 Episoden
- Im Tagesevangelium nach Lukas (Lk 12,13–21) geht es um Habgier und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Der katholische Theologe Dr. Thomas Lemmen war bis vor wenigen Wochen Referent für Islamfragen im Erzbistum Köln und er ist Honorarprofessor an der katholischen Hochschule Nordrheinwestfalen. Er erklärt, dass sich jeder von uns angesprochen fühlen darf, wenn es um die Versuchung der Habgier geht. Der reiche Gutsbesitzer im Gleichnis steht beispielhaft für Menschen, die ihren Besitz zum Maß aller Dinge machen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, für das Alter vorzusorgen und zu planen. Entscheidend ist jedoch, das richtige Maß zu finden und sich bewusst zu bleiben, dass das Leben nicht vollständig planbar ist. Lukas richtet den Blick besonders auf die Armen und auf Menschen, die wissen, dass sie vor Gott nichts aus eigener Kraft besitzen. Wirklicher Reichtum zeigt sich nicht in angehäuften Schätzen, sondern in dem Guten, das wir anderen schenken. Denn was von einem Menschen bleibt, ist nicht sein Besitz, sondern die Erinnerungen an seine guten Taten.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen! Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist. (Lk 12,13-21)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Das Neue Testament ist nicht nur ein Buch der Sanftmut, Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Das zeigt das Tagesevangelium aus Lukas 11,47–54, in dem Jesus scharfe Worte gegen Pharisäer und Schriftgelehrte richtet. Für Sandra Huebenthal, Professorin für Exegese und biblische Theologie an der Universität Passau, ist es wichtig, diesen Text im Zusammenhang zu lesen. Jesus wirft den Pharisäern vor, den Zugang zur Erkenntnis zu versperren. Sie errichten Denkmäler für die Väter, die die Propheten ermordet haben und bestätigen damit aus seiner Sicht die Taten ihrer Vorfahren, statt sich mit den Opfern zu solidarisieren. Vom Mord an Abel bis zum Blut des Zacharias spannt der Text einen Bogen durch die Geschichte menschlicher Ungerechtigkeit. Jesu Vorwurf wiegt besonders schwer, weil die Schriftgelehrten anderen den Schlüssel zur Erkenntnis vorenthalten. Dabei ist Jesus im Lukasevangelium gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten. Seine Botschaft markiert eine Zeitenwende und fordert dazu auf, das eigene Denken zu ändern und sich der Nähe Gottes anzuvertrauen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, von dieser Generation gefordert wird, vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharías, der zwischen Altar und Tempelhaus umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden. Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. Als Jesus von dort weggegangen war, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen; sie lauerten ihm auf, um ihn in seinen eigenen Worten zu fangen. (Lk 11,47-54)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Im Lukasevangelium (11,42–46) kritisiert Jesus die Pharisäer und Gesetzeslehrer. Sie achten penibel auf religiöse Vorschriften, etwa auf die Abgabe des Zehnten von Kräutern und Gemüse, verlieren dabei aber das Wesentliche aus dem Blick: die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Die Zehntabgabe sollte ursprünglich der Versorgung der Priester und Leviten dienen. Jesus wirft seinen Gesprächspartnern vor, sich in der Übererfüllung von Gesetzen zu verlieren und zugleich das eigene Ansehen und ihre Privilegien in den Vordergrund zu stellen. Auch das Bild von den unsichtbaren Gräbern hat einen konkreten Hintergrund: Wer ein Grab berührte, galt als kultisch unrein. Unmarkierte Gräber konnten Menschen unbemerkt verunreinigen. So, erklärt Bibelwissenschaftlerin Sandra Huebenthal, wird die Kritik an der Doppelmoral anschaulich: Menschen predigen moralische Maßstäbe, handeln aber selbst entgegengesetzt. Es gehe jedoch nicht darum, die Pharisäer direkt mit heutigen Personen gleichzusetzen. Vielmehr lade der Bibeltext dazu ein, die eigene Gegenwart kritisch zu betrachten – etwa dort, wo Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse und geht am Recht und an der Liebe Gottes vorbei. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr liebt den Ehrenplatz in den Synagogen und wollt auf den Straßen und Plätzen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, mit diesen Worten beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen unerträgliche Lasten auf, selbst aber rührt ihr die Lasten mit keinem Finger an. (Lk 11,42-46)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- „Diese Generation ist eine böse Generation, weil sie ein Zeichen fordert." Jesu Worte aus Lukas 11,29 klingen hart. Doch Professorin Sandra Huebenthal, Professorin für Exegese und biblische Theologie an der Universität Passau, betont, dass es darauf ankommt, den Text aus dem Zusammenhang zu verstehen. der Prophet Jona, von dem Jesus hier spricht, war einer der Propheten, die kein Zeichen nötig hatten, sondern nur durch ihre Predigten gewirkt haben. Jona steht hier für eine Botschaft, die ohne spektakuläre Wunder auskommt. Jesus kritisiert nicht den Wunsch nach Zeichen, sondern die Haltung, mit der Menschen sie als Beweis oder Kontrolle einfordern. Auch heute sehnen wir uns nach eindeutigen Zeichen, die unseren Glauben bestätigen. Doch oft sind es nicht außergewöhnliche Erscheinungen, sondern persönliche Erfahrungen, Begegnungen oder erfahrene Heilung, die uns überzeugen und unseren Blick verändern.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, begann er zu sprechen: Diese Generation ist eine böse Generation. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Nínive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht mit den Männern dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Sálomos zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Sálomo. Die Männer von Nínive werden beim Gericht mit dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf die Botschaft des Jona hin umgekehrt. Und siehe, hier ist mehr als Jona. (Lk 11,29-32)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
- Jesus verweigert bei einem Essen mit Pharisäern die rituelle Reinigung vor dem Mahl. Ist Jesus unhöflich? Auf den ersten Blick vielleicht. Doch in der Bibelstelle Lukas 11,37–41 geht es nicht um Hygiene, sondern um kultische Reinheit, erklärt Sandra Huebenthal, Professorin für Exegese und biblische Theologie an der Universität Passau. Jesus unterwirft sich nicht den Reinheitsritualen, die über die Vorgaben der Tora hinausgehen. Stattdessen hält er seinen Gastgebern den Spiegel vor: Sie achten auf die äußere Reinheit, vernachlässigen aber das, worauf es ebenso ankommt – Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.Jesu Aufforderung, Almosen zu geben, richtet den Blick auf die Armen. Es reicht nicht, nach außen den Anschein moralischer oder religiöser Integrität zu erwecken. Entscheidend ist, wie Menschen tatsächlich handeln. Dabei richtet sich die Kritik nicht allein an die Pharisäer. Das Lukasevangelium erzählt für eine wohlhabende Zielgruppe. Auch sie soll sich angesprochen fühlen: Wer die Bibel liest, muss genau hinsehen – und darf die Armen nicht vergessen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm und begab sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raffsucht und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und siehe, alles ist für euch rein. (Lk 11,37-41)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
Weitere Bildung Podcasts
Trending Bildung Podcasts
Über Blick in die Bibel
Die Bibel steckt voller spannender Erzählungen – gemeinsam mit wöchentlich wechselnden Expertinnen und Experten sprechen wir über das Evangelium des Tages und was das Buch der Bücher für uns heute bedeuten kann.
Podcast-WebsiteHöre Blick in die Bibel, 6 Minute English und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

Hol dir die kostenlose radio.at App
- Sender und Podcasts favorisieren
- Streamen via Wifi oder Bluetooth
- Unterstützt Carplay & Android Auto
- viele weitere App Funktionen
Hol dir die kostenlose radio.at App
- Sender und Podcasts favorisieren
- Streamen via Wifi oder Bluetooth
- Unterstützt Carplay & Android Auto
- viele weitere App Funktionen


Blick in die Bibel
Code scannen,
App laden,
loshören.
App laden,
loshören.
Blick in die Bibel: Zugehörige Podcasts




























