In der neuen Folge von „Message, Macht, Medien“ spricht krone.tv-Podcaster Gerald Fleischmann mit dem nationalen Krisenmanager und Sicherheitsberater Österreichs, Generalmajor Peter Vorhofer über den Nahost-Krieg, Ukraine-Konflikt – und die Folgen für Österreich.
Gerald Fleischmann und sein Gast beleuchten die Frage, wie gut Österreich auf aktuelle geopolitische Krisen vorbereitet ist. Peter Vorhofer, nationaler Sicherheitsberater und Leiter der gesamtstaatlichen Krisenkoordination erklärt, wie der Krisenstab funktioniert: als breit aufgestelltes Gremium mit Ministerien, Ländern, Gemeinden und externen Experten, das im Worst-Case-Modus denkt und frühzeitig Maßnahmen vorbereitet, um komplexe Krisen zu verhindern oder abzufedern.
Ein zentrales Thema ist die Krisenkommunikation. Vorhofer betont die Notwendigkeit einer klaren, einheitlichen und transparenten Informationspolitik. Ziel sei es, weder Panik zu schüren noch Gefahren zu verharmlosen. Die Bevölkerung müsse informiert und zugleich eingebunden werden, denn Krisen seien nur gemeinschaftlich zu bewältigen. Gerade in Zeiten von „Doomscrolling“ und Informationsüberlastung sei es entscheidend, Orientierung zu geben und Menschen als Teil der Lösung zu verstehen.
Geopolitisch analysiert Vorhofer die Auswirkungen des Iran-Konflikts und des Ukraine-Kriegs. Besonders die Blockade der Straße von Hormus zeigt globale Abhängigkeiten auf, betrifft Österreich jedoch weniger direkt, da ein Großteil des Rohöls aus Kasachstan kommt. Dennoch warnt er vor indirekten Effekten: gestörte Lieferketten und steigende Preise könnten auch Österreich treffen. Insgesamt befindet sich das Land aktuell noch nicht in einer akuten Krise, sondern in einer Beobachtungsphase.
In Bezug auf Energieversorgung zeichnet Vorhofer ein vergleichsweise stabiles Bild: Österreich ist bei Benzin weitgehend autark und verfügt über Reserven bei Gas und Öl. Kritisch bleiben jedoch internationale Verflechtungen und mögliche Kaskadeneffekte. Staatliche Eingriffe – etwa durch das Energielenkungsgesetz – seien vorbereitet, aber erst bei deutlicher Eskalation vorgesehen. Derzeit befindet sich Österreich in der niedrigsten von drei Krisenstufen.
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