44 Episoden
- Libellen mit Flügelspannweiten von über 70 Zentimetern, riesige Tausendfüßer und gewaltige Skorpione: Besonders Gliederfüßer besitzen ein einzigartiges Atmungssystem. Statt einer Lunge versorgt ein fein verzweigtes Tracheensystem ihren Körper direkt mit Sauerstoff. Lange galt deshalb der hohe Sauerstoffgehalt der Atmosphäre während des Karbons als einfache Erklärung für diesen Gigantismus. Doch aktuelle Forschungen zeichnen ein deutlich differenzierteres Bild.
Die Größe dieser Tiere lässt sich nicht allein durch mehr Sauerstoff erklären, sondern ist das Ergebnis eines weitaus komplexeren Zusammenspiels verschiedener Faktoren. In dieser Folge ist diesmal Tierphysiologe Philipp Lehmann von der Universität Greifswald zu Gast. Gemeinsam schauen wir uns die Atmung verschiedener Tiergruppen an und gehen der Frage nach, welche Faktoren den Gigantismus urzeitlicher Gliederfüßer tatsächlich ermöglichten.
Hier findet ihr das Paper zum Wachstum der Rieseninsekten: https://www.uni-greifswald.de/en/forschung/nachrichten-aus-der-forschung/details/n/atmospheric-oxygen-not-decisive-for-the-body-size-of-insects-nature-study-with-the-participation-of-the-university-of-greifswald-challenges-long-standing-assumption-271750/
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©Bildcopyright: Science Photo Library - Vor rund 300 Millionen Jahren lag das heutige Osnabrück nur wenige Grad nördlich des Äquators. Dichte Regen- und Sumpfwälder bedeckten die Landschaft und bildeten die Grundlage für die mächtigen Steinkohlevorkommen, die später am Piesberg abgebaut wurden. Zwischen den Kohleflözen verbirgt sich heute eine der bedeutendsten Fossillagerstätten des späten Karbons in Deutschland.
Hier lebten zwei Meter lange Riesentausendfüßer, seltene Rieseninsekten, Skorpione und urtümliche Spinnen, von denen einige weltweit nur an dieser Fundstelle bekannt sind. Hinzu kommen außergewöhnlich gut erhaltene Pflanzenfossilien, darunter das nahezu einzigartige Wurzelorgan eines Siegelbaums. Gemeinsam mit Paläontologe Patrick Chellouche vom Museum am Schölerberg in Osnabrück reisen wir in die Steinkohlewälder des Karbons und sprechen darüber, wie aus tropischen Sümpfen Kohle entstand und warum der Piesberg weltweit eine so besondere Fossillagerstätte ist.
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©Bildcopyright: Hermann Pentermann 40. überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen – Als der größte Ammonit aller Zeiten durch Münster schwamm
17.07.2026 | 53 Min.Wie sah Nordrhein-Westfalen aus, als hier Meeresreptilien durch tropische Flachmeere glitten, gewaltige Schuppenbäume dichte Wälder bildeten und Dinosaurier das Land beherrschten? Die Paläontologische Landesausstellung „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster nimmt ihre Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise durch rund 420 Millionen Jahre Erdgeschichte. Vom 10. Juli 2026 bis zum 5. September 2027 zeigen mehr als 1.800 Exponate – darunter Originalfossilien, aufwendige Rekonstruktionen und interaktive Medienstationen –, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt im Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens über Millionen von Jahren verändert hat.
Zu den Höhepunkten zählen die Originalknochen des Meeresreptils „Westphaliasaurus simonsensii“, ein lebensgroßes Modell des größten bekannten Raubsauriers Mitteleuropas sowie das immersive Paläoaquarium, in dem urzeitliche Meeresbewohner digital zum Leben erwachen. Gemeinsam mit dem Paläontologen Achim Schwermann werfen wir in dieser Folge von Paläotalk einen Blick auf den größten Ammoniten, der jemals existierte, auf unscheinbare Säugetiere, die durch Münster huschten, und auf die ersten Landpflanzen, die das Land eroberten.
Mehr Information zur Sonderausstellung „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“ gibt es hier: https://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/landesausstellung-muenster/
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©Bildcopyright: LWL/Steinweg- Vor rund 150 Millionen Jahren war Deutschland ein tropisches Inselreich. Während weite Teile des heutigen Mitteleuropas von einem flachen Meer bedeckt waren, ragten nur wenige größere Inseln aus dem Wasser. Auf einer dieser Inseln, nahe des heutigen Goslar, lebte ein außergewöhnlicher Dinosaurier: Europasaurus. Als Vertreter der Macronaria gehörte er zu einer Gruppe, die sonst für ihre gigantischen Ausmaße bekannt ist. Mit einer Länge von nur etwa sechs Metern und einem Gewicht von rund einer Tonne wirkte er im Vergleich zu seinen Verwandten jedoch fast wie ein Zwerg.
Die Ursache für seine geringe Größe liegt vermutlich in den besonderen Bedingungen seines Lebensraums. Auf einer begrenzten Landfläche waren Nahrung und Ressourcen knapp, sodass kleinere Tiere einen evolutionären Vorteil besaßen. In dieser Folge von Paläotalk sprechen der wissenschaftliche Leiter Fritz Stoepke und der Präparator Alessandro Stauf vom Dinosaurier-Park Münchehagen über die Entdeckung und Erforschung von Europasaurus und darüber, was dieser ungewöhnliche Sauropode über Evolution unter extremen Umweltbedingungen verrät.
Alle Informationen zum Dinosaurier-Park Münchehagen: https://dinopark.de
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©Bildcopyright: Joschua Knüppe - Der Karolinasittich war die einzige ursprünglich im Osten Nordamerikas heimische Papageienart. Mit seinem leuchtend grünen Gefieder, dem gelben Kopf und dem orangefarbenen Gesicht gehörte er zu den auffälligsten Vögeln seiner Heimat. Die sozialen Tiere lebten in Schwärmen, suchten gemeinsam nach Nahrung und prägten über Jahrtausende die Ökosysteme der südlichen und östlichen Vereinigten Staaten. Innerhalb weniger Jahrzehnte verschwand der Karolinasittich jedoch vollständig.
Die Ausbreitung von Landwirtschaft und Siedlungen zerstörte große Teile seines Lebensraums, während die Vögel zugleich als vermeintliche Ernteschädlinge verfolgt wurden. Mit dem Tod des letzten bekannten Individuums, „Incas“, im Jahr 1918 im Cincinnati Zoo endete die Geschichte dieser außergewöhnlichen Papageienart. Im zweiten Teil dieser Doppelfolge sprechen wir mit Madeleine Geiger, Leiterin Sammlung und Forschung am Naturmuseum St. Gallen, über die Lebensweise, Ökologie und das Aussterben des Karolinasittichs.
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©Bildcopyright: John James Audubon
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Über Paläotalk
Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente.
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©Bildcopyright: Joschua Knüppe
©Musikcopyright: Oskar Schillings
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