Paläotalk

Luan Thomas
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    36. Muttaburrasaurus – Australiens bekanntester Dinosaurier war ein Picky Eater

    19.06.2026 | 1 Std. 1 Min.
    Muttaburrasaurus gehört zu den bekanntesten Dinosauriern Australiens – und dennoch gibt seine Anatomie bis heute Rätsel auf. Eine neue Studie hat den nahezu vollständig erhaltenen Schädel des Pflanzenfressers mithilfe moderner CT-Scans und neu entdeckter Fossilfragmente erneut untersucht. Im Mittelpunkt steht die markant aufgeblähte Schnauzenregion von Muttaburrasaurus. Während frühere Forschungen diese Struktur vor allem den Nasenbeinen zuschrieben, zeichnet die neue Analyse ein deutlich komplexeres Bild.
    Mehrere Knochen, darunter bislang unbekannte Elemente, die als „Prenasalia“ bezeichnet werden, bildeten ein System von Luftkammern innerhalb der Schnauze. Zusammen mit den ungewöhnlich großen Riechkolben des Gehirns deutet dies darauf hin, dass Muttaburrasaurus über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügte. Darüber hinaus wirft seine ungewöhnliche Bezahnung neue Fragen auf: Im Gegensatz zu vielen seiner Verwandten besaß er im vorderen Schnabelbereich noch spitze Zähne. Dies könnte wichtige Hinweise auf die Ernährung und ökologische Rolle dieses australischen Dinosauriers liefern – Themen, die wir heute bei Paläotalk gemeinsam mit dem Paläontologen Nicolas Stagg näher besprechen wollen.
    Schädelanatomie, Paläoneurologie und Paläobiologie rund um Muttaburrasaurus langdoni: https://peerj.com/articles/20794/
    Erster Nachweis eines hohlen Schädelkamms bei einem früh abzweigenden Entenschnabeldinosaurier: https://www.mdpi.com/2079-7737/15/8/615
    Der frühe Ursprung der Iguanodontia: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/pala.70057?fbclid=IwY2xjawRVqLVleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeuwKnXtxHU2QjvhPTZWE0HuzgY9FzWoxjQHGmojLodTnSNjWQRGqmKDJiOjU_aem_OBak-lWA4Qw3EIdXCVV-1A
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    ©Bildcopyright: Joschua Knüppe
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    35. Bicharracosaurus dionidei – Der erste Brachiosauridae aus dem Jura Südamerikas

    12.06.2026 | 32 Min.
    Während wir Brachiosauriden aus Afrika und Nordamerika inzwischen recht gut kennen und erforscht haben, bleiben ihre Verwandten auf den südlichen Kontinenten deutlich rätselhafter. Mit Bicharracosaurus dionidei wurde nun ein neuer Sauropode aus dem Oberjura Argentiniens beschrieben. Der etwa 20 Meter lange Pflanzenfresser ist durch zahlreiche Wirbel, Rippen und Teile des Beckens bekannt.
    Entdeckt wurde dieser neue Sauropode von einem deutsch-argentinischen Paläontologenteam unter der Leitung des deutschen Paläontologen Oliver Rauhut. Die Erstautorin der Studie und heutige Gästin bei Paläotalk, die Paläontologin Alexandra Reutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München, analysierte die Überreste des neuen Sauriers im Rahmen ihrer Doktorarbeit. Besonders spannend ist die ungewöhnliche Kombination seiner Merkmale: Einige Knochen erinnern an Brachiosauriden wie den afrikanischen Giraffatitan, andere ähneln eher Diplodocus und dessen nordamerikanischen Verwandten.
    Das Paper rund um Bicharracosaurus dionidei findet ihr hier: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13092234/
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    ©Bildcopyright: Amalia Villafañe
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    34. Fossillagerstätte Geiseltal – Von riesigen Hühnern und winzigen Pferden

    05.06.2026 | 47 Min.
    Mitten in Sachsen-Anhalt, nahe Halle an der Saale, verbirgt sich eine der bedeutendsten Fossillagerstätten Europas: das Geiseltal. Vor rund 48 bis 41 Millionen Jahren, im Mitteleozän, herrschte hier ein subtropisches Klima. Heute befinden sich hier ehemalige Braunkohletagebaue, die wiederum zahlreiche Fossilien unter anderem ans Licht brachten. Darunter landlebende Krokodile, flugunfähige Riesenvögel, frühe Primaten und winzige Urpferdchen.
    Weltweit einzigartig ist die außergewöhnliche Erhaltung vieler Fossilien. Zahlreiche Funde sind dreidimensional überliefert und bewahren sogar Weichteile, Mageninhalte oder ursprüngliche Farbreste. Gemeinsam mit dem Präparator Michael Stache blicken wir auf diese Detailfülle, die das Geiseltal zu einem Schlüsselfenster in das Klimaoptimum des Eozäns macht und uns Einblicke in Biodiversität, Nahrungsketten und Lebensweisen erlaubt, wie sie sonst kaum möglich sind.
    Mehr Information zur Geiseltalsammlung gibt es: https://www.naturkundemuseum.uni-halle.de/sammlungen/geiseltalsammlung/
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    ©Bildcopyright: Michael Stache
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    33. Sirenia – Sanfte, friedliche Kolosse im Reich der Meeressäuger

    29.05.2026 | 1 Std. 3 Min.
    Als rein pflanzenfressende Meeressäuger leben Seekühe heute in Küstengewässern und sogar im Süßwasser tropischer Regionen. Anders als Robben besitzen sie keine funktionsfähigen Gliedmaßen mehr für das Leben an Land, und dennoch sind ihre nächsten heute lebenden Verwandten ausgerechnet die Elefanten. Die ältesten bekannten Vorfahren der Seekühe stammen aus dem frühen Eozän vor rund 50 Millionen Jahren. Diese frühen Formen besaßen noch vier Beine und konnten sich vermutlich sowohl an Land als auch im flachen Wasser fortbewegen.
    Im Verlauf ihrer Evolution bildeten sich die Hinterbeine zurück, während sich eine kräftige horizontale Schwanzflosse entwickelte. Fossilien aus den Randbereichen der ehemaligen Tethys zeigen, wie erfolgreich diese Tiergruppe einst war und wie weit sie verbreitet war – von Nordafrika über Europa bis nach Indien und Java. In dieser Folge von Paläotalk blicken wir gemeinsam mit der Paläontologin Manja Voß vom Museum für Naturkunde Berlin auf die Evolution und Diversität der Seekühe sowie darauf, wie sich aus landlebenden Pflanzenfressern vollständig aquatische Meeressäuger entwickelten.
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    ©Bildcopyright: wrangel von Getty Images
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    32. Coleoidea – Die sonderbare Welt der Riesenkraken, Kalmare und Sepien

    22.05.2026 | 47 Min.
    Kalmare, Kraken und Sepien gehören zu den faszinierendsten Bewohnern der heutigen Ozeane. Als Vertreter der Coleoidea entwickelten sie hochkomplexe Sinnesorgane, ausgefeilte Tarnstrategien und eine bemerkenswerte Intelligenz. Charakteristisch für diese Gruppe der Kopffüßer sind ihr reduziertes oder vollständig verlorenes Gehäuse sowie der namensgebende Tintenbeutel, mit dem sie sich bei Gefahr verteidigen können. Heute leben rund 800 bekannte Arten in den Weltmeeren, doch der Fossilbericht zeigt, dass ihre Evolutionsgeschichte weit tiefer reicht.
    Die ältesten eindeutig nachgewiesenen Tintenfische stammen bereits aus dem Unterkarbon Nordamerikas. Fossilien aus außergewöhnlichen Konservatlagerstätten erlauben dabei seltene Einblicke in Weichteile, embryonale Strukturen und sogar frühe Entwicklungsstadien dieser Tiere. In dieser Folge werfen wir gemeinsam mit dem Paläontologen Dirk Fuchs einen Blick auf die Morphologie, Evolution und Fossilüberlieferung der Tintenfische. Dabei geht es um die Entstehung innerer Schalenstrukturen, um Räuber-Beute-Beziehungen im Mesozoikum und darum, was es mit dem sagenumwobenen Riesenkraken mit einer Körperlänge von über 15 Metern auf sich hat, der angeblich in den Meeren der Oberkreide sein Unwesen trieb.
    Das Paper zum kreidezeitlichen Riesenkraken gibt es hier: ⁠https://www.science.org/doi/10.1126/science.aea6285
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Über Paläotalk
Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente. . . . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe ©Musikcopyright: Oskar Schillings
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