
Tanz als Lebenselixier. Oder: Wie wird frau* 104 Jahre.
01.1.2026 | 1 Std. 5 Min.
Hertha Figl (geb. Branowitzer) wird 1921 in Wien geboren und besucht die Schule in der Boerhaavegasse. Sie tanzt nicht nur auf der Bühne, sondern vor allem auf dem Eis. Gemeinsam mit ihrem Tanzpartner Rudolf Plaschke erlangt sie beim Eiskunsttanz zahlreiche Titel und reist für die Meisterschaften durch ganz Europa. Diese Leidenschaft lebt sie bis zu ihrer Heirat mit Kurt Figl und später in der Pension erneut aus. Zwischen ihrem 60. und 80. Lebensjahr steht sie täglich eine Stunde auf dem Eis. Erst nach der Operation ihres zweiten künstlichen Hüftgelenks hängt sie ihre Schlittschuhe an den Nagel. Auch wenn sie sich heute – mit 104 Jahren – nicht mehr an jedes Detail erinnern kann, ist die ungebrochene Leidenschaft für Musik und den Tanz auf dem Eis immer noch hör- und spürbar.

Widerstand und Kraft durch Tanz und Theater.
04.12.2025 | 1 Std. 31 Min.
Zdravko Haderlap wird in Eisenkappel – damals noch ohne ‚Bad‘ – in Kärnten geboren. Von der Nachkriegszeit geprägt ist er in jungen Jahren als Harmonika-Spieler in der Volkstanzgruppe involviert und beginnt früh eigene Stücke zu choreografieren. Seine Devise ist ‚Learning by Doing‘ und ’seine Schule‘ das Leben selbst sowie auch die Zusammenarbeit mit Johann Kresnik. Nach einer bedeutenden Südamerika-Reise und einem Bühnenstück mit umwälzendem Charakter gründet er das Ensemble Ikarus, das österreichweit für Aufregung sorgt und Anerkennung durch Stück-Kritiken auch in den ‚großen Printmedien‘ erhält. Kurz bevor Jörg Haider Landeshauptmann in Kärnten wird, bekommt Haderlap eine öffentlich ausgetragene Absage für weitere Projektförderungen. Es folgen einige Jahre in Graz als auch Berlin und dann die Entscheidung, den elterlichen Hof in Leppen nahe der Karawanken zu übernehmen: ‚Wenn Zdravko Haderlap nicht mehr in der großen, weiten Welt sein kann, so muss eben diese zu ihm auf den Vinkl-Hof kommen.‘ Und das tut sie – in künstlerisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit einer seiner Wiesen, Tanztheater-Projekten in der a-ZONE sowie literarisch-kulturhistorischen Wanderungen im Umland.

Aus Los Angeles nach Wien tanzen und das Glück im Landleben finden.
03.11.2025 | 1 Std. 27 Min.
Helena Huber-Ross hat alles andere als eine gewöhnliche Lebens- und Tanzgeschichte. Zum Ballett kommt sie durch ihre Mutter, die sie durch den Tanzunterricht abstillt. Schon früh wird ihr Talent erkannt und gefördert. Stars wie Tatjana Riabouschinska-Lichine (1917-2000) – auch bekannt als ‚Baby Ballerina‘ des Ballet Russe de Monte-Carlo – in Beverly Hills sowie Coaches aus dem russischen Bolschoi-Ballett und dem englischen Royal Ballet zählen in Los Angeles zu ihren Lehrer:innen. Nach Ende eines sozialen Tanzprojekts wird ihr geraten, die eigene Tanzkarriere zu fokussieren. Ein Vortanzen durch Europa beginnt und endet an der Wiener Staatsoper, wo sie sich vom ersten Augenblick an wie zu Hause fühlt. Verliebt hat sie sich anschließend nicht nur in ihren Mann, sondern auch in das Leben in der Natur. Nach der Geburt des zweiten Kindes hängt Helena deshalb ihre Spitzenschuhe an den Nagel und zieht aufs Land. Als Mutter von fünf Kindern versorgt sie nicht nur Haustiere und Garten, sondern leitet Ballett Ried/Innkreis, wo sie mit Leidenschaft unterrichtet und aktuell mit Schüler:innen aller Altersgruppe ‚Der Nussknacker‘ auf die Bühne bringt.

Vom Kindheitstraum Schauspiel zum Bühnentanz.
05.10.2025 | 1 Std. 45 Min.
Eva Müller wird in Innsbruck geboren und weiß bereits als Kind, dass sie Schauspielerin werden will. Als Vorbereitung nimmt sie Tanzstunden und merkt, dass Tanzen für sie noch ‚cooler‘ als Schauspielen ist. Bald steht sie als Tänzerin auf der Bühne und beschließt noch vor der Matura Tanz zu ihrem Beruf zu machen. Nicht sofort läuft alles nach Plan und sie hört auf zu trainieren. Nach etlichen Versuchen bei einschlägigen Ausbildungen wird sie im damals neu gegründeten SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance angenommen, studiert später auch Tanz in Wien und London, arbeitet mit renommierten Kompanien und Choreograf:innen, kreiert eigene Stücke und ist international vernetzt. Nach Jahren kehrt sie zurück nach Innsbruck, wo sie freischaffend tätig ist und mit dem Stück ‚loop of belonging – die Stube in mir‘ am 14. November 2025 im BRUX Premiere feiert.

Tanzend auf die Welt kommen und an dem Tag eine Kompanie gründen, als das Bein fortging.
19.9.2025 | 51 Min.
Aufgewachsen in Wien, lebt Elisabeth Orlowsky immer noch in derselben Straße ihrer Kindheit im 8. Bezirk. Laut Legende ist sie bereits tanzend zur Welt gekommen und kann ihren Bewegungsdrang auch im Burgenland bei der Oma ausleben. Sehr früh steht sie auf großen Bühnen und sammelt professionelle Bühnenerfahrungen, passt aber nicht in das Körperschema einer Ballett-Tänzerin. Der neu gegründete Studiengang ‚Pädagogik für modernen Tanz‘ am damaligen Konservatorium der Stadt Wien ermöglicht ihr, ihren Weg im Tanz fortzusetzen, der sie u. a. nach Paris und bis nach New York führt. Wieder zurück in Wien choreografiert sie das erste Tanzstück ‚Der Tag, an dem mein Bein fortging‘, der Startschuss ist für die Gründung der Compagnie Smafu sowie Fördergelder für Bühnenprojekte. Aktuell unterrichtet Elisabeth Orlowsky an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien im Studienfach Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik. Auf der Bühne zu sehen ist sie mit dem Projekt FoxP2, das sie gemeinsam mit der Schauspielerin Susanne Litschauer gegründet hat.



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