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Orte und Worte

Rundfunk Berlin-Brandenburg
Orte und Worte
Neueste Episode

144 Episoden

  • Orte und Worte

    Mit Matthias Nawrat in der Freien Universität

    14.05.2026 | 49 Min.
    Die junge polnische Wissenschaftlerin Wanda bekommt 1983 die Erlaubnis, von Krakau nach Venedig zu reisen, um den Systemtheoretiker Mrugalski für ihre Forschung zu befragen. Aber schon bald wird klar, dass es um mehr geht. Sie scheint eine persönliche Rechnung mit dem Landsmann im Exil offen zu haben, die weit in die brutale europäische Vergangenheit führt, in den Zweiten Weltkrieg, sowjetische Gulags und Foltergefängnisse im sowjetisch kontrollierten Nachkriegs-Krakau und ins westeuropäische Exil.
    Gleichzeitig spürt Wanda im Polen der 80er Jahre, wie die Politik auch in ihr eigenes Leben eindringt. "Das glückliche Schicksal" stellt Fragen nach Schuld, Moral und Verantwortung. Darüber haben Nadine und Matthias gesprochen, als sie sich an der Freien Universität Berlin getroffen haben. Hier hat Matthias gerade eine Gastprofessur, während bei Nadine Erinnerungen an ihre Studienzeit hochkommen.
    Das Buch
    Matthias Nawrat: "Das glückliche Schicksal", Rowohlt, 272 Seiten.
    Die Bücher, über die Nadine und Matthias sonst noch sprechen:
    Matthias empfiehlt
    Anna Maria Ortese: "Neapel liegt nicht am Meer", Friedenauer Presse, 231 Seiten.
    Nadine empfiehlt
    Peggy Mädler: "Selbstregulierung des Herzens", Galiani Berlin, 304 Seiten.
    Der Autor
    Matthias Nawrat wurde 1979 im polnischen Opole geboren. Im Alter von zehn Jahren emigrierte er mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau, danach Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne und lebt heute in Berlin. Er hat als Wissenschaftsjournalist gearbeitet, Erzählungen und Essays veröffentlicht, er schreibt Romane und Gedichte. Er wurde mit dem Fontane Literaturpreis und mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet und war sowohl für den Deutschen Buchpreis als auch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
    Der Ort
    "Rostlaube" der Freien Universität in Berlin Dahlem.
  • Orte und Worte

    Mit Sharon Dodua Otoo in Berlin Kreuzberg

    09.05.2026 | 48 Min.
    Es beginnt mit einem Mord. Amata Haller hat ihren Chef Heinz Brockhaus umgebracht, bei einem gemeinsamen Roadtrip an die Ostsee. Das ist gleich am Anfang klar. Und: Sie hat keine Reue. Die Spannung in Sharon Dodua Otoos zweitem Roman "So in etwa ist es geschehen" entsteht nicht aus der Frage, ob Amata diesen Mann getötet hat – sondern warum. Eine Geschichte, die Rassismus, Macht und Wut verhandelt – und die Frage stellt, wie tief Diskriminierungserfahrungen sitzen können.
    Anne-Dore und Sharon treffen sich im Berliner Büro der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und sprechen über May Ayim, Straßenumbenennungen, Männer wie Brockhaus, produktive Diskussionen und Mikroaggressionen, die sich in etwas viel Größeres verwandeln können.
    Der Ort
    Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) https://isdonline.de
    Die Autorin
    Sharon Dodua Otoo wurde 1972 in London geboren. 2016 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2021 erschien ihr Debütroman "Adas Raum". Sie hat vier Söhne und lebt in Berlin.
    Das Buch
    Sharon Dodua Otoo: "So in etwa ist es geschehen", S. Fischer, 144 Seiten, 22,00 Euro.
    Sharon empfiehlt
    Jessica Mawuena Lawson: "Kekeli", Verbrecher Verlag, 246 Seiten, 24,00 Euro.
    Anne-Dore empfiehlt
    Judith Schalansky: "Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist", Suhrkamp Verlag, 176 Seiten, 24,00 Euro.
  • Orte und Worte

    Mit Maxim Leo beim Einatmen und Ausatmen in der rbb-Dachlounge

    23.04.2026 | 53 Min.
    Marlene Buchholz ist ein "tough cookie", eine erfolgreiche Business-Frau, die zwar effizient ist, aber auch als empathielos gilt. Damit sie die Nachfolge des CEO bei Aviola antreten kann, wird sie zu einem zweiwöchigen Achtsamkeitskurs bei dem erfolgreichen Coach Alex Grow in Brandenburg verdonnert. Sie hat keine Lust, erlebt aber eine Läuterung und trifft wichtige Lebensentscheidungen. Sie begegnet den Menschen um das Schloss herum, aber vor allem sich selbst und den Familientraumata. Ein Buch über vererbte Traumata, Weichenstellungen im Leben, Empathie, Achtsamkeit und die falschen Glücksversprechen einer Wellness- und Coaching-Industrie, die ausgebrannte Leistungsträger wieder fit für das Hamsterrad macht.
    Das Buch
    Maxim Leo: "Einatmen – Ausatmen", Kiepenheuer & Witsch, 256 Seiten, 23,00 Euro.
    Maxim empfiehlt
    Haruki Murakami: "Die Ermordung des Comendatore", Zwei Bände, zusammen 998 Seiten, Du Mont Verlag, je 23,00 Euro.
    Der Autor
    Maxim Leo, 1970 in Ost-Berlin, stammt aus einer Ost-Berliner jüdischen Familie. Seine Mutter ist Journalistin, sein Vater Grafik-Designer. Sein Großvater müttlicherseits hat für die Resistance in Frankreich gekämpft, sein Großvater väterlicherseits war Wehrmachtssoldat und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Über seine Familie hat er mehrere Bücher geschrieben (Wer wir waren. Haltet Euer Herz bereit). Weil er zunächst nicht das Abitur machen durfte, machte Maxim Leo zunächst eine Ausbildung zum Chemie-Laboranten. Zwanzig Jahre arbeitete er für die “Berliner Zeitung”, schrieb mit Jochen Gutsch zusammen Kolumnen. Mit ihm hat er auch einige Bücher verfasst (Frankie u.a.). Maxim Leo ist Bestsellerautor und hat auch das Drehbuch für einen Tatort verfasst.
    Der Ort
    Im Studio 14 – DIE rbb-DACHLOUNGE https://www.radiodrei.de/kultursalon
    Podcast-Tipp
    Buchgefühl – Lesung und Gespräch in ARD Sounds https://www.ardsounds.de/sendung/buchgefuehl-lesung-und-gespraech/urn:ard:show:35ac3473ddd03266/
  • Orte und Worte

    Auf einen Spaziergang mit Lukas Rietzschel

    16.04.2026 | 52 Min.
    An einem Roman kommt in diesem Frühjahr scheinbar keiner vorbei: "Sanditz" von Lukas Rietzschel. Direkt nach Erscheinen hat das Buch die Bestsellerlisten gestürmt. Für einige Kritiker ist es sogar das beste des Frühjahrs. Solche Superlative findet Nadine schwierig, aber begeistert ist sie trotzdem. Der lakonisch erzählte Familienroman beleuchtet ostdeutsche Lebenswelten und spannt einen Bogen aus den 70er Jahren der DDR bis in die Pandemiejahre 2021/22. Warum wir uns mit der Corona-Zeit dringend noch mal auseinandersetzen sollten, wieso Lukas in die Ukraine gereist ist und was ein "Kuchen-Sachse" ist, darüber sprechen Nadine und der Autor in dieser Folge.
    Das Buch
    Lukas Rietzschel: "Sanditz", dtv, 480 Seiten, 26,00 Euro.
    Nadine empfiehlt:
    Sally Lisa Starken: "Wenn der rechte Rand regiert – USA, Italien, Polen: Demokratien am Kipppunkt? Was wir jetzt für unsere Zukunft tun müssen", Heyne, 336 Seiten, 18,00 Euro.
    Lukas empfiehlt:
    Armin Schäfer und Michael Zürn: "Die demokratische Regression", Edition Suhrkamp, 247 Seiten, 16,00 Euro.
    Yade Yasemin Önder: "Anti-Müller", park x ullstein, 240 Seiten, 23,00 Euro.
    Nils C. Kumkar: "Polarisierung - Die Ordnung der Politik", Edition Suhrkamp, 290 Seiten, 18,00 Euro.
    Der Autor
    Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz, Sachsen, schreibt mit großem Erfolg Romane und Theaterstücke. Schon sein Debüt "Mit der Faust in die Welt schlagen" (2018) brachte ihm große Aufmerksamkeit ein. Seitdem gilt er als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Nachwendegeneration. Es folgten "Raumfahrer" (2021) und Theaterstücke wie "Das beispielhafte Leben des Samuel W." (2024) und nun sein neuer Roman "Sanditz".
    Der Ort
    Spaziergang durch Leipzig, Cafe Riquet, Nikolaikirche, Augustusplatz.
  • Orte und Worte

    Mit Tomer Gardi beim Lieferservice

    09.04.2026 | 46 Min.
    "Liefern" erzählt die (fiktiven) Leben von sogenannten "Riders", Essenslieferanten, die in einer globalisierten Welt ein neues, migrantisches Proletariat bilden. Sie bewegen sich in globalisierten Städten, auf den Straßen von Neu Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul und Berlin, oder sie pflücken Rosen für den Valentinstag in einer kenianischen Rosenfarm. Auch sie sind global miteinander vernetzt, am Handy findet ihr Leben statt. Arm und Reich begegnen sich im globalen Raum, überwacht vom Kunden.
    Stephan Ozsváth hat mit Tomer Gardi über das globalisierte Prekariat gesprochen, Gamification im Roman und die Rolle des Schriftstellers in der Gesellschaft.
    Das Buch
    Tomer Gardi: Liefern. Tropen. 320 Seiten, 25 Euro.
    Stephan empfiehlt
    Lavinia Braniste: Null Komma Irgendwas. Mikrotext. 280 Seiten, 25 Euro.
    Tomer empfiehlt
    Emmanuel Carrère: D´autres vies que la mienne. Gallimard. 333 Seiten.
    Der Autor
    Tomer Gardi ist 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa geboren. Er lebt als Schriftsteller in Berlin. Sein Debüt "Stein, Papier" erschien auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung. 2016 erschien sein Roman "Broken German". Für den Roman "Eine runde Sache" erhielt er 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse. Seine Arbeiten wurden mehrfach mit renommierten Stipendien gefördert.
    Der Ort
    Liefer-HUB in Berlin Kreuzberg
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Über Orte und Worte
Der Bücherpodcast vom rbb. Ein Buch, ein Ort, eine Begegnung: Wir sprechen mit Autorinnen und Autoren über ganz persönliche Themen, ihre aktuellen Bücher, das Schreiben und die kreative Arbeit. Unsere Hosts Nadine Kreuzahler, Anne-Dore Krohn und Stephan Ozsváth verabreden sich an Orten, die wichtig sind als Schauplatz oder zur Inspiration, mit dem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg. Alle Tipps, Empfehlungen und Orte findet Ihr in den Beschreibungen und Shownotes der Podcast Folgen.
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