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Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum
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    Harri Stojka: Ein Rom in Paris

    25.02.2026 | 28 Min.
    „Gipsy Jazz“, Werke von Ceija Stojka und Gedichte von Johann Mongo Stojka in der österreichischen Botschaft in Paris.

    Etwa 500.000 Roma und Sinti wurden in den KZ der Nazis ermordet. Etwa 200 von ihnen lebten am Simmeringer Enkplatz 2 in Wien. 6 kamen aus Auschwitz-Birkenau zurück. Unter ihnen der Vater von Harri Stojka. Lange Zeit konnte und wollte er nicht über seine Erlebnisse sprechen, begegnete seinen Traumata mit Kunst. Er komponierte, schrieb Gedichte, auch ein Buch. Seinem Sohn Harri erlaubte er das zu machen, wovon dieser überzeugt war, Gitarre zu spielen bis die Finger rauchen. Ausgebildet von seinem Cousin Karl Ratzer wurde aus Harri Stojka ein Meister der Improvisation, einer der bekanntesten Jazzer in Österreich. Seine Gitarre spricht eine Sprache, die Jazz, Blues, Soul und Swing mit der uralten Musiktradition der Roma verwebt. Gemeinsam mit Claudius Jellinek hat er in der österreichischen Botschaft, anlässlich der Soirée die am Holocaust Gedenktag den Opfern der Shoah, insbesondere der Familie Stojka gewidmet war, musiziert, daran erinnert, dass seine Vorfahren durch die Hölle gegangen sind.

    Dazu gehört auch seine Tante Ceija Stojka. Auch sie ist zurückgekommen. Auch sie hat die Traumata durch ihre Kreativität bewältigt. Mit 50 Jahren begann sie zu malen, Bücher zu schreiben. Ihre Werke wurden in der österreichischen Botschaft am „Holocaust Gedenktag“ gezeigt. Es war ein Auftakt zur Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Besançon Ende Februar. Etwa 100 Werke werden von ihr zu sehen sein.

    Organisiert hat die Soirée die Direktorin des österreichischen Kulturforums in Paris Julia Thallinger mit ihrem Team. Es war ein Abend, der im besten Sinne gezeigt hat, was österreichische Kulturdiplomatie leisten kann. Das Interesse an der Geschichte der Familie Stojka war groß, das Interesse an deren künstlerischer Ausdruckskraft beeindruckend.

    Übrigens: Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten und der Nationalfonds schreiben im Rahmen des Projekts „Erinnerung im Dialog“ zwei Forschungsaufenthalte für die Dauer von drei Monaten ab Mai 2026 aus. Sie können Teil des Projekts werden und sich bis 27. Februar 2026 bewerben. Und zwar für einen Aufenthalt in London und einen in Tel Aviv.

    © Valerie Stojka
    In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
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    https://www.bmeia.gv.at
    https://wissensart.at
    https://www.nationalfonds.org/erinnerung-im-dialog
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    Thomas Bernhard jenseits der Grantlerei

    15.02.2026 | 12 Min.
    „Wenn man ganz groß ist, darf man auch einmal klein sein.“ Wer war Thomas Bernhard, der diesen Satz zu seiner Halbschwester Susanne Kuhn sagte. Zweifelsfrei war er einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller. Einer, der es sich selbst und seiner Umgebung nicht immer leicht gemacht hat. Einer der in seinen Theaterstücken die wunden Punkte der Österreicherinnen und Österreicher messerscharf beschrieben hat. Ein Schriftsteller, der in Claus Peymann, einen kongenialen Partner gefunden hat. Der Theatermacher, der von 1986 bis 1999 Direktor am Burgtheater war, hatte immer wieder Werke von Thomas Bernhard uraufgeführt. Einige wurden zu einem Skandal. Man denke an Heldenplatz. Aber auch „Ritter, Dene, Voss“, „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ oder schon vor der Peymann Ära, „Die Jagdgesellschaft“ 1974 sorgten für Diskussionen. Die Salzburger Festspiele brachten ebenso Stücke von Thomas Bernhard erstmals auf die Bühne. Z. B. 1972 der "
    Ignorant und der Wahnsinnige" und "Der Theatermacher" 1984 in der Inszenierung von Claus Peymann. Hermann Beil übernahm die Produktionsdramaturgie. Oft sah ich Thomas Bernhard mit Claus Peymann in Gmunden am Traunsse im damaligen Parkhotel sitzen wenn ich in meiner frühen Jugend in die Stadt radelte. Später durfte ich die beiden Herren kennenlernen. Es waren Interviews für die Ö 1 Sendung das Salzburger Nachtstudio. Nun schließt sich der Kreis mit dem Gespräch mit Susanne Kuhn, der Halbschwester von Thomas Bernhard. Sie hat mit ihm drei Wochen in Torremolinos verbracht und ihre Erlebnisse in einem Buch niedergeschrieben, das im Korrektur Verlag erschienen ist. In diesem Buch ist auch ein Gespräch mit dem Germanisten Manfred Mittermayer zu lesen und sind Comics von Nicolas Mahler zu betrachten.
    © Elisabeth J. Nöstlinger
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    Weiterführende Links:
    https://thomasbernhard.at
    https://wissensart.at
    https://korrekturverlag.com
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    Thomas Bernhard und Susanne Kuhn in Torremolinos

    13.02.2026 | 22 Min.
    Drei Wochen mit Thomas Bernhard in Torremolinos von Susanne Kuhn, mit Karikaturen von Nicolas Mahler und einem Gespräch zwischen Susanne Kuhn und dem Germanisten Manfred Mittermayer, erschienen im Korrektur Verlag.
    Drei Wochen lang hat Susanne Kuhn ihr Improvisationstalent im Süden Spaniens unter Beweis gestellt. Launen ertragen und ihre Ängste nicht gezeigt. Die Flugangst beispielsweise oder die Angst in einen Lift steigen zu müssen, erst recht die Angst aus einem Fenster eines hohen Stockwerks zu blicken.
    Im Gespräch mit Elisabeth J. Nöstlinger geht Susanne Kuhn weit über die Erlebnisse dieser Reise hinaus, erzählt die Familiengeschichte; erzählt über den Großvater, den Seelenzerstörer.
    So herausfordernd die Reise für Susanne Kuhn auch war, empfindet sie die Zeit auch beglückend, war sie doch nie zuvor drei Wochen durchgehend mit ihrem verehrten Halbbruder zusammen gewesen.
    Zum 95. Geburtstag von Thomas Bernhard ist vielen bewusst geworden, wie sehr der Dichter fehlt. Zu seinem Todestag am 12. Februar erzählt Susanne Kuhn weitere Episoden aus ihrem gemeinsamen Leben und der Germanist Manfred Mittermayer fügt hinzu. Zu hören wieder bei wissensART, dem Podcast der Wissenschaft und Kunst vereint und überall wo es Podcasts zu hören gibt.
    © Privat
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    Rosmarie Lukasser: Gespenstische Performance

    08.02.2026 | 34 Min.
    Osttiroler Klänge verändern die Wahrnehmung der Terrakotta-Skulpturen im Atelier von Rosmarie Lukasser. Es sind leuchtenden Annäherungen an die digitale Welt. Sie verschieben Nähe und Distanz, lassen Wirklichkeiten ineinander verschmelzen. Draußen der Lärm des belebten zweiten Wiener Gemeindebezirkes, drinnen eröffnet sich eine andere Welt. Es ist die Welt der Rosmarie Lukasser. Eine Welt, die ihre Osttiroler Herkunft in die digitale Welt einbindet. In der gespenstischen Dunkelheit verändert sich die Wahrnehmung. Gestern und heute verschwimmen. Vor mir sitzt die Zitherspielerin in Osttiroler Tracht, einer schwarzen Tracht. Die Kopfbedeckung – ein Stück aus dem Erbe von Rosmarie Lukassers Großmutter - ziert eine Stirnlampe. Sie gibt nicht nur Licht, sondern zitiert die kleinen Lämpchen, die sich in den Ton-Skulpturen von Rosmarie Lukasser finden. Zeit und Raum verschwimmen. Eine performative Erzählung beginnt. Sie ist der Auftakt zur Ausstellung in der Gmunden Keramik, die am 12. Februar 2026 eröffnet wird. Rosmarie Lukassers war mit vier anderen Künstler:innen, im Sommer 2025, Artist in Residence in der Gmundner Keramik.
    Die Academy of Ceramics Gmunden AoCG ist eine Initiative von Gmundner Keramik und OÖ Landes-Kultur GmbH. Sie fördert Austausch und Inspiration zwischen einem der ältesten Keramikstandorte Europas und zeitgenössischen Künstler:innen. Artist-in-Residence-Aufenthalte, Ausstellungen und Diskursformate stärken den Transfer von künstlerischem und handwerklichem Know-how. Die AoCG knüpft damit an die Tradition der Verbindung von Handwerk und Bildender Kunst an. Diese reicht bis zur Wiener Keramik aus Gmunden zurück. Kuratiert wurde die Ausstellung, die ab 12. Februar 2026 zu sehen ist, von Genoveva Rückert. Eröffnet wird sie von Sepp Schellhorn, Staatssekretär für europäische und internationale Angelegenheiten, Helga Rabl-Stadler und Simon Mraz, Artists Solidarity Program Europe, BMEIA. ASOP ist ein Programm, welches besonders Künstler:innen aus der Ukraine die Chance gibt, in Österreich zu arbeiten und sich zu vernetzen.

    © Elisabeth J. Nöstlinger
    In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
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    Weiterführende Links:
    www.austriakulturinternational.at
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    https://wissensart.at
    https://galerie-krinzinger.at
    https://gmundner.com
    Auskunft: [email protected]
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    Frieder Danielis: Ein Künstlerleben in Venedig

    19.01.2026 | 5 Min.
    Was ist wahr, was ist falsch, was ist Schein.
    Diese Frage beschäftigte Frieder Danielis lebenslang. Er diskutierte sie mit dem Philosophen Martin Buber, dem Historiker Eric Hobsbawm und dem Schriftsteller Elias Canetti. Allesamt Geistesgrößen des 20. Jahrhunderts.
    Wer waren diese Männer, die das Denken einer Generation prägten? Martin Buber, das war der große Denker, der wusste, dass sich das Ich am Du entfaltet, Eric Hobsbaum, war der marxistisch orientierte britische Universalhistoriker mit sozial- und wirtschaftshistorischen Schwerpunkten, der das deutsche Kaiserreich, das britische Empire, das Nazireich und schließlich auch das Sowjetreich überlebte und Elias Canetti, das war der bulgarisch, britische Schriftsteller, der 1981 den Literaturnobelpreis erhalten hat. Viele dieser Gespräche haben im Salon des österreichischen Diplomaten Ingo Mussi und seiner Frau Renate stattgefunden. Auch Georg Eissler, der österreichische Maler ging dort ein und aus. Was für ein Umfeld für die Entfaltung des malerischen Talents des Autodidakten Frieder Danielis. Aus Reichenhall war er als Bub nach Salzburg gekommen, um ins Gymnasium zu gehen. Bald jedoch faszinierten ihn die Bilder in den Auslagen der Galerie Welz. Er schmiss die Schule hin und arbeitete in der Buchhandlung und der Galerie Welz. Bald zog es ihn jedoch nach Venedig, Mailand, Udine, nach London und nach New York. Dort hatte er mit seiner geliebten Frau Susan Salm bis zu seinem Lebensende eine kleine Wohnung. Aber auch Venedig und Wien nannte er sein Zuhause. Empfing dort wie da Freunde, bekochte sie und genoss die Musik von Susan Salm, wenn sie am Cello übte. Stets war das Musikalische, das Leichte in seinen Arbeiten präsent, vor allem in jenen, die ich kenne, die in meinem Besitz sind.
    "Mozart springt kopfüber über die Brücke", heißt eines davon, gemalt mit Farbkreide und Farbstiften. "Mein Quartett" heißen vier Pastellwerke in der Größe von 33 x 39 cm. Ganz besonders sind auch sechs Skizzen, die der Künstler mit Wasserfarben malte und die von der Rahmenhandlung Wohlleb in einem wunderschönen Rahmen zusammengefügt wurden.
    Themen in Bildzyklen zusammenzufassen, war charakteristisch für Frieder Danielis. Sein Interesse galt der Veränderung und Abwandlung eines fortlaufenden Grundthemas. Innerhalb eines Bildzyklus entstanden durchdachte Kompositionen. Formen und Strukturen variierten - genauso Materialien und Techniken. So entstanden Pastelle und Gouachen auf Papier, sowie Eitemperaarbeiten auf Leinwand.
    Vorwiegend bemalte Frieder Danielis die gesamte Fläche. Die exzellente Qualität des Papiers kommt dennoch zur Geltung. Meist erfreut ein bewegendes Leuchten in heller oder starker Farbigkeit das Auge. Manchmal sind es auch Pastelltöne. Unbeschwert und leicht. Es muss wohl so um das Jahr 1955 gewesen sein, da setzte der Knabe Frieder Danielis unbeschwert und leicht zu einem Sprung über die Mauer des Schlosses Leopoldskron in Max Reinhards Garten an.Dort fotografierte er mit der Kamera seines Bruders; fotografierte die kleinen Putti, Pferdchen und Statuen und fragte sich, was ist wahr, was ist falsch und was ist Schein.
    Vieles lässt sich erahnen, denn kein Werk ist final, keine Linie zu Ende gezogen, so als warte es auf eine neue Interpretation. Macht das nicht neugierig? Nach Terminvereinbarung unter der e-mail wissensart@wissensart sind die Werke in der Salon Galerie zu sehen.

    ©Elisabeth J. Nöstlinger

    Werke von Frieder Danielis befinden sich in öffentlichen Sammlungen, u. a. in Wien in der Albertina und im Wien Museum; im Rupertinum Salzburg; im Museo Civico Triest; im Lindau-Museum, Altenburg und San Franciso Museum of Modern Art, Kalifornien.

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Generated: 3/6/2026 - 1:35:36 PM