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Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum
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    Bernhard.Fest mit Sven-Eric Bechtolf

    02.07.2026 | 9 Min.
    Ein Fest für Thomas Bernhard hat Karin Bergmann, die Leiterin des Schauspiels in Gmunden und Intendantin der Salzburger Festspiele für die Salzkammergut Festwochen Gmunden 2026 auf das Programm gesetzt. Das langjährige Burgtheatermitglied Sven-Eric Bechtolf spielt dabei mehrere Rollen. Gleich zu Beginn gibt der den Großindustriellen Rudolph Herrenstein. „Seit seinem Unfall ist dieser auf den Rollstuhl angewiesen. Mit zwei Angestellten lebt er in einem herrschaftlichen Appartement am Wiener Opernring, Blick auf die Staatsoper. Wien ist ihm unerträglich, darum packt er seine Koffer, nach Altaussee möchte er fliehen. Oder auf den Semmering. Weder den Semmering noch Altaussee erträgt er aber besser als die Stadt. Als die englische Königin auf Staatsbesuch kommt, laden alle möglichen Bekannten sich bei Herrenstein ein, um von seinem Balkon aus die Königin zu sehen.“ (Text Programmbuch Salzburger Festwochen)
    „Elisabeth II“ ist das vorletzte Stück von Thomas Bernhard. Die Aufführung konnte er selbst nicht mehr miterleben. Claus Peymann hat es im Burgtheater 1988 zur Aufführung gebracht. Gerd Voss spielte die Hauptrolle. Spielte, bis der Luster von der Decke krachte.
    Am 3., 4. und 6. Juli spielt nun Sven-Eric Bechtolf die Hauptrolle in Elisabeth II. Ein Stück, das als eine Art Bernhardsches Vermächtnis betrachtet werden kann, denn es schreitet den ganzen Theaterkosmos Thomas Bernhards aus. Hochkomisch und tödlich verzweifelt wird sich Sven-Eric Bechtolf drei Abende lang im Rollstuhl winden. Aussichtslos. Einsam. Verzweifelt? Man wird sehen. Jedenfalls: die alten Meister leben noch.
    P.S.: Im Korrekturverlag ist eine Erzählung von Thomas Bernhards Halbschwester Susanne Kuhn erschienen. Drei Wochen mit Thomas Bernhard in Torremolinos. Auf wissensART erzählt sie davon.
    https://wissensart.at/2026/02/thomas-bernhard-und-susanne-kuhn-in-torremolinos/

    ©Rudi Gigler
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    Cornelia Rainer inszeniert die „Bühne der Macht©“

    30.06.2026 | 31 Min.
    Der französische Compagnie-Geist prägt bis heute die Arbeiten von Cornelia Rainer. Dreimal hat die Regisseurin, Autorin und Speakerin bisher in französischen Theatern inszeniert. Jedes Mal wurde sie dabei von einem österreichischen Kulturforum unterstützt. Nun hat sie das Festival „Bühne der Macht©“ gegründet denn: Macht ist überall. Oft bleibt sie verborgen. Die „Bühne der Macht©“ macht sie sichtbar.
    Seit vielen Jahren beschäftigen sich Cornelia Rainer und Matthias Mamedof mit dem Thema, das oft tabuisiert wird: mit Macht. Mit ihren Chancen und Risiken, in friedlichen Verhandlungen wie in Konflikten.
    Fünf Tage lang wird von 15. – 19. Juli 2026 ein Theaterzelt mitten in der Landschaft zum Raum, an dem Macht erfahrbar und verhandelbar wird. Der Ort: St. Daniel im Gailtal in Kärnten. Das ganztägige Programm ist offen für alle Altersgruppen und bindet sie in das Programm ein. Macht wird dort nicht nur reflektiert, sondern im eigenen Handeln spürbar. Wer erlebt, dass das eigene Handeln wirkt, stärkt Eigenverantwortung und Handlungskraft. Am Abend verdichtet sich das Erlebte in der Theateraufführung von Joseph Roths Radetzkymarsch.
    „Bühne der Macht©“ ist mehr als ein Festival – es ist eine Haltung: Macht sichtbar zu machen, Ohnmacht zu überwinden und Menschen in ihrer Fähigkeit zu stärken machtkompetent zu handeln. Die Auszeichnung als Siegerprojekt durch die Kärntner Kulturstiftung (Open Call „Jugend und Kultur“) gab letztes Jahr den Impuls zum Start. Die Stiftungsgründerin Mag. Dr.in Monika Kircher erzählt über die Stiftung und Cornelia Rainer berichtet über die Beweggründe, die zur Festivalgründung führten.
    Darüber hinaus spricht Cornelia Rainer über ihre Kompetenz, Förderungen für Kulturprojekte zu erhalten. Die „Bühne der Macht©“ macht auch das sichtbar und wissensART macht es hörbar.

    ©Bühne der Macht
    In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
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    „Die ganze Welt ist Bühne“ Fotograf:Innen zeigen sie

    17.06.2026 | 26 Min.
    „Die ganze Welt ist Bühne“: Fotograf:innen bilden sie ab.
    Beziehungen halten die Welt am Laufen. Die beiden Preisträger des Wolf Suschitzky-Preises lichten sie ab.
    Der taiwanesische Künstler Jeremy Chih-Hao Chuang, der in Taipeh und London lebt, lädt in seine Serie „Ephemeral Intimacy“ die Betrachter ein, die Welt des modernen Datings als Bühne zu betrachten. Dort, wo sich persönliche und universelle Dramen entfalten, setzt er auch sich selbst in Szene, dokumentiert die flüchtigen und intimen Momente von Männern, die er über Online-Dating-Apps in London kennengelernt hat.
    Als Südostasiat, der mit den Zwängen einer konservativen Erziehung zu kämpfen hatte, wandte sich Chuang Dating-Apps zu, um seine eigene Identität jenseits traditioneller heteronormativer Erwartungen zu erkunden. Indem er Männer fotografierte, die er über diese Plattformen kennenlernte, dokumentierte er ihre persönlichen Räume und intimen Momente und enthüllte sowohl ihre Verletzlichkeit als auch die Komplexität des zeitgenössischen Begehrens. Während Suschitzkys Linse die Schönheit im Alltäglichen und im Tiefgründigen enthüllte, zielen Chuangs Fotografien darauf ab, die nuancierten Darstellungen von Individuen in ihrem privaten und öffentlichen Leben zu beleuchten. Jedes Bild dient als Momentaufnahme der menschlichen Erfahrung und fängt die Essenz unserer Rollen auf der sich ständig verändernden Bühne moderner Beziehungen in London ein.
    Andrej Polukord lebt in Vilnius und in Wien. Er tritt mit der Natur in Beziehung.
    Malerei, Installation, Performance, Fotografie und Videokunst sind sein Metier. Mit Humor, sinnlichen Aktionen und erzählerischen Mitteln thematisiert er den Alltag, die Ökologie und das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Der Künstler schafft instabile Umgebungen und absurde Situationen, die unvorhersehbaren Folgen, Doppeldeutigkeiten und Mehrdeutigkeiten erzeugen.
    Ganz anders Anna Jocham. Sie hat einen künstlerischen Zugang zur Fotografie, dekonstruiert ihre Fotos mit einem Scanner und anderen technischen Mitteln. Im „Kunst im Gespräch“ erzählt sie darüber.

    Wolf Suschitzky, von Freund/innen und Kolleg/innen meist „Su“ genannt, wird 1912 in Wien geboren. Er studiert an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Fotografie. 1934 verlässt er Österreich unter dem Eindruck des Austrofaschismus und beginnt, mit seiner älteren Schwester Edith, die nach England geheiratet hat, in deren Porträtstudio zu arbeiten. Während in Wien Buchhandlung und Verlag der Eltern „arisiert“ werden, fotografiert Suschitzky in London die Straße der Buchläden: Heute gilt seine „Charing Cross Road Series“ als Meilenstein der britischen Reportagefotografie – 1938 ebnet sie ihm den Weg, um das Genre zu wechseln und beim Film anzufangen.
    Die Arbeiten der Preisträger und jene der Nominierten sind in der Galerie Fotohof in Salzburg bis 30. Juli 2026 zu sehen.
    Foto: © Helena Kalleitner

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    Honey & Bunny: Saubermann und Putzfrau

    29.05.2026 | 28 Min.
    Der Ausgangspunkt war Ebensee. Im Rahmen eines Kulturfestivals putzten sich das Duo Honey & Bunny durch den Ort am Traunsee. Herausgekommen ist dabei ein Buch über die „Kulturtechnik des Putzens“. Der Bildband liegt seit geraumer Zeit in deutscher Sprache vor. Die englische Ausgabe wird Ende Juni 2026 im Kulturforum London präsentiert.
    Das Buch erzählt mehr als die Geschichte über die Drecksarbeit in fremden Haushalten; es veranschaulicht Sauberkeit als einen essenziellen Bestandteil von Zivilisation. Gesellschaftspolitischen Themen wie Schmutz und Sauberkeit, Familie, Feminismus und Patriarchat, Migration, Konsum und Kapitalismus, Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden abgebildet und teilweise wissenschaftlich hinterfragt. Ebenso zeigt das Duo auf, wie Hygiene zur Triebfeder für die Entwicklung neuer Wohnideen und natürlich für die Putzmittelindustrie wurde.
    „Licht, Luft und Sonne“ lautete das Diktat der Stunde. Realisiert wurde es im Rahmen gewaltiger Bau- und Designanstrengungen. Oberflächen und Gebrauchsgegenstände, die einfach zu reinigen waren wurden produziert, fließendes Wasser, Abwassersysteme und Abfallbeseitigung wurden bis ins Detail geplant und umgesetzt. Bis heute ist diese gestalterische Meisterleistung der Moderne Maßstab für zeitgenössische Architektur. Für das Architektenduo Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer war Japan ein Sehnsuchtsland, um ihre Karriere zu starten. Auch davon erzählt Martin Hablesreiter im „Kunst im Gespräch“.
    Putzen:Eine Kulturtechnik: Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer, Bohlau-Verlag
    Cleaning: a cultural technique: Sona Stummerer, Martin Hablesreiter, Böhlau. Deutscher Kunstverlag

    Foto: © honey & bunny und Daisuke Akita
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    Sandeep Kumar: „Der Woody Allen von Wien“

    15.05.2026 | 25 Min.
    Farbenfroh ist die Unterhaltung, dramatisch die Handlung. Darüber streut der Autor, Filmemacher, Schauspieler, Regisseur und Maler Sandeep Kumar einen Hauch Humor. 2010 begründete er mit seinem ersten Spielfilm „Kesariya Balamdas“ das Genre „Austro-Bollywood“. Seither hat er acht Filme gedreht. Sie spiegeln gesellschaftliche Aspekte wider; sei es die der Frauen in Indien oder jene der Zeitungskolporteure in Wien. Dafür hat Sandeep Kumar zahlreiche Preise erhalten. In seinem letzten Film „Happy“ mit Lilian Klebow, Roland Düringer und Sahidur Rhamanan thematisiert er eine besondere Beziehung zwischen Vater und Tochter. Obwohl die drohende Abschiebung des Vaters in naher Zukunft ansteht, versucht er, seiner Tochter ein normales Leben vorzutäuschen. Dieser Film wurde kürzlich beim österreichischen Filmpreis 2026 in den Kategorien bester Hauptdarsteller und beste Musik nominiert. Die Preisverleihung der höchsten Auszeichnung, die in Österreich für einen Film vergeben wird, ist im Juni 2026. In der Zwischenzeit stellt der „Vertreter des österreichischen Films in Indien“ seinen aktuellen Film fertig, der in New York gedreht wurde. Vielleicht schaut er bald wieder im österreichischen Kulturinstitut in New York vorbei. In jenem in New Delhi ist der Österreicher mit indischen Wurzeln bestens bekannt.

    ©Sandeep Kumar
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