wissensART

Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum
wissensART
Neueste Episode

160 Episoden

  • wissensART

    Dekadenz, Auflösung, Minimalismus und die Wolken von Venedig

    04.05.2026 | 16 Min.
    Abenteuer und Leidenschaft sieht die Künstlerin Andrea Bischof, wenn sie in den Himmel von Venedig schaut. Abgebildet findet sie diesen auch in den Bildern von Tintoretto, Tizian, Tiepolo und Veronese. Doch ganz anders als der Künstler Peter Baldinger „Verunklärt“ Andrea Bischof die Werke der Venezianer nicht, sondern schafft ein acht Meter langes, fast 2,70 m hohes Ölgemälde, das die einzigartigen Wolken Venedigs von Veronese auch aus der Nähe erkennen lassen. Ein Farbenrausch betört die Sinne. Zieht den Betrachter in das Bild hinein, regt die Fantasie an.
    Bei Peter Baldingers Werken muss man oft zweimal hinschauen. Er verzerrt den Ursprung seiner Bilder bis zur Unkenntlichkeit. „Verunklärung“ ist ein Markenzeichen von Peter Baldinger, ein permanenter Grenzgang zwischen realem Abbild und Abstraktion, der zum kritischen Hinterfragen animiert. Was läge in Venedig näher, als eine Serie zu Viscontis Tod in Venedig zu machen. Im Palazzo Pisani Revedin zeigt Peter Baldinger seine neue Serie „Visconti Suite“. Macht erneut einen Grenzgang zwischen realer Abbildung und Abstraktion und regt zum kritischen Hinterfragen an.
    Jakob Gasteiger, der dritte Künstler der Gemeinschaftsausstellung im Palazzo Pisani Revedin vom 6. – 30. Mai 2026 zeigt Arbeiten aus seinem Atelier im Weinviertel. Er ist einer der bedeutendsten Vertreter der „Analytischen Malerei“ und greift auf große Auswahl seiner Schaffenszeit zurück. Seine singuläre Bildsprache eröffnet sich im Auge des Betrachters exklusiv, immer wieder anders, immer wieder neue.
    Peter Baldinger, Andrea Bischof und Jakob Gasteiger könnten in ihrer Ausdruckskraft unterschiedlicher nicht sein. Doch sie eint ein Zitat von Frank Stella, wonach jeder nur sieht, was er sieht. „What you see is what you see”.
    Nachzuschauen sind die Werke von Peter Baldinger und Jakob Gasteiger in den Kunstbüchern und Katalogen, die bei Artbook erschienen sind. Im Palazzo Pisani Revedin, am Campo Manin in San Marco 4013/A sind die Werke von 6. – 30. Mai 2026 zu sehen.
    https://artbook.at/
    https://wissensart.at/
    https://baldinger.cc/
    https://www.jakobgasteiger.com/
  • wissensART

    Ruth Mateus-Berr: Die Pflanzenmalerin

    27.04.2026 | 30 Min.
    Ruth Mateus-Berr, die zeitgenössische österreichische Künstlerin, Wissenschaftlerin und Universitätsprofessorin an der Universität für angewandte Kunst, hat viele Talente und ebenso viele Interessen. Ihre Konzeptkunst ist viel beachtet, wird an vielen Orten gezeigt. Ein Beispiel dafür ist ihr vom FWF gefördertes Projekt „D.A.S. Dementia. Arts. Society“.
    Für ihre Ausstellung im Kulturforum Rom hat sie sich der „Blumenmalerei“ zugewandt. Das klingt lieblich. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch der gesellschaftspolitische Konnex. Er weist auf die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit hin. Unter dem Titel: „Die Pflanze. Das Gedächtnis und wir.“ wurden im Kulturforum Rom 30 Blumenbilder gezeigt, die an historische Florilegien, an die prachtvollen Pflanzenbücher der Renaissance, anknüpfen. Ruth Mateus-Berr widmet sich in diesem Projekt der Frage, „wie Pflanzen, Erinnerung und menschliches Zusammenleben miteinander verbunden sind – was wir aus diesen Beziehungen für einen friedlicheren Umgang mit uns selbst, mit anderen und mit der Umwelt lernen können“. Damit fügt sich die Ausstellung harmonisch „in die grundlegenden Anliegen des Österreichischen Kulturforums Rom ein: ein Schutz und die Wertschätzung der Natur, den Versuch einer offenen, zugewandten Wahrnehmung des Anderen sowie Mitgefühl im Bewusstsein unserer eigenen Verletzlichkeit. Hinzu kommt der Wunsch nach Frieden – ein so oft beschworener und doch schwer zu erreichender Zustand“. Zitat Teresa Indjein, Direktor des Kulturforums Rom.
    Zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog in italienischer und deutscher Sprache. Darin ist auch ein Text von Ruth Mateus-Berr über die Ökofeministische und posthumanistische Verortung zu lesen. Abgebildet ist auch ein Erinnerungsbild an den römischen Modedesigner Valentino Garavani mit der „Witwenblume“.
    Darüber hinaus erzählt die Konzeptkünstlerin über ihre Leidenschaft zur Malerei und über ihren Anspruch „l'Art pour le sens“. Also nicht Kunst der Kunst, sondern des Sinns wegen. Den verwirklicht sie auch beim Projekt Calliope. Joint he dots des Außenministeriums.
    Die Verkaufsausstellung findet in der 2. – 3. Septemberwoche in der Galerie Mana, Stuckgasse 4, 1070 Wien statt.
    Außerdem stellt Ruth Mateus-Berr bei der ECC Venice Biennal im Palazzo Mora aus. 9.5.2026 von 10 – 18 Uhr.

    ©Thomas Berr
    In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
    Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.

    Weiterführende Links:
    www.austriakulturinternational.at
    https://www.bmeia.gv.at
    https://wissensart.at
    Auskunft: [email protected]
    https://www.dieangewandte.at/
  • wissensART

    Marie Gamillschegg: Die preisgekrönte Autorin

    13.04.2026 | 28 Min.
    Die Reise ins Austrian Cultural Forum New York beginnt bäuchlings auf dem Bett liegend und einer Spritze in den Popo. Was dann geschieht, ist eine Reise in ein unbekanntes Land mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Irgendwann werden sie zu Papier gebracht, fließen die Gedanken in einen neuen Roman ein. Früh hat Marie In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Gamillschegg zu schreiben begonnen, war bereits in der Volksschule Mitglied der Jugend-Literaturwerkstatt-Graz, studierte nach der Matura Transkulturelle Kommunikation mit den Sprachen Französisch und Russisch an der Karl-Franzens-Universität Graz und ging anschließend nach Berlin, um an der Freien Universität ein Masterstudium für Osteuropastudien zu absolvieren. Gleichzeitig arbeitete sie als Journalistin beim Standard, bei der Süddeutschen Zeitung und der Zeit. Genauer gesagt für die Jugendausgabe Zeit Campus. Schnell stellte sich der Erfolg ihres literarischen Schreibens ein. Sie nahm 2016 am 20. Klagenfurter Literaturkurs im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises teil und veröffentlichte ihre Literarische Arbeiten in den Zeitschriften manuskripte, Lichtungen und Edit. Mehrere Arbeiten wurden mit renommierten Buchpreisen ausgezeichnet. So zum Beispiel ihr Debütroman „Alles was glänzt“ mit dem Depütpreis des Österreichischen Buchpreises 2018 und für den aspekte-Literaturpreis nominiert. „Alles was glänzt“ sollte als Theaterproduktion aufgeführt werden und ihr Roman „Aufruhr der Meerestiere“ schaffte es 2022 auf den zweiten Platz der ORF-Bestenliste und wurde im August für den Deutschen Buchpreis nominiert. Inspiriert wurde Marie Gamillschegg für ihre Bücher auf ihren Reisen und Lesungen in den österreichischen Kulturforen. Nun wendet sie sich Mythen zu. Darum geht es in ihrem neuen Buch. Ein bisschen was verrät sie davon im „Kunst im Gespräch“.

    ©Marie Gamillschegg
    In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
    Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.
    https://www.bmeia.gv.at
    https://wissensart.at
    http://www.luchterhand.de/
  • wissensART

    Karin Bergmann: Die begehrte Theaterfachfrau

    07.04.2026 | 9 Min.
    Karin Bergmann leitet seit 2022 das Schauspiel bei den Salzkammergut Festwochen. Gut vernetzt in der Theaterwelt bringt sie Jahr für Jahr große Schauspieler und Schauspielerinnen an den Traunsee, macht ein Programm, das den Vergleich mit anderen Festspielen nicht zu scheuen braucht. Über 20 Jahre hat sie am Burgtheater in verschiedenen Funktionen gearbeitet, zuletzt als Direktorin. 5 Jahre lang hat sie das in Schieflage gekommene Haus wieder aufgerichtet. Das wusste auch Markus Hinterhäuser, der langjährige Intendant der Salzburger Festspiele. Für das Sommerprogramm 2026 tauschte er sich mit seiner „lieben Freundin“ Karin aus, wollte sie für die Salzburger Festspiele als Leiterin des Schauspiels gewinnen. Die Geschichte nahm kein gutes Ende, wir wissen es. Markus Hinterhäuser scheiterte, räumte bereits sein Büro. Sein Programm steht. Wie wird es umgesetzt? Wer spricht mit den Künstlerinnen und Künstlern, wer entscheidend anstehende Problemstellungen? Karin Bergmann hat während der Tumulte um die Salzburger Festspiele nie ein Wort über die Ereignisse verloren. Jedenfalls nicht öffentlich. Aber vielleicht wird sie jetzt gefragt, im Sommer das Theaterprogramm zu übernehmen, um erneut ein Haus aus der Bredouille zu ziehen. Dass sie es kann, hat sie bereits andernorts bewiesen. Vielleicht würde ihr Markus Hinterhäuser aus der Ferne sogar wohlwollend zusehen, wir wissen es nicht.
    Was wir wissen, ist, was Karin Bergmann im Sommer bei den Salzkammergut Festwochen vorhat. So viel vorweg: Schauspielerinnen und Schauspieler, die bei den Salzburger Festspielen auftreten, sind auch am Traunsee zu sehen. Der ehemalige Intendant Sven-Eric Bechtolf wird Rudolf Herrenstein in Elisabeth II. Keine Komödie in Thomas Bernhards gleichnamigen Stück geben. Man darf sich auf das Thomas Bernhard.Fest, das Bachmann.Fest und auf die Stars der Zukunft freuen.

    © SF/Marco Riebler / Markus Hinterhäuser
    © Rudi Gigler/ Karin Bergmann

    Weiterführende Links:
    https://salzburgerfestspiele.at
    https://www.festwochen-gmunden.at
    https://wissensart.at/
    Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.
  • wissensART

    Georg Baselitz Jetzt

    02.04.2026 | 8 Min.
    „Licht aus, aus, aus“ heißt ein Werk von Georg Baselitz gleich neben dem Eingang des zweiten Stockwerkes im Museum der Moderne am Mönchsberg in Salzburg. Dort ist dem Gegenwartskünstler anlässlich seines 88. Geburtstages eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden Werke aus den Jahren 2015 bis heute. Mit Öl und Gold hat der Wahlsalzburger 2019 das Werk mit dem Titel „Licht aus, aus, aus“ geschaffen. Seine beiden Figuren sind auf den Kopf gestellt. Das macht Georg Baselitz seit den 1960er Jahren. Damals stellte er mit mehreren „Manifesten“ die Kunstwelt der Nachkriegszeit auf den Kopf.
    Es sind beeindruckende Doppelporträts oder Pendant-Bilder, die in zwei Sälen im Museum der Moderne gezeigt werden. Sie reflektieren Themen wie Alter, Schwäche und Vergänglichkeit – und nicht zuletzt die eigene Biografie des Künstlers und die seiner Frau Elke. Mit ihr ist er seit 1965 verheiratet. Sie ist meist an seiner Seite, dokumentiert den Fortgang seiner Arbeit mit der Pocketkamera und fungiert als erste Kritikerin ihres Mannes.
    „Ich kann nicht Sex“ heißt ein Riesenformat, das gleich links neben der Eingangstüre der Ausstellung im Museum der Moderne am Mönchsberg hängt.
    Es zeigt einen Adler mit dem Kopf nach unten. Mit dem Direktor des Museums der Moderne Harald Krejci kuratierte Tina Teufel die Ausstellung. Sie meint zu diesem Gemälde, dass es jede Assoziation mit dem Wappentier verweigere und verweist auf das filigran-durchsichtige Gefieder.
    Am Ende der Ausstellung zeigt ein Bild zwei Figuren, Skelette. Sie halten einander an der Hand. „Displaced Persons“ heißt das Doppelporträt in denen Baselitz seine Frau Elke und sich darstellt. Es ist 2020 in fast „röntgenartiger Qualität“ entstanden ist, wie Harald Krejci bemerkt. Schade, dass der große Künstler beim Presserundgang an einem Virus erkrankt war und zu diesem Werk nicht befragt werden konnte. 2025 wohnte er im Rollstuhl der Premiere der Strawinsky Oper „Die Geschichte vom Soldaten“ bei. Er hatte dafür die Marionetten entworfen. Auf wissensART ist dazu ein Podcast zu hören. Der Titel: „Georg Baselitz: Große Kunst an feinen Fäden“.

    ©Martin Müller
    Weiterführende Links:
    https://salzburgerfestspiele.at
    https://ropac.net
    https://wissensart.at
    www.museumdermoderne.at
    Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.

Weitere Darstellende Kunst Podcasts

Über wissensART

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint
Podcast-Website

Höre wissensART, Funny Sounds und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

Hol dir die kostenlose radio.at App

  • Sender und Podcasts favorisieren
  • Streamen via Wifi oder Bluetooth
  • Unterstützt Carplay & Android Auto
  • viele weitere App Funktionen
Rechtliches
Social
v8.8.14| © 2007-2026 radio.de GmbH
Generated: 5/5/2026 - 2:22:25 PM