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Was liest du gerade?

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Was liest du gerade?
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  • Was liest du gerade?

    Siri Hustvedt erinnert an Paul Auster – und in "Die Riesinnen" betört der Schwarzwald

    04.04.2026 | 50 Min.
    Die Schriftstellerin Hannah Häffner hat mit "Die Riesinnen" einen
    modernen Heimatroman geschrieben. Warum ist er so erfolgreich? Ist es
    der Schwarzwald, der hier alle betört? Oder fasziniert uns das Schicksal
    von drei Frauen aus drei Generationen, die sich in einem Dorf gegen die
    Männerwelt behaupten müssen? Und: Suchen wir nicht im Moment alle nach
    einem schönen Rückzugsort in einer verrückt gewordenen Welt? Eines ist
    sicher: "Die Riesinnen" begeistern gerade viele Leserinnen, und Leser
    auch.

    Die Schriftstellerin Siri Hustvedt erinnert in "Ghost Stories" an ihr
    Leben mit dem Schriftsteller Paul Auster, der vor zwei Jahren nach
    schwerer Krankheit verstarb. Wie umgehen mit dem Verlust? Wie lebt
    jemand in einem weiter, der nicht mehr da ist? Wie erinnern wir uns
    später an die erste Liebe und an gemeinsames Leid?

    Unser Klassiker ist in dieser Podcastfolge Wolfgang Herrndorfs noch
    heute viel gelesener Roman "Tschick". 

    Literaturangaben: 

    - Hannah Häffner: Die Riesinnen. Roman. Penguin Verlag. 411 Seiten. 

    - Siri Hustvedt: Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung. Rowohlt Verlag.
    44 Seiten.

    - Wolfgang Herrndorf: Tschick. Roman. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 254
    Seiten. 

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  • Was liest du gerade?

    Wenn Taylor Swift Habermas liest

    21.03.2026 | 1 Std. 4 Min.
    Wie viel Literatur steckt in Taylors Lyrics? Die Harvard-Professorin
    Stephanie Burt hat sie untersucht und ein wunderbares Buch über Kunst
    und Leben bei Taylor Swift geschrieben: "Taylor‘s Version". Warum macht
    sie genau das Gegenteil von dem, was man Songschreibern rät, was hat sie
    mit Dichtern wie Horaz zu tun und wie hat sie quasi im Alleingang die
    Popkultur umgekrempelt? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen in
    dieser Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" darüber. Einer von
    beiden outet sich dabei als Swiftie-Swiftie, als Fan der Swifties.

    Außerdem streiten sie über das neue Buch des Philosophen Peter
    Sloterdijk. Der schaut sich Trump, Putin, Modi und die anderen 'starken
    Männer' unserer Gegenwart an und fragt sich in "Der Fürst und seine
    Erben": Wen nehmen sie sich zum Vorbild? Cäsar oder Napoleon? Und was
    wird hier gespielt? Sloterdijk sieht vor allem einen modernen
    Machiavelli am Werk, aus seiner Feder könnten die wilden Strategien
    stammen, mit denen diese Männer mächtig wurden. Eine fulminante Analyse,
    ein zukünftiger Klassiker oder zynisch-selbstverliebtes Geschwurbel?

    Ein originelles Schlaglicht auf unsere Gegenwart wirft der Philosoph C.
    Thi Nguyen mit seinem neuen Buch "Der Score". Ob Schrittzähler,
    Klickzahlen oder Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von
    Scores. Nguyen kann erklären, was Punktesysteme so attraktiv macht, wann
    sie helfen und wann und wie wir uns davon lösen sollten.

    Für das Gespräch über den Klassiker gibt es diesmal einen traurigen
    Anlass: Am vergangenen Samstag ist der Philosoph Jürgen Habermas im
    Alter von 96 Jahren verstorben. Maja Beckers und Alexander Cammann
    erzählen sich gegenseitig ihre liebsten Habermas-Thesen, die
    originellsten oder jene, die sie aufgeregt haben. Ein persönlicher Blick
    auf den großen Denker.

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].
    Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier.

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  • Was liest du gerade?

    Im Osten viel Neues

    14.03.2026 | 57 Min.
    Die Schriftstellerin Judith Hermann begibt sich auf die Spurensuche nach
    ihrem Großvater, der schon lange vor ihrer Geburt gestorben ist. Sie
    fährt nach Radom in Polen, wo ihr Großvater als SS-Mann im Zweiten
    Weltkrieg stationiert war. Trotz ihrer Recherchen in örtlichen Archiven
    und Museen findet sie nicht heraus, auf welche Weise ihr Großvater an
    den deutschen Verbrechen gegen die Juden von Radom beteiligt war. Der
    Großvater bleibt eine wirkmächtige Leerstelle in ihrer
    Familiengeschichte. Statt Antworten zu finden, stellt Judith Hermann
    viele Fragen. Warum wurde in ihrer Familie so viel geschrien und
    geschwiegen? Warum fehlen die Worte, um sich der Vergangenheit zu
    nähern? Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester versucht die
    Autorin, Licht in ein über Generationen reichendes Familien-Trauma zu
    bringen. Wir fragen im Podcast: Ist das zu wenig? Weicht sie dem Thema
    der deutschen Schuld damit aus?

    Der Autor Lukas Rietzschel ist schon seit einigen Jahren ein gefeierter
    Chronist der ostdeutschen Provinz. In seinem neuen Roman Sanditz folgt
    er den Mitgliedern der Familie Wenzel durch fünf Jahrzehnte in kurzen
    erzählerischen Szenen, angefangen bei Großmutter Erika, die friedlich
    auf der Gartenbank vor ihrem Haus stirbt bis zu ihrem Enkel Tom, der in
    ukrainischen Schützengräben gegen die Russen kämpft. Dazwischen liegen
    die großen historischen Ereignisse, der Widerstand der DDR-Kirchen gegen
    das System, die Wende, der Kampf um die Hinterlassenschaft der Stasi,
    der Einfall der Westdeutschen in die ostdeutsche Kleinstadt und der
    Lockdown. Wir diskutieren darüber: Gelingt es dem Autor, ostdeutsche
    Geschichte in den kurzen Familienepisoden überzeugend zu erzählen?

    Unser Klassiker ist in dieser Podcast-Folge ein neu aufgetauchtes
    Notizheft des 1995 verstorbenen Dramatikers Heiner Müller aus dem Januar
    1945. Der damals 15-Jährige notiert darin in erstaunlicher Frühreife
    seine Überflieger-Gedanken über die Aufgabe europäischer Dichter und
    Denker.

    Unser Zitat des Monats stammt aus dem autobiografischen Buch Einsamsein
    des Journalisten Daniel Haas.

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter [email protected].

    Literaturangaben:

    - Judith Hermann. Ich möchte zurückgehen in der Zeit. S. Fischer
    Verlag. 160 Seiten. 23,- Euro.
    - Lukas Rietzschel. Sanditz. dtv Verlag. 480 Seiten. 26,- Euro
    - Heiner Müller. Zeitschrift Sinn und Form (1/2026)
    - Daniel Haas. Einsamsein. Eine Befreiungsgeschichte. Goldmann Verlag,
    221 S., 22,- Euro

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  • Was liest du gerade?

    Gisèle Pelicot will nicht nur Opfer sein

    21.02.2026 | 59 Min.
    In 22 Sprachen erscheinen jetzt die Memoiren von Gisèle Pelicot, in
    langen Interviews ist die 73-jährige Französin überall präsent. In der
    neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen Maja Beckers und
    Alexander Cammann über ihr Buch "Eine Hymne an das Leben" und das
    Schicksal dieser Frau. Seit dem Prozess in Avignon im Jahr 2024, in dem
    ihr Ex-Mann und fast 50 weitere Täter wegen Vergewaltigung verurteilt
    wurden, ist sie weltbekannt. Wie geht sie selbst mit ihrer Geschichte
    um? Und was ist ihre eigene Botschaft für die geschockte Welt?

    Alle reden über die neue, gefährliche Macht der Ultrareichen, nicht nur
    in Trumps Amerika. Der junge französische Star-Ökonom Gabriel Zucman hat
    in seinem Essay "Reichensteuer. Aber richtig!" eine Idee, wie man
    riesige Vermögen belasten sollte, damit die Kluft zwischen Arm und Reich
    in den westlichen Gesellschaften nicht noch stärker zur Bedrohung für
    die Demokratie wird. Kann sie funktionieren?

    Das Zitat des Monats liefert diesmal die Philosophin Miriam Metze mit
    ihrem Buch "Unerwidert lieben". Erstaunlich, wie viele Denker sich seit
    der Antike über diese traurigen Gefühle Gedanken gemacht haben – und wie
    wenig Sachbücher es über unglückliche Liebe gibt.

    In der Klassikerrubrik stellen wir Reportagen und Erzählungen des
    Schriftstellers Jack London vor, die jetzt in dem Band "Das Erdbeben von
    San Francisco" präsentiert werden: Er war 1906 als Augenzeuge dabei, als
    dieses Ereignis San Francisco komplett zerstörte – eine mythische
    Katastrophe des modernen Amerika, bis heute ein Menetekel für das
    moderne Kalifornien.

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].
     

    Literaturangaben:

    - Miriam Metze: "Unerwidert lieben". Eine philosophische Tröstung.
    Mairisch, 256 Seiten, 24 Euro
    - Gabriel Zucman: "Reichensteuer. Aber richtig!". Aus dem
    Französischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, 63 Seiten, 12 Euro
    - Gisèle Pelicot: "Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite
    wechseln". Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Piper,
    256 Seiten, 25 Euro
    - Jack London: "Das Erdbeben von San Francisco. Geschichten aus der
    Bay Area". Übersetzt von Alexander Kluy. Limbus, 96 Seiten, 15 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt

    07.02.2026 | 50 Min.
    Die Regisseurin und Schriftstellerin Lola Randl hatte vor einigen Jahren
    Berlin den Rücken gekehrt und ist in die brandenburgische Provinz
    gezogen. Im uckermärkischen Gerswalde bewirtschaftete die Künstlerin mit
    ihrer Familie einen Garten und schuf einen bekannten Treffpunkt für
    Wochenendausflügler. Gerswalde wurde zum Ort für Berliner Hipster und
    Glückssucher aller Art, die in einem von Japanerinnen betriebenen
    Restaurant zusammenfanden. In ihrem neuen Buch "Der lebende Beweis"
    erzählt Lola Randl literarisch vom Scheitern dieses Lebensprojekts, vom
    distanzierten Verhältnis zu den Einheimischen und brüchigen Beziehungen
    – und von einem Aufbruch ins Ungewisse.
    Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Michael Wildenhain hingegen
    hat einen opulenten Großstadtroman vorgelegt und entführt uns in das
    düstere West-Berlin Ende der Sechzigerjahre. Erzählt wird in "Das Ende
    vom Lied" aus der Perspektive eines Jugendlichen. Der Vater war mit nur
    einem Bein aus dem Krieg zurückgekehrt, die Mutter war aus dem Osten
    geflüchtet. Und der Junge? Der wächst jetzt inmitten von Ruinen,
    Straßengangs und dreckigen Kneipen auf. Wäre da nicht die Liebe … Und
    wären da nicht so viele politische Ideale in der Luft, die leider
    schnell ins Militante abdriften.
    In unserem Klassiker sprechen wir über das Werk von Annemarie
    Schwarzenbach. Die Freundin von Erika und Klaus Mann war eine
    hinreißende Reisereporterin und hat in den Dreißigerjahren den Nahen
    Osten bereist.
    Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuen Roman "Mein gelber Pullover"
    von Ursula März.

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].

    Literaturangaben:

    - Lola Randl: "Der lebende Beweis". Roman. Matthes & Seitz Verlag,
    Berlin 2026, 188 Seiten, 22 EUR
    - Michael Wildenhain: "Das Ende vom Lied". Roman. Klett-Cotta Verlag,
    Stuttgart 2026, 416 Seiten, 26 EUR
    - Annemarie Schwarzenbach: "Orientreisen. Reportagen aus der Fremde".
    Ebersbach & Simon Verlag, 2017, 141 Seiten, 18 EUR
    - Ursula März: "Mein gelber Pullover". Roman. Piper Verlag, 2026, 176
    Seiten, 22 EUR

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Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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