Altern wir uns arm? Oder arbeiten wir einfach falsch? Und überhaupt: wer macht die passende Arbeit in einer schrumpfenden Gesellschaft?
Deutschland altert – und das ist erstmal eine gute Nachricht. Wir leben länger, oft gesünder und verbringen mehr Jahre im Ruhestand als jede Generation vor uns. Gleichzeitig geraten Arbeitsmarkt, Wachstum und Wohlstand unter Druck: Fachkräftemangel, steigende Rentenausgaben, schwächelnde Produktivität.
In der neuen Folge von „Alter, was geht?“ spreche ich mit Martin Müller von KfW Research über die Auswirkungen der alternden Gesellschaft auf den Arbeitsmarkt.
Wir reden darüber,
warum der Fachkräftemangel kein vorübergehendes Konjunkturproblem ist,
weshalb Zuwanderung allein die demografische Lücke nicht schließen kann,
und wieso Deutschland trotz hoher Arbeitslosigkeit gleichzeitig Arbeitskräfte fehlen.
Mit Zahlen, Szenarien und internationalen Vergleichen zeigt sich , was passiert, wenn Millionen Babyboomer in Rente gehen – und warum die Wirtschaft kaum noch wächst oder sogar effektiv schrumpft, wenn wir nicht gegensteuern.
Die großen Fragen der Episode:
Wie stark trifft uns der demografische Wandel wirklich?
Reichen Produktivität und KI aus, um weniger Arbeitskräfte zu kompensieren?
Müssen wir länger arbeiten – oder einfach klüger?
Warum Bildung der mächtigste, aber langsamste Hebel ist
Weshalb Arbeitszufriedenheit entscheidend dafür ist, ob Menschen bereit sind, mehr zu arbeiten
Und was Deutschland von Japan, Schweden und der Schweiz lernen kann
Außerdem geht es um:
Fachkräftemangel vs. Arbeitslosigkeit – ein scheinbarer Widerspruch
Teilzeit, Vier-Tage-Woche und die Grenzen individueller Lösungen
Ältere Erwerbstätige, Aktivrente und mögliche Mitnahmeeffekte
Die stille Reserve am Arbeitsmarkt
Alternde Mittelständler, fehlende Nachfolge und Investitionszurückhaltung
Warum viele Länder Europas uns beim Altern bald überholen – und was das für Migration bedeutet
Funfact der Folge:
Die Arbeitszufriedenheit steigt mit dem Alter. Ältere Beschäftigte sind im Schnitt zufriedener mit ihrer Arbeit als Jüngere – in der Schweiz sogar auf „Glatte Eins“-Niveau. Vielleicht liegt genau hier der Schlüssel, warum dort mehr gearbeitet wird.
Und hier noch drei interessante Papiere von KfW Research und Martin Müller:
Martin Müller (2025): Was tun gegen den Fachkräftemangel in der Industrie?
Martin Müller (2025): Wachstumsschwäche durch Fachkräftemangel: Wohin führt ein „weiter so“, was können wir tun?
Schwartz/Gerstenberger (2025): Alterung: unterschätztes Hemmnis von Investitionen im Mittelstand
Viel Spaß beim Zuhören – und beim Weiterdiskutieren auf der nächsten Party!