Mehr als 300 Jahre alt ist die Musik, die beim Festival "Romanischen Sommer" am 9. Juni in St. Pantaleon ab 20 Uhr erklingt. Und doch, davon ist der Dirigent und Countertenor Alexander Schneider im Gespräch mit DOMRADIO.DE überzeugt, hat sie modernen Menschen noch viel zu sagen. Mit seinem Ensemble Polyharmonique bringt er Werke von Heinrich Schütz und vor allem von Wolfgang Carl Briegel zur Aufführung. Das Konzert steht unter dem Leitwort "Trost“. Für Schneider ist Briegel eine der großen Wiederentdeckungen der deutschen Barockmusik. Besonders wichtig ist Schneider, dass diese Musik nicht als museales Kulturgut wahrgenommen wird. Auch wenn die Texte aus einer anderen Epoche stammen, berührten sie Fragen, die Menschen bis heute beschäftigen: Trost, Hoffnung, Orientierung und die Suche nach Sinn. Für den Romanischen Sommer rückt das Ensemble mit den Sieben Bußpsalmen das Werk des Darmstädter Hofkapellmeister Wolfgang Carl Briegel (1626–1712) ins Rampenlicht von St. Pantaleon, einen anspruchsvollen Zyklus für vier Singstimmen, zwei Violinen und Basso continuo. Vermutlich in einer politisch unruhigen Zeit um 1688 entstanden, wirken sie wie ein persönliches musikalisches Vermächtnis des Komponisten, einer der produktivsten des 17. Jahrhunderts.