Melange à trois
Missy May, Marjan Shaki, Linda Hold

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- Unser Körper ist ein Tempel. Zumindest heißt es das. Und je nach Geschmack, Trend oder persönlichem Ideal scheint er sich heute nahezu beliebig formen, optimieren und verändern zu lassen – so wird es uns zumindest vermittelt.
Der Körperkult hat in den vergangenen Jahren enorm an Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig erleben Fitness-Influencer und selbsternannte Vorzeigetrainer einen nie dagewesenen Zuspruch. Zwischen Vorher-Nachher-Bildern, Trainingsplänen und Ernährungstipps gerät jedoch oft in Vergessenheit, dass kein Körper dem anderen gleicht.
Gene, Lebensumstände, Gesundheit, Alter und unzählige weitere Faktoren bestimmen mit, wie unser Körper aussieht und wie er auf Training reagiert. Was für den einen funktioniert, kann für den anderen frustrierend oder sogar schädlich sein. Deshalb gibt es wohl keinen allgemeingültigen Weg. Jeder Mensch muss seinen eigenen finden – um das Wertvollste, das er besitzt, gut zu behandeln: seinen Körper.
Ihn zu pflegen, zu fordern, manchmal auch an seine Grenzen zu bringen, kann sinnvoll sein. Doch ebenso wichtig ist es, ihm zuzuhören und seine Grenzen zu respektieren.
Denn eines bleibt am Ende gewiss: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Gesundheit hingegen ist nicht verhandelbar. Melange à trois I Folge 79 I Das Gras ist bei den anderen manchmal deswegen grüner, weil es Kunstrasen ist
08.08.2026 | 27 Min.Aus dem Nähkästchen plaudern, die Hosen herunterlassen und gleichzeitig den schönen Schein wahren – wir bewegen uns in einer Zeit, in der scheinbar kaum noch etwas verborgen bleibt. Was früher hinter verschlossenen Türen stattfand, wird heute öffentlich erzählt, geteilt und kommentiert. Manches verschlägt uns die Sprache, anderes treibt uns die Röte ins Gesicht.
Und doch verbindet uns genau diese Offenheit. Wenn andere ehrlich von ihren Ängsten, Fehlern oder ihrem Scheitern erzählen, fühlen wir uns mit unseren eigenen Geschichten oft ein wenig weniger allein.
Gleichzeitig gibt es nach wie vor Themen, über die beharrlich geschwiegen wird. Dinge, die gesellschaftlich lieber unter den Teppich gekehrt werden, obwohl gerade sie es verdienen würden, genauer betrachtet zu werden. Denn nicht alles, was glänzt, ist Gold – und nicht alles, was verschwiegen wird, sollte verborgen bleiben.
Die eigene Schamgrenze kann dabei ein guter Kompass sein. Sie zeigt uns, wo wir uns schützen dürfen. Gleichzeitig kann sie uns aber auch darauf hinweisen, wo es sich lohnt, genauer hinzusehen und gesellschaftliche Tabus zu hinterfragen.
Wie unterscheiden wir also zwischen notwendiger Diskretion und überholtem Schweigen? Wann dient Offenheit der Verbindung – und wann wird sie zur bloßen Selbstdarstellung? Und an welchen Stellen lohnt es sich, die Scheuklappen abzulegen?
Über all das sprechen wir in der heutigen Folge – ganz im Sinne von in vino veritas.- Es gibt sie – diese Daueroptimisten, die scheinbar strahlend durchs Leben hüpfen und die nichts so leicht aus der Bahn werfen kann. Jedes Problem wird mit einem Schulterzucken hingenommen, als wäre es nur eine kleine Bodenwelle. Und dann gibt es die anderen: jene, die aus dem Kreisverkehr des Grübelns keine Ausfahrt finden. Schon die kleinste Irritation bringt das innere Gleichgewicht ins Wanken, und erst nach mehreren Anläufen findet sich wieder Stabilität.
Die meisten von uns bewegen sich wohl irgendwo dazwischen. Entscheidend ist nicht, ob wir immer positiv denken, sondern ob es uns gelingt, auch schwierigen Erfahrungen irgendwann einen Platz in unserer Geschichte zu geben. Nicht jede Niederlage hat sofort einen Sinn. Und nicht alles, was passiert, geschieht aus einem guten Grund.
Doch wir Menschen besitzen etwas Erstaunliches: die Fähigkeit, uns an neue Gegebenheiten anzupassen. Oft entdecken wir erst im Rückblick, welche Stärke wir in Krisen entwickelt haben. Und selbst wenn sich der Sinn einer Erfahrung nie ganz erschließt, bleibt uns die Fähigkeit, weiterzugehen, neu zu beginnen und unser Leben immer wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Vielleicht ist genau das der eigentliche Optimismus – nicht das Leugnen von Schwierigkeiten, sondern das Vertrauen darauf, mit ihnen umgehen zu können. - Ein Gefühl, das wohl jeder von uns schon einmal erlebt hat. Es sitzt tief, erfüllt uns mit Traurigkeit und Schwere – und trotzdem sprechen wir nur selten darüber: Einsamkeit.Denn Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein. Man kann allein sein und sich vollkommen verbunden fühlen. Und man kann mitten unter Menschen stehen und trotzdem das Gefühl haben, niemand erreiche einen wirklich.Wenn uns Resonanz fehlt – das Gefühl, gesehen, verstanden und angenommen zu werden – verlieren wir einen wichtigen inneren Anker. Gedanken beginnen, sich im Kreis zu drehen, und aus einem harmlosen Gedankenkarussell kann schnell ein Strudel werden, der uns nach unten zieht.Vielleicht lohnt es sich deshalb, den Menschen um uns herum öfter einen genaueren Blick zu schenken. Manchmal reicht schon ein ehrliches Gespräch, ein offenes Ohr oder ein Moment echter Aufmerksamkeit, um einem Menschen in seiner emotionalen Isolation das Gefühl zu geben: Du bist nicht allein.
- Schwarz oder Weiß? Die Entscheidung ist oft nicht leicht. Gerade in unsicheren Zeiten bilden sich häufig starke Lager – nicht selten an zwei entgegengesetzten Extremen.
Noch nie, so heißt es, waren die Menschen so verunsichert wie heute. Gleichzeitig war es aber auch noch nie so einfach, an Informationen zu gelangen. Welche davon wahr oder falsch sind, lässt sich jedoch oft nur schwer beurteilen – zumal künstliche Intelligenz inzwischen Inhalte erzeugen kann, die äußerst glaubwürdig wirken.
Von nichts kommt jedoch nichts. Deshalb kann die Frage nach Ursache und Wirkung ein hilfreiches Korrektiv sein. Wer Zusammenhänge hinterfragt, anstatt sich allein von Schlagzeilen oder Meinungen leiten zu lassen, schafft eine wichtige Grundlage für eigenes Urteilsvermögen.
Dennoch müssen wir uns heute kaum noch anstrengen, um an das zu gelangen, was wir wollen. Informationen und Meinungen sind jederzeit verfügbar und ebenso schnell wieder ausgetauscht.
Wie gehen wir also damit um? Darüber sprechen wir heute.
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Über Melange à trois
Melange à trois – Der Podcast
Wenn Freundinnen aus einer WhatsApp-Gruppe beschließen, einen Podcast zu starten, kann etwas Verbindendes entstehen:
Sie sind nicht nur Künstlerinnen, Mütter, Ehefrauen und – empirisch betrachtet – in ihrer Lebensmitte, sondern vor allem eines: Menschen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und humorvoll, aber auch kritisch Themen besprechen, die alles andere als geplant sind, sondern spontan aus einem Topf gezogen werden.
Genießt eine kurze Pause vom Alltag, hoffentlich mit einer heißen Tasse Kaffee in der Hand gemeinsam mit Missy, Marjan und Linda.
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