Einfach einmal so leben, wie man selbst wirklich will.
Ein Gedanke, der wohl vielen von uns immer wieder kommt. Gleichzeitig kollidiert dieser Wunsch mit Verantwortung, Verpflichtungen und auf lange Sicht auch mit gesellschaftlichem Druck – und verhindert oft genau diesen persönlichen Alleingang.
Der Satz „Du bist für dein eigenes Glück verantwortlich“ wirkt in diesem Zusammenhang beinahe wie eine Verballhornung der komplexen Gefüge, in denen wir leben.
Wir vergleichen uns mit anderen und müssen gleichzeitig relativieren, weil wir eben nicht in ihren Schuhen gehen. Und doch versuchen wir, unser eigenes Narrativ zu finden – ein Lebensmodell, das zu uns passt – indem wir manche Wege als erstrebenswert empfinden und andere bewusst auslassen.
Zwischen Verurteilung und Inspiration, zwischen all dem Input, den uns das Leben und die Menschen um uns herum schenken, bleibt da manchmal auch eine leise Sehnsucht: nach fast ungeteilten Zeiten, in denen wir einzig und allein selbst bestimmen können.Passend zum Weltfrauentag und der Frage, ob wir diesen überhaupt noch brauchen, zeigt sich dabei auch die große globale Unterschiedlichkeit, aus der wir auf diesen Tag blicken. Denn während wir hier darüber diskutieren können, ob ein solcher Tag noch zeitgemäß ist, ist allein diese Frage für viele Frauen auf der Welt ein gedanklicher Luxus.
Ein Luxus, der auch darin besteht, dass wir uns überhaupt Gedanken über einen individuellen Weg als Frau machen können – und dass diese Wege in vielen Fällen tatsächlich umsetzbar sind, während andere Frauen noch immer um grundlegende Rechte kämpfen, die für uns längst selbstverständlich geworden sind.Darüber wollen wir uns heute ein wenig länger unterhalten.