Dezenz ist Schwäche, pflegt so mancher zu sagen.
Wer klare Linien lebt, wird vom Prunk und Kitsch visuell erschlagen, sobald eine Jahreszeit mit ihren Festivitäten dekormäßig um sich schlägt.
Kaum haben wir uns kollektiv darauf geeinigt, das vergangene Jahr hinter uns zu lassen, winkt es uns noch einmal im Wimpernschlag zu – und erinnert daran, dass zu anderen Zeiten des Jahres und des Lebens weniger mehr sein kann.
Zwischen Schenkelklopfen und Schmunzeln, bombastischen Premieren und dem Barfußweg zum Würstelstand.
Zwischen festem Auftritt und dem Wunsch zu tanzen, der mangels Platz und Rang nur ein Schielen auf Zehenspitzen bleibt.
Wo Tulpen blühen, fast nackte Bilder hängen, wann wir ein bisschen selbstverliebt sind – oder in jemand anderen.
Wer, wo und wann dazugehört, dürft ihr jetzt kurz raten
und in der heutigen Folge der Auflösung nachhören.