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Nahost. Nah Dran.

Karim El-Gawhary
Nahost. Nah Dran.
Neueste Episode

34 Episoden

  • Nahost. Nah Dran.

    Als die erste Giraffe nach Wien kam und eine Modewelle auslöste. Die österreichische Orient-Connection: Talk mit Mathias Pfaffenbichler :

    08.10.2026 | 1 Std. 5 Min.
    Im 19. Jahrhundert entwickelten sich enge Verbindungen zwischen Österreich und dem sogenannten Orient, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Über Venedig und vor allem Triest entstanden Handels-, Reise- und Wirtschaftsverbindungen nach Ägypten und in den östlichen Mittelmeerraum, die durch den Bau des Suezkanals zusätzlich an Bedeutung gewannen. Österreichisches Kapital und österreichische Ingenieurskunst spielten beim Suezkanal ebenso eine Rolle wie die Schifffahrtsverbindungen zwischen Triest und Alexandria. Der wirtschaftliche Austausch wurde durch den Baumwollhandel, den Postverkehr und den zunehmenden Tourismus nach Ägypten und Jerusalem geprägt. Auch das Kaiserhaus und der österreichische Adel reisten nach Ägypten, während Künstler den Orient zum Gegenstand ihrer Malerei machten und dabei häufig ein idealisiertes und von europäischen Vorstellungen geprägtes Bild schufen. Die Wiener Weltausstellung von 1873 verstärkte das Interesse am Orient und hinterließ unter anderem Spuren in den ägyptischen Sammlungen Wiener Museen. Eine Giraffe, die 1828 aus Ägypten nach Wien gebracht wurde, und die Produktion des Fez in Südböhmen erzählen auf kuriose Weise von diesen Verbindungen, aber auch von den wirtschaftlichen Machtverhältnissen zwischen Europa und Nordafrika. Außerdem geht es um österreichische Architekten in Kairo, um die persönlichen Beziehungen zwischen dem ägyptischen Herrscherhaus und Wien sowie um die Frage, warum diese gemeinsame Geschichte nach dem Ende der Habsburgermonarchie weitgehend aus dem österreichischen Gedächtnis verschwunden ist.

    Produktion: Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry
  • Nahost. Nah Dran.

    Mein Plädoyer für die öffentlich-rechtlichen Medien - Eine Rede auf der "Republica Vienna"

    07.10.2026 | 32 Min.
    Karim El-Gawhary spricht in seinem Plädoyer bei der Republica Vienna über die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Kontrolle politischer Macht. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Korrespondent in Kairo kennt er zugleich die Folgen staatlich gelenkter Medien und zieht eine klare Grenze zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und echtem Staatsfunk. El-Gawhary kritisiert die politische Einflussnahme auf den ORF und fordert eine Entpolitisierung sowie Reformen, ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaputtzusparen. Ein besonderes Problem sieht er im sinkenden Vertrauen in die Medien und vor allem in der Berichterstattung über Gaza und Israel, bei der er ein Ungleichgewicht bei Quellen und Perspektiven feststellt. Medien dürften ihr Publikum nicht bevormunden, sondern sollten Menschen dazu bringen, selbst kritisch zu denken und auch die Medien zu hinterfragen. Gerade angesichts von Social Media müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Mehrwert schaffen, etwa durch unabhängige Recherche, Berichterstattung vor Ort und journalistische Einordnung. Mit Blick auf Künstliche Intelligenz erwartet El-Gawhary, dass vor allem jener Journalismus Bestand haben wird, der auf persönlicher Erfahrung, Kreativität, Analyse und Berichterstattung aus erster Hand beruht. Sein Plädoyer lautet deshalb, öffentlich-rechtliche Medien zu reformieren und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen und sie auch immer kritisch zu verfolgen und zu hinterfragen.

    Produktion: Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry
  • Nahost. Nah Dran.

    Der Haftbefehl gegen Netanjahu - Talk mit dem Völkerrechtler Ralph Janik Teil 2

    30.09.2026 | 53 Min.
    Im zweiten Teil des öffentlichen Gesprächs mit dem Völkerrechtler Ralph Janik steht zunächst der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu im Mittelpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt sind die US-Sanktionen gegen Richterinnen und Richter des Internationalen Strafgerichtshofs und deren Folgen. Janik erläutert außerdem das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs von 2024 zur israelischen Besatzung des Westjordanlands, Ostjerusalems und Gazas sowie die rechtliche Bedeutung des israelischen Siedlungsbaus. Danach geht es um die völkerrechtliche Bewertung des israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran und um die Grenzen des Arguments der präventiven Selbstverteidigung. Zum Schluss sprechen El-Gawhary und Janik über die Zukunft des Völkerrechts und darüber, ob sich Staaten, die an einer regelbasierten internationalen Ordnung festhalten, angesichts der zunehmenden Machtpolitik neu zusammenschließen müssen.

    Produktion: Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry
  • Nahost. Nah Dran.

    Das Völkermord-Verfahren gegen Israel beim Internationalen Gerichtshof verständlich erklärt– Talk mit dem Völkerrechtler mit Ralph Janik (Teil 1)

    24.09.2026 | 52 Min.
    Völkerrechtler Ralph Janik erklärt, warum das Völkerrecht gerade in Kriegen besonders unter Druck steht und weshalb die Frage seiner Durchsetzung ebenso wichtig ist wie die Frage seiner Regeln. Im Mittelpunkt des ersten Teils des Gesprächs steht das Verfahren Südafrikas gegen Israel. Janik erklärt, was die vorläufigen Maßnahmen des Gerichts bezwecken, warum sie verbindlich sind und welche Folgen es hat, wenn ein Staat sie nicht ausreichend umsetzt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die juristische Definition von Völkermord, bei der es nicht primär um die Zahl der Getöteten, sondern um die Absicht geht, eine geschützte Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören. Dabei sprechen El-Gawhary und Janik auch über öffentliche Aussagen israelischer Politiker und die Frage, wie daraus ein möglicher Völkermordvorsatz juristisch abgeleitet werden könnte. Außerdem geht es um Deutschlands Nebenintervention im Verfahren auf Seiten Israels und warum sich Deutschland inzwischen aus dem Verfahren zurückgezogen hat.
    Behandelt wird auch ein weiteres Verfahren beim IGH, in dem Nicaragua gegen Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof klagt, wegen der mutmaßlichen Beihilfe zum Völkermord an den Palästinensern. Janik erläutert, unter welchen Voraussetzungen der Internationale Gerichtshof überhaupt für einen Streit zwischen Staaten zuständig ist und welche Rolle dabei die Völkermordkonvention spielt.

    Produktion: Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry
  • Nahost. Nah Dran.

    E30 Analyse: Droht in der Meerenge Bab El-Mandab das zweite Hormus-Szenario?

    23.09.2026 | 17 Min.
    Die Houthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet und dabei auch die Hauptstadt Riad angegriffen Außerdem wurde die strategisch wichtigen Ost-West-Ölpipeline ins Visier genommen. Besonders brisant ist die Kontrolle der jemenitischen Houthis über große Teile der Rotmeerküste und vor allem der Meerenge Bab al-Mandab, durch die 12 Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs führt.
    Damit sieht sich Saudi-Arabien zunehmend mit einer Bedrohung von Süden durch die Huthi und von Norden durch schiitische Milizen im Irak konfrontiert. Die Angriffe stehen zugleich im größeren Zusammenhang mit der Konfrontation zwischen Iran und den USA sowie dem regionalen Einfluss der iranischen Revolutionsgarden.
    Saudi-Arabien steht deshalb vor der schwierigen Frage, ob eine militärische Reaktion die Huthi tatsächlich zurückdrängen kann, nachdem der Konflikt seit 2015 trotz der saudischen militärischen Überlegenheit weitgehend festgefahren war. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf diplomatische Bemühungen über Oman und Gespräche zwischen den USA und Vertretern der Huthi.
    Auch die USA, die Türkei, Pakistan und Ägypten werden von Saudi-Arabien um Unterstützung gebeten, bislang zeichnet sich jedoch keine direkte militärische Beteiligung dieser Staaten ab. Für Washington stellt sich dabei insbesondere die Frage, ob ein militärischer Einsatz gegen die Huthi tatsächlich deren Strategie verändern würde oder lediglich eine weitere Eskalation mit dem Iran auslösen könnte.
    Die Kontrolle von Bab al-Mandab macht den Konflikt zugleich zu einer internationalen Frage, weil die Meerenge für den globalen Handel und die Energieversorgung von großer Bedeutung ist. Eine weitere Eskalation könnte deshalb Auswirkungen weit über den Jemen und Saudi-Arabien hinaus haben und die internationalen Energiemärkte treffen.

    Produktion: Martin Druml

    Musik: Nour Ashour

    Grafic Design des Logos: Mona Henry
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Über Nahost. Nah Dran.
Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.
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Generated: 10/9/2026 - 5:44:04 PM