81 Episoden
- Prost Mahlzeit – Episode 81 mit Christoph Donabaum:
„Wachau mit Handschrift – Spitzer Graben, Familie & Wein“
In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns unsere Reise in die Wachau, genauer gesagt in den Spitzer Graben. Dort besuchen wir Christoph Donabaum vom Weingut Christoph Donabaum – einen Familienbetrieb, dessen Geschichte weit zurückreicht und dessen Weine von steilen Rieden, alten Reben, viel Handarbeit und einer der spannendsten Weinlandschaften Österreichs geprägt werden.
Die Geschichte des Weinguts reicht bis mindestens 1668 zurück, seit 1853 befindet sich der Hof im Besitz der Familie Donabaum. Christoph selbst übernahm bereits 2012 Verantwortung für Keller und Weingarten und führt den Betrieb seit 2020. Wir sprechen darüber, wie es ist, eine derart lange Familiengeschichte weiterzuführen, wann für ihn klar wurde, dass Wein sein eigener Weg sein würde – und wie sich sein Blick auf den Betrieb verändert hat, seit er selbst die Verantwortung trägt.
Eine Hauptrolle in unserem Gespräch spielt natürlich der Spitzer Graben. Er gehört zu den kühlsten Bereichen der Wachau. Höhenlage, Wälder und kühle Winde sorgen für besondere Bedingungen und beeinflussen die Reife der Trauben. Christoph erzählt, warum gerade diese vermeintlich schwierigeren Voraussetzungen für die Stilistik seiner Weine so wertvoll sind und was den Spitzer Graben für ihn auch im internationalen Vergleich besonders macht.
Wer hier Wein machen möchte, muss allerdings bereit sein, ordentlich anzupacken. Viele Weingärten liegen in extremen Steillagen, in denen Handarbeit nicht romantisches Marketing, sondern tägliche Realität ist. Wir sprechen über die herausforderndsten Rieden, darüber, welche Lagen Christoph besonders stolz machen, und über die unterschiedlichen Charaktere von Herkünften wie Setzberg, Offenberg und Spitzer Point. Und natürlich wollen wir wissen: Erkennt Christoph bei einer Blindverkostung tatsächlich sofort seinen Spitzer Graben?
Bei den Rebsorten stehen naturgemäß Grüner Veltliner und Riesling im Mittelpunkt. Doch beim Weingut Donabaum spielt auch der Neuburger eine besondere Rolle – eine Rebsorte, die gerade im Spitzer Graben eine lange Tradition besitzt. Wir sprechen über alte Rebanlagen, darüber, was Neuburger von anderen Sorten unterscheidet, und warum auch Weißburgunder und Muskateller ihren Platz im Sortiment gefunden haben.
„Unsere Hände, unsere Böden, unsere Weine“ – dieser Gedanke beschreibt die Philosophie des Hauses besonders gut. Christoph erzählt, was echtes Handwerk im Weinbau für ihn bedeutet, warum die Familie ihre alten Rebanlagen bis ins Detail kennt und wie viel Handarbeit tatsächlich in einer Flasche Donabaum steckt. Besonders wichtig sind dabei zwei Faktoren, die sich nicht beschleunigen lassen: Zeit und Geduld. Sie entscheiden mit darüber, wann der richtige Moment für die Lese gekommen ist und wann ein Winzer eingreifen – oder die Natur einfach machen lassen sollte.
Spannend wird es auch beim Thema Generationenwechsel. Was wollte Christoph verändern, als er 2020 endgültig die Verantwortung übernahm? Welche Dinge seiner Eltern wollte er unbedingt bewahren? Und wie entwickelt man als nächste Generation eine eigene Handschrift, ohne die Geschichte des Familienbetriebs über Bord zu werfen? Wir sprechen über Entscheidungen, bei denen der Rat des Vaters noch immer gefragt ist – und jene Bereiche, bei denen inzwischen klar ist: Das ist Christophs Sache.
Als Mitglied der Vinea Wachau ist das Weingut außerdem eng mit dem besonderen Qualitätsverständnis der Region verbunden. Wir sprechen über Steinfeder, Federspiel und Smaragd, über die Bedeutung klar definierter Herkunft und darüber, was für Christoph den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich großen Wachauer Wein ausmacht.
Zum Weingut Donabaum gehört aber nicht nur Wein, sondern auch echte Wachauer Heurigenkultur. Der Heurige blickt auf eine Geschichte von mehr als 100 Jahren zurück und öffnet mittlerweile dreimal jährlich seine Türen. Rund 80 Gäste finden im Lokal und weitere etwa 100 im Hof und Garten Platz. Wir sprechen darüber, was dort auf den Tisch kommt, welche Weine besonders gerne getrunken werden und warum der direkte Kontakt zu den Gästen heute vielleicht wichtiger ist denn je.
Dahinter steht die ganze Familie: Christophs Mutter Herta kümmert sich um die Küche, sein Vater Josef unterstützt weiterhin im Weingarten und Keller. Damit arbeiten teilweise drei Generationen gleichzeitig im Betrieb. Wir erfahren, warum genau dieses Zusammenspiel eine große Stärke des Weinguts ist – auch wenn natürlich nicht immer alle derselben Meinung sein müssen.
Zum Abschluss blicken wir in die Zukunft. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den vergleichsweise kühlen Spitzer Graben? Könnte dessen Lage langfristig sogar zu einem Vorteil werden? Wie verändert sich die Arbeit in den Steillagen, soll der Betrieb überhaupt noch wachsen und wie möchte Christoph das Weingut in zehn oder zwanzig Jahren sehen?
Weine der Episode:
🍷 Grüner Veltliner Smaragd Ried Zornberg
Ein Grüner Veltliner, der hervorragend zu unserem Gespräch über Herkunft, Steillagen und die besondere Charakteristik des Spitzer Grabens passt – und gleichzeitig jene Verbindung aus Boden, Handarbeit, Reife und Wachauer Identität ins Glas bringt, die Christophs Arbeit prägt.
Grüner Veltliner Smaragd Ried Zornberg – Weingut Donabaum
🍷 Riesling Smaragd Ried Offenberg
Mit dem Riesling aus der Ried Offenberg steht eine zweite große Wachauer Rebsorte im Mittelpunkt. Ein idealer Gegenpart zum Grünen Veltliner und ein Wein, mit dem sich besonders schön zeigen lässt, wie deutlich Rebsorte, Lage und Herkunft die Handschrift eines Weines bestimmen können.
Riesling Smaragd Ried Offenberg – Weingut Donabaum
Prost Mahlzeit!
Mehr über Christoph Donabaum und das Weingut Donabaum findet ihr unter:
Weingut Donabaum
Eine Episode über den Spitzer Graben, extreme Steillagen und alte Reben, Veltliner, Riesling und Neuburger – und über einen Familienbetrieb, in dem Tradition, Handarbeit und Christoph Donabaums eigene Handschrift gemeinsam die Zukunft bestimmen. - Prost Mahlzeit – Episode 80 mit Bernd Menzl:
„Mehr als alkoholfrei – Raureif, Verjus & die Zukunft des Genusses“
In dieser Episode von Prost Mahlzeit verlassen wir die klassische Weinwelt – bleiben ihr aber näher, als man zunächst vermuten würde. Unser Gast ist Bernd Menzl, Gründer von Raureif, einer österreichischen Marke für hochwertige alkoholfreie Speisenbegleiter auf Basis von Verjus, dem Saft unreif geernteter Weintrauben. Was 2016 aus einer Idee während seiner Zeit als Koch entstand, ist heute ein spannender Beweis dafür, dass anspruchsvoller Genuss nicht zwangsläufig Alkohol braucht.
Wir beginnen bei Bernd selbst: Aufgewachsen im Mühlviertel, lebt er heute im Mostviertel. Ursprünglich führte sein Weg in die Küche, bevor Getränke immer stärker in den Mittelpunkt rückten. Wir sprechen darüber, wie ihn seine gastronomische Erfahrung geprägt hat, welche Rolle seine Zeit an der FH Krems spielte und ob er sich damals überhaupt vorstellen konnte, eines Tages sein eigenes Getränk auf den Markt zu bringen.
Natürlich wollen wir wissen, wie die Idee zu Raureif überhaupt entstanden ist. Warum fiel die Wahl ausgerechnet auf Verjus als Basis? Gab es diesen einen berühmten Aha-Moment? Und wie weit ist der Weg von einer spannenden Idee bis zu einem Produkt, das tatsächlich in Flaschen gefüllt und Gästen serviert werden kann? Bernd erzählt von Entwicklungsarbeit, Überzeugungsarbeit und den ersten Schritten einer Getränkekategorie, die vor zehn Jahren noch deutlich erklärungsbedürftiger war als heute.
Damit landen wir bei einer der spannendsten Fragen dieser Episode: Ist alkoholfrei nur ein Trend – oder erleben wir gerade die Entstehung einer neuen Genusskultur? Seit der Gründung von Raureif im Jahr 2016 hat sich das Bewusstsein deutlich verändert. Immer mehr Menschen möchten bewusst auf Alkohol verzichten, erwarten dabei aber trotzdem ein Getränk mit Anspruch, Komplexität und einer ernsthaften Rolle als Speisenbegleiter. Wir diskutieren darüber, welche Bedeutung die Gastronomie für diese Entwicklung hat und ob alkoholfreie Begleitung eines Tages genauso selbstverständlich sein könnte wie ein Glas Wein.
Und weil wir nun einmal ein Weinpodcast sind, kommen wir an einigen Fragen natürlich nicht vorbei: Trinkt Bernd selbst Wein? Welche Rebsorten und Regionen mag er? Was macht für ihn einen guten Wein aus? Seine Sommelier-Ausbildung liefert dabei eine besonders interessante Perspektive. Vor allem aber klären wir eine entscheidende Frage: Soll Raureif Wein überhaupt ersetzen – oder bewusst als vollkommen eigenständiges Genusserlebnis verstanden werden?
Wir schauen auch hinter die Kulissen der Herstellung. Woher kommt der Verjus, woher stammen die weiteren Zutaten und welche Rolle spielt Regionalität? Gerade bei einem Produkt, das sich als hochwertiger Speisenbegleiter versteht, geht es nicht nur darum, etwas Alkoholfreies anzubieten. Geschmack, Säure, Struktur und das Zusammenspiel der Zutaten müssen funktionieren – und hinter jeder neuen Sorte steckt entsprechende Entwicklungsarbeit.
Spannend ist auch Bernds Weg vom Start-up zur etablierten Marke. Wie schwierig war es 2016, mit einem Produkt zu starten, dessen Kategorie vielen Menschen zunächst erklärt werden musste? Welche Hürden gab es? Gab es Momente, in denen Bernd selbst gezweifelt hat? Und worauf ist er heute besonders stolz, wenn er auf die Entwicklung von Raureif zurückblickt?
Natürlich interessiert uns auch, was als Nächstes kommt. Wir sprechen über neue Sorten, weitere Projekte und andere Genussbereiche, die Bernd reizen könnten. Wie entscheidet man überhaupt, welche Geschmackskombination das Potenzial für ein neues Raureif-Produkt hat? Und wo soll die Marke in zehn Jahren stehen?
Zum Abschluss wird es persönlich: Wein oder Raureif? Kochen oder Getränke entwickeln? Was steht bei Bernd privat im Kühlschrank und was motiviert ihn nach all den Jahren noch immer, neue Ideen umzusetzen? Unsere Abschlussfrage blickt schließlich zehn Jahre voraus: Was soll Raureif bis dahin erreicht haben – und woran möchte Bernd Menzl persönlich gemessen werden?
Und selbstverständlich bleibt Bernd trotz alkoholfreier Episode unser „Cornis kleines Verhör“ nicht erspart – vom besten Weinmoment über das perfekte Katerfrühstück bis zum letzten Glas Wein seines Lebens.
Getränke der Episode:
🥂 Raureif Sparkling Verjus mit Quitte
Verjus trifft auf Quitte: eine alkoholfreie Alternative mit Säure, Frucht und Struktur, die nicht versucht, Wein zu imitieren, sondern als eigenständiger Speisenbegleiter gedacht ist.
Raureif Sparkling Verjus mit Quitte
🥂 Raureif Sparkling Verjus mit Dirndl BIO
Mit der Dirndl – der Kornelkirsche – bekommt der Verjus einen weiteren spannenden Partner. Eine Kombination, die Regionalität und die Idee eines anspruchsvollen alkoholfreien Genusserlebnisses miteinander verbindet.
Raureif Sparkling Verjus mit Dirndl BIO
Prost Mahlzeit!
Mehr über Bernd Menzl und Raureif findet ihr unter:
Raureif
Eine Episode über Verjus, Gastronomie und Unternehmergeist – und über die spannende Frage, ob „alkoholfrei“ längst aufgehört hat, Verzicht zu bedeuten und stattdessen zu einer eigenen Form des Genusses geworden ist. 🥂🍇✨ - Prost Mahlzeit – Episode 79 mit Johannes Kölbl:
„Urgestein, Leidenschaft & Weinviertel DAC – Herkunft und die nächste Generation“
In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns die Reise ins nordwestliche Weinviertel, genauer gesagt nach Röschitz zum Respiz-Hof Kölbl. Dort betreibt die Familie Kölbl bereits seit 1660 Weinbau. Mit Johannes Kölbl steht heute die nächste Generation im Mittelpunkt – ein junger Winzer, der eine jahrhundertealte Familiengeschichte mit seinen eigenen Vorstellungen und modernen Ideen verbindet.
Wir beginnen bei beeindruckenden 365 Jahren Familiengeschichte. Wie fühlt es sich an, Teil einer Tradition zu sein, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht? Woher stammt eigentlich der Name Respiz-Hof? Und war für Johannes von Anfang an klar, dass auch sein Weg einmal in den Weinbau führen würde? Wir sprechen über Werte, die ihm seine Eltern mitgegeben haben, aber auch über die Verantwortung, die mit einer derart langen Familiengeschichte verbunden ist.
Bevor Johannes im Familienbetrieb seine eigene Handschrift entwickelte, absolvierte er die Weinbauschule Krems und sammelte Erfahrungen bei Praktika – unter anderem beim Weingut Knoll sowie in der Schweiz. Wir wollen wissen, welche Eindrücke ihn besonders geprägt haben, was er bewusst aus anderen Betrieben mitgenommen hat und was er heute vielleicht anders macht als die Generation vor ihm. Natürlich geht es dabei auch um die Zusammenarbeit mit seinen Eltern – bis hin zur entscheidenden Frage: Wer hat eigentlich im Keller das letzte Wort?
Besonders spannend wird es beim Thema Boden. Während man das Weinviertel häufig mit Löss verbindet, spielen rund um Röschitz auch Urgestein und Granit eine entscheidende Rolle. Johannes erklärt, wie diese Böden seine Weine prägen und was die Rieden Himmelreich, Reipersberg und Galgenberg voneinander unterscheidet. Und wir gehen der Frage nach, ob man jene viel zitierte Mineralität tatsächlich im Glas schmecken kann.
Im Mittelpunkt des Respiz-Hofs steht natürlich der Grüne Veltliner – fast die Hälfte der Rebfläche ist dieser Rebsorte gewidmet. Warum ist gerade sie das Aushängeschild des Betriebs? Was zeichnet für Johannes einen richtig guten Weinviertel DAC aus? Und wie wichtig sind dabei die einzelnen Rieden und ihre unverwechselbare Herkunft?
Ein Satz von Johannes bringt seine Philosophie besonders gut auf den Punkt: „Qualität wird am Weinstock entschieden und nicht im Keller.“ Wir sprechen darüber, wie viel Arbeit tatsächlich im Weingarten steckt, wann ein Winzer eingreifen muss und wann es besser ist, dem Wein seinen Lauf zu lassen. Dabei geht es um Vinifikation, Geduld und die Überzeugung, dass die Grundlage eines großen Weines lange vor dem Keller gelegt wird.
Dass dieser Weg Aufmerksamkeit bekommt, zeigen auch seine bisherigen Erfolge: Weinviertel DAC Champion, Sieger der Jungwinzer-Trophy und Finalist bei der Schlossquadrat-Trophy. Was bedeuten solche Auszeichnungen für einen jungen Winzer? Sind sie vor allem Bestätigung und Motivation – oder erhöhen sie auch den Druck, beim nächsten Jahrgang wieder abzuliefern?
Der Respiz-Hof soll allerdings nicht nur über seine Flaschen erlebbar sein. Gäste können dort verkosten, übernachten und das Weingut persönlich kennenlernen. Johannes erzählt, warum ihm der direkte Kontakt mit Weinliebhaber:innen wichtig ist und weshalb Wein heute immer stärker mit Erlebnissen, Begegnungen und den Geschichten hinter dem Produkt verbunden wird.
Zum Abschluss blicken wir gemeinsam nach vorne: Wo soll der Respiz-Hof in zehn Jahren stehen? Welche Herausforderungen beschäftigen junge Winzer heute? Welche neuen Projekte und Weine hat Johannes im Kopf? Und was möchte er in der österreichischen Weinwelt noch erreichen? Unsere Abschlussfrage geht sogar noch weiter: Wenn Johannes in 30 Jahren auf seine Arbeit zurückblickt – woran sollen sich die Menschen erinnern, wenn sie den Namen Johannes Kölbl hören?
Und selbstverständlich wartet zum Schluss wieder „Cornis kleines Verhör“ – vom besten Weinmoment und dem perfekten Katerfrühstück bis zum letzten Glas Wein seines Lebens.
Wein der Episode:
🍷 Grüner Veltliner Ried Reipersberg
Ein Wein, der perfekt zu unserem Gespräch mit Johannes passt: Grüner Veltliner aus Röschitz, bei dem Herkunft und die besonderen Böden der Region im Mittelpunkt stehen. Genau jene Verbindung aus Rebsorte, Riede und Terroir, über die wir in dieser Episode ausführlich sprechen.
Wein der Episode – Respiz-Hof Kölbl
Prost Mahlzeit!
Mehr über Johannes Kölbl und den Respiz-Hof Kölbl findet ihr unter:
Respiz-Hof Kölbl
Eine Episode über 365 Jahre Familiengeschichte, Granit und Urgestein, Grünen Veltliner und Weinviertel DAC – und über einen jungen Winzer, der seine Herkunft nicht verändern, sondern mit einer eigenen Handschrift in die nächste Generation führen möchte. - Prost Mahlzeit – Episode 78 mit Franz Leth & Franz Leth jun.:
„Zwei Generationen, ein Ziel – Wagram, Herkunft & die Zukunft des Weins“
In dieser Episode von Prost Mahlzeit bleiben wir am Wagram und treffen gleich zwei Generationen eines der prägenden Weingüter der Region: Franz Leth und Franz Leth jun. vom Weingut Leth in Fels am Wagram. Mit rund 60 Hektar Rebfläche steht der Familienbetrieb seit Jahrzehnten für Qualität, Innovation und eine klare Handschrift – geprägt von den mächtigen Lössböden des Wagrams und einer großen Leidenschaft für Veltliner in all seinen Facetten.
Wir beginnen unsere Reise bei der Geschichte der Familie Leth. Welche Entscheidungen haben den Betrieb zu dem gemacht, was er heute ist? Welche Momente waren richtungsweisend – und worauf blickt Franz Leth senior heute mit besonderem Stolz zurück? Dabei wird schnell deutlich: Ein erfolgreiches Familienweingut entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich über Generationen hinweg.
Besonders spannend ist natürlich die Zusammenarbeit von Vater und Sohn. Zwei Generationen bedeuten Erfahrung und neue Perspektiven – aber manchmal auch unterschiedliche Vorstellungen. Wir fragen, wer von beiden mutiger ist, wenn neue Ideen auf den Tisch kommen, wo über Stil und Strategie diskutiert wird und was Franz senior und Franz junior jeweils am anderen besonders schätzen. Vor allem aber geht es darum, welche Werte des Familienbetriebs auch in Zukunft unverändert bleiben sollen.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Zukunft ist der Umgang mit der Natur. Das Weingut Leth ist sowohl BIO-zertifiziert als auch Nachhaltig Austria zertifiziert. Wir sprechen darüber, warum die Familie diesen Weg eingeschlagen hat, wie biologischer und nachhaltiger Weinbau im Alltag tatsächlich aussieht und was getan werden muss, damit die Böden auch für kommende Generationen gesund und lebendig bleiben. Gleichzeitig geht es um die Herausforderungen, die biologischer Weinbau heute am Wagram mit sich bringt.
Ein weiteres großes Thema ist die Herkunft. Als Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW) beschäftigt sich das Weingut intensiv mit der Charakteristik einzelner Rieden. Warum wird die genaue Herkunft eines Weines immer wichtiger? Wie unterschiedlich können sich einzelne Lagen ausdrücken? Und welche Rieden liegen Franz und Franz persönlich besonders am Herzen?
Bemerkenswert ist auch die Konsequenz bei der Ernte: Im Weingut Leth wird ausschließlich von Hand gelesen. In einer Zeit, in der viele Betriebe zumindest teilweise maschinell ernten, ist das eine bewusste Entscheidung. Wir sprechen darüber, welchen Einfluss die Handlese auf die Traubenqualität hat, wie schwierig es geworden ist, ausreichend Erntehelfer:innen zu finden – und ob Handlese in Zukunft vielleicht sogar zu einem Luxus im Weinbau werden könnte.
Natürlich geht es mit Franz Leth jun. auch um Innovation und die nächste Generation. Welche neuen Ideen bringt er in den Familienbetrieb ein? Wo sieht er Potenzial für die kommenden Jahre? Und wie gelingt der Spagat, Traditionen zu bewahren, ohne sich vor Veränderungen zu verschließen? Genau dieses Zusammenspiel zwischen Erfahrung und neuen Impulsen macht die Begegnung mit den beiden Generationen besonders spannend.
Die Weine des Hauses werden längst weit über Österreich hinaus getrunken. Deshalb werfen wir auch einen Blick auf Export und internationale Märkte. Was erwarten internationale Weinliebhaber:innen heute von österreichischen Weinen? Wie hat sich deren Wahrnehmung verändert – und welche Rolle kann der Wagram dabei künftig spielen?
Aber Wein lebt nicht nur vom Export, sondern vor allem von Begegnungen. Verkostungen, Besuche am Weingut und Weintourismus schaffen die Möglichkeit, die Geschichten hinter einer Flasche persönlich kennenzulernen. Franz und Franz erzählen, was Besucher:innen bei ihnen erwartet und warum der direkte Austausch mit Weinliebhaber:innen heute wichtiger denn je ist.
Zum Abschluss wird es persönlich: Franz senior erzählt von prägenden Momenten seines Winzerlebens, während wir von Franz junior wissen wollen, wo er das Weingut eines Tages sehen möchte. Und schließlich stellen wir beiden gemeinsam eine Frage, die bei einem generationenübergreifenden Familienbetrieb besonders gut passt: Wenn ihr einen Brief an die nächste Generation schreiben würdet – was müsste unbedingt darin stehen?
Und selbstverständlich müssen sich auch Franz & Franz unserem „Cornis kleinen Verhör“ stellen – vom besten Weinmoment über das perfekte Katerfrühstück bis hin zur alles entscheidenden Frage nach dem letzten Glas Wein.
Wein der Episode:
🍷 Roter Veltliner Ried Scheiben
Mit dem Roten Veltliner Ried Scheiben steht diesmal eine Rebsorte im Mittelpunkt, die ganz besonders mit dem Wagram verbunden ist. Ein idealer Wein für eine Episode, in der es so intensiv um Herkunft, Böden, Tradition und die unverwechselbare Identität einer Weinregion geht.
Roter Veltliner Ried Scheiben – Weingut Leth
Prost Mahlzeit!
Mehr über Franz Leth, Franz Leth jun. und das Weingut Leth findet ihr unter:
Weingut Leth
Eine Episode über zwei Generationen an einem Tisch, biologischen Weinbau, große Wagramer Lagen, kompromisslose Handlese und die Frage, wie man ein erfolgreiches Familienweingut weiterentwickelt, ohne seine Wurzeln aus den Augen zu verlieren. - Prost Mahlzeit – Episode 77 mit Martin Heinzl:
„Vom Weintalent zum dreifachen SALON-Sieger – Leidenschaft, Herkunft & große Ziele“
In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns die Reise ins Weinviertel, genauer gesagt nach Deinzendorf zum Weingut Heinzl-Gettinger. Dort treffen wir einen jungen Winzer, der 2026 gleich mehrfach für ordentlich Aufmerksamkeit in der österreichischen Weinwelt gesorgt hat: Martin Heinzl. Mit gerade einmal 26 Jahren gewann er die 16. Schlossquadrat-Trophy, wurde damit zum „Weintalent des Jahres 2026“ gekürt – und durfte sich kurz darauf auch noch über drei SALON-Siege freuen.
Dabei steht Martin erst seit 2020 aktiv im Familienbetrieb. Nach seiner Ausbildung an der HBLA Klosterneuburg sammelte er internationale Erfahrungen bei Praktika im Napa Valley und in Südafrika. Wir sprechen darüber, was er aus dieser Zeit mitgenommen hat, welche Erfahrungen seine Arbeit bis heute beeinflussen – und warum er sich letztendlich dafür entschieden hat, den Weg seiner Familie weiterzugehen.
Natürlich geht es ausführlich um die Schlossquadrat-Trophy. Was geht einem durch den Kopf, wenn plötzlich der eigene Name als Sieger aufgerufen wird? Wie intensiv war die Vorbereitung auf einen Wettbewerb, der sich über Monate erstreckt? Und verändert ein Titel wie „Weintalent des Jahres“ tatsächlich den Alltag eines jungen Winzers? Martin erzählt von diesem besonderen Moment und davon, welche Türen sich dadurch geöffnet haben. Bei seinem Sieg überzeugte er Jury und Publikum übrigens mit zwei Weinen: Grüner Veltliner Ried Steinviertel und Sauvignon Blanc Ried Junge Bergen.
Und dann wären da noch die drei SALON-Siege 2026. Das Weingut Heinzl-Gettinger war in diesem Jahr sogar der einzige Betrieb, der gleich drei Siegerweine stellte. Wir fragen Martin, ob der dritte Erfolg noch genauso emotional ist wie der erste, ob solche Auszeichnungen Bestätigung oder vielleicht auch Druck bedeuten – und was sie über die Entwicklung des Familienweinguts aussagen. Die drei ausgezeichneten Weine waren Gelber Muskateller Exclusiv 2025, Sankt Laurent Schrattenthal Ried Innere Bergen 2023 und Merlot Reserve 2023.
Ein besonderer Schwerpunkt unseres Gesprächs liegt auf Grünem Veltliner und dem Weinviertel. Für Martin gibt es kaum eine andere Rebsorte, die unterschiedliche Böden so klar widerspiegeln kann. Wir sprechen darüber, was das Weinviertel für ihn besonders macht, welche Rolle Lagen wie Steinviertel und Innere Bergen spielen und ob die Region trotz ihrer Bekanntheit in manchen Bereichen noch immer unterschätzt wird.
Natürlich geht es auch um das Leben und Arbeiten in einem Familienweingut. Welche Verantwortung übernimmt Martin bereits heute? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit seinen Eltern? Wer hat im Keller das letzte Wort – und was passiert, wenn zwei Generationen einmal unterschiedlicher Meinung sind? Gerade diese Mischung aus gewachsener Erfahrung und neuen Ideen prägt die Entwicklung des Weinguts Heinzl-Gettinger.
Nach so vielen Auszeichnungen stellt sich außerdem die Frage: Wie hält man dieses Qualitätsniveau? Wir sprechen über die Arbeit im Weingarten und im Keller, darüber, wie viel Detailarbeit hinter einer erfolgreichen Flasche steckt und ob man bereits während eines Jahrgangs spürt, dass daraus etwas ganz Besonderes werden könnte.
Zum Abschluss blicken wir in die Zukunft. Klimawandel, Nachhaltigkeit und die Entwicklung des Weinmarktes stellen gerade junge Winzer vor große Aufgaben. Welche Projekte möchte Martin noch umsetzen? Wo sieht er den Weinbau in zehn Jahren? Und vor allem: Wenn man mit 26 bereits Weintalent des Jahres und dreifacher SALON-Sieger ist – was ist dann eigentlich das nächste große Ziel?
Und selbstverständlich muss sich auch Martin am Ende unserem „Cornis kleinen Verhör“ stellen – von seinem perfekten Katerfrühstück über kulinarische Sünden bis zur Frage, welches sein allerletztes Glas Wein sein dürfte.
Wein der Episode:
🍇 Sauvignon Blanc Deinzendorfer Ried Junge Bergen
Ein Wein mit besonderer Bedeutung für diese Episode: Mit dem Sauvignon Blanc aus der Ried Junge Bergen trat Martin unter anderem beim Finale der Schlossquadrat-Trophy an und überzeugte damit Jury und Publikum. Der aktuell auf der Website angebotene Jahrgang 2025 wird vom Weingut mit Holunderblüte, frischem roten Paprika, tiefer Frucht, lebendigem Trinkfluss und langem Finale beschrieben.
Sauvignon Blanc Deinzendorfer Ried Junge Bergen – Weingut Heinzl-Gettinger
Prost Mahlzeit!
Mehr über Martin Heinzl und das Weingut Heinzl-Gettinger findet ihr unter:
Weingut Heinzl-Gettinger
Eine Episode über große Erfolge in jungen Jahren, internationale Erfahrungen, Familienzusammenhalt und die Leidenschaft für das Weinviertel – und über einen jungen Winzer, der trotz Schlossquadrat-Trophy und drei SALON-Siegen offensichtlich noch einiges vorhat. 🍷🏆🌿
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