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Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast

Corni Winelover & Christoph Baumert
Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast
Neueste Episode

84 Episoden

  • Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast

    #84 Alte Reben, neue Ideen - Florian Neunteufel

    01.11.2026 | 47 Min.
    Prost Mahlzeit – Episode 84 mit Florian Neunteufl:

    „Alte Reben, neue Ideen – Handwerk, Herkunft & das Weinviertel von morgen“

    In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns unsere Reise ins südwestliche Weinviertel, genauer gesagt nach Viendorf am Fuße des Hundsbergs. Dort treffen wir Florian Neunteufl vom Weingut Neunteufl, einen jungen Winzer, der mit großer Leidenschaft, viel handwerklichem Können und einem klaren Fokus auf Grünen Veltliner die Zukunft seines Familienbetriebs gestaltet. Alte Reben, individuelle Herkunft und der Mut zu eigenen Ideen stehen dabei im Mittelpunkt.

    Wir beginnen bei der Geschichte der Familie Neunteufl. Seit 1984 befindet sich das Weingut im Familienbesitz und wird mittlerweile in vierter Generation geführt. Wir sprechen darüber, wie es ist, in einem Weinbaubetrieb aufzuwachsen, welche Werte Florian von seinen Eltern und Großeltern mitbekommen hat und ob für ihn schon immer feststand, eines Tages selbst Winzer zu werden. Dabei interessiert uns natürlich auch, wie die Zusammenarbeit zwischen den Generationen funktioniert und welche Traditionen Florian unbedingt bewahren möchte.

    Bevor er seine eigene Handschrift im Familienbetrieb entwickelte, sammelte Florian wertvolle Erfahrungen bei einigen der renommiertesten Weingüter im deutschsprachigen Raum. Er war unter anderem Kellermeister beim Weingut Allram und absolvierte Praktika bei Knoll in der Wachau und Keller in Rheinhessen. Wir sprechen darüber, welche Philosophien und Techniken ihn besonders geprägt haben, warum der Blick über den eigenen Tellerrand so wichtig ist und wie schwierig es manchmal sein kann, mit vielen neuen Ideen in den Familienbetrieb zurückzukehren.

    Eine besondere Rolle spielt natürlich die Herkunft. Das Weingut liegt am Fuße des Hundsbergs, einer Gegend des Weinviertels, die vielleicht nicht jeder sofort auf dem Radar hat. Doch gerade die unterschiedlichen Böden und die besonderen Bedingungen des südwestlichen Weinviertels bieten spannende Möglichkeiten. Florian erklärt, was diese Region auszeichnet, wie sich ihre Herkunft im Glas widerspiegelt und warum das Weinviertel weit mehr zu bieten hat als nur unkomplizierte Alltagsweine.

    Im Mittelpunkt steht dabei eine Rebsorte, für die Florians Herz ganz besonders schlägt: Grüner Veltliner. Was macht für ihn einen wirklich großen Veltliner aus? Wie deutlich soll man Boden und Herkunft schmecken können? Und wie verändert sich die Rebsorte durch den Klimawandel? Wir sprechen über unterschiedliche Stilistiken, persönliche Lieblingsweine und darüber, warum Grüner Veltliner für Florian so viel mehr ist als einfach nur die wichtigste Weißweinsorte Österreichs.

    Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist das Handwerk. Während im modernen Weinbau vieles immer schneller und technischer wird, setzt die Familie Neunteufl bei ihren alten Reben bewusst auf intensive Pflege und Handarbeit. Florian erzählt, warum diese Arbeit für ihn unverzichtbar ist, welche Rolle Geduld bei der Weinbereitung spielt und wann es besser ist, im Keller einzugreifen – oder einem Wein einfach die Zeit zu geben, die er braucht.

    Zum Weingut gehört außerdem ein Buschenschank, der für viele Gäste aus der Region längst ein beliebter Treffpunkt geworden ist. Hier treffen Wein, Kulinarik und persönliche Gastfreundschaft aufeinander. Wir sprechen darüber, welche Bedeutung der Buschenschank für die Familie hat, welche Speisen besonders gut zu den Grünen Veltlinern des Hauses passen und warum der direkte Kontakt zu den Gästen ein so wichtiger Bestandteil des Winzerlebens ist.

    Natürlich werfen wir auch einen Blick auf die Zukunft des Weinviertels. Florian gehört zu jener jungen Winzergeneration, die Herkunft und individuelle Lagen stärker in den Mittelpunkt rücken möchte. Wir diskutieren darüber, wie sich das Weinviertel DAC weiterentwickeln könnte, welche Chancen die Region international besitzt und was passieren muss, damit noch mehr Weinliebhaber das enorme Potenzial dieser Weinlandschaft erkennen.
    Besonders spannend sind auch Florians Pläne für den eigenen Betrieb. Ein neuer Keller und Verkostungsraum sollen zusätzliche Möglichkeiten schaffen, die Weine und die Philosophie des Hauses erlebbar zu machen. Wir sprechen darüber, welche Vision dahintersteckt, welche weiteren Projekte Florian im Kopf hat und wie er das Weingut Neunteufl in zehn Jahren sehen möchte.

    Dabei dürfen natürlich auch die großen Herausforderungen der Zukunft nicht fehlen: Klimawandel, Nachhaltigkeit und die wirtschaftlichen Veränderungen im Weinbau. Wie kann ein Familienbetrieb darauf reagieren, ohne seine Identität zu verlieren? Und wie gelingt es, traditionelle Handarbeit mit modernen Anforderungen zu verbinden?
    Zum Abschluss stellen wir Florian eine Frage, die sein gesamtes Schaffen auf den Punkt bringt: Wenn in zwanzig Jahren jemand eine Flasche Neunteufl öffnet – woran soll er denken? An den Wein, an die Herkunft oder an die Menschen dahinter?

    Und selbstverständlich wartet auch auf Florian unser „Cornis kleines Verhör“ – vom besten Weinmoment über das perfekte Katerfrühstück bis hin zur alles entscheidenden Frage nach seinem letzten Glas Wein.

    Wein der Episode:
    🍷 Viendorf – Weingebirge Grüner Veltliner Weinviertel DAC
    Mit dem Grünen Veltliner Viendorf – Weingebirge steht genau jene Rebsorte im Mittelpunkt, die Florian Neunteufls Leidenschaft und die Philosophie seines Weinguts besonders gut verkörpert. Ein Wein aus dem südwestlichen Weinviertel, bei dem die Herkunft und der individuelle Charakter der Region im Vordergrund stehen. Passend zu unserem Gespräch über alte Reben, Handwerk und die Frage, was einen wirklich guten Grünen Veltliner ausmacht.

    Prost Mahlzeit!

    Mehr über Florian Neunteufl und das Weingut Neunteufl findet ihr unter:
    👉 https://www.weingut-neunteufl.at/
    Eine Episode über vier Generationen Familiengeschichte, alte Reben und echtes Winzerhandwerk, Grünen Veltliner und die besonderen Böden des südwestlichen Weinviertels – und über einen jungen Winzer, der mit Erfahrung, Leidenschaft und neuen Ideen die Zukunft seines Familienweinguts gestaltet.
  • Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast

    #83 Tradition trifft stille Revolution - Kati und Max Brustbauer

    25.10.2026 | 1 Std. 8 Min.
    Prost Mahlzeit – Episode 83 mit Kati & Max Brustbauer:

    „Tradition trifft stille Revolution – Wein, Mut & 1.000 Jahre Geschichte“

    In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns unsere Reise in die Wachau, genauer gesagt nach Oberloiben zum Weinhauer Brustbauer. Dort treffen wir Kati und Max Brustbauer, die an einem ganz besonderen Ort leben und arbeiten: einem über 1.000 Jahre alten ehemaligen Salzburger Amtshof. Ein Familienbetrieb, in dem seit fünf Generationen Weinbau betrieben wird – und in dem Tradition auf eine Philosophie trifft, die durchaus einmal gegen den Strom schwimmt.

    Wir beginnen bei der beeindruckenden Geschichte des Hauses. Wie fühlt es sich an, an einem Ort zu leben, dessen Mauern bereits ein Jahrtausend Geschichte erlebt haben? Welche Werte und Erfahrungen wurden über Generationen weitergegeben? Und wie schafft man es, einerseits die Vergangenheit zu respektieren und andererseits den Mut aufzubringen, Dinge bewusst anders zu machen?

    Genau dieser Mut hat Kati und Max auch die Bezeichnung „stille Revolution im Weinbau“ eingebracht. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir sprechen darüber, warum die beiden manche Konventionen hinterfragen, welche Entscheidungen ihren eigenen Weg geprägt haben und weshalb Innovation nicht immer laut sein muss, um etwas zu verändern.

    Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist die Nachhaltigkeit. Der Weinhauer Brustbauer ist Nachhaltig Austria zertifiziert und setzt im Weingarten auf artenreiche Begrünung, Biodiversität und den Verzicht auf Herbizide und Insektizide. Darüber hinaus befindet sich der Betrieb mittlerweile in der dreijährigen Umstellungsphase zur biologischen Zertifizierung. Kati und Max arbeiten bereits nach biologischen Grundsätzen und erzählen, warum dieser Schritt für sie eine konsequente Weiterentwicklung ihrer Philosophie ist. Gerade in den anspruchsvollen Wachauer Steillagen bedeutet das viel Handarbeit, Aufmerksamkeit und Verantwortung gegenüber der Natur.
    Besonders spannend wird es beim Thema Low Intervention. Kati und Max möchten ihren Weinen möglichst viel Freiheit lassen und verzichten bewusst auf zahlreiche technische und önologische Eingriffe – darunter Schönungen, Aufsäuerung und technische Kühlung. Doch wie wenig Eingriff ist tatsächlich möglich? Wo liegt die Grenze zwischen dem Machen und dem Begleiten eines Weines? Und braucht es vielleicht sogar besonders viel Wissen und Erfahrung, um bewusst weniger zu tun?

    Dass Zeit und Geduld beim Weinhauer Brustbauer eine ganz besondere Rolle spielen, zeigt ein außergewöhnlicher Wein: der „Verkommen 2013“, den wir bereits in unserer Weihnachtsfolge verkosten durften. Ein gereifter Wachauer Smaragd, der eindrucksvoll die Frage aufwirft, warum hochwertige österreichische Weißweine häufig viel zu jung getrunken werden. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie sich große Weine über zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre entwickeln, welche Voraussetzungen sie dafür brauchen und warum Reife für Kati und Max weit mehr bedeutet als bloßes Warten.

    Natürlich widmen wir uns auch den berühmten Wachauer Rieden. Kellerberg, Loibenberg, Hollerin und Steinriegl sind nur einige der Herkünfte, mit denen die beiden arbeiten. Wir sprechen darüber, wie unterschiedlich sich diese Lagen im Glas zeigen, welche Bedeutung der Boden für den Charakter eines Weines hat und warum neben Grünem Veltliner und Riesling auch Weißburgunder und Gelber Muskateller ihren festen Platz im Sortiment haben.
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Handarbeit. Gerade in den steilen Weingärten der Wachau steckt hinter jeder Flasche ein enormer Aufwand. Für Kati und Max geht es dabei aber nicht nur um Qualität, sondern auch um eine grundlegende Haltung: dem Wein die Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit zu geben, die er braucht. Wir sprechen darüber, warum manche Arbeiten trotz aller technischen Möglichkeiten bewusst von Hand erledigt werden und was echte Reife für die beiden bedeutet.

    Zum Weinhauer Brustbauer gehört außerdem ein Heuriger, bei dem nicht nur der Wein, sondern auch die Küche eine besondere Rolle spielt. Vieles wird selbst gemacht – vom Brot über Fleischgerichte bis zum Strudel. Wir sprechen darüber, was für Kati und Max einen echten Wachauer Heurigen ausmacht, welche Speisen unbedingt dazugehören und warum der direkte Kontakt mit den Gästen für einen Familienbetrieb so wertvoll ist.
    Dass Wein nicht nur verkostet, sondern auch aktiv erlebt werden kann, zeigt das Projekt „Team Cuvée“. Bei diesem Cuvetier-Workshop dürfen Gäste selbst verschiedene Weine kennenlernen, Aromen entdecken und schließlich ihre eigene Cuvée kreieren. Wir erfahren, wie diese Idee entstanden ist und warum ein solcher Perspektivenwechsel oft mehr über Wein vermittelt als eine klassische Verkostung.

    Zum Abschluss blicken wir in die Zukunft. Wie geht ein bewusst handwerklich geführter Familienbetrieb mit Klimawandel, steigenden Kosten und wirtschaftlichen Herausforderungen um? Muss ein Weingut immer größer werden, um erfolgreich zu sein? Und was soll beim Weinhauer Brustbauer auch in zwanzig Jahren noch genauso sein wie heute?

    Unsere Abschlussfrage bringt schließlich die gesamte Philosophie auf den Punkt: Wenn Kati und Max die Wachau und ihre Art, Wein zu machen, in nur einem Glas zeigen müssten – welcher Brustbauer-Wein wäre es?
    Und selbstverständlich müssen sich auch die beiden unserem „Cornis kleinen Verhör“ stellen – vom besten Weinmoment über kulinarische Sünden bis hin zum allerletzten Glas Wein.

    Weine der Episode:
    🍷 Rosé Loiben Federspiel DAC 2024
    Ein Wachauer Rosé aus Loiben, der eine frische und unkomplizierte Seite des Weinhauers Brustbauer zeigt. Ein spannender Einstieg in die Weinwelt von Kati und Max und ein schöner Kontrast zu den großen, gereiften Smaragden des Hauses.
    👉 Rosé Loiben Federspiel DAC 2024 – Weinhauer Brustbauer

    🍷 „Oma Emilie“ Riesling Smaragd DAC Ried Hollerin 2023
    Mit dem Riesling Smaragd aus der Ried Hollerin steht eine der großen Wachauer Rebsorten im Mittelpunkt. Ein Wein, der Herkunft, Tradition und die Philosophie des Hauses miteinander verbindet. Schon der Name „Oma Emilie“ schlägt dabei eine Brücke zur Familiengeschichte – passend zu einem Betrieb, in dem Generationen und ihre Erfahrungen eine so wichtige Rolle spielen.
    👉 Oma Emilie Riesling Smaragd DAC Ried Hollerin 2023 – Weinhauer Brustbauer

    Prost Mahlzeit!
    Mehr über Kati und Max Brustbauer und den Weinhauer Brustbauer findet ihr unter:
    👉 https://www.brustbauer.at/
    Eine Episode über 1.000 Jahre Geschichte, Wachauer Steillagen, biologischen Weinbau und Low Intervention – und über zwei Menschen, die zeigen, dass man manchmal bewusst weniger machen muss, um einem großen Wein mehr Raum zu geben.
  • Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast

    #82 Kamptal im Glas - Johannes Haimerl

    18.10.2026 | 55 Min.
    Prost Mahlzeit – Episode 82 mit Johannes Haimerl:

    „Kamptal im Glas – Herkunft, Feingefühl & die nächste Generation“

    In dieser Episode von Prost Mahlzeit geht es ins Kamptal, genauer gesagt nach Gobelsburg zum Weingut Haimerl. Seit 1829 ist die Familie dort ansässig – und mit Johannes Haimerl steht bereits die nächste Generation bereit, um den Familienbetrieb weiterzuführen. Im Mittelpunkt stehen frische, lebendige Weine, Grüner Veltliner und Riesling – und ein junger Winzer, der gerne tüftelt, dabei aber Herkunft und klassisches Handwerk nie aus den Augen verliert.
    Wir beginnen bei Johannes selbst und seinem Weg zum Winzer. Nach seiner Ausbildung an der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg führte ihn 2020 ein Praktikum bis nach Neuseeland. Wir sprechen darüber, welche Erfahrungen er von dort mitgenommen hat, was ihn während seiner Ausbildung besonders geprägt hat und wie heute die Zusammenarbeit mit seinem Vater Karl Haimerl funktioniert. Dabei interessiert uns natürlich auch, wo Johannes bereits seine eigenen Wege geht – und wie viel Freiheit ihm die ältere Generation dabei lässt.

    Eine Zahl begegnet einem beim Weingut Haimerl immer wieder: 1829. Seit beinahe 200 Jahren ist die Familie in Gobelsburg verwurzelt. Was bedeutet eine solche Geschichte für einen jungen Winzer? Ist sie Motivation, Verpflichtung oder vielleicht ein bisschen von beidem? Johannes erzählt, welche Werte und Traditionen er unbedingt bewahren möchte und wie man ein Familienweingut weiterentwickelt, ohne dessen Wurzeln zu verlieren.
    Natürlich spielt auch das Kamptal selbst eine Hauptrolle. Hier treffen pannonische Wärme und die Kühle des Waldviertels aufeinander. Warme Tage, kühle Nächte sowie unterschiedliche Löss- und Schotterböden schaffen Bedingungen, die den Charakter der Weine entscheidend mitbestimmen. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, was einen typischen Kamptaler Wein auszeichnet – und was diese Region vielleicht besser kann als jede andere.
    Im Glas dreht sich vieles um die beiden großen Sorten der Region: Grüner Veltliner und Riesling. Johannes erklärt die Unterschiede zwischen Veltliner vom Löss, Ortswein aus Gobelsburg und den großen Riedenweinen. Besonders spannend ist dabei die Ried Spiegel 1ÖTW – eine Herkunft, die im Weingut eine besondere Rolle spielt und uns direkt zu unserem Wein der Episode führt.

    Johannes ist aber auch ein Tüftler im Keller. Welche kleinen Details machen am Ende den Unterschied zwischen einem guten und einem besonderen Wein? Wie stark darf oder soll ein Winzer in die Weinbereitung eingreifen? Und gibt es Experimente, von denen der spätere Weintrinker vielleicht überhaupt nichts bemerkt? Dabei sprechen wir auch über die vermeintlich einfache, tatsächlich aber ziemlich schwierige Frage: Wann ist ein Wein eigentlich fertig?
    Die Grundlage dafür entsteht für Johannes jedoch im Weingarten. Intensive Laubarbeit, Ausdünnen und die Pflege jeder einzelnen Rebe sind wichtige Bausteine für jene Leichtigkeit und Frische, die seine Weine auszeichnen sollen. Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Arbeit – und damit stellt sich auch die Frage, ob Weinbau heute überhaupt noch so funktionieren kann wie vor 20 oder 30 Jahren.

    Eng damit verbunden ist das Thema Nachhaltigkeit und Terroir. Wie viel überlässt man der Natur und wo muss der Winzer gezielt eingreifen? Johannes beschreibt einen Ansatz, bei dem die Natur gestalten darf, trotzdem aber nichts einfach dem Zufall überlassen wird. Wir sprechen darüber, welche Herausforderungen nachhaltiges Arbeiten mit sich bringt und warum dieses Denken gerade für eine junge Winzergeneration immer selbstverständlicher wird.
    Auch die Schlossquadrat-Trophy 2026 ist Thema unseres Gesprächs. Was bedeutet ein solcher Wettbewerb für einen jungen Winzer? Geht es nur um Auszeichnungen oder entstehen dabei auch Austausch, Freundschaften und ein Netzwerk innerhalb einer neuen österreichischen Winzergeneration? Und wohin entwickelt sich diese Generation, die heute beginnt, die heimische Weinwelt mitzugestalten?

    Dass Johannes durchaus Lust auf eigene Ideen hat, zeigt sein Projekt „Giovanni“. Ein Sparkling aus Grünem Veltliner, bewusst etwas abseits der klassischen DAC-Welt und mit Fokus auf unkomplizierten Trinkspaß. Wir sprechen darüber, wie die Idee entstand und ob Giovanni vielleicht jener Wein ist, in dem Johannes' ganz persönliche Handschrift besonders deutlich zum Vorschein kommt.

    Zum Abschluss schauen wir nach vorne. Johannes' Bruder Karl Nikolaus studiert BWL – könnte die Zukunft des Weinguts also irgendwann von den beiden Brüdern gemeinsam gestaltet werden? Soll der Betrieb wachsen oder bewusst familiär bleiben? Welche Weine möchte Johannes noch verwirklichen? Und wie soll das Weingut Haimerl in zehn Jahren aussehen?
    Und selbstverständlich wartet auch auf Johannes zum Abschluss wieder „Cornis kleines Verhör“ – vom besten Weinmoment über die kulinarische Sünde bis zur Frage nach seinem allerletzten Glas Wein.

    Wein der Episode:
    🍷 Grüner Veltliner Ried Spiegel 1ÖTW Kamptal Reserve 2023
    Mit dem Grünen Veltliner Ried Spiegel 1ÖTW landet genau jene Verbindung im Glas, die sich durch unser gesamtes Gespräch zieht: Kamptal, Herkunft, Grüner Veltliner und die individuelle Handschrift des Winzers. Ein Riedenwein, der hervorragend zu Johannes' Anspruch passt, Tradition weiterzuführen und ihr gleichzeitig seine eigene Interpretation zu geben.
    Grüner Veltliner Ried Spiegel 1ÖTW Kamptal Reserve 2023 – Weingut Haimerl

    Prost Mahlzeit!
    Mehr über Johannes Haimerl und das Weingut Haimerl findet ihr unter:
    Weingut Haimerl
    Eine Episode über fast 200 Jahre Familiengeschichte, das besondere Klima des Kamptals, Grünen Veltliner und Riesling – und über einen jungen Winzer, der mit Feingefühl, Experimentierfreude und Respekt vor seiner Herkunft die nächste Generation des Weinguts Haimerl einläutet.
  • Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast

    # 81 Wachau mit Handschrift - Christoph Donabaum

    11.10.2026 | 56 Min.
    Prost Mahlzeit – Episode 81 mit Christoph Donabaum:

    „Wachau mit Handschrift – Spitzer Graben, Familie & Wein“

    In dieser Episode von Prost Mahlzeit führt uns unsere Reise in die Wachau, genauer gesagt in den Spitzer Graben. Dort besuchen wir Christoph Donabaum vom Weingut Christoph Donabaum – einen Familienbetrieb, dessen Geschichte weit zurückreicht und dessen Weine von steilen Rieden, alten Reben, viel Handarbeit und einer der spannendsten Weinlandschaften Österreichs geprägt werden.

    Die Geschichte des Weinguts reicht bis mindestens 1668 zurück, seit 1853 befindet sich der Hof im Besitz der Familie Donabaum. Christoph selbst übernahm bereits 2012 Verantwortung für Keller und Weingarten und führt den Betrieb seit 2020. Wir sprechen darüber, wie es ist, eine derart lange Familiengeschichte weiterzuführen, wann für ihn klar wurde, dass Wein sein eigener Weg sein würde – und wie sich sein Blick auf den Betrieb verändert hat, seit er selbst die Verantwortung trägt.

    Eine Hauptrolle in unserem Gespräch spielt natürlich der Spitzer Graben. Er gehört zu den kühlsten Bereichen der Wachau. Höhenlage, Wälder und kühle Winde sorgen für besondere Bedingungen und beeinflussen die Reife der Trauben. Christoph erzählt, warum gerade diese vermeintlich schwierigeren Voraussetzungen für die Stilistik seiner Weine so wertvoll sind und was den Spitzer Graben für ihn auch im internationalen Vergleich besonders macht.
    Wer hier Wein machen möchte, muss allerdings bereit sein, ordentlich anzupacken. Viele Weingärten liegen in extremen Steillagen, in denen Handarbeit nicht romantisches Marketing, sondern tägliche Realität ist. Wir sprechen über die herausforderndsten Rieden, darüber, welche Lagen Christoph besonders stolz machen, und über die unterschiedlichen Charaktere von Herkünften wie Setzberg, Offenberg und Spitzer Point. Und natürlich wollen wir wissen: Erkennt Christoph bei einer Blindverkostung tatsächlich sofort seinen Spitzer Graben?
    Bei den Rebsorten stehen naturgemäß Grüner Veltliner und Riesling im Mittelpunkt. Doch beim Weingut Donabaum spielt auch der Neuburger eine besondere Rolle – eine Rebsorte, die gerade im Spitzer Graben eine lange Tradition besitzt. Wir sprechen über alte Rebanlagen, darüber, was Neuburger von anderen Sorten unterscheidet, und warum auch Weißburgunder und Muskateller ihren Platz im Sortiment gefunden haben.

    „Unsere Hände, unsere Böden, unsere Weine“ – dieser Gedanke beschreibt die Philosophie des Hauses besonders gut. Christoph erzählt, was echtes Handwerk im Weinbau für ihn bedeutet, warum die Familie ihre alten Rebanlagen bis ins Detail kennt und wie viel Handarbeit tatsächlich in einer Flasche Donabaum steckt. Besonders wichtig sind dabei zwei Faktoren, die sich nicht beschleunigen lassen: Zeit und Geduld. Sie entscheiden mit darüber, wann der richtige Moment für die Lese gekommen ist und wann ein Winzer eingreifen – oder die Natur einfach machen lassen sollte.

    Spannend wird es auch beim Thema Generationenwechsel. Was wollte Christoph verändern, als er 2020 endgültig die Verantwortung übernahm? Welche Dinge seiner Eltern wollte er unbedingt bewahren? Und wie entwickelt man als nächste Generation eine eigene Handschrift, ohne die Geschichte des Familienbetriebs über Bord zu werfen? Wir sprechen über Entscheidungen, bei denen der Rat des Vaters noch immer gefragt ist – und jene Bereiche, bei denen inzwischen klar ist: Das ist Christophs Sache.

    Als Mitglied der Vinea Wachau ist das Weingut außerdem eng mit dem besonderen Qualitätsverständnis der Region verbunden. Wir sprechen über Steinfeder, Federspiel und Smaragd, über die Bedeutung klar definierter Herkunft und darüber, was für Christoph den Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich großen Wachauer Wein ausmacht.

    Zum Weingut Donabaum gehört aber nicht nur Wein, sondern auch echte Wachauer Heurigenkultur. Der Heurige blickt auf eine Geschichte von mehr als 100 Jahren zurück und öffnet mittlerweile dreimal jährlich seine Türen. Rund 80 Gäste finden im Lokal und weitere etwa 100 im Hof und Garten Platz. Wir sprechen darüber, was dort auf den Tisch kommt, welche Weine besonders gerne getrunken werden und warum der direkte Kontakt zu den Gästen heute vielleicht wichtiger ist denn je.

    Dahinter steht die ganze Familie: Christophs Mutter Herta kümmert sich um die Küche, sein Vater Josef unterstützt weiterhin im Weingarten und Keller. Damit arbeiten teilweise drei Generationen gleichzeitig im Betrieb. Wir erfahren, warum genau dieses Zusammenspiel eine große Stärke des Weinguts ist – auch wenn natürlich nicht immer alle derselben Meinung sein müssen.

    Zum Abschluss blicken wir in die Zukunft. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den vergleichsweise kühlen Spitzer Graben? Könnte dessen Lage langfristig sogar zu einem Vorteil werden? Wie verändert sich die Arbeit in den Steillagen, soll der Betrieb überhaupt noch wachsen und wie möchte Christoph das Weingut in zehn oder zwanzig Jahren sehen?

    Weine der Episode:
    🍷 Grüner Veltliner Smaragd Ried Zornberg
    Ein Grüner Veltliner, der hervorragend zu unserem Gespräch über Herkunft, Steillagen und die besondere Charakteristik des Spitzer Grabens passt – und gleichzeitig jene Verbindung aus Boden, Handarbeit, Reife und Wachauer Identität ins Glas bringt, die Christophs Arbeit prägt.
    Grüner Veltliner Smaragd Ried Zornberg – Weingut Donabaum

    🍷 Riesling Smaragd Ried Offenberg
    Mit dem Riesling aus der Ried Offenberg steht eine zweite große Wachauer Rebsorte im Mittelpunkt. Ein idealer Gegenpart zum Grünen Veltliner und ein Wein, mit dem sich besonders schön zeigen lässt, wie deutlich Rebsorte, Lage und Herkunft die Handschrift eines Weines bestimmen können.
    Riesling Smaragd Ried Offenberg – Weingut Donabaum

    Prost Mahlzeit!

    Mehr über Christoph Donabaum und das Weingut Donabaum findet ihr unter:
    Weingut Donabaum
    Eine Episode über den Spitzer Graben, extreme Steillagen und alte Reben, Veltliner, Riesling und Neuburger – und über einen Familienbetrieb, in dem Tradition, Handarbeit und Christoph Donabaums eigene Handschrift gemeinsam die Zukunft bestimmen.
  • Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast

    #80 Mehr als alkoholfrei – Raureif / Bernd Menzl

    04.10.2026 | 56 Min.
    Prost Mahlzeit – Episode 80 mit Bernd Menzl:

    „Mehr als alkoholfrei – Raureif, Verjus & die Zukunft des Genusses“

    In dieser Episode von Prost Mahlzeit verlassen wir die klassische Weinwelt – bleiben ihr aber näher, als man zunächst vermuten würde. Unser Gast ist Bernd Menzl, Gründer von Raureif, einer österreichischen Marke für hochwertige alkoholfreie Speisenbegleiter auf Basis von Verjus, dem Saft unreif geernteter Weintrauben. Was 2016 aus einer Idee während seiner Zeit als Koch entstand, ist heute ein spannender Beweis dafür, dass anspruchsvoller Genuss nicht zwangsläufig Alkohol braucht.

    Wir beginnen bei Bernd selbst: Aufgewachsen im Mühlviertel, lebt er heute im Mostviertel. Ursprünglich führte sein Weg in die Küche, bevor Getränke immer stärker in den Mittelpunkt rückten. Wir sprechen darüber, wie ihn seine gastronomische Erfahrung geprägt hat, welche Rolle seine Zeit an der FH Krems spielte und ob er sich damals überhaupt vorstellen konnte, eines Tages sein eigenes Getränk auf den Markt zu bringen.
    Natürlich wollen wir wissen, wie die Idee zu Raureif überhaupt entstanden ist. Warum fiel die Wahl ausgerechnet auf Verjus als Basis? Gab es diesen einen berühmten Aha-Moment? Und wie weit ist der Weg von einer spannenden Idee bis zu einem Produkt, das tatsächlich in Flaschen gefüllt und Gästen serviert werden kann? Bernd erzählt von Entwicklungsarbeit, Überzeugungsarbeit und den ersten Schritten einer Getränkekategorie, die vor zehn Jahren noch deutlich erklärungsbedürftiger war als heute.

    Damit landen wir bei einer der spannendsten Fragen dieser Episode: Ist alkoholfrei nur ein Trend – oder erleben wir gerade die Entstehung einer neuen Genusskultur? Seit der Gründung von Raureif im Jahr 2016 hat sich das Bewusstsein deutlich verändert. Immer mehr Menschen möchten bewusst auf Alkohol verzichten, erwarten dabei aber trotzdem ein Getränk mit Anspruch, Komplexität und einer ernsthaften Rolle als Speisenbegleiter. Wir diskutieren darüber, welche Bedeutung die Gastronomie für diese Entwicklung hat und ob alkoholfreie Begleitung eines Tages genauso selbstverständlich sein könnte wie ein Glas Wein.

    Und weil wir nun einmal ein Weinpodcast sind, kommen wir an einigen Fragen natürlich nicht vorbei: Trinkt Bernd selbst Wein? Welche Rebsorten und Regionen mag er? Was macht für ihn einen guten Wein aus? Seine Sommelier-Ausbildung liefert dabei eine besonders interessante Perspektive. Vor allem aber klären wir eine entscheidende Frage: Soll Raureif Wein überhaupt ersetzen – oder bewusst als vollkommen eigenständiges Genusserlebnis verstanden werden?

    Wir schauen auch hinter die Kulissen der Herstellung. Woher kommt der Verjus, woher stammen die weiteren Zutaten und welche Rolle spielt Regionalität? Gerade bei einem Produkt, das sich als hochwertiger Speisenbegleiter versteht, geht es nicht nur darum, etwas Alkoholfreies anzubieten. Geschmack, Säure, Struktur und das Zusammenspiel der Zutaten müssen funktionieren – und hinter jeder neuen Sorte steckt entsprechende Entwicklungsarbeit.

    Spannend ist auch Bernds Weg vom Start-up zur etablierten Marke. Wie schwierig war es 2016, mit einem Produkt zu starten, dessen Kategorie vielen Menschen zunächst erklärt werden musste? Welche Hürden gab es? Gab es Momente, in denen Bernd selbst gezweifelt hat? Und worauf ist er heute besonders stolz, wenn er auf die Entwicklung von Raureif zurückblickt?

    Natürlich interessiert uns auch, was als Nächstes kommt. Wir sprechen über neue Sorten, weitere Projekte und andere Genussbereiche, die Bernd reizen könnten. Wie entscheidet man überhaupt, welche Geschmackskombination das Potenzial für ein neues Raureif-Produkt hat? Und wo soll die Marke in zehn Jahren stehen?

    Zum Abschluss wird es persönlich: Wein oder Raureif? Kochen oder Getränke entwickeln? Was steht bei Bernd privat im Kühlschrank und was motiviert ihn nach all den Jahren noch immer, neue Ideen umzusetzen? Unsere Abschlussfrage blickt schließlich zehn Jahre voraus: Was soll Raureif bis dahin erreicht haben – und woran möchte Bernd Menzl persönlich gemessen werden?
    Und selbstverständlich bleibt Bernd trotz alkoholfreier Episode unser „Cornis kleines Verhör“ nicht erspart – vom besten Weinmoment über das perfekte Katerfrühstück bis zum letzten Glas Wein seines Lebens.

    Getränke der Episode:

    🥂 Raureif Sparkling Verjus mit Quitte
    Verjus trifft auf Quitte: eine alkoholfreie Alternative mit Säure, Frucht und Struktur, die nicht versucht, Wein zu imitieren, sondern als eigenständiger Speisenbegleiter gedacht ist.

    Raureif Sparkling Verjus mit Quitte
    🥂 Raureif Sparkling Verjus mit Dirndl BIO
    Mit der Dirndl – der Kornelkirsche – bekommt der Verjus einen weiteren spannenden Partner. Eine Kombination, die Regionalität und die Idee eines anspruchsvollen alkoholfreien Genusserlebnisses miteinander verbindet.
    Raureif Sparkling Verjus mit Dirndl BIO

    Prost Mahlzeit!

    Mehr über Bernd Menzl und Raureif findet ihr unter:
    Raureif

    Eine Episode über Verjus, Gastronomie und Unternehmergeist – und über die spannende Frage, ob „alkoholfrei“ längst aufgehört hat, Verzicht zu bedeuten und stattdessen zu einer eigenen Form des Genusses geworden ist. 🥂🍇✨
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Über Prost Mahlzeit! Der österreichische Wein und Kulinarik Podcast
Jeden Sonntag um 8:00 laden Cornelia Becker aka Corni Winelover, eine der erfolgreichsten österreichischen Influencerinnen, und Christoph Baumert, Genussmensch, Event-Vagabund und Plattendreher, zu einer geschmackvollen Runde voller flüssiger, spritziger und schmackhafter Highlights ein. Ob edle Tropfen, spannende Food-Trends oder faszinierende Persönlichkeiten aus der Welt des Genusses – hier wird probiert, diskutiert und vor allem genossen! Mit einer Prise Humor, jeder Menge Know-how und lockeren Gesprächen servieren Corni & Christoph die perfekte Mischung für alle, die guten Wein und feines Essen lieben. 🎧 Immer Sonntags um 8:00 frisch auf allen gängigen Podcast-Plattformen! Prost & Mahlzeit! 🍷🥂🍽
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