189 Episoden
#187 Sport Insights mit Vincent Vermeulen 3: Schmerzmittel im Sport, Laufpotenzial & die Rad-EM
05.10.2026 | 49 Min.Montag, Aufnahmetag, Folge 3: Vincent Vermeulen und ich starten mit dem Rückblick auf die Rad-EM in Ljubljana und kommen von dort zu drei Themen, die Hörerinnen und Hörer sich gewünscht haben – Training ordnen (Periodisierung und Blocktraining), das eigene Laufpotenzial erkennen und Schmerzmittel im Sport.
Die Frage von Hörerin Birgit „Wie finde ich als Hobbyläuferin heraus, ob ich mein Potenzial ausschöpfe?“ führt zu einer einfachen Antwort: erst fragen, ob ich mich wohlfühle – dann regelmäßig auf gleicher Strecke testen und auf den Trend schauen. Vincent erklärt außerdem die Schwellenleistung („bevor die Beine explodieren“ 😅), warum bei hohem Tempo der Laufstil wichtiger wird und was die Muskel-Sehnen-Einheit wie ein Gummiband mit Energie macht.
Beim Thema Schmerzmittel bezieht Vincent klar Stellung: „Schmerzmittel und Sport haben nichts miteinander verloren. Nie.“ Für ihn ist der Schmerz ein wesentliches Signal des eigenen Körpers – „du hast einen eigenen Doktor“. Ich teile diese Haltung, aus eigener Erfahrung: Ich habe einmal bei einem Duathlon in Parndorf wegen eines verrissenen Nackens eine Tablette genommen – und es war mein schlimmstes Rennen. Wichtig: Wir sind keine Ärzte. Es gibt Verletzungen und Medikamente, die absolut notwendig sind. Es geht um die Tablette, damit ich trotzdem trainieren oder starten kann.
Insights aus dem Gespräch:
Wohlfühlen ist der wichtigste Faktor – wer sich mit seinem Training wohlfühlt, gut schläft und nicht verletzt ist, braucht keinen perfekten Plan
Schwellenleistung = wie lange du ein Tempo laufen kannst, bevor die Beine explodieren – sie hängt von Dauer und Intensität ab
Potenzial erkennen: regelmäßig dieselbe Teststrecke oder dieselben submaximalen Intervalle, Watt/Tempo und Puls vergleichen
Laufstil: nur ändern, wenn es ein Problem gibt – wer gemütlich joggt und keine Beschwerden hat, lässt es bleiben
Vincents These: Anpassungen finden schon während der Belastung statt, nicht nur in der Ruhe – eine Einschätzung, über die man diskutieren kann
Schmerz ist ein Signal: Tempo raus, flach spazieren, Ursache suchen und wieder locker starten
Entzündungen sind Teil der Anpassung – wer sie ständig unterdrückt, stört möglicherweise den natürlichen Heilungsprozess (Florians Sicht)
Danke an alle, die Fragen geschickt haben! Du hast eine Frage oder einen Themenwunsch für die nächsten Episoden? Schick sie uns über das Feedback-Formular – wir sammeln alles.
📅 Ausblick: Beim Trail-Running-Camp „Balanced Performance“ (3.–6. Juni 2027) im Haus im Ennstal sind wir wieder mit Team Vermeulen dabei, inklusive Leistungsdiagnostik am Laufband und Feldtest. Infos: https://www.runventure.at/events
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Hinweis: Dieser Podcast ersetzt keine ärztliche Beratung.
Bewegung als Kultur. Mit Freude. Mit Leichtigkeit.#186 Gehen ist schneller als stehen“ – Sepp Gruber über Fokus, Bewegung und 20 Jahre Events
02.10.2026 | 1 Std. 14 Min.Josef „Sepp“ Gruber ist seit fast 40 Jahren im Ausdauersport unterwegs: Mountainbike, Triathlon, Höhenbergsteigen, Skibergsteigen und Trailrunning. Er ist Gründer von G-Sport, Renndirektor beim Mozart 100, Veranstalter des Salzburg Trailrunning Festivals und sportlicher Koordinator im Skibergsteigen.
Wir haben uns im Schloss Hellbrunn in Salzburg getroffen – nach einer gemeinsamen Laufrunde, auf einer Wiese, mitten in der neuen Eventlocation des Festivals.
Sepp erzählt, wie er mit 29 seinen Job als Logistiker gekündigt hat, auf Anhieb die Aufnahmeprüfung für Sportwissenschaft geschafft hat und nur neun Monate später seinen ersten Ironman gefinisht hat – obwohl er beim ersten Schwimmtraining nach 25 Metern „halb abgesoffen“ ist.
Wir sprechen über seinen ersten Kindertriathlon mit 21 Kindern, darüber, was ein gutes Laufevent wirklich ausmacht, warum für ihn Sportförderung ohne Kinderbewerb nicht denkbar ist und warum Frauen und Männer bei Preisgeldern immer gleich behandelt werden sollten.
Der rote Faden dieser Folge: der Weg vom Zeitfokus zum Erlebnis.
Vom Runden-Zählen im Triathlon über den Gigathlon bis zum CCC in Chamonix, wo auf seinen Handrücken zwei Worte standen: Fokus und Smile.
Besonders hängen geblieben ist mir seine Geschichte vom CCC: Sepp liebäugelte mit einem Top-3-Platz in seiner Altersklasse. An der ersten Labestation sagt ihm seine Frau, dass er Neunter ist. Seine Reaktion: „Passt.“ Am Ende wurde er Fünfter. Aber wenn Sepp von diesem Rennen erzählt, geht es kaum um Platz fünf. Es geht um den Zieleinlauf um 1 Uhr nachts, um das Spalier, um das Erlebnis – und um seinen Satz:
„Gehen ist schneller als stehen.“
Wir sprechen auch darüber, wie Sepp mit 53 jeden Morgen seine Athletikeinheit macht – ohne lange darüber nachzudenken. Für ihn ist das „das Geschenk, das ich jeden Tag meinem Körper gebe“.
Insights aus dem Gespräch
Ein gutes Event beginnt mit dem Fundament: Strecke, Sicherheit und Zeitnehmung müssen funktionieren. Stimmung, Licht und Startgeschenk kommen danach.
Kinder zeigen uns, wie natürlich Bewegung sein kann: Beim Laufen über den Vorfuß machen sie vieles intuitiv richtig – Erwachsene können sich davon einiges abschauen.
Selbstwahrnehmung ist entscheidend: Ist es der innere Schweinehund? Bin ich einfach faul? Oder signalisiert mein Körper tatsächlich Schmerz?
Regeneration braucht Zeit: Nach dem CCC machte Sepp einen ganzen Monat kein Training – nur Bewegung und Natur. Erst als der Körper wieder „Spaß“ meldete, ging es zurück ins Training.
Feedback ist Teil der Arbeit: Jede E-Mail wird beantwortet. Nach jedem Event entstehen vier bis fünf Seiten mit Verbesserungen.
Die beste Werbung bleibt Mundpropaganda: Menschen, die ein gutes Erlebnis hatten, erzählen davon weiter.
Wir bewegen uns in einer Bubble: Sepp spricht von rund fünf Prozent der Menschen, die regelmäßig entsprechend aktiv sind. Sein Ziel: Diese Bubble so groß wie möglich zu machen. Jede Person, die andere zur Bewegung bringt, trägt dazu bei.
Salzburg Trailrunning Festival23.–25. Oktober 2026Nightrun, Kinder- und Windeltrail, Panorama Trail, Festungs Trail, Gaisberg Trail, Gaisberg Vertical, Trail Amadeus und Trail Marathon: https://www.trailrunning-festival.at
Instagram: https://www.instagram.com/josef_gruber_ G-Sport: https://www.g-sport.at/
Danke an Sepp für die Zeit, das offene Teilen deiner Erfahrungen – und an dein Team für Events, die seit über 20 Jahren Menschen bewegen.
🎥 Die ganze Folge gibt es auch als Videopodcast auf Spotify und YouTube.
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https://www.runventure.at/running-free-podcast-feedback/#185 Sport Insights mit Vincent Vermeulen 2: Berlin-Marathon & Straßenrad-WM Montréal im Trainer-Check
28.09.2026 | 41 Min.Ein Wochenende, zwei Ausdauer-Highlights: der Berlin-Marathon und die Straßenrad-WM in Montréal. In der zweiten Episode von Sport Insights schaut Trainer und Physiotherapeut Vincent Vermeulen mit mir auf beide Rennen – und darauf, was am Ende langer Belastung wirklich passiert.
In Berlin war Tigst Assefa lange auf Weltrekordkurs: Halbmarathon in 64:57, bei 40 km noch unter Weltrekordtempo. Dann wurde ihr Laufstil unrund, sie humpelte ins Ziel – und gewann trotzdem in 2:11:04, Streckenrekord und drittschnellste Frauenzeit aller Zeiten. Berichtet wird eine Verletzung der rechten Achillessehne. Vincent erklärt, was man im Laufbild sieht, warum Kohlenhydrat-Empfehlungen oft „heiße Luft“ sind und warum er mit seinen Athlet:innen kaum im Carbonschuh trainiert.
In Montréal attackierte Brandon McNulty 32 km vor dem Ziel und wurde nach 273 km Weltmeister. Vincent analysiert den Rennverlauf, die starke Teamarbeit der USA und die Wattdaten von Ben Healy über zwölf Auffahrten – bis zur stärksten mit 488 Watt in Runde sieben und nur noch 376 Watt in der letzten.
Vincents über seine Rolle als Trainer: „Für diese Verbesserung oder Nicht-Verbesserung sind wir gemeinsam verantwortlich. Da steht meine Unterschrift drunter.“
Insights aus dem Gespräch:
Am Limit wird die Koordination schlechter – die Landung härter, die Belastung für Sehnen höher
Wie viele Kohlenhydrate jemand wirklich aufnehmen kann, ist individuell – 120 g/h helfen nichts, wenn du nur 30 g verarbeitest
Carbonschuh im Training: bewusst dosiert, weil er die Biomechanik verändert
Schrittfrequenz ist individuell – Julia Mayer lief ökonomischer, als sie von ca. 205 auf 195 Schritte/Min. ging
Regelmäßige Tests auf gleicher Strecke zeigen, ob die Richtung stimmt
Radsport: Teamtaktik und Helfer wie Matteo Jorgenson entscheiden mit – nicht nur die Watt
Danke an Vincent für die spannenden Einblicke! Du hast Fragen oder Themenwünsche für die nächsten Episoden? Schick sie uns über das Feedback-Formular – wir sammeln alles.
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Das erste Julia Mayer Performance Center Event: https://vilavitapannonia.at/de/julia-mayer-performance-center
Zum Live-Podcast mit Julia Mayer am 16.10.2026: https://myablefy.com/s/reiterflorian.at/julia-mayer-live-podcast
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https://www.runventure.at/running-free-podcast-feedback/#184 Sport Insights mit Vincent Vermeulen 1: Die richtige Dosis zwischen Belastung und Erholung
26.09.2026 | 40 Min.Willkommen zum Auftakt einer neuen Kurzformat-Serie: Sport Insights mit Vincent Vermeulen. Vincent ist Physiotherapeut und Trainer, geprägt am Olympiastützpunkt Obertauern, heute mit eigenem Leistungszentrum in der Ramsau und Betreuer mehrerer Weltklasse-Athlet:innen.
In dieser ersten Episode geht es um zwei konkrete Beispiele: um die Verletzung von Maximilian Meusburger, den Vincent über Wochen zurück an den Wettkampf begleitet hat, und um die aktuelle intensive Wettkampfphase der Marathonläuferin Julia Mayer.
Dabei wird schnell klar, worauf es Vincent ankommt: Belastung richtig dosieren, den richtigen Zeitpunkt abwarten und nicht versuchen, Dinge mit Gewalt zu erzwingen. „Wenn du nach den Naturgesetzen gehst – ob beim Training, bei der Regeneration oder bei Verletzungen – dann wird das immer funktionieren“, sagt Vincent.
Ein Satz aus dem Gespräch ist mir dabei besonders im Kopf geblieben: „Der Sinn des Trainings ist, dass du müde wirst.“ Und eigentlich trifft das ziemlich genau einen Punkt, den ich aus meinem eigenen Training kenne. Gerade im letzten Urlaub ertappe ich mich dabei, dass ich ein geplantes Intervalltraining durchziehe, obwohl die Beine schwer sind – anstatt einfach eine lockere Runde zu laufen.
Insights aus dem Gespräch:
Verletzungen brauchen Geduld – eine zu schnelle Rückkehr zur Belastung kann mehr kosten, als sie bringt
Gute Trainingssteuerung bedeutet auch, Belastung rechtzeitig zu reduzieren
Jede/r Athlet:in reagiert anders auf Trainingsreize – Individualisierung statt Copy-Paste-Pläne
Zu häufiges Krafttraining kann bei Ausdauerathlet:innen kontraproduktiv sein
Müdigkeit gehört zum Training – entscheidend ist, die richtige Dosis zu finden
Training muss zum Leben passen – Familie, Beruf und soziale Verpflichtungen gehören zur Belastungssteuerung dazu
Mehr zu Vincents Arbeit: https://www.vermeulen.at/ | https://www.lz-ramsau.at/
Danke an Vincent für diesen Auftakt.
Eine spannende Perspektive auf Training, Verletzungen und die Frage, wann mehr tatsächlich mehr bringt – und wann weniger der bessere Weg ist.
Ab jetzt gibt es jede Woche eine neue Episode von Sport Insights mit Vincent Vermeulen.
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https://www.runventure.at/running-free-podcast-feedback/#183 Einrad Pauli über Mut, Alleinreisen und das Leben nach einer Hirnvenenthrombose
07.08.2026 | 1 Std. 23 Min.Paulina Faistl, bekannt als Einrad Pauli, fährt seit ihrer Kindheit Einrad – und das längst nicht mehr nur in der Turnhalle, sondern auf Bergtouren und Alpenüberquerungen. Aus Oberammergau kommend, ist sie heute für ihre Mountain-Unicycling-Abenteuer und ihre offene Art bekannt, über Rückschläge zu sprechen.
In dieser Episode erzählt Pauli, wie sie als Kind zum Einrad kam – auf der Suche nach einem Sport ohne Vergleichsdruck. Wir sprechen über ihre Bergtouren, den Umgang mit negativen Kommentaren, und über den größten Einschnitt in ihrem Leben: eine Hirnvenenthrombose im Dezember 2020, mitten im Corona-Lockdown, 500 Kilometer von zu Hause entfernt.
Der rote Faden: Wie aus einer lebensbedrohlichen Erkrankung der Mut entstand, Träume nicht mehr aufzuschieben – bis hin zu einer spontanen Alpenüberquerung mit dem Einrad bis zum Gardasee.
Was mich besonders bewegt hat: Wie Pauli ihre Erkrankung heute beschreibt – 'ein Geschenk, das ich nicht haben wollte'. Keine Beschönigung, sondern eine Umdeutung einer sehr schweren Zeit.
Insights aus dem Gespräch:
Das Einrad wurde für Pauli zum Sport ohne Vergleichsdruck – ein bewusster Gegenentwurf zu klassischen Wettkampfsportarten
Der Umgang mit negativen Kommentaren veränderte sich über sechs Jahre hin zu bewusster Distanzierung und aktivem Gesprächsuchen
Die Hirnvenenthrombose entwickelte sich über Monate mit unspezifischen Symptomen, bevor die akute Diagnose gestellt wurde
Alleinreisen ermöglicht laut Pauli besondere Offenheit für Zufallsbegegnungen
Körpersignale ernst nehmen heißt für sie heute, Ziele bewusst aufzugeben, wenn der Körper 'streikt' – ohne das als Scheitern zu werten
Mehr zu Pauli: Instagram @einradpauli
Danke an Pauli für die Offenheit und das Teilen deiner Geschichte.
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Einrad, Mountain-Unicycling, Hirnvenenthrombose, Alpenüberquerung, Mut, mentale Stärke
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