"Es gibt kein sachliches Argument gegen Erbschaftssteuern"
Wenn Vermögen sich extrem konzentriert, gerät Demokratie in Gefahr. Das ist die zentrale These des österreichischen Finanzministers Markus Marterbauer. Im Gespräch erklärt er, warum Österreich in der Einkommenswelt vergleichsweise fair ist, in der Vermögenswelt aber nicht: Das reichste Prozent der Haushalte besitzt mehr als 40 Prozent des gesamten Vermögens. Wer so viel besitzt, formt auch Medien, Politik und Regeln. Aus Demokratie wird dann schleichend eine Oligarchie.
Marterbauer liefert dazu einen ungewöhnlich klaren Befund: Die einzige Logik gegen Erbschaftssteuern ist Statusverteidigung. Und er zeigt, warum der Wohlfahrtsstaat die eigentliche "Gerechtigkeitsmaschine" ist: Nicht Steuerdebatten, sondern Bildung, Gesundheit und Pflege entscheiden, wie gerecht eine Gesellschaft wirklich ist.
Coverbild: Grafik: ksoe / Pressefoto Markus Marterbauer © Parlamentsdirektion BKA/Andy Wenzel