BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Wilhelm Geiger

Neueste Episode
296 Episoden
- Am Krameterhof im Lungau dreht sich heute alles um Boden, Humus und Mulch. Josef Holzer erklärt mir, wie ein Regentropfen am steilen Hang möglichst auch dort versickert, wo er fällt. Wasser am Hof zu halten war dort schon für die Generationen vor ihm ein Thema. Wir haben vereinbart, die großen Themen seiner Permakultur in weiteren Folgen zu besprechen, heute geht es um den Boden.
Mich hat überrascht, wie viel an einem einzigen Regentropfen hängt. Fällt er auf offenen Boden, zerschlägt er die Bodenkrümel. Die Oberfläche verschlämmt und das nächste Wasser rinnt schneller ab. Josef sagt, einen offenen Oberboden gibt es in der Natur nicht. Darum dreht sich bei ihm alles um Vegetation und um Wurzeln, die das Wasser in tiefere Schichten leiten.
Von Humus hatte ich bisher ein ziemlich ungenaues Bild. Ich dachte an Nährstoff. Josef beschreibt ihn als Lebensraum, den sich das Bodenleben aus organischem und mineralischem Material selbst baut. Kompost kann helfen. Ohne Leben im Boden bleibt er aber nicht lange dort.
Wir reden auch über den alten Streifenanbau an steilen Hängen und über artenreiche Wiesen. Beim Mulch lerne ich, dass das Mulchen mit dem Schlegelmulcher am Straßenrand etwas ganz anderes meint als die Mulchschicht im Gemüsebau. Josef sieht Mulch als Flächenkompostierung und erklärt, warum Wiesenschnitt für ihn der beste Mulch ist. Weitere Videos rund um den Krameterhof findest du auf YouTube, Link in den Shownotes.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt die Fokusfolge über Boden, Humus und Mulch vor.
00:04:50 Krameterhof im Lungau
Josef über den steilen Südhang und warum Wasser am Hof immer Thema war.
00:07:00 Planungsbüro und Projekte
Was Holzer Permaculture Solutions macht und warum Josef ehrlich berät.
00:18:02 So beginnt eine Planung
Warum Josef bei jedem Projekt zuerst Wasserwege und Erschließung plant.
00:26:02 Der Weg des Regentropfens
Was ein Regentropfen auf offenem Boden anrichtet und was Vegetation ändert.
00:34:52 Streifenanbau am Hang
Wie steile Hänge früher abwechselnd bewirtschaftet wurden.
00:38:27 Den Boden füttern
Josef versorgt den Boden und der Boden versorgt die Pflanze.
00:42:43 Wurzeln und artenreiche Wiesen
Wie Wurzeln von Wiesen und Hecken Wasser in tiefere Schichten leiten.
00:47:51 Was ist Humus?
Humus als Lebensraum, den das Bodenleben aus Organik und Mineral baut.
01:01:05 Kompost und Humusaufbau
Wann Kompost hilft und warum er ohne Bodenleben verschwindet.
01:06:24 Was Mulch wirklich ist
Mulch als Flächenkompost, das C/N-Verhältnis und warum Wiesenschnitt passt.
01:21:28 Das größte Missverständnis
Warum Josef den Boden über das Leben darin verbessern will.
Kurz-Bio Gast:
Josef Holzer bewirtschaftet seit 2009 den Krameterhof in Ramingstein im Salzburger Lungau, einen Bergbauernhof an einem Südhang zwischen 1100 und 1500 Metern Seehöhe. Er hat den Hof von seinem Vater Sepp Holzer übernommen und ist gelernter Förster. Mit seinem technischen Büro Holzer Permaculture Solutions plant und begleitet er Projekte zu Wasserretention und Bodenaufbau, vor allem im deutschsprachigen Raum und in Europa.
INFOS ZUR FOLGE
Krameterhof (Website)
www.krameterhof.at
Holzer Permaculture (Website)
www.holzerpermaculture.com
Krameterhof Runde - Vor Ort (B2P YouTube-Playlist)
www.youtube.com/playlist?list=PLMAFF7Izqvpk
B2P Folge 271: Die Philosophie der Permakultur | Permakultur mit Josef Holzer #1
www.bauertothepeople.at/podcast/271
Sepp Holzer (Vater von Josef)
https://de.wikipedia.org/wiki/Sepp_Holzer
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Mehr Milch in einem Dürrejahr: Dieses Paradoxon hat mich beschäftigt, und Christian erklärt mir, warum die Antwort in der Fütterung und im Zukauf liegt.
Angefangen haben wir aber woanders. Christian hatte noch Redebedarf zum Thema Dürre und Anpassung, und wir sind schnell bei etwas gelandet, das ich bis dahin unterschätzt habe: Wer eine Fläche nur von Jahr zu Jahr gepachtet hat, hat wenig Grund, in Humus, Hecken oder Windschutz zu investieren. Der Boden wird dann zur Ertragsquelle für eine Saison statt zum Kapital für Generationen. Christian beschreibt, wie in Regionen mit vielen Verpächtern die Interessen auseinanderlaufen, und wie sich das in Ostdeutschland nach der Umwandlung der LPGs noch einmal anders zugespitzt hat, wenn außerlandwirtschaftliches Kapital einsteigt.
Dazwischen erzählt er die Geschichte von einem Krug Wasser in einem Gastbetrieb, die sich zu einer Grundsatzdebatte ausgewachsen hat. Ich finde sie deshalb stark, weil sie zeigt, wie weit Lebensrealitäten auseinanderliegen können, ohne dass jemand böse Absichten hat. Und sie führt uns zur Frage, die mich an dem ganzen Podcast am meisten umtreibt: Wer vermittelt das eigentlich noch, wenn es kaum mehr persönliche Berührungspunkte gibt.
Beim Milchmarkt wird es dann sehr konkret. Christian erklärt, warum der begrenzende Faktor die aufnehmbare Trockenmasse ist, warum in einem schlechten Futterjahr hochkalorisch ergänzt und schärfer selektiert wird, und wieso am Ende trotzdem Milch da ist. Danach landen wir bei der eigentlichen Zwickmühle: Der einzelne Betrieb mit Stall, Krediten und Maschinen hat kaum einen Anreiz, weniger zu melken, auch wenn genau das dem Markt insgesamt helfen würde. Zum Schluss reden wir über Treibstoffkosten, über Transportpreise, die durchschlagen bis ins Regal, und über die Agrardieselrückvergütung, die pauschal nach Fläche berechnet wird und am Einzelbetrieb oft erstaunlich wenig ausmacht.
Eine Sache noch: Das Thema Hass im Netz haben wir diesmal verschoben, dem widmen wir uns beim nächsten Mal ausführlich.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy und Christian stecken die Themen der Ausgabe ab.
00:01:06 Nachtrag zur Dürre
Warum Anpassung in der Theorie einfach und in der Praxis zäh ist.
00:05:05 Pacht von Jahr zu Jahr
Kurze Verträge und das fehlende Interesse an langfristigem Bodenaufbau.
00:11:15 Eigentum, LPGs und Großkapital
Vom Strukturbruch im Osten zu Investoren ohne Bezug zur Fläche.
00:16:10 Der Krug Wasser
Eine Gastro-Anekdote über Kosten, die niemand sieht.
00:19:01 Wer vermittelt zwischen den Welten
Schule, Medien, Podcasts: woher kommt das Gespür füreinander.
00:29:04 Hecken, Mikroklima und CO2
Struktur in der Fläche und was sie für Pflanzen am Morgen bedeutet.
00:32:04 Mehr Milch trotz Dürre
Zukauf, Selektion und Energiedichte als Erklärung für das Paradoxon.
00:37:27 Preisdruck und Einzelbetrieb
Fixkosten, Liquidität und warum keiner als Erster weniger melkt.
00:42:02 Neuseeland als Gegenentwurf
Weidebasierte Produktion, niedrige Kosten, derselbe Weltmarkt.
00:48:00 Treibstoffkosten im Betrieb
Tankfüllungen, Transportpreise und die Wirkung auf Lebensmittelpreise.
00:52:47 Agrardiesel: was ankommt
Pauschale Berechnung nach Fläche und der Betrag am Einzelbetrieb.
Kurz-Bio Gast:
Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.
INFOS ZUR FOLGE
Bergerhof Krakauebene (Website)
www.bergerhof-krakauebene.at
Bergerhof Krakauebene auf Instagram
www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
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www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
Bergerhof Krakauebene auf YouTube
www.youtube.com/@bergerhofkrakauebene
Alternative University of Bergerhof (Website)
www.alternativeuniversity.at
IG-Milch
www.ig-milch.at
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Erwin Wagenhofer hat mit We Feed the World 2005 den Blick vieler Menschen auf unser Ernährungssystem verändert. Jetzt saß er bei mir im Wiener Studio, kurz vor dem Kinostart seines neuen Films Atmosphere. Er erzählt vom kleinen Hof seiner Großmutter im Mostviertel, wo noch fast alles selbst gemacht wurde, und von dem Moment Anfang der 70er Jahre, als dort der erste Kunstdüngersack auftauchte. Diese Szene zieht sich durch sein ganzes Werk, bis in den aktuellen Film hinein.
Wir reden über seinen Weg zum Film, über die ersten 39 Jahre ohne Förderung, über Auftragsarbeiten und darüber, wie schmal der Grat zwischen Konsequenz und Sturheit ist. Und wir reden über den Bruch nach Alphabet, als er beschlossen hat, nicht mehr nur Abgründe zu zeigen. Mit But Beautiful und jetzt mit Atmosphere richtet er den Blick auf Menschen, die es anders machen: auf Ernst Götsch und seine syntropische Landwirtschaft, auf Maria Giménez und ihre Gärten in Brandenburg, auf die Lehmbauleute rund um Anna Heringer und Martin Rauch.
Ich habe ihm meine liebste Frage gestellt, die ich mir selbst auch dauernd stelle: Was bringen diese Nischen eigentlich, wenn sich im Großen so wenig bewegt? Seine Antwort hat mich nicht beruhigt, aber sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Genauso wie die Stelle, an der ich ihn mit der Verantwortung von uns Konsumentinnen und Konsumenten konfrontiere und er mir ziemlich trocken erklärt, warum sein Film nicht They Feed the World heißt.
Zum Schluss wird es handwerklich: Warum ein guter Film auch ohne Ton funktionieren muss, warum er keine Musik unterlegt, und was passiert ist, nachdem er damals den Nestlé-Chef vor der Kamera hatte. Mit 65 denkt er jedenfalls nicht ans Aufhören. Da kommt noch was.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy begrüßt Erwin Wagenhofer im Wiener Podcast-Studio.
00:03:05 Zufrieden mit 65?
Warum Unzufriedenheit Antrieb bleibt und Aufhören kein Thema ist.
00:05:01 Film lebt von Förderung
Was ein Kinofilm kostet und wer in Europa sonst noch gefördert wird.
00:13:12 Kindheit im Mostviertel
Selbstversorgung bei der Oma und der erste Kunstdüngersack am Hof.
00:25:03 Der Film, der alles auslöste
Mit 16 nachts Cul-de-sac gesehen und die Berufung gespürt.
00:35:19 Wie We Feed the World entstand
Loslassen, Wiener Märkte und die Frage, wo die Produkte herkommen.
00:46:12 Von 2008 bis zur Orientierungslosigkeit
Finanzkrise, Griechenland 2015 und der Verlust politischer Orientierung.
00:56:26 Zwei Arten von Atmosphäre
Die dünne Schicht um die Erde und das überhitzte Klima zwischen uns.
01:17:00 Lösungen statt nur Kritik
Warum Kunst angeblich keine Lösungen zeigen darf und er es trotzdem tut.
01:27:11 Was bringen Nischen?
Vorbildwirkung, Startkapital und die Frage nach der Breitenwirkung.
01:55:03 Wie mündig sind Konsumenten?
Verantwortung zwischen Supermarktkasse, Bildung und erschöpftem Alltag.
02:23:07 Warum der Film ins Kino gehört
Konzentration, Rhythmus und das Bild als stärkstes Mittel im Kino.
02:41:00 Verantwortung vor der Kamera
Von Erntearbeitern in Almería bis zum Gespräch mit dem Nestlé-Chef.
Kurz-Bio Gast:
Erwin Wagenhofer, geboren 1961 in Amstetten, ist Filmmacher. Nach einer technischen Ausbildung und mehr als 150 Image-, Industrie- und Werbefilmen drehte er ab 2005 die Kinodokumentarfilme We Feed the World, Let's Make Money und Alphabet sowie den Spielfilm Black Brown White und den Musikfilm But Beautiful. Sein sechster Kinofilm Atmosphere startet am 9. Oktober 2026 in den österreichischen Kinos.
INFOS ZUR FOLGE
Erwin Wagenhofer – offizielle Website
www.filmmacher.at
ATMOSPHERE (AT 2026) – Filmdaten beim Österreichischen Filminstitut
www.filminstitut.at/filme/atmosphere
ATMOSPHERE (AT 2026) – Filmladen Filmverleih
www.filmladen.at/film/atmosphere
Erwin Wagenhofer – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Wagenhofer
Erwin Wagenhofer auf Instagram
www.instagram.com/erwinwagenhofer.filmmacher
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Erwin Wagenhofer auf LinkedIn
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Dürre, leere Futterlager und ein Markt, der kippt: Christian und ich reden über ein Jahr, das viele Betriebe an ihre Grenze gebracht hat.
Wir haben im Juli schon einmal über Trockenheit gesprochen, damals mitten in der Entwicklung. Jetzt ist die Saison vorbei und das Bild klarer. Am Bergerhof in der Krakauebene ist es mit ein paar Gewittern noch einigermaßen gut ausgegangen, östlich vom Semmering war das Jahr für viele existenzbedrohend. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Dürreschäden in der Landwirtschaft Anfang August mit rund einer Milliarde Euro.
Was mir Christian erklärt hat und was ich vorher so nicht am Schirm hatte: Wie fein verzahnt das alles ist. Wenn Almen nicht grün werden, kommen die Tiere im August statt im Oktober heim, dorthin, wo auch kein Futter liegt. Gleichzeitig steigen Mäster aus, weil ihnen die Preise davongelaufen sind, und verkaufen lieber ihr Futter. Und der Futterhändler hebt irgendwann nicht mehr ab, weil es schlicht nichts mehr zu kaufen gibt, auch nicht in Ungarn, Tschechien oder Norditalien.
Nachdenklich gemacht hat mich ein anderer Punkt: Christian beschreibt, dass in so einem Jahr ausgerechnet jene Betriebe besser dastehen können, die stark mit Handelsdünger arbeiten. Wer mit Mist und Kompost düngt, braucht Bodenfeuchte, damit das Bodenleben überhaupt arbeitet. Er nennt das einen Wettkampf, bei dem der eine gedopt ist und der andere nicht. Wir streiten darüber, was daraus zu lernen ist, und landen bei Hecken, Windbremsen, Tau, standortangepassten Sorten und der Frage, warum Anpassung fast immer einzelbetrieblich beginnt.
Im zweiten Teil geht es um die Fusion der Obersteirischen Molkerei mit der Berglandmilch, die die OM-Mitglieder mit 92 Prozent beschlossen haben. Christian hat sich der Stimme enthalten und erklärt, warum ihm die Sache gleichzeitig egal und wichtig ist: Weil hinter dem Kostenargument die Frage steht, ob man sich noch als Eigentümer einer Genossenschaft versteht oder nur mehr als Milchlieferant.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Begrüßung, Themen des Tages: Dürre, Anpassung und Molkerei-Fusion
00:02:02 Eine Kappe aus Pakistan
Besuch eines Yak-Fachmanns und was Christian daraus mitgenommen hat
00:06:14 Wirtschaften auf 4.000 Metern
Subsistenz, harte Selektion und ganzjährige Weide unter Extrembedingungen
00:11:17 Trockenheit: Osten und Westen
Wie unterschiedlich das Dürrejahr die Regionen getroffen hat
00:12:25 Warum Tiere früher heimkommen
Almen ohne Grün, leere Winterfuttervorräte und frühes Abtreiben
00:16:48 Wenn der Rindermarkt kippt
Mäster steigen aus, Einsteller finden keine Abnehmer, Preise verwerfen
00:19:11 Kein Futter am Markt
Ausverkaufte Händler, steigende Ballenpreise und fehlende Liquidität
00:26:15 Versicherung und Hilfspakete
240 Millionen, Dürreindex und die Kritik an der Gießkanne
00:32:18 Das Doping-Paradox
Warum intensive Betriebe im Dürrejahr teils besser durchkommen
00:40:19 Anpassung am eigenen Betrieb
Hecken, Wind, Tau und viele kleine Schritte statt großer Programme
00:53:03 Sorten und Tiere für den Standort
Kleinräumige Genetik statt Maximalertrag aus dem Katalog
01:03:03 Fusion OM und Berglandmilch
Konzentration im Molkereiwesen und die Rolle der Genossenschaft
Kurz-Bio Gast:
Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.
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Bergerhof Krakauebene (Website)
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Berglandmilch eGen
www.berglandmilch.at
Obersteirische Molkerei eGen
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Agrarpolitik in Österreich: Dürrejahr, Herkunftskennzeichnung, Mercosur, Tierhaltung und die Frage, wie viel Freiheit zumutbar ist.
Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.
Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.
Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.
Kurz-Bio Gast:
Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.
INFOS ZUR FOLGE
Österreichischer Bauernbund - Website
www.bauernbund.at
Georg Strasser – Profil im Parlament
www.parlament.gv.at/person/83153
Georg Strasser – ÖVP-Parlamentsklub
www.oevpklub.at/georg-strasser
Georg Strasser auf Instagram
www.instagram.com/georg_strasser
Georg Strasser auf Facebook
www.facebook.com/strassergeorg
Lebensqualität Bauernhof – Beratung und Bäuerliches Sorgentelefon
www.lebensqualitaet-bauernhof.at
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Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
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