BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Wilhelm Geiger

Neueste Episode
294 Episoden
- Erwin Wagenhofer hat mit We Feed the World 2005 den Blick vieler Menschen auf unser Ernährungssystem verändert. Jetzt saß er bei mir im Wiener Studio, kurz vor dem Kinostart seines neuen Films Atmosphere. Er erzählt vom kleinen Hof seiner Großmutter im Mostviertel, wo noch fast alles selbst gemacht wurde, und von dem Moment Anfang der 70er Jahre, als dort der erste Kunstdüngersack auftauchte. Diese Szene zieht sich durch sein ganzes Werk, bis in den aktuellen Film hinein.
Wir reden über seinen Weg zum Film, über die ersten 39 Jahre ohne Förderung, über Auftragsarbeiten und darüber, wie schmal der Grat zwischen Konsequenz und Sturheit ist. Und wir reden über den Bruch nach Alphabet, als er beschlossen hat, nicht mehr nur Abgründe zu zeigen. Mit But Beautiful und jetzt mit Atmosphere richtet er den Blick auf Menschen, die es anders machen: auf Ernst Götsch und seine syntropische Landwirtschaft, auf Maria Giménez und ihre Gärten in Brandenburg, auf die Lehmbauleute rund um Anna Heringer und Martin Rauch.
Ich habe ihm meine liebste Frage gestellt, die ich mir selbst auch dauernd stelle: Was bringen diese Nischen eigentlich, wenn sich im Großen so wenig bewegt? Seine Antwort hat mich nicht beruhigt, aber sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Genauso wie die Stelle, an der ich ihn mit der Verantwortung von uns Konsumentinnen und Konsumenten konfrontiere und er mir ziemlich trocken erklärt, warum sein Film nicht They Feed the World heißt.
Zum Schluss wird es handwerklich: Warum ein guter Film auch ohne Ton funktionieren muss, warum er keine Musik unterlegt, und was passiert ist, nachdem er damals den Nestlé-Chef vor der Kamera hatte. Mit 65 denkt er jedenfalls nicht ans Aufhören. Da kommt noch was.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy begrüßt Erwin Wagenhofer im Wiener Podcast-Studio.
00:03:05 Zufrieden mit 65?
Warum Unzufriedenheit Antrieb bleibt und Aufhören kein Thema ist.
00:05:01 Film lebt von Förderung
Was ein Kinofilm kostet und wer in Europa sonst noch gefördert wird.
00:13:12 Kindheit im Mostviertel
Selbstversorgung bei der Oma und der erste Kunstdüngersack am Hof.
00:25:03 Der Film, der alles auslöste
Mit 16 nachts Cul-de-sac gesehen und die Berufung gespürt.
00:35:19 Wie We Feed the World entstand
Loslassen, Wiener Märkte und die Frage, wo die Produkte herkommen.
00:46:12 Von 2008 bis zur Orientierungslosigkeit
Finanzkrise, Griechenland 2015 und der Verlust politischer Orientierung.
00:56:26 Zwei Arten von Atmosphäre
Die dünne Schicht um die Erde und das überhitzte Klima zwischen uns.
01:17:00 Lösungen statt nur Kritik
Warum Kunst angeblich keine Lösungen zeigen darf und er es trotzdem tut.
01:27:11 Was bringen Nischen?
Vorbildwirkung, Startkapital und die Frage nach der Breitenwirkung.
01:55:03 Wie mündig sind Konsumenten?
Verantwortung zwischen Supermarktkasse, Bildung und erschöpftem Alltag.
02:23:07 Warum der Film ins Kino gehört
Konzentration, Rhythmus und das Bild als stärkstes Mittel im Kino.
02:41:00 Verantwortung vor der Kamera
Von Erntearbeitern in Almería bis zum Gespräch mit dem Nestlé-Chef.
Kurz-Bio Gast:
Erwin Wagenhofer, geboren 1961 in Amstetten, ist Filmmacher. Nach einer technischen Ausbildung und mehr als 150 Image-, Industrie- und Werbefilmen drehte er ab 2005 die Kinodokumentarfilme We Feed the World, Let's Make Money und Alphabet sowie den Spielfilm Black Brown White und den Musikfilm But Beautiful. Sein sechster Kinofilm Atmosphere startet am 9. Oktober 2026 in den österreichischen Kinos.
INFOS ZUR FOLGE
Erwin Wagenhofer – offizielle Website
www.filmmacher.at
ATMOSPHERE (AT 2026) – Filmdaten beim Österreichischen Filminstitut
www.filminstitut.at/filme/atmosphere
ATMOSPHERE (AT 2026) – Filmladen Filmverleih
www.filmladen.at/film/atmosphere
Erwin Wagenhofer – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Wagenhofer
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www.instagram.com/erwinwagenhofer.filmmacher
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www.facebook.com/p/Erwin-Wagenhofer-Filmemacher-100063198311780
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Dürre, leere Futterlager und ein Markt, der kippt: Christian und ich reden über ein Jahr, das viele Betriebe an ihre Grenze gebracht hat.
Wir haben im Juli schon einmal über Trockenheit gesprochen, damals mitten in der Entwicklung. Jetzt ist die Saison vorbei und das Bild klarer. Am Bergerhof in der Krakauebene ist es mit ein paar Gewittern noch einigermaßen gut ausgegangen, östlich vom Semmering war das Jahr für viele existenzbedrohend. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Dürreschäden in der Landwirtschaft Anfang August mit rund einer Milliarde Euro.
Was mir Christian erklärt hat und was ich vorher so nicht am Schirm hatte: Wie fein verzahnt das alles ist. Wenn Almen nicht grün werden, kommen die Tiere im August statt im Oktober heim, dorthin, wo auch kein Futter liegt. Gleichzeitig steigen Mäster aus, weil ihnen die Preise davongelaufen sind, und verkaufen lieber ihr Futter. Und der Futterhändler hebt irgendwann nicht mehr ab, weil es schlicht nichts mehr zu kaufen gibt, auch nicht in Ungarn, Tschechien oder Norditalien.
Nachdenklich gemacht hat mich ein anderer Punkt: Christian beschreibt, dass in so einem Jahr ausgerechnet jene Betriebe besser dastehen können, die stark mit Handelsdünger arbeiten. Wer mit Mist und Kompost düngt, braucht Bodenfeuchte, damit das Bodenleben überhaupt arbeitet. Er nennt das einen Wettkampf, bei dem der eine gedopt ist und der andere nicht. Wir streiten darüber, was daraus zu lernen ist, und landen bei Hecken, Windbremsen, Tau, standortangepassten Sorten und der Frage, warum Anpassung fast immer einzelbetrieblich beginnt.
Im zweiten Teil geht es um die Fusion der Obersteirischen Molkerei mit der Berglandmilch, die die OM-Mitglieder mit 92 Prozent beschlossen haben. Christian hat sich der Stimme enthalten und erklärt, warum ihm die Sache gleichzeitig egal und wichtig ist: Weil hinter dem Kostenargument die Frage steht, ob man sich noch als Eigentümer einer Genossenschaft versteht oder nur mehr als Milchlieferant.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Begrüßung, Themen des Tages: Dürre, Anpassung und Molkerei-Fusion
00:02:02 Eine Kappe aus Pakistan
Besuch eines Yak-Fachmanns und was Christian daraus mitgenommen hat
00:06:14 Wirtschaften auf 4.000 Metern
Subsistenz, harte Selektion und ganzjährige Weide unter Extrembedingungen
00:11:17 Trockenheit: Osten und Westen
Wie unterschiedlich das Dürrejahr die Regionen getroffen hat
00:12:25 Warum Tiere früher heimkommen
Almen ohne Grün, leere Winterfuttervorräte und frühes Abtreiben
00:16:48 Wenn der Rindermarkt kippt
Mäster steigen aus, Einsteller finden keine Abnehmer, Preise verwerfen
00:19:11 Kein Futter am Markt
Ausverkaufte Händler, steigende Ballenpreise und fehlende Liquidität
00:26:15 Versicherung und Hilfspakete
240 Millionen, Dürreindex und die Kritik an der Gießkanne
00:32:18 Das Doping-Paradox
Warum intensive Betriebe im Dürrejahr teils besser durchkommen
00:40:19 Anpassung am eigenen Betrieb
Hecken, Wind, Tau und viele kleine Schritte statt großer Programme
00:53:03 Sorten und Tiere für den Standort
Kleinräumige Genetik statt Maximalertrag aus dem Katalog
01:03:03 Fusion OM und Berglandmilch
Konzentration im Molkereiwesen und die Rolle der Genossenschaft
Kurz-Bio Gast:
Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.
INFOS ZUR FOLGE
Bergerhof Krakauebene (Website)
www.bergerhof-krakauebene.at
Bergerhof Krakauebene auf Instagram
www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
Bergerhof Krakauebene auf Facebook
www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
Alternative University of Bergerhof (Website)
www.alternativeuniversity.at
Berglandmilch eGen
www.berglandmilch.at
Obersteirische Molkerei eGen
www.oml.at
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Agrarpolitik in Österreich: Dürrejahr, Herkunftskennzeichnung, Mercosur, Tierhaltung und die Frage, wie viel Freiheit zumutbar ist.
Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.
Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.
Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.
Kurz-Bio Gast:
Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.
INFOS ZUR FOLGE
Österreichischer Bauernbund - Website
www.bauernbund.at
Georg Strasser – Profil im Parlament
www.parlament.gv.at/person/83153
Georg Strasser – ÖVP-Parlamentsklub
www.oevpklub.at/georg-strasser
Georg Strasser auf Instagram
www.instagram.com/georg_strasser
Georg Strasser auf Facebook
www.facebook.com/strassergeorg
Lebensqualität Bauernhof – Beratung und Bäuerliches Sorgentelefon
www.lebensqualitaet-bauernhof.at
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Der Marchfeldkanal bringt Donauwasser in eine der trockensten Regionen Österreichs. Franz Steiner hat mir erklärt, was dieses System kann und was nicht.
Ich bin mit der Vorstellung ins Gespräch gegangen, ein Kanal sei ein Graben, durch den Wasser fließt. Nach zwei Stunden mit Franz Steiner, dem Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, ist daraus ein ziemlich vielschichtiges Bauwerk geworden: 19 Kilometer neu angelegtes Gewässer, dazu Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach, in Summe rund 91 Kilometer nach Angaben der Betriebsgesellschaft. Andere Quellen sprechen von knapp 100 Kilometern, je nachdem, was man mitzählt.
Am meisten hängen geblieben ist bei mir das Bild der Badewanne. Franz erklärt den größten zusammenhängenden Grundwasserkörper Österreichs als eine mit Schotter gefüllte, leicht geneigte Wanne zwischen Wien und Bratislava. Wenn man an einer Stelle Wasser einbringt, entsteht kein See, sondern ein Kegel, der sich über Monate ausbreitet. Das erklärt auch, warum die Anlagen in einem Jahr wie diesem nicht eins zu eins nachliefern können, was auf den Feldern verbraucht wird.
Überrascht hat mich der historische Teil. Geplant und gebaut wurde in einer Zeit, in der gerade Linien und glatte Böschungen als Fortschritt galten. Trotzdem entstand ein naturnah gestaltetes Gewässer mit Aufweitungen, Buchten und Fischaufstiegen. Dass ausgerechnet ein technisches Bewässerungsprojekt heute wie ein großes Renaturierungsprojekt wirkt, ist eine der Widersprüchlichkeiten, über die wir länger reden.
Wir sprechen außerdem über Keller im Marchfeld, über Kläranlagen, die einen verlässlichen Vorfluter brauchen, über Nitrat im Grundwasser und über die Frage, wem das Wasser gehört, wenn es knapper wird. Und darüber, warum Franz sagt, dass Renaturierung in der Fläche wichtig ist, nach wochenlanger Dürre aber auch der beste Boden am Ende ist.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Franz Steiner und das Marchfeldkanalsystem vor.
00:03:35 Vom Waldviertel zum Wasser
Kindheit am Bach, Umweg über die HTL, Studium an der BOKU.
00:15:02 Warum das Marchfeld austrocknete
Donauregulierung, Urbarmachung und sinkende Grundwasserstände.
00:23:11 Der Grundwasserkörper als Badewanne
Schotter, Flurabstand und wer dem Grundwasser Wasser entnimmt.
00:32:05 Naturnah statt Betonrinne
Warum in den 80ern kein Trapezprofil gebaut wurde.
00:36:40 Hainburg und die Ersatzbaustelle
Wie politische Umstände dem Projekt zum Durchbruch verhalfen.
00:46:07 Vier Gewässer, rund 91 Kilometer
Marchfeldkanal, Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach.
00:54:05 Versickern und Steuern
Wehrklappen, Filterbecken und drei Grundwasseranreicherungsanlagen.
01:05:01 Kläranlagen, Hochwasser, Fische
Weitere Funktionen des Systems und was sie für die Region bedeuten.
01:17:17 Was das System kostet
Errichtungskosten, laufendes Budget und offene Darlehen bis 2043.
01:26:26 Wasser für die Landwirtschaft
Warum Bewässerung trotz Wasser im Boden an Grenzen stößt.
01:36:46 Ressource Wasser in Zukunft
Verdunstung, Nitrat, Nutzungskonflikte und internationale Abstimmung.
Kurz-Bio Gast:
Franz Steiner ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal und leitet das dort angesiedelte Kompetenzzentrum Bewässerung, das Landwirtinnen und Landwirte in ganz Niederösterreich berät. Aufgewachsen ist er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im nördlichen Waldviertel, studiert hat er an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Vor seinem Wechsel 2022 war er bei der via donau für den Flussbau an March und Thaya zuständig.
INFOS ZUR FOLGE
Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
www.marchfeldkanal.at
Kompetenzzentrum Bewässerung – Land Niederösterreich
www.noe.gv.at/noe/Wasser/Kompetenzzentrum_Bewaesserung.html
Tätigkeitsbericht 2025 der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal (PDF)
www.marchfeldkanal.at/wp-content/uploads/2026/08/JB-2025-zur-Veroeffentlichung.pdf
Aussendung Dürre 2026: Wasser als Zukunftsfrage der Landwirtschaft
www.marchfeldkanal.at/duerre-2026-wasser-ist-zentrale-zukunftsfrage-der-landwirtschaft
B2P-Folge mit Christian Griebler zum Thema Grundwasser
www.bauertothepeople.at/podcast/289
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Dürre, Landwirtschaft und Physik: Werner Gruber über das Trockenjahr 2026, Kostenwahrheit bei Lebensmitteln und die Frage, warum sich Qualität so selten schmecken lässt.
Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Gespräch kürzen soll. Habe ich nicht. Werner Gruber ist jemand, der auf eine Frage nicht mit einer Antwort reagiert, sondern mit einer Geschichte, einem Gegenbeispiel und meistens noch mit einer Pointe. Drei Stunden sind viel, ich weiß. Dafür gibt es die Kapitelmarken, und du musst dir das wirklich nicht in einem Stück anhören.
Wir starten bei der Trockenheit dieses Sommers. Laut Landwirtschaftsministerium liegen die Ertragseinbußen beim Getreide bei rund zwanzig Prozent, im Grünland drohen Ausfälle von bis zu fünfzig Prozent. Werner rechnet damit, dass uns das im Herbst über die Preise einholt, weil das, was hier fehlt, importiert werden muss. Von dort landen wir bei der Frage, warum Gesellschaften manche Veränderungen mühelos schaffen und andere über Jahrzehnte nicht, und warum das seiner Meinung nach seltener ein technisches und öfter ein psychologisches Problem ist.
Dann wird es kulinarisch. Werner hat Weihnachtsgänse verschiedener Herkunft unter identischen Bedingungen zubereitet, Gulasch mit unterschiedlichsten Fleischqualitäten gekocht und heuer fünf Marmorkuchen mit fünf verschiedenen Eiersorten gebacken. Sein Befund ist unbequem: In vielen Fällen entscheidet der Zubereitungsprozess mehr als das Etikett. Bei Tomaten oder Salat sieht er das anders. Mich hat vor allem interessiert, was das für die Art bedeutet, wie wir über Qualität reden und werben.
Wir sprechen außerdem über Laborfleisch und E-Fuels, über die Grenzen der Effizienz, über seine Kindheit in Oberösterreich, über den Herzstillstand 2015, über Humor als Gradmesser für Freiheit und darüber, warum er mit hundert über die Autobahn fährt.
Viel Freude beim Reinhören!
Kurz-Bio Gast:
Werner Gruber, geboren 1970 in Ostermiething und aufgewachsen in Ansfelden, ist Physiker, Autor und Wissenschaftsvermittler. Er studierte Physik an der Universität Wien, arbeitete am Institut für Experimentalphysik und lehrt heute an der Fakultät für Informatik. Er leitete das Planetarium Wien samt Kuffner- und Urania-Sternwarte, war Mitgründer der Science Busters, drei Jahre Forschungskoordinator des Landes Burgenland und schrieb unter anderem das Buch Die Genussformel über kulinarische Physik.
INFOS ZUR FOLGE
Werner Gruber – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Gruber
Fakultät für Informatik, Universität Wien
https://informatik.univie.ac.at/
Science Busters
https://sciencebusters.at/
Heinz Oberhummer – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Oberhummer
Solar Foods (Solein)
https://solarfoods.com/
Factory 01 von Solar Foods in Vantaa
https://solarfoods.com/factory-01/
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Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
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