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BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

Wilhelm Geiger
BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Neueste Episode

274 Episoden

  • BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

    Tiroler Schnitzkunst in Brasilien

    05.04.2026 | 1 Std. 29 Min.
    Holzschnitzen und Bildhauerei in Brasilien – und was das mit Tirol zu tun hat: Ich treffe Werner Thaler in Dreizehnlinden, einem Ort, den österreichische Einwanderer 1933 mitten in den brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina gepflanzt haben.

    Werner ist Bildhauer. Aufgewachsen in der Werkstatt seines Großvaters, ausgebildet an der Schnitzschule Elbigenalp im Tiroler Lechtal, heute einer der bekanntesten Holzschnitzer und Bildhauer seiner Region. Und ich bin ganz zufällig auf meiner 'glokalen Perspektiven-Tour' durch Brasilien bei ihm gelandet.

    Das Gespräch geht tiefer, als ich erwartet hatte. Werner erklärt mir, wann Handwerk zur Kunst wird – nämlich dann, wenn eine Skulptur etwas anderes transportiert als das, was man direkt sieht. Eine Hand ist eine Hand. Aber wenn diese Hand Zärtlichkeit bedeutet oder Gewalt andeutet, dann entsteht Kommunikation. Und ohne Kommunikation, sagt er, gibt es keine Kunst. Wer sein Publikum nicht erreicht, trägt dafür selbst die Verantwortung.

    Wir reden über Auftragskunst und den Eiertanz zwischen Kundenwunsch und eigenem Anspruch. Über den Unterschied zwischen Zirbenholz und Fichtenholz, über warum man ein Modell in Plastilin macht, bevor man ans Holz geht, und warum er ein nasses Holz lieber grob bearbeitet. Über Bienenwachs als Finish. Über Motorsägen mit dünneren Schwertern. Und über die Frage, was bleibt, wenn Maschinen tausend identische Figuren fräsen können.

    Am Ende sagt Werner: 'Jeder Künstler ist ein bisschen von seinem Zeitalter ein Zeuge.' Das finde ich schön.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einleitung: Willy trifft Werner Thaler in Dreizehnlinden, Brasilien.
    00:02:08 Familie, Herkunft, Werkstatt
    Werners Familie brachte die Schnitzkunst aus Tirol nach Brasilien.
    00:07:35 Ausbildung in Elbigenalp
    Ein Jahr an der Schnitzschule im Tiroler Lechtal – was das gebracht hat.
    00:10:18 Talent oder Handwerk?
    Was man braucht, um Bildhauer zu werden – und was man nicht lernen kann.
    00:17:01 Was ist Bildhauerei, was ist Kunst?
    Werner erklärt, wo Handwerk aufhört und Kunst beginnt.
    00:26:21 Auftrag und künstlerische Freiheit
    Wie man zwischen Kundenwunsch und eigenem Anspruch navigiert.
    00:32:51 Der Arbeitsprozess
    Von der Skizze über das Tonmodell bis zum fertigen Holzwerk.
    00:53:29 Das richtige Holz
    Welche Holzarten sich zum Schnitzen eignen – in Brasilien und in Österreich.
    00:58:16 Werkzeuge und Technik
    Schnitzeisen, Motorsäge, Schlägel: die Werkzeuge des Bildhauers.
    01:04:01 Feuchtigkeit, Trocknung, Oberfläche
    Nass schnitzen, langsam trocknen, mit Bienenwachs finishen.
    01:15:35 Kunst als Zeitzeugnis
    Jeder Künstler ist Zeuge seines Zeitalters – Werners Credo.
    01:21:07 KI, Roboter und die Zukunft
    Was bleibt vom Handwerk, wenn Maschinen tausend Kopien fräsen können?
    01:26:00 Rat an junge Schnitzer
    Was Werner jemandem mitgibt, der überlegt, das Handwerk zu lernen.

    Kurz-Bio Gast:
    Werner Thaler ist Bildhauer und Holzschnitzer aus Treze Tílias (Dreizehnlinden) im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, einem 1933 von Tiroler Einwanderern gegründeten Ort. Er entstammt einer Schnitzerfamilie mit österreichischen Wurzeln und hat seine Ausbildung unter anderem an der Schnitzschule Elbigenalp im Tiroler Lechtal vertieft. Sein Werk umfasst Kirchenfiguren, öffentliche Skulpturen und Denkmäler in ganz Brasilien sowie internationale Aufträge.

    INFOS ZUR FOLGE
    Werners Website
    www.wernerthaler.com.br
    Werner Thaler auf Instagram
    www.instagram.com/wernerthaler_escultor
    Werner Thaler auf Facebook
    www.facebook.com/werner.thaler.5
    Dreizehnlinden – Die brasilianischen Tiroler
    www.bauertothepeople.at/podcast/269
    Website Treze Tillas
    www.trezetilias.com.br/deutsch
    Secretaria Municipal de Turismo auf Instagram
    www.instagram.com/trezetilias_turismo
    Prefeitura de Treze Tilias auf Instagram
    www.instagram.com/prefeituradetrezetilias
    Treze Tílias auf Instagram
    www.instagram.com/trezetilias_
    Karina Pattis Reiter auf Instagram
    www.instagram.com/karina.p.reiter
    Treze Tílias auf Facebook
    www.facebook.com/trezetilias1
    Rádio Tropical FM 99,1 auf Facebook
    www.facebook.com/radiotropicalfm99

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    „Leit hoits zamm“ – Haindling
    thx an Jürgen Buchner

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  • BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

    Fische düngen Gemüse – Aquaponik aus Südtirol

    29.03.2026 | 2 Std. 37 Min.
    Diese Folge ist eine entgeltliche Kooperation mit Südtirol. Die Auswahl der Gesprächspartner erfolgt gemeinsam mit dem Kooperationspartner. Die redaktionelle Freiheit bleibt uneingeschränkt bei Bauer to the People.

    Aquaponik ist ein Prinzip, das mindestens 1000 Jahre alt ist. Und trotzdem scheitert es an einer 50 Jahre alten Norm. Das hat mich an diesem Gespräch von Anfang an nicht losgelassen.

    Ich sitze mit Alexander Springeth in einem 250 Jahre alten Bauernhaus mitten in Bozen. Draußen Weinreben, Apfelbäume, Dolomiten. Drinnen erklärt mir jemand, wie afrikanische Raubwelse Salat düngen, wie dieser Salat die Fische am Leben hält – und warum dieses geschlossene System laut EU-Bio-Verordnung (noch) gar nicht existieren dürfte.

    Alexander ist Tüftler. Aufgewachsen auf einem Bio-Obst- und Weinbaubetrieb, hat er sich früh für Wasser und alles, was darin lebt, interessiert. Sein erster Goldfisch hieß Idefix und hat Selbstmord begangen. Der Weg von dort zum Afrikanischen Raubwels in einer Kreislaufanlage ist kürzer, als man denkt. Gemeinsam mit Roman Rottensteiner betreibt er heute unter dem Namen Almiro eine Aquaponik-Anlage – gegründet als eigenständiger Betrieb auf gepachteter Fläche, weil der Bio-Verband die Zertifizierung des Gesamtbetriebs sonst gefährdet hätte. Ein bürokratischer Umweg, der gleichzeitig eine Lektion darüber ist, was passiert, wenn Innovation auf Normen trifft, die nicht für Innovation geschrieben wurden.

    Ich wollte verstehen, wie so ein System funktioniert – und Alexander hat sich alle Mühe gegeben, das einem technischen Laien zu erklären. Von Ammonium über Nitrit bis Nitrat, von Biofiltern und Styrodurplatten bis zum Suprabranchialorgan des Wels, mit dem er Luft atmen kann. Was ich besonders interessant fand: Der Fisch ist das sensible Messinstrument der ganzen Anlage. Wenn die Welse oben schwimmen und fressen, passt alles. Wenn sie am Boden liegen, stimmt was nicht.

    Wir reden auch darüber, warum der Wels im deutschsprachigen Raum ein Renner ist, bei der italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols aber kaum ankommt. Und darüber, was es bedeutet, wenn Tüftler auf Systeme treffen, die für das, was sie tun, einfach keine Kategorie haben.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einleitung, Kooperationshinweis Südtirol, Vorstellung Alexander Springeth
    00:04:14 Der elterliche Hof in Bozen
    Bio-Obstbau, Weinbau, Schwefelkalkbrühe und Pflanzenschutz im Überblick
    00:11:13 Südtiroler Wein und Äpfel
    Vom Massenprodukt zur Qualität: Lagrein, Spindelbäume und Genossenschaft
    00:17:00 Wie Almiro entstand
    Zweites Standbein, die Bioland-Hürde und die bürokratische Lösung
    00:26:11 Tüftler mit Wasseraffinität
    Kindheit am Teich, Koi-Leidenschaft und der Weg zur Aquaponik-Anlage
    00:36:19 Was ist Aquaponik?
    Definition, Prinzip, Vor- und Nachteile von Aquakultur und Hydroponik
    00:44:03 Wie der Kreislauf funktioniert
    Ammonium, Nitrit, Nitrat: der biologische Filter und die Pflanzenbecken
    01:00:23 Der Afrikanische Raubwels
    Wachstum, Futter, Besatzdichte, Luftatmung und Tierverhalten
    01:21:00 Anlage, Energie und Wirtschaftlichkeit
    Stromverbrauch, Baukosten, Wasserverbrauch und Skalierbarkeit
    01:45:09 Ernte, Schlachtung und Vermarktung
    Eiswassermethode, Kiemenschnitt, Hauslieferung und Gastrokunden
    02:09:00 Tierwohl beim Fisch
    Intelligenz, Erkennen von Personen, Besatzdichte als Wohlfahrtsfrage
    02:17:09 Zukunft der Landwirtschaft
    Vision, Brain Drain, Bürokratie und was sich am Lebensmittelsystem ändern müsste
    02:33:52 Kühlschrank, Spruch und Abschluss
    Was steckt im Kühlschrank, Abschlussquotes und Dank

    Kurz-Bio Gast:
    Alexander Springeth ist Landwirt und Tüftler aus Bozen, Südtirol, und Mitgründer von Almiro – einem Aquaponik-Betrieb, der Fischzucht und Gemüseanbau in einem geschlossenen Wasserkreislauf kombiniert. Gemeinsam mit Roman Rottensteiner produziert er auf 240 Quadratmetern Afrikanische Raubwelse und eine breite Palette an Kräutern und Gemüse. Er befindet sich in Ausbildung zum Facharbeiter und Meister in Aquakultur am Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling.

    INFOS ZUR FOLGE
    ALMIRO – Der Garten Eden (Alexander Springeth & Roman Rottensteiner)
    www.almiro-aquaponics.com
    Südtirol Tourismus
    www.suedtirol.info
    Bundesamt für Wasserwirtschaft Scharfling – Ausbildung Aquakultur
    www.baw.at/aus-und-weiterbildung.html
    ALMIRO auf Instagram
    www.instagram.com/almiro_aquaponics
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    www.facebook.com/profile.php?id=61555273226661
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    KI am Schlachtband - Was Schweinewohl wirklich kostet

    22.03.2026 | 1 Std. 29 Min.
    KI am Schlachtband, Kameras, die Schweineschwänze vermessen — und ein Tierarzt, der seit über 35 Jahren versteht, was Schweine brauchen und was wir ihnen verweigern.

    Johannes Baumgartner von der Vetmeduni Wien forscht im EU-Projekt aWISH daran, das Tierwohl von Millionen Mastschweinen mit digitalen Mitteln sichtbar zu machen. Der Schweineschwanz spielt dabei die Hauptrolle. Nicht weil er spektakulär ist, sondern weil er als sogenannter Eisbergindikator das gesamte Leben eines Tieres in einem einzigen Merkmal zusammenfasst: Ist er intakt, ist vieles gut. Ist er es nicht, steckt ein Problem dahinter — auch wenn man von außen nicht sieht, welches.

    Ich wollte verstehen, wie man Tierwohl mit einer Kamera misst. Was ich bekommen habe, ist mehr: ein nüchternes Bild davon, wie weit Wissenschaft, Technologie und Praxis noch voneinander entfernt sind. Beim Schweineschwanz funktioniert die Messung schon erstaunlich gut — 99 Prozent Übereinstimmung mit den manuellen Referenzwerten. Bei Hautläsionen oder Lungengesundheit ist man noch weit davon entfernt, weil selbst Experten dieselben Bilder unterschiedlich beurteilen. Was als Ground Truth gilt, ist oft nur ein gut begründeter Schätzwert.

    Was mich an dem Gespräch beschäftigt hat: Johannes hat nach 35 Jahren eine klare Haltung, aber keine Vereinfachungen. Er sagt, ein gutes Schweineleben ist im Rahmen eines Haltungssystems möglich — aber dann erklärt er auch, dass ein Mastschwein mit 110 Kilogramm im gesetzlichen Mindeststandard 0,75 Quadratmeter Fläche hat. Und dass mehr als 90 Prozent aller österreichischen Mastschweine schwanzkupiert sind, obwohl das seit 1991 EU-weit routinemäßig verboten ist. Das sind keine Anklagen, das sind Fakten — und sie machen den Abstand zwischen Anspruch und Realität sehr greifbar.

    Am Ende bleibt die Frage, wer eigentlich zahlt. Nicht nur im wörtlichen Sinn.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Intro und Vorstellung: KI, Kameras und der Schweineschwanz als Tierwohl-Messer.
    00:03:34 Warum Tierarzt?
    Von der TV-Serie Daktari zur Empathie für Nutztiere — Johannes' Weg.
    00:08:27 35 Jahre Schwein
    Was ihn antreibt: die Lücke zwischen Wissenschaft und Haltungsrealität.
    00:11:25 Das EU-Projekt aWISH
    28 Partner, 11 Länder, 6 Pilotschlachthöfe — was das Projekt will und kann.
    00:17:54 Der Eisbergindikator
    Warum der Schweineschwanz so viel über das gesamte Tierleben verrät.
    00:25:10 Schwanzbeißen & Intensivierung
    Wie die Industrialisierung der Tierhaltung zu Verhaltensstörungen führt.
    00:36:43 Was ist Tierwohl?
    Ein Kontinuum aus Gesundheit, Emotion und Natürlichkeit — keine Ja/Nein-Frage.
    00:46:54 Wie funktioniert die Messung?
    Kameras, 3D-Bildgebung und Ground Truth: das technische System im Detail.
    00:58:10 Grenzen des Systems
    Hautläsionen, variable Schlachthöfe, fehlende Referenzwerte — wo KI scheitert.
    01:06:08 Wer profitiert — und wer zahlt?
    Geschäftsmodelle, Förderlogik und die Frage, was Schweinefleisch kosten darf.
    01:20:11 Datenschutz & Kontrolle
    Risikobasierte Betriebskontrollen und die Datenfrage in der Praxis.
    01:26:04 Das blinde Fleck: Falltiere
    Tiere, die nie in die Lebensmittelkette gelangen — ein übersehenes Tierschutzthema.

    Kurz-Bio Gast:
    Johannes Baumgartner ist Assistenzprofessor an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wo er das Fachgebiet Schwein und Precision Livestock Farming leitet. Er ist Diplomate des European College of Animal Welfare and Behavioural Medicine und forscht seit über 35 Jahren zu Verhalten, Haltung und Tierschutz beim Schwein sowie zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung. Im EU-Horizon-Projekt aWISH arbeitet er mit internationalen Partnern daran, Tierwohl-Indikatoren am Schlachtband automatisiert und KI-gestützt zu erfassen.

    INFOS ZUR FOLGE
    Johannes Baumgartner — Vetmeduni Wien (Profil)
    www.vetmeduni.ac.at/tierschutzwissenschaften/ueber-uns/mitarbeiterinnen/baumgartner-johannes
    Vetmeduni Wien — Fachbereich Tierschutzwissenschaften und Tierhaltung
    www.vetmeduni.ac.at/tierschutzwissenschaften
    EU-Projekt aWISH (Animal Welfare Indicators at the Slaughterhouse)
    www.awish-project.eu
    aWISH auf CORDIS (EU-Projektdatenbank)
    www.cordis.europa.eu/project/id/101060818/reporting
    CLK GmbH — PigInspector (Kamerasystem für Schlachtschweine)
    www.clkgmbh.de/en/food/piginspector
    Precision Livestock Farming — Wikipedia (deutsch)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Precision_Livestock_Farming
    AMA-Marketing — Masterplan Schwein / Tierwohl-Schweinehaltung
    www.ama.at
    VIER PFOTEN — FAQ Schweinehaltung Österreich
    www.vier-pfoten.at/ueber-uns/faq/faq-schweinehaltung

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    Permakultur als Philosophie – mit Josef Holzer

    08.03.2026 | 3 Std. 1 Min.
    Permakultur ist keine Anbautechnik – sondern eine Philosophie. Das war meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Gespräch.

    Ich habe Josef Holzer zum Gespräch in mein Wiener Studio eingeladen. Josef ist Landwirt, Förster und Ökologe – und er bewirtschaftet gemeinsam mit seinem Vater Sepp den Krameterhof im Salzburger Lungau, einen Bergbauernbetrieb, der seit Jahrzehnten als Referenz für Permakultur gilt. Ich muss ehrlich sagen: Ich bin mit ziemlich vielen Klischees im Gepäck in dieses Gespräch gegangen. Hochbeete, Kräuterspriralen, Urban Gardening – irgendwas in der Richtung hatte ich im Kopf.

    Was Josef mir dann erklärt hat, hat mein Bild ziemlich gründlich verrückt. Permakultur bedeutet nicht, dass alle Betriebe gleich aussehen müssen. Im Gegenteil: Wenn zwei Permakulturbetriebe identisch aussehen, hat einer von beiden wahrscheinlich ein Problem. Es geht um eine Haltung – sich mit der Natur auseinanderzusetzen, Komplexität zuzulassen, Kreisläufe zu schließen und regelmäßig zu reflektieren, ob das eigene Handeln noch vertretbar ist.

    Wir reden auch darüber, wo Permakultur herkommt – und das ist älter als die meisten denken. Wir sprechen über Josefs Kindheit am Krameterhof, über seinen Vater Sepp als starke Persönlichkeit und frühen Rebellen gegen die Spezialisierung der Nachkriegslandwirtschaft, über den Lungau als unterschätzten Lebensraum und über die Forstwirtschaft in der Klimakrise. Josefs These dazu ist klar: Der Wald hat kein Problem. Die Forstwirtschaft schon.

    Am Ende reden wir über Bildung als die vielleicht wichtigste Stellschraube im Lebensmittelsystem – und über einen Satz von Heinz von Foerster, den Josef als persönlichen Kompass beschreibt.

    Es ist ein langes Gespräch geworden. Aber wie bei einer guten Tafel Schokolade: Man kann sie auf einmal essen, aber sie schmeckt auch häppchenweise.

    Viel Freude beim Reinhören!
    Mehr zur Folge und alle Links auf bauertothepeoople.at

    INFOS ZUR FOLGE
    Krameterhof
    www.krameterhof.at
    Holzer Permaculture
    www.holzerpermaculture.com

    (00:00:00) Los geht's
    Willy stellt Josef Holzer und das Thema Permakultur vor.
    (00:03:00) Aufgewachsen am Krameterhof
    Josef erzählt von seiner Kindheit im Salzburger Lungau.
    (00:10:00) Verantwortung von Kindesbeinen
    Wie Neugier und frühe Eigenverantwortung Josefs Prägung formten.
    (00:21:00) Der Lungau und der Krameterhof
    Geografische Lage, Geschichte des Hofes und die Subsistenzwirtschaft früher.
    (00:43:00) Sepp Holzer und sein Weg
    Warum Josefs Vater die Spezialisierung ablehnte und seinen eigenen Weg ging.
    (01:08:00) Was ist Permakultur?
    Josef erklärt die Herkunft und Philosophie hinter dem Begriff.
    (01:36:00) Drei Säulen der Permakultur
    Natur verstehen, Kreisläufe schließen, regelmäßig reflektieren.
    (02:02:00) Vielfalt statt Rezepte
    Warum es keine universellen Permakultur-Lösungen geben kann.
    (02:12:00) Boden, Klimakrise und Verantwortung
    Was Bodenerosion mit der Klimakrise zu tun hat – und was nicht.
    (02:23:00) Wald braucht keine Pflanzung
    Warum Bäume setzen oft der falsche Ansatz in der Forstwirtschaft ist.
    (02:39:00) Eigentum, Demokratie, Gesellschaft
    Brauchen wir einen neuen Eigentumsbegriff für landwirtschaftlichen Boden?
    (02:46:00) Abschluss & Ethischer Imperativ
    Josefs persönliche Leitsätze und ein Zitat von Heinz von Foerster.

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    B2P134 - Spezialisierung auf die Vielfalt - Der Bauer & Koch Joachim Knapp

    22.02.2026 | 2 Std. 27 Min.
    “Diese Folge ist eine entgeltliche Kooperation mit Südtirol. Die Auswahl der Gesprächspartner erfolgt gemeinsam mit dem Kooperationspartner. Die redaktionelle Freiheit bleibt uneingeschränkt bei Bauer to the People. Auf gut Deutsch: Die haben mir vorher, während dessen und danach nicht in meine Fragen reingeredet. Und dafür und für die Kooperation … Vielen Dank!”

    Grias Eich!

    In diese Ausgabe des Bauer to the People Podcast war ich quasi wieder im Gedanken der glokalen Perspektiven unterwegs und blicke wieder einmal über den heimische Horizont und den Wilhelm Tellerrand hinaus.

    Dieses Mal in Südtirol, genauer gesagt in St. Lorenzen im Pustertal. Dort hat sich Joachim Knapp am Auslugerhof gewissermaßen auf die Vielfalt spezialisiert. Seine Eltern haben noch eine klassischen Milchviehbetrieb übernommen, diesen aber, weil ihr Auskommen aus der Milchproduktion immer geringer wurde, auf die Eierproduktion mit Freilaufhühnern umgestellt, was in der Umgebung zunächst mit Skepsis betrachtet wurde, sich aber rasch als gute Entscheidung herausstellte. Der Joachim hatte sich eigentlich für eine Karriere als Koch entschieden und diese Karriere hat ihn bis nach Australien gebracht. Dort saß er dann aber ganz allein auf einem Stein, blickte aufs Meer hinaus und beschloss die Aussicht auf eine Küchenleitung in Australien gegen die heimische Aussicht auf die Landwirtschaft zu tauschen.

    Nach und nach hat er dann auf dem Ausluger-Hof auch seine Vision von Landwirtschaft verwirklicht. Die Eier sind immer noch ein wichtiger Pfeiler des Hofes, inzwischen sind aber Kühe, Schweine, Gemüse und Getreide dazugekommen. Und abgesehen von den Eiern, die auch in den Handel gehen, wird alles im top modernen Hofladen direkt an die Kunden verkauft und bei den wöchentlichen Genussabenden für die Gäste verkocht. Auf den Tisch kommt, bis auf ganz wenige Ausnahmen nur das, was Joachim und seine Familie selbst produzieren.

    Und bei all dem merkt man auch, dass Joachim nicht einfach nur stur seinem Weg folgt, sondern seine Überzeugungen und seine Projekte immer auch sehr in der Symbiose mit seiner Umgebung denkt und umsetzt.

    Viel Freude mit einer Folge, die zeigt, wie das, was einst mal Standard war, der mit frischen Ideen zu spannenden neuen Möglichkeiten führen kann. Im besten Sinne Erinnerungen und eine sehr menschliche Folge!

    INFOS ZUR FOLGE
    Ausluger Hof
    www.ausluger.com/de
    IDM Südtirol
    www.idm-suedtirol.com/de
    Ausluger Hof auf Instagram
    www.instagram.com/ausluger_hofladen_st.lorenzen
    Ausluger Hof auf Facebook
    www.facebook.com/ausluger
    Südtirol auf Instagram
    www.instagram.com/suedtirol.official
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    www.facebook.com/suedtirol.official
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    www.youtube.com/@suedtirol.official

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Über BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

Wissen, Perspektiven & Hintergründe rund um unsere Lebensmittel & die Menschen dahinter. Ehrliche und offene Gespräche direkt auf den Höfen, in den Unternehmen und bei den Menschen zu Hause. Wissen aus erster Hand, ungecoacht und authentisch, von denen, die es wissen müssen. Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
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