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BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

Wilhelm Geiger
BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Neueste Episode

276 Episoden

  • BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen

    Wirtschaft als Teil der Natur - Ökologische Ökonomie - Sigrid Stagl

    19.04.2026 | 2 Std. 41 Min.
    Ökologische Ökonomie: Sigrid Stagl erklärt, warum unsere Wirtschaft die Natur nicht länger ignorieren kann und was das für die Landwirtschaft bedeutet.

    Sigrid Stagl ist auf einem kleinen Bauernhof im Waldviertel aufgewachsen. Ihre Eltern waren Quereinsteiger, haben Land von der Kirche gepachtet und im Sinne der Grünen Revolution bewirtschaftet. Was mich dabei besonders beschäftigt hat: Schon als Kind hat Sigrid bemerkt, dass im eigenen Garten anders gewirtschaftet wurde als auf dem Feld. Was die Familie selbst gegessen hat, wurde ohne Spritzmittel angebaut. Diese Inkonsistenz hat sie früh irritiert.

    Heute ist Sigrid Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien, hat das Institut für Ökologische Ökonomie gegründet und wurde 2024 als Wissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet. Im Gespräch erklärt sie mir, warum die herkömmliche Ökonomie die Natur nur sehr zurückhaltend berücksichtigt und welche Folgen das hat. Wir reden über Thermodynamik und Entropie, über Nikolaus Georgescu-Roegens Erkenntnis, dass wirtschaftliche Prozesse physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen, und über die Frage, warum die Photosynthese im Grunde das Einzige ist, was wirklich neue Energie in unser System bringt.

    Was mich nachhaltig beeindruckt hat: Die Studie 'The Hidden Bill' über die niederländische Landwirtschaft zeigt, dass deren Agrar-Lebensmittelsystem 13,3 Milliarden Euro Wertschöpfung erzeugt, aber 18,6 Milliarden Euro gesellschaftliche Kosten verursacht. Ein jährliches Defizit von 5,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig fließen in der EU rund 82 Prozent der Agrarsubventionen in die Tierproduktion, die 84 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgase verursacht, aber nur 36 Prozent der Kalorien liefert. Sigrid sagt: Wir brauchen kein neues Wissen, wir müssen nur die ökonomischen Strukturen so verändern, dass nachhaltiges Handeln leichter, günstiger und attraktiver wird als das Gegenteil.

    Ihr zentraler Punkt: Wir brauchen ein positives Zukunftsbild für die Landwirtschaft und ein nachhaltiges Ernährungssystem in Österreich, nicht nur Schadensbegrenzung. Und Bäuerinnen und Bauern sind die Schlüsselakteure dafür.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Sigrid Stagl über Sonnenenergie, Eigenversorgung und falsche Subventionen
    00:01:12 Vorstellung und Einstieg
    Willy stellt Sigrid Stagl vor und erklärt, worum es heute geht
    00:04:33 Aufwachsen am Bauernhof
    Kindheit im Waldviertel zwischen Feldarbeit und Freiheit
    00:14:03 Der Weg in die Wissenschaft
    Von der WU über Argentinien zum Doktorat in den USA
    00:29:06 Was ist ökologische Ökonomie?
    Wirtschaft als Teil der Natur und warum das die Ökonomik verändern muss
    00:43:01 Energie, Entropie und Sonnenlicht
    Warum die Photosynthese das Einzige ist, das wirklich Neues schafft
    01:04:04 Trägheit und Ausreden
    Warum wir trotz besseren Wissens nicht handeln
    01:14:18 Kostenwahrheit und Marktversagen
    Externe Effekte, Verursacherprinzip und warum Bio billiger sein müsste
    01:28:17 Landwirtschaft neu denken
    Die vier Hebel der niederländischen Hidden-Bill-Studie
    01:52:08 Boden, Eigentum und Versorgung
    Lebensmittel als lebensnotwendiges Gut und die Frage der Eigenversorgung
    02:14:28 Mercosur und Freihandel
    Warum Rindfleisch über den halben Globus zu schippern keinen Sinn macht
    02:22:01 Positives Zukunftsbild und Abschluss
    Partizipative Prozesse, Bürgerräte und das Zitat mit den zwei Planeten

    Kurz-Bio Gast:
    Sigrid Stagl ist Professorin für Umweltökonomie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien und Gründerin des dortigen Instituts für Ökologische Ökonomie. 1999 promovierte sie am Rensselaer Polytechnic Institute als weltweit erste Person in Ökologischer Ökonomie. 2024 wurde sie in Österreich als Wissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet.

    INFOS ZUR FOLGE
    Prof. Sigrid Stagl (Gast) – Wirtschaftsuniversität Wien
    www.wu.ac.at/en/ecolecon/institute/team/sstagl
    Institut für Ökologische Ökonomie, WU Wien
    www.wu.ac.at/en/ecolecon/institute
    Sigrid Stagl – persönliche Website
    www.sigridstagl.org
    Sigrid Stagl auf LinkedIn
    www.linkedin.com/in/sigrid-stagl-795bb719
    Sigrid Stagl – Wikipedia (de)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sigrid_Stagl
    WU (Wirtschaftsuniversität Wien) auf Instagram
    www.instagram.com/wuvienna
    WU (Wirtschaftsuniversität Wien) auf Facebook
    www.facebook.com/wu.wirtschaftsuniversitaet.wien
    WU (Wirtschaftsuniversität Wien) auf LinkedIn
    www.linkedin.com/school/wu-wirtschaftsuniversitaet-wien
    WU Institute for Ecological Economics auf LinkedIn
    www.linkedin.com/company/wu-ecolecon

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    B2P-Live "Ackerdemics Edition" - Lebensmittel retten als Geschäftsmodell - Andreas Diesenreiter

    12.04.2026 | 1 Std. 44 Min.
    Lebensmittel retten als Geschäftsmodell – wie das funktioniert, wo es hakt und warum gerettete Produkte manchmal teurer sind als konventionelle, darüber habe ich mit Andreas Diesenreiter gesprochen.

    Andreas hat zusammen mit seiner Schwester Cornelia 2016 das Unternehmen Unverschwendet gegründet. Was als kleiner Verein begann, bei dem die beiden noch selbst in Wiener Schrebergärten Marillen geerntet und am Schwendermarkt Marmelade verkauft haben, ist heute ein Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitenden, einer eigenen Feinkostmarke und einer Plattform namens Kostbar Markt, die im Auftrag des Ministeriums Lebensmittelüberschüsse an soziale Einrichtungen vermittelt.

    Diese Folge ist ein Ackerdemics-Spezialformat, aufgenommen als Live-Podcast an der Wirtschaftsuniversität Wien vor 30 Studierenden. Ihre Fragen haben das Gespräch um ehrliche Einblicke ins Unternehmertum bereichert: Wie trifft man Entscheidungen, wenn alles gleichzeitig dringend ist? Wie streitet man produktiv mit der eigenen Schwester? Und wie hält man die Balance zwischen Idealismus und wirtschaftlicher Realität?

    Andreas erzählt offen, wie frustrierend es sein kann, trotz hunderter Medienauftritte kaum fünf Prozent der Bevölkerung zu erreichen. Wie ernüchternd die Erkenntnis war, dass Bewusstseinsbildung allein das Problem nicht löst. Und warum er trotzdem genau das Gleiche nochmal machen würde. In Österreich fallen jährlich rund 288.000 Tonnen Lebensmittelüberschüsse in der vorgelagerten Kette an. Unverschwendet kann davon bisher nur einen Bruchteil retten. Die Frage, ob das ein Tropfen auf dem heissen Stein ist oder der Anfang von etwas Größerem, zieht sich durch das ganze Gespräch.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Live-Podcast an der WU Wien mit Studierenden zum Thema Lebensmittelrettung
    00:02:18 Vom Comic-Zeichner zum Gründer
    Andreas' Kindheit in Steyr, frühe Kreativität und der Weg zum Design-Studium
    00:09:26 Wie Unverschwendet entstand
    Cornelias Restmüllanalyse in England und die Anfänge als Verein
    00:15:29 Geschwister-Dynamik und Risiko
    Warum eine Riesenkarotte am Naschmarkt 10.000 Euro kostet
    00:20:06 Lebensmittelüberschüsse in Zahlen
    288.000 Tonnen in der vorgelagerten Kette, eine Million Tonnen gesamt
    00:29:49 Der Wendepunkt bei 2 Minuten 2 Millionen
    Kein Investment, aber Rewe im Hinterzimmer und der Weg zur Professionalisierung
    00:38:15 Was lässt sich retten und was nicht
    Ketchup vs. Bruschetta: Warum nicht jeder Überschuss zum Produkt wird
    00:49:11 Tierische Produkte und Schoko-Cornflakes
    Neue Überschusskategorien und die Geschichte der zu kleinen Cornflakes
    00:56:01 Gerettet als Standard
    Warum es ein Prüfsystem wie bei Bio braucht und die EU-Richtlinie gegen Greenwashing
    01:03:15 Sinn, Geld und albanische CEOs
    Was Social Business bedeutet und warum Reichwerden nicht das Ziel ist
    01:14:44 Tropfen auf dem heißen Stein?
    Über 1.400 Tonnen gerettet, aber eine Million Tonnen Abfall pro Jahr
    01:27:21 Nochmal machen? Ja. Aber schneller.
    Rückblick auf zehn Jahre, Kill Your Darlings und Zukunftspläne
    01:39:02 Kostbar Markt und Ausblick
    Neue Plattform für soziale Einrichtungen im Auftrag des Ministeriums

    Kurz-Bio Gast:
    Andreas Diesenreiter ist Mitgründer und Geschäftsführer von Unverschwendet, einem österreichischen Unternehmen, das überschüssige Lebensmittel aus Landwirtschaft und Produktion zu Feinkostprodukten verarbeitet. Gemeinsam mit seiner Schwester Cornelia gründete der Multimedia-Art-Absolvent das Unternehmen 2016 in Wien. Neben der Eigenmarke Unverschwendet Feinkost verantwortet er die Plattform Kostbar Markt zur Lebensmittelweitergabe an soziale Einrichtungen.

    INFOS ZUR FOLGE
    Unverschwendet Website
    www.unverschwendet.at
    Kostbar Markt – Plattform für Lebensmittelweitergabe
    www.kostbarmarkt.at
    Unverschwendet auf Instagram
    www.instagram.com/unverschwendet
    Unverschwendet auf Facebook
    www.facebook.com/unverschwendet
    Unverschwendet auf YouTube
    www.youtube.com/@unverschwendet1107
    Unverschwendet auf Linkedin
    www.linkedin.com/company/unverschwendet

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    Tiroler Schnitzkunst in Brasilien

    05.04.2026 | 1 Std. 29 Min.
    Holzschnitzen und Bildhauerei in Brasilien – und was das mit Tirol zu tun hat: Ich treffe Werner Thaler in Dreizehnlinden, einem Ort, den österreichische Einwanderer 1933 mitten in den brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina gepflanzt haben.

    Werner ist Bildhauer. Aufgewachsen in der Werkstatt seines Großvaters, ausgebildet an der Schnitzschule Elbigenalp im Tiroler Lechtal, heute einer der bekanntesten Holzschnitzer und Bildhauer seiner Region. Und ich bin ganz zufällig auf meiner 'glokalen Perspektiven-Tour' durch Brasilien bei ihm gelandet.

    Das Gespräch geht tiefer, als ich erwartet hatte. Werner erklärt mir, wann Handwerk zur Kunst wird – nämlich dann, wenn eine Skulptur etwas anderes transportiert als das, was man direkt sieht. Eine Hand ist eine Hand. Aber wenn diese Hand Zärtlichkeit bedeutet oder Gewalt andeutet, dann entsteht Kommunikation. Und ohne Kommunikation, sagt er, gibt es keine Kunst. Wer sein Publikum nicht erreicht, trägt dafür selbst die Verantwortung.

    Wir reden über Auftragskunst und den Eiertanz zwischen Kundenwunsch und eigenem Anspruch. Über den Unterschied zwischen Zirbenholz und Fichtenholz, über warum man ein Modell in Plastilin macht, bevor man ans Holz geht, und warum er ein nasses Holz lieber grob bearbeitet. Über Bienenwachs als Finish. Über Motorsägen mit dünneren Schwertern. Und über die Frage, was bleibt, wenn Maschinen tausend identische Figuren fräsen können.

    Am Ende sagt Werner: 'Jeder Künstler ist ein bisschen von seinem Zeitalter ein Zeuge.' Das finde ich schön.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einleitung: Willy trifft Werner Thaler in Dreizehnlinden, Brasilien.
    00:02:08 Familie, Herkunft, Werkstatt
    Werners Familie brachte die Schnitzkunst aus Tirol nach Brasilien.
    00:07:35 Ausbildung in Elbigenalp
    Ein Jahr an der Schnitzschule im Tiroler Lechtal – was das gebracht hat.
    00:10:18 Talent oder Handwerk?
    Was man braucht, um Bildhauer zu werden – und was man nicht lernen kann.
    00:17:01 Was ist Bildhauerei, was ist Kunst?
    Werner erklärt, wo Handwerk aufhört und Kunst beginnt.
    00:26:21 Auftrag und künstlerische Freiheit
    Wie man zwischen Kundenwunsch und eigenem Anspruch navigiert.
    00:32:51 Der Arbeitsprozess
    Von der Skizze über das Tonmodell bis zum fertigen Holzwerk.
    00:53:29 Das richtige Holz
    Welche Holzarten sich zum Schnitzen eignen – in Brasilien und in Österreich.
    00:58:16 Werkzeuge und Technik
    Schnitzeisen, Motorsäge, Schlägel: die Werkzeuge des Bildhauers.
    01:04:01 Feuchtigkeit, Trocknung, Oberfläche
    Nass schnitzen, langsam trocknen, mit Bienenwachs finishen.
    01:15:35 Kunst als Zeitzeugnis
    Jeder Künstler ist Zeuge seines Zeitalters – Werners Credo.
    01:21:07 KI, Roboter und die Zukunft
    Was bleibt vom Handwerk, wenn Maschinen tausend Kopien fräsen können?
    01:26:00 Rat an junge Schnitzer
    Was Werner jemandem mitgibt, der überlegt, das Handwerk zu lernen.

    Kurz-Bio Gast:
    Werner Thaler ist Bildhauer und Holzschnitzer aus Treze Tílias (Dreizehnlinden) im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, einem 1933 von Tiroler Einwanderern gegründeten Ort. Er entstammt einer Schnitzerfamilie mit österreichischen Wurzeln und hat seine Ausbildung unter anderem an der Schnitzschule Elbigenalp im Tiroler Lechtal vertieft. Sein Werk umfasst Kirchenfiguren, öffentliche Skulpturen und Denkmäler in ganz Brasilien sowie internationale Aufträge.

    INFOS ZUR FOLGE
    Werners Website
    www.wernerthaler.com.br
    Werner Thaler auf Instagram
    www.instagram.com/wernerthaler_escultor
    Werner Thaler auf Facebook
    www.facebook.com/werner.thaler.5
    Dreizehnlinden – Die brasilianischen Tiroler
    www.bauertothepeople.at/podcast/269
    Website Treze Tillas
    www.trezetilias.com.br/deutsch
    Secretaria Municipal de Turismo auf Instagram
    www.instagram.com/trezetilias_turismo
    Prefeitura de Treze Tilias auf Instagram
    www.instagram.com/prefeituradetrezetilias
    Treze Tílias auf Instagram
    www.instagram.com/trezetilias_
    Karina Pattis Reiter auf Instagram
    www.instagram.com/karina.p.reiter
    Treze Tílias auf Facebook
    www.facebook.com/trezetilias1
    Rádio Tropical FM 99,1 auf Facebook
    www.facebook.com/radiotropicalfm99

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    Fische düngen Gemüse – Aquaponik aus Südtirol

    29.03.2026 | 2 Std. 37 Min.
    Diese Folge ist eine entgeltliche Kooperation mit Südtirol. Die Auswahl der Gesprächspartner erfolgt gemeinsam mit dem Kooperationspartner. Die redaktionelle Freiheit bleibt uneingeschränkt bei Bauer to the People.

    Aquaponik ist ein Prinzip, das mindestens 1000 Jahre alt ist. Und trotzdem scheitert es an einer 50 Jahre alten Norm. Das hat mich an diesem Gespräch von Anfang an nicht losgelassen.

    Ich sitze mit Alexander Springeth in einem 250 Jahre alten Bauernhaus mitten in Bozen. Draußen Weinreben, Apfelbäume, Dolomiten. Drinnen erklärt mir jemand, wie afrikanische Raubwelse Salat düngen, wie dieser Salat die Fische am Leben hält – und warum dieses geschlossene System laut EU-Bio-Verordnung (noch) gar nicht existieren dürfte.

    Alexander ist Tüftler. Aufgewachsen auf einem Bio-Obst- und Weinbaubetrieb, hat er sich früh für Wasser und alles, was darin lebt, interessiert. Sein erster Goldfisch hieß Idefix und hat Selbstmord begangen. Der Weg von dort zum Afrikanischen Raubwels in einer Kreislaufanlage ist kürzer, als man denkt. Gemeinsam mit Roman Rottensteiner betreibt er heute unter dem Namen Almiro eine Aquaponik-Anlage – gegründet als eigenständiger Betrieb auf gepachteter Fläche, weil der Bio-Verband die Zertifizierung des Gesamtbetriebs sonst gefährdet hätte. Ein bürokratischer Umweg, der gleichzeitig eine Lektion darüber ist, was passiert, wenn Innovation auf Normen trifft, die nicht für Innovation geschrieben wurden.

    Ich wollte verstehen, wie so ein System funktioniert – und Alexander hat sich alle Mühe gegeben, das einem technischen Laien zu erklären. Von Ammonium über Nitrit bis Nitrat, von Biofiltern und Styrodurplatten bis zum Suprabranchialorgan des Wels, mit dem er Luft atmen kann. Was ich besonders interessant fand: Der Fisch ist das sensible Messinstrument der ganzen Anlage. Wenn die Welse oben schwimmen und fressen, passt alles. Wenn sie am Boden liegen, stimmt was nicht.

    Wir reden auch darüber, warum der Wels im deutschsprachigen Raum ein Renner ist, bei der italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols aber kaum ankommt. Und darüber, was es bedeutet, wenn Tüftler auf Systeme treffen, die für das, was sie tun, einfach keine Kategorie haben.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Einleitung, Kooperationshinweis Südtirol, Vorstellung Alexander Springeth
    00:04:14 Der elterliche Hof in Bozen
    Bio-Obstbau, Weinbau, Schwefelkalkbrühe und Pflanzenschutz im Überblick
    00:11:13 Südtiroler Wein und Äpfel
    Vom Massenprodukt zur Qualität: Lagrein, Spindelbäume und Genossenschaft
    00:17:00 Wie Almiro entstand
    Zweites Standbein, die Bioland-Hürde und die bürokratische Lösung
    00:26:11 Tüftler mit Wasseraffinität
    Kindheit am Teich, Koi-Leidenschaft und der Weg zur Aquaponik-Anlage
    00:36:19 Was ist Aquaponik?
    Definition, Prinzip, Vor- und Nachteile von Aquakultur und Hydroponik
    00:44:03 Wie der Kreislauf funktioniert
    Ammonium, Nitrit, Nitrat: der biologische Filter und die Pflanzenbecken
    01:00:23 Der Afrikanische Raubwels
    Wachstum, Futter, Besatzdichte, Luftatmung und Tierverhalten
    01:21:00 Anlage, Energie und Wirtschaftlichkeit
    Stromverbrauch, Baukosten, Wasserverbrauch und Skalierbarkeit
    01:45:09 Ernte, Schlachtung und Vermarktung
    Eiswassermethode, Kiemenschnitt, Hauslieferung und Gastrokunden
    02:09:00 Tierwohl beim Fisch
    Intelligenz, Erkennen von Personen, Besatzdichte als Wohlfahrtsfrage
    02:17:09 Zukunft der Landwirtschaft
    Vision, Brain Drain, Bürokratie und was sich am Lebensmittelsystem ändern müsste
    02:33:52 Kühlschrank, Spruch und Abschluss
    Was steckt im Kühlschrank, Abschlussquotes und Dank

    Kurz-Bio Gast:
    Alexander Springeth ist Landwirt und Tüftler aus Bozen, Südtirol, und Mitgründer von Almiro – einem Aquaponik-Betrieb, der Fischzucht und Gemüseanbau in einem geschlossenen Wasserkreislauf kombiniert. Gemeinsam mit Roman Rottensteiner produziert er auf 240 Quadratmetern Afrikanische Raubwelse und eine breite Palette an Kräutern und Gemüse. Er befindet sich in Ausbildung zum Facharbeiter und Meister in Aquakultur am Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling.

    INFOS ZUR FOLGE
    ALMIRO – Der Garten Eden (Alexander Springeth & Roman Rottensteiner)
    www.almiro-aquaponics.com
    Südtirol Tourismus
    www.suedtirol.info
    Bundesamt für Wasserwirtschaft Scharfling – Ausbildung Aquakultur
    www.baw.at/aus-und-weiterbildung.html
    ALMIRO auf Instagram
    www.instagram.com/almiro_aquaponics
    ALMIRO auf Facebook
    www.facebook.com/profile.php?id=61555273226661
    Südtirol auf Instagram
    www.instagram.com/suedtirol.official
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    www.youtube.com/@suedtirol.official

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    KI am Schlachtband - Was Schweinewohl wirklich kostet

    22.03.2026 | 1 Std. 29 Min.
    KI am Schlachtband, Kameras, die Schweineschwänze vermessen — und ein Tierarzt, der seit über 35 Jahren versteht, was Schweine brauchen und was wir ihnen verweigern.

    Johannes Baumgartner von der Vetmeduni Wien forscht im EU-Projekt aWISH daran, das Tierwohl von Millionen Mastschweinen mit digitalen Mitteln sichtbar zu machen. Der Schweineschwanz spielt dabei die Hauptrolle. Nicht weil er spektakulär ist, sondern weil er als sogenannter Eisbergindikator das gesamte Leben eines Tieres in einem einzigen Merkmal zusammenfasst: Ist er intakt, ist vieles gut. Ist er es nicht, steckt ein Problem dahinter — auch wenn man von außen nicht sieht, welches.

    Ich wollte verstehen, wie man Tierwohl mit einer Kamera misst. Was ich bekommen habe, ist mehr: ein nüchternes Bild davon, wie weit Wissenschaft, Technologie und Praxis noch voneinander entfernt sind. Beim Schweineschwanz funktioniert die Messung schon erstaunlich gut — 99 Prozent Übereinstimmung mit den manuellen Referenzwerten. Bei Hautläsionen oder Lungengesundheit ist man noch weit davon entfernt, weil selbst Experten dieselben Bilder unterschiedlich beurteilen. Was als Ground Truth gilt, ist oft nur ein gut begründeter Schätzwert.

    Was mich an dem Gespräch beschäftigt hat: Johannes hat nach 35 Jahren eine klare Haltung, aber keine Vereinfachungen. Er sagt, ein gutes Schweineleben ist im Rahmen eines Haltungssystems möglich — aber dann erklärt er auch, dass ein Mastschwein mit 110 Kilogramm im gesetzlichen Mindeststandard 0,75 Quadratmeter Fläche hat. Und dass mehr als 90 Prozent aller österreichischen Mastschweine schwanzkupiert sind, obwohl das seit 1991 EU-weit routinemäßig verboten ist. Das sind keine Anklagen, das sind Fakten — und sie machen den Abstand zwischen Anspruch und Realität sehr greifbar.

    Am Ende bleibt die Frage, wer eigentlich zahlt. Nicht nur im wörtlichen Sinn.

    Viel Freude beim Reinhören!

    00:00:00 Los gehts
    Intro und Vorstellung: KI, Kameras und der Schweineschwanz als Tierwohl-Messer.
    00:03:34 Warum Tierarzt?
    Von der TV-Serie Daktari zur Empathie für Nutztiere — Johannes' Weg.
    00:08:27 35 Jahre Schwein
    Was ihn antreibt: die Lücke zwischen Wissenschaft und Haltungsrealität.
    00:11:25 Das EU-Projekt aWISH
    28 Partner, 11 Länder, 6 Pilotschlachthöfe — was das Projekt will und kann.
    00:17:54 Der Eisbergindikator
    Warum der Schweineschwanz so viel über das gesamte Tierleben verrät.
    00:25:10 Schwanzbeißen & Intensivierung
    Wie die Industrialisierung der Tierhaltung zu Verhaltensstörungen führt.
    00:36:43 Was ist Tierwohl?
    Ein Kontinuum aus Gesundheit, Emotion und Natürlichkeit — keine Ja/Nein-Frage.
    00:46:54 Wie funktioniert die Messung?
    Kameras, 3D-Bildgebung und Ground Truth: das technische System im Detail.
    00:58:10 Grenzen des Systems
    Hautläsionen, variable Schlachthöfe, fehlende Referenzwerte — wo KI scheitert.
    01:06:08 Wer profitiert — und wer zahlt?
    Geschäftsmodelle, Förderlogik und die Frage, was Schweinefleisch kosten darf.
    01:20:11 Datenschutz & Kontrolle
    Risikobasierte Betriebskontrollen und die Datenfrage in der Praxis.
    01:26:04 Das blinde Fleck: Falltiere
    Tiere, die nie in die Lebensmittelkette gelangen — ein übersehenes Tierschutzthema.

    Kurz-Bio Gast:
    Johannes Baumgartner ist Assistenzprofessor an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wo er das Fachgebiet Schwein und Precision Livestock Farming leitet. Er ist Diplomate des European College of Animal Welfare and Behavioural Medicine und forscht seit über 35 Jahren zu Verhalten, Haltung und Tierschutz beim Schwein sowie zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung. Im EU-Horizon-Projekt aWISH arbeitet er mit internationalen Partnern daran, Tierwohl-Indikatoren am Schlachtband automatisiert und KI-gestützt zu erfassen.

    INFOS ZUR FOLGE
    Johannes Baumgartner — Vetmeduni Wien (Profil)
    www.vetmeduni.ac.at/tierschutzwissenschaften/ueber-uns/mitarbeiterinnen/baumgartner-johannes
    Vetmeduni Wien — Fachbereich Tierschutzwissenschaften und Tierhaltung
    www.vetmeduni.ac.at/tierschutzwissenschaften
    EU-Projekt aWISH (Animal Welfare Indicators at the Slaughterhouse)
    www.awish-project.eu
    aWISH auf CORDIS (EU-Projektdatenbank)
    www.cordis.europa.eu/project/id/101060818/reporting
    CLK GmbH — PigInspector (Kamerasystem für Schlachtschweine)
    www.clkgmbh.de/en/food/piginspector
    Precision Livestock Farming — Wikipedia (deutsch)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Precision_Livestock_Farming
    AMA-Marketing — Masterplan Schwein / Tierwohl-Schweinehaltung
    www.ama.at
    VIER PFOTEN — FAQ Schweinehaltung Österreich
    www.vier-pfoten.at/ueber-uns/faq/faq-schweinehaltung

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    thx an Jürgen Buchner

    „Power to the People“ – Junior Kelly
    thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records

    … und ein bisserl selbst gesungen 😊
    thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle

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Generated: 4/22/2026 - 2:06:30 AM