BauertothePeople (B2P) - Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Wilhelm Geiger

Neueste Episode
287 Episoden
- Bio-Erdnüsse aus dem Weinviertel: Stefan Romstorfer baut gemeinsam mit seinem Bruder Roman eine Kultur an, die es vor 20 Jahren in Österreich gar nicht gegeben hätte.
Ich war bei Stefan in Auersthal, auf der alten Kegelbahn im ehemaligen Wirtshaus seines Großvaters. Dort, wo früher Alle Neune gerufen wurde, stehen heute Erdnuss-Röster und Verpackungsmaschinen. Stefan und sein Bruder Roman haben den elterlichen Bio-Betrieb übernommen und sich neben Weizen, Ölkürbis und Weinbau einer für Österreich ziemlich ungewöhnlichen Kultur verschrieben: der Erdnuss.
Die Erdnuss ist botanisch gesehen gar keine Nuss, sondern gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie kommt mit wenig Wasser aus, mag sandige Böden und profitiert von den veränderten klimatischen Bedingungen im Weinviertel. Stefan erzählt, wie der Weg von ein paar Quadratmetern Versuchsanbau zu mittlerweile 25 Hektar geführt hat, warum die Unkrautregulierung dabei die größte Herausforderung ist und wie er gemeinsam mit den Firmen Samo und Ulmanna ein KI-gesteuertes Hackgerät mitentwickelt hat, das Kulturpflanzen in Millisekunden erkennt und das Unkraut dazwischen entfernt.
Wir reden über Saatgut, das man sich teilweise selbst vermehrt, über Erntemaschinen, die erst nach mehreren Anläufen funktioniert haben, über Erdnussmus aus 100 Prozent Erdnüssen und ein Erdnussöl, das die steirische Ölmühle Fandler presst. Und darüber, was es heißt, als kleinstrukturierter Familienbetrieb ein Produkt von Grund auf zu entwickeln, zu verarbeiten und zu verkaufen.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Einleitung und Vorstellung: Erdnüsse im Weinviertel und KI am Acker
00:03:01 Wer ist Stefan Romstorfer?
Vom IT-Studium zurück zur Landwirtschaft, Bio-Pionier-Vater Franz
00:07:09 Der Betrieb im Weinviertel
160 Hektar Ackerbau, 16 Hektar Weinbau, Arbeitsteilung mit Bruder Roman
00:16:18 Das Problem mit dem Unkraut
Warum Unkraut im Bio-Anbau die zentrale Herausforderung ist
00:21:19 KI-Hacke: VarioChop AI
Wie Kamera, KI und Pneumatik Unkraut in der Reihe erkennen und entfernen
00:33:00 So funktioniert die KI-Erkennung
Machine Learning mit tausenden Pflanzenfotos und Millisekunden-Steuerung
00:45:04 Wie kommt man auf Erdnüsse?
Klimawandel, trockene Böden und die Suche nach einer einzigartigen Kultur
00:59:12 Klimawandel im Weinviertel
Längere Vegetationsperioden, weniger Niederschlag, neue Möglichkeiten
01:05:02 Die Erdnuss: Hülsenfrucht, nicht Nuss
Botanik, Anbau von der Saat bis zur Ernte, Selbstbefruchtung im Boden
01:25:05 Trocknung, Röstung und Verarbeitung
Vom Acker in die ehemalige Wirtshausküche: Trocknung, Röstung, Erdnussmus
01:44:07 Vertrieb und Direktvermarktung
Webshop, Nikolaus-Erdnüsse, Erdnussbutter und das Öl von Fandler
01:59:04 Kleinstrukturierte Landwirtschaft
Was familiengeführte Betriebe ausmacht und warum Nischen wichtig sind
02:08:19 Utopie und Abschluss
Herkunftskennzeichnung, regionale Kreisläufe und Stefans Kühlschrank
Kurz-Bio Gast:
Stefan Romstorfer ist Bio-Landwirt und Unternehmer aus Auersthal im niederösterreichischen Weinviertel. Gemeinsam mit seinem Bruder Roman bewirtschaftet er einen Ackerbau- und Weinbaubetrieb und baut unter der Marke neuland.bio seit 2016 die ersten Bio-Erdnüsse Österreichs an. Darüber hinaus ist er an der Entwicklung des KI-gesteuerten Hackgeräts VarioChop AI beteiligt, einer Kooperation der Firmen Samo und Ulmanna.
INFOS ZUR FOLGE
neuland.bio (Stefan & Roman Romstorfer, Bio-Erdnüsse aus dem Weinviertel)
www.neuland.bio
Samo Maschinenbau (Hackgerät VarioChop, Thomasroith, OÖ)
www.samo-gmbh.at
VarioChop AI Hackgerät (KI-gesteuerte In-Row-Hacktechnik)
www.samo-gmbh.at/hackgeraet-variochop
Ulmanna (KI-Kamerasysteme für Hacktechnik, Tschechien)
www.ullmanna.eu
Ölmühle Fandler (Erdnussöl-Pressung, Pöllau, Steiermark)
www.fandler.at
Winzerkeller im Weinviertel / Genossenschaftsweinkeller Wolkersdorf
www.winzerkeller.eu
Erdnuss (Arachis hypogaea) – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Erdnuss
YouTube-Video zu VariaChop AI (damit man sich auch was vorstellen kann :)
www.youtube.com/watch?v=FTduEZq-BFo
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Kuhattacke, Dürre, EU-Beitritt der Ukraine: Christian und ich nehmen uns drei Themen vor, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Auf den zweiten Blick ziemlich viel.
Im Mai 2026 ist in Osttirol wieder eine Frau durch eine Kuhherde tödlich verletzt worden. Christian kennt das Thema wie kaum ein anderer, er war schon beim ersten großen Kuhurteil mittendrin.Wir reden darüber, warum an bestimmten Hotspots Weidewirtschaft und Tourismus nicht mehr zusammenpassen und warum wir in der Rinderzucht über Jahrzehnte auf das Wesen der Tiere vergessen haben, weil nur die Leistungszahlen auf dem Zettel standen.
Dann das zweite Thema: Dürre. Christian berichtet, dass in seinem Bezirk über den Winter kaum Niederschlag gefallen ist. Was das für das Grundwasser bedeutet, warum Getreide in Notreife geht und was intensive Beweidung nach dem Vorbild von Allan Savory mit dem Wasserhaushalt im Boden macht, da sind wir zu Erkenntnissen gekommen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.
Und drittens: der mögliche EU-Beitritt der Ukraine. Ein Land mit rund 41 Millionen Hektar Ackerland, davon rund 60% Schwarzerdeböden. Was passiert, wenn diese Flächen ohne Zollschranken in den EU-Binnenmarkt kommen? Christian und ich sind uns einig, dass das eigentliche Problem nicht die Ukraine ist, sondern die Art, wie wir Landwirtschaft in Europa seit Jahrzehnten denken und fördern.
Der rote Faden durch alle drei Themen: Wir haben in der (Land-) Wirtschaft zu oft nur auf Leistung und Effizienz geschaut und die qualitativen Faktoren links liegen lassen. Beim Tier das Wesen, beim Boden die Naturgestaltung und bei der (Agrar-) Politik den Menschen.
Wir haben ein wenig diskutiert. Aber was ist mit euch? Was denke ihr zu diesen Themen, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt uns oder schreibt es in die Kommentare!
00:00:00 Los gehts
Begrüßung, Rückblick auf die erste Folge und Themenübersicht
00:03:06 Kuhattacke in Osttirol
Was im Mai passiert ist und was sich seit dem Kuhurteil getan hat
00:07:55 Wolf, Hund, Herde
Warum in Osttirol mehrere Risikofaktoren zusammentrafen
00:11:24 Wegerecht und Almnutzung
Betretungsrecht im Wald und am Berg, Nutzungskonflikte an Hotspots
00:17:29 Zucht auf Wesen
Warum der Charakter von Rindern in der Zucht vergessen wurde
00:26:06 Lösungen für die Alm
Kurse, verlorenes Hirtenwissen und Entschärfung von Hotspots
00:29:08 Dürre und Bodenwasser
Fehlende Winterniederschläge, Grundwasser und Notreife beim Getreide
00:37:07 Klima oder Wetter?
Was sich verändert und wie Bergbauern profitieren und leiden
00:42:04 Hecken, Wurzeln, Wasser halten
Ausgeräumte Landschaften und wie intensive Beweidung hilft
00:55:10 Ukraine und die EU
Schwarzerdeböden, Agrarflächen und was ein Beitritt bedeuten würde
01:04:01 Preisdruck und Systemfrage
Börsenpreise, spanische Schweine und die GAP-Reform
01:13:16 Roter Faden und Abschluss
Wesen, Boden, Ökonomie: Warum wir immer die gleichen Fehler machen
Kurz-Bio Gast:
Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.
INFOS ZUR FOLGE
Bergerhof Krakauebene (Website)
www.bergerhof-krakauebene.at
Bergerhof Krakauebene auf Instagram
www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
Bergerhof Krakauebene auf Facebook
www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
Alternative University of Bergerhof (Website)
www.alternativeuniversity.at
Sichere Almen (Aktionsplan & 10 Verhaltensregeln)
www.sichere-almen.at
Tödliche Kuhattacke in Osttirol, Mai 2026 (ORF-Bericht)
https://tirol.orf.at/stories/3354570
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb erklärt in diesem Gespräch Klima und Klimawandel von Grund auf -- so, dass man auch ohne Meteorologie-Studium mitkommt.
Helga Kromp-Kolb hat in Österreich schon über das Klima geredet, als das Thema kaum jemanden interessiert hat. Für dieses Gespräch habe ich sie in ihrem Garten besucht, und sie hat sich die Zeit genommen, ganz vorne anzufangen: Was ist eigentlich Klima? Warum brauchen wir den Treibhauseffekt? Und wie funktioniert dieser Energieausgleich rund um den Planeten?
Was mich dabei am meisten beschäftigt hat: Die Klimamodelle für Österreich sagen Temperaturen voraus, die wir teils schon jetzt messen – die Realität ist also stellenweise den Vorhersagen voraus. Die Gründe dafür sind komplex, aber Helga ordnet sie ein, ohne dass man sich verliert. Sie erklärt, wie Wasserdampf den Klimawandel selbst verstärkt, warum Methan zwar kurzlebiger, aber pro Molekül wirksamer ist als CO2, und was das alles für die Landwirtschaft bedeutet.
Aber dieses Gespräch geht weit über Physik hinaus. Helga ist eine Wissenschaftlerin, für die Zweifeln zur Arbeit gehört. Und genau deshalb reden wir auch über ihre kritische Haltung während der Corona-Zeit, über die Impfpflicht-Debatte und darüber, wie viel Widerspruch eine Gesellschaft aushalten muss. Sie erzählt von ihrem Vater Fritz Kolb, der als Bergsteiger und Pädagoge im Zweiten Weltkrieg in Indien interniert war und ihr das systemische Denken vorgelebt hat. Von Toleranz, die sie als Diplomatenkind in verschiedenen Kulturen gelernt hat. Und davon, warum sie als mehrfache Orientierungslauf-Staatsmeisterin gelernt hat, Kopf, Körper und Emotionen gleichzeitig zu fordern.
Am Ende bleiben mir vor allem zwei Dinge: Erstens, dass ehrliche Kostenwahrheit bei Lebensmitteln biologische und regionale Produkte von selbst attraktiver machen würde. Und zweitens ihr Satz: System Change, not Climate Change.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Helga Kromp-Kolb im Garten: Wer sie ist und warum dieses Gespräch
00:02:25 Unruhestand und Diskurs
Warum Helga auch im Ruhestand nicht Nein sagen kann
00:06:02 Biografie und Prägung
Großeltern, Vater Fritz Kolb und das Diplomatenleben als Kind
00:12:26 Systemisches Denken
Warum die Wissenschaft das große Ganze aus den Augen verloren hat
00:19:01 Toleranz und Kompromiss
Was verschiedene Kulturen über das Zusammenleben lehren
00:25:14 Weg zur Meteorologie
Wie Neugierde und wenig Studienkolleg:innen den Berufsweg bestimmten
00:39:12 Klima-Grundlagen erklärt
Wetter, Witterung, Klima: Was ist der Unterschied?
00:52:12 Treibhauseffekt und Energie
Warum wir den Treibhauseffekt brauchen und wie er funktioniert
01:09:25 Ursachen des Klimawandels
Von Milankovitch-Zyklen bis zu menschengemachten Treibhausgasen
01:17:10 Modelle unterschätzen Realität
Warum Österreich sich schneller erwärmt als vorhergesagt
01:37:16 Wasser, Energie, Extremwetter
Wie mehr Wasserdampf den Klimawandel selbst verstärkt
01:49:14 Lösungen und Systemwandel
Warum attraktive Alternativen mehr bewirken als Weltuntergangsszenarien
02:09:39 Corona, Impfpflicht und Diskurs
Helgas kritische Haltung zur Impfpflicht und was das mit Wissenschaft zu tun hat
02:28:50 Positive Erzählungen
Warum Gesellschaften Veränderung schaffen und was Zwentendorf damit zu tun hat
02:34:00 Lebensmittel und Abschied
Kostenwahrheit bei Lebensmitteln und Helgas Blick in den Kühlschrank
Kurz-Bio Gast:
Helga Kromp-Kolb ist emeritierte Universitätsprofessorin für Meteorologie und Klimatologie an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), wo sie auch das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit gründete und bis 2018 leitete. 2005 wurde sie zur Wissenschaftlerin des Jahres gekürt. Sie ist mehrfache österreichische Staatsmeisterin im Orientierungslauf und Mitbegründerin des Climate Change Centre Austria (CCCA).
INFOS ZUR FOLGE
Helga Kromp-Kolb (Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Helga_Kromp-Kolb
Buch: Für Pessimismus ist es zu spät (Molden Verlag, 2023)
www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/fuer-pessimismus-ist-es-zu-spaet
Buch: Plus zwei Grad (Molden Verlag, 2018)
www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/plus-zwei-grad
Climate Change Centre Austria (CCCA)
www.ccca.ac.at
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Österreich ist beim Thema Eier ein Sonderfall: komplett käfigfrei seit 2020, gentechnikfreies Futter aus der Donauregion, eine eigene Eierdatenbank für die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Frischeis. Klingt nach Vorzeigeland. Ist es auch, zumindest beim Frischei.
Aber dann habe ich mit Michael Wurzer geredet, dem Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich, und mir ist ein paar Mal der Mund offen stehen geblieben. Denn sobald ein Ei aufgeschlagen und verarbeitet wird, in Kuchen, Nudeln, Mayonnaise, endet die Transparenz. Keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, keine Haltungsformangabe. Was da drin ist, weiß im Grunde niemand. Und gleichzeitig kommt ein hoher Anteil an Eiern und Eiprodukten aus der Ukraine in die EU, zum überwiegenden Teil aus Käfighaltung.
Michael erklärt, warum das österreichische System so gut funktioniert hat, warum es auf einem Handschlag mit dem Lebensmitteleinzelhandel beruht und was passiert, wenn dieser Handschlag bröckelt. Wir reden über den Selbstversorgungsgrad, über die Preisfrage, über bayerische Eier im Regal und darüber, ob die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich bereit sind, für höhere Standards auch mehr zu zahlen.
Außerdem erfahre ich, warum Hühner 330 Grad sehen können und dass sie tatsächlich entfernte Verwandte des Tyrannosaurus Rex sind.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Einstieg: Warum Österreich bei Eiern ein Sonderfall ist
00:02:25 Wer ist Michael Wurzer?
Vom Waldviertel über die BOKU zur Geflügelwirtschaft
00:08:02 Was tut die Geflügelwirtschaft?
Interessensvertretung, Struktur und Netzwerk der GWÖ
00:16:24 Vom Käfig zur Freilandhaltung
EU-Standards, das österreichische Tierschutzgesetz und der Umstieg
00:27:01 Bodenhaltung, Freiland, Bio
Die Haltungsformen in Österreich und was sie unterscheidet
00:29:05 Donau-Soja und gentechnikfreies Futter
Regionales Soja als Wettbewerbsvorteil und CO2-Reduktion
00:37:18 Eierkennzeichnung und Eierdatenbank
Was der Code auf dem Ei verrät und wo die Transparenz aufhört
00:45:02 Selbstversorgung und Importdruck
87 bis 90 Prozent Eigenbedarf, ukrainische Eier und der Spotmarkt
00:52:02 Ukrainische Eier am Großgrünmarkt
Was hinter dem Fund steckt und warum Kennzeichnung fehlt
00:59:33 Bayerische Eier im Supermarkt
Ist das Schutzschild des Handels am Bröckeln?
01:15:18 Herkunftskennzeichnung in Gastronomie
Was freiwillig geht, was gesetzlich fehlt
01:37:24 Mythen rund ums Huhn
Eiergrößen, Dotterfarbe und der T-Rex im Huhn
Kurz-Bio Gast:
Michael Wurzer ist Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) und vertritt seit rund 20 Jahren die Interessen der heimischen Geflügelhalterinnen und -halter. Er hat am Francisco Josephinum in Wieselburg maturiert und anschließend Agrarökonomik an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien studiert.
INFOS ZUR FOLGE
Geflügelwirtschaft Österreich
www.gefluegelwirtschaft.at
Geflügelwirtschaft Österreich auf Facebook
www.facebook.com/profile.php?id=61557530799983
Geflügelwirtschaft Österreich auf LinkedIn
www.linkedin.com/company/gefluegelwirtschaft-oesterreich
Michael Wurzer auf LinkedIn
www.linkedin.com/in/michael-wurzer-70a3b615
Österreichische Eierdatenbank
www.eierdatenbank.at
Donau Soja
www.donausoja.org
QGV – Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung
www.qgv.at
AMA-Gütesiegel
www.ama.at
Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ)
www.nutztier.at
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken! - Fermentation ist weit mehr als Sauerkraut und Kombucha. Wer beim Wort Fermentation vor allem an Einmachgläser denkt, dem wird in diesem Gespräch buchstäblich das Hirn fermentiert.
Martin Reich ist Biologe, Wissenschaftskommunikator und Autor des Buches "Revolution aus dem Mikrokosmos". Seit etwa zwei Jahren versuchen wir, ins Gespräch zu kommen. Jetzt hat es geklappt, und wir haben uns ausführlich Zeit genommen, dieses Thema von Grund auf zu durchleuchten.
Martin erklärt, warum Fermentation heute in drei Kategorien gedacht wird: die traditionelle, die wir alle kennen. Die Biomassefermentation, bei der Pilze in Bioreaktoren zu nahrhaftem Mykoprotein heranwachsen. Und die Präzisionsfermentation, bei der genetisch umprogrammierte Mikroorganismen gezielt bestimmte Stoffe produzieren, etwa Milchprotein ohne Kuh.
Wir reden darüber, warum Mikroorganismen so viel effizienter arbeiten als Nutztiere, warum China gerade massiv in Fermentationstechnologien investiert und Europa möglicherweise den Anschluss verliert. Wir sprechen über die Lage der Landwirtschaft, über die Frage, ob Braukessel Bauernhöfe ersetzen werden und warum Martin bei Atomkraft und Gentechnik Positionen vertritt, die in Österreich besonders anecken.
Das Gespräch ist lang, es ist inhaltlich dicht und es bewegt sich zwischen Naturwissenschaft, Geopolitik und der Frage, welches Menschenbild hinter unseren Ernährungsentscheidungen steckt. Eine Etappenstrategie oder die Kapitelmarken helfen beim Navigieren.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Martin Reich und das Thema Fermentation vor
00:02:41 Wer ist Martin Reich?
Kindheit in Frankfurt, der Opa aus Österreich und die Grünen Rächer
00:16:01 Vom Biologen zum Bioökonomierat
Studium, Promotion in Groningen und der Einstieg in die Bioökonomie
00:36:15 Was ist Fermentation eigentlich?
Drei Formen der Fermentation: traditionell, Biomasse und Präzision
00:50:07 Fermentation als Kulturgut
Verwesung vs. Fermentation, betrunkene Tiere und die Rolle von Pasteur
00:58:03 Biomassefermentation und Mykoprotein
Wie aus Pilzen Fleischalternativen werden und was Quorn damit zu tun hat
01:15:04 Neue Proteine im Supermarkt
Revo Foods, Planted und die Frage nach der Identität neuer Produkte
01:28:17 Braukessel statt Bauernhof?
Was Fermentation für die Landwirtschaft bedeutet und wo es hakt
01:47:40 Atomkraft und Öko-Progressivismus
Warum Martin für Kernenergie und Gentechnik eintritt
02:01:08 Ernährungssouveränität und China
Europas Abhängigkeiten und warum China bei Fermentation voranprescht
02:16:18 Green Growth oder Degrowth?
Menschenbild, Pragmatismus und die Frage, ob Technologie uns retten kann
02:36:39 Gasfermentation erklärt
Wie Mikroorganismen neue Rohstoffe und Lebensmittel erzeugen können
02:43:13 Wer kontrolliert die Zukunft?
Patente, Kapital und die Frage, wem die Technologien von morgen gehören werden
02:56:05 Sprache zwischen Ehrlichkeit und Hype
Warum Begriffe Erwartungen prägen und wie man über Innovationen spricht, ohne zu übertreiben
Kurz-Bio Gast:
Martin Reich ist promovierter Biologe, Wissenschaftskommunikator und Autor des Buches "Revolution aus dem Mikrokosmos - Nachhaltige Ernährung durch Fermentation" (Residenz Verlag, 2024). Er war Referent beim Bioökonomierat der deutschen Bundesregierung und ist Mitgründer des Öko-Progressiven Netzwerks e.V. sowie der Initiative Progressive Agrarwende. Er lebt und arbeitet in Berlin.
INFOS ZUR FOLGE
Martin Reich (Website)
www.martins-mikrokosmos.de
Buch: Revolution aus dem Mikrokosmos (Residenz Verlag)
www.residenzverlag.com/buch/revolution-aus-dem-mikrokosmos
Martin Reich auf Instagram
www.instagram.com/martinreich5
Martin Reich auf LinkedIn
www.linkedin.com/in/martin-reich-67243bb5
Öko-Progressives Netzwerk e.V.
www.oekoprog.org
Progressive Agrarwende
www.progressive-agrarwende.org
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Wissen aus erster Hand, ungecoacht und authentisch, von denen, die es wissen müssen.
Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
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