126 Episoden
- In dieser Folge reisen wir nach Grönland – nach Kalaallit Nunaat. Dorthin, wo dänische Kolonialpolitik, Modernisierungsdruck und medizinischer Paternalismus eine Geschichte hinterlassen haben, über die jahrzehntelang kaum gesprochen wurde.
Ab den 1960er-Jahren wurden tausenden grönländischen Mädchen und Frauen Spiralen eingesetzt. In vielen dokumentierten Fällen geschah das ohne ausreichende Aufklärung, ohne wirksame Einwilligung, ohne Wissen der Eltern oder gegen den Willen der Betroffenen. Viele waren minderjährig. Manche erst zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahre alt.
Lange blieb diese Geschichte verborgen: in Archiven, in Familien, in Körpern und Erinnerungen. Erst als Betroffene wie Naja Lyberth öffentlich sprachen und journalistische Recherchen die alten Akten mit den persönlichen Schilderungen verbanden, wurde aus einzelnen Erlebnissen ein nationaler Skandal.
Diese Folge erzählt die chronologische Geschichte hinter der sogenannten Spiralkampagne: von der dänischen Kolonialherrschaft über die Modernisierung Grönlands, die Experimentkinder von 1951, die Bevölkerungspolitik der 1960er-Jahre, die Berichte der Betroffenen, die DR-Recherche von 2022, die unabhängige Untersuchung, die Entschuldigung Dänemarks im Jahr 2025 und die spätere Entschädigungsregelung.
Es ist eine Folge über Macht, Medizin, koloniales Denken und die Frage, was passiert, wenn Menschen nicht mehr als einzelne Personen mit Rechten gesehen werden, sondern als Zahlen in einer Planungstabelle.
TRIGGERWARNUNG
In dieser Folge geht es um koloniales Unrecht, medizinische Eingriffe an Minderjährigen ohne wirksame Einwilligung, fehlende Aufklärung, körperliche und seelische Verletzungen, Schwangerschaftsabbrüche, ungewollte Kinderlosigkeit und die langfristigen Folgen institutioneller Gewalt. Bitte passt gut auf euch auf und entscheidet selbst, ob ihr diese Folge heute hören möchtet.
HINWEIS ZUR EINORDNUNG
Alle Fakten dieser Folge beruhen auf offiziellen Untersuchungen, historischen Dokumenten, journalistischen Recherchen und Aussagen von Betroffenen. Persönliche Erinnerungen und Schilderungen einzelner Menschen werden in der Folge ausdrücklich als solche eingeordnet. - Ein bewaldeter Berg in Nordhessen. Ein Aussichtsturm. Eine Ruine. Und unter der Erde: Gold.
In dieser Folge reisen wir zum Eisenberg bei Goldhausen, wenige Kilometer südwestlich von Korbach. Über Jahrhunderte zog dieser Berg Menschen an: Bergleute, Grafen, Investoren, Glücksritter und später Archäologen. Mehr als eine Tonne Gold wurde aus seinem Inneren geholt – mit Schlägel und Eisen, bei Kerzenlicht, in engen Stollen, die bis heute von der schweren Arbeit der Bergleute erzählen.
Doch der Eisenberg ist mehr als ein alter Goldberg. Auf seiner Kuppe stand einst eine Burg, später ein Schloss der Grafen von Waldeck-Eisenberg. Nach Krieg, Blitzschlag, Verfall und Abbruch verschwand diese Anlage fast vollständig aus der sichtbaren Welt – bis die Archäologie ihre Grundmauern wieder freilegte.
Wir folgen der Geschichte von einem urzeitlichen Meer über mittelalterlichen Goldbergbau, Albertus Magnus, die Grafen von Waldeck, die Fugger, den Dreißigjährigen Krieg und moderne Prospektoren bis zum heutigen Besucherbergwerk. Am Ende verlassen wir den festen Boden der Fakten und schauen auf die Sagenwelt des Eisenbergs: auf den Zwerg Erpo, den Goldhäuser Teich und die Wichtel im Berg.
Alles, was historisch greifbar ist, wird als Geschichte erzählt. Alles, was Sage, Überlieferung oder Deutung ist, wird klar als solche eingeordnet. - Achtung, Triggerwarnung: In dieser Folge sprechen wir über historische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Folter, erzwungene Geständnisse, Hinrichtungen, Haftbedingungen und Hinweise auf sexualisierte Gewalt im Zusammenhang mit historischen Gerichtsverfahren. Bitte achtet gut auf euch und hört diese Folge nur, wenn ihr euch mit diesen Themen gerade sicher fühlt.
Salzburg, 1675: Ein Opferstockdiebstahl in Golling wirkt zunächst wie ein begrenzter Kriminalfall. Doch aus dem Vorwurf des Kirchendiebstahls entsteht schnell der Verdacht der Zauberei. Im Mittelpunkt steht bald ein junger Mann, den die Akten Jakob Koller nennen. Das Volk nennt ihn den Schinderjackl. Später wird er als Zauberer-Jackl bekannt.
Er selbst wird nie gefasst.
Trotzdem löst sein Name eine der größten Hexenverfolgungen auf dem Gebiet des heutigen Österreich aus. Zwischen 1675 und 1690 geraten Hunderte Menschen in den Strudel der Ermittlungen. Weit über hundert werden hingerichtet. Unter den Opfern sind auffallend viele Kinder, Jugendliche und junge Männer aus dem Bettler- und Vagantenmilieu.
In dieser Folge schauen wir auf die belegbaren Fakten hinter der Sage: auf Barbara Koller, auf Dionys Feldner, auf Hofrat Sebastian Zillner, auf den Hexenturm von Salzburg, auf die Richtstätte von Gneis und auf ein Verfahren, das aus erfolterten Aussagen immer neue Namen, neue Verdächtige und neue Todesurteile hervorbrachte.
Wir sprechen darüber, warum diese Verfolgung so spät kam, warum sie ausgerechnet die Ärmsten traf, weshalb der Zauberer-Jackl zur Schreckensgestalt wurde und wie aus einem Menschen, den die Justiz nie zu fassen bekam, ein Phantom werden konnte, das für Jahre als Begründung für Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen diente.
Diese Geschichte ist True Crime im historischen Gewand. Sie handelt von Hexenglauben, Armut, Macht, Angst und einer Justiz, die ihre eigenen Beweise produzierte.
Wenn euch die Folge bewegt hat, bewertet „Chronik der Schatten“ gern auf eurer Plattform und schreibt mir eure Gedanken dazu. Ihr findet mich bei Instagram unter:
chronik.der.schatten_podcast
Mich interessiert besonders: Welche Stelle dieser Geschichte hat euch am meisten erschüttert? Und hattet ihr vorher schon einmal von den Zauberer-Jackl-Prozessen gehört? - Am Pfingstmontag des Jahres 1828 steht auf dem Nürnberger Unschlittplatz plötzlich ein junger Mann. Er wirkt erschöpft, bewegt sich unsicher, spricht nur wenige Worte und trägt einen Brief bei sich. Sein Name: Kaspar Hauser.
Schon bald wird aus diesem unbekannten jungen Mann eine europäische Sensation. Menschen wollen wissen, wer er ist. Woher er kommt. Was ihm widerfahren ist. War er über Jahre eingesperrt? War er ein Opfer? Ein Hochstapler? Oder ein Mensch, dessen Geschichte im Laufe der Zeit größer wurde als er selbst?
In dieser Folge von Chronik der Schatten geht es um einen der bekanntesten Rätsel-Fälle des 19. Jahrhunderts: um Kaspar Hausers Auftauchen in Nürnberg, seine Zeit im Turm Luginsland, seine Betreuer, die rätselhaften Vorfälle von 1829 und 1830, seinen Tod im Ansbacher Hofgarten und die berühmte Prinzentheorie rund um das Haus Baden.
Außerdem schauen wir auf die moderne DNA-Forschung, die eine der bekanntesten Theorien inzwischen wissenschaftlich widerlegt hat. Zurück bleibt kein verschwundener Prinz. Zurück bleibt ein unbekannter junger Mann, dessen Leben bis heute Fragen stellt.
Was braucht ein Mensch, um ein Mensch zu werden?
Und was geschieht, wenn ihm genau das fehlt? - Am 03. August 2023 begann Chronik der Schatten – damals noch unter einem anderen Namen. Drei Jahre später führt uns die Geburtstagsfolge in eine der bekanntesten und rätselhaftesten Katastrophen der Polarforschung: die Franklin-Expedition.
Im Jahr 1845 brachen Sir John Franklin und 128 Männer mit den Schiffen HMS Erebus und HMS Terror auf, um die Nordwestpassage zu finden. Die Expedition galt als hervorragend ausgestattet. Die Schiffe waren robust, modernisiert, mit Vorräten für mehrere Jahre beladen und für das Eis vorbereitet. Trotzdem kehrte kein einziger Mann zurück.
Lange blieb fast alles an dieser Geschichte ein Rätsel.
Was geschah nach der letzten Sichtung in der Baffin Bay?
Warum fanden spätere Suchmannschaften auf Beechey Island drei Gräber, aber keine Nachricht?
Weshalb wurden die Schiffe aufgegeben?
Welche Rolle spielten Kälte, Skorbut, Hunger, Krankheit, Blei, verdorbene Vorräte und Verzweiflung?
Was erzählten die Inuit – und warum wollte man ihnen so lange nicht glauben?
In dieser Folge folgen wir der Franklin-Expedition chronologisch: vom Traum der Nordwestpassage über John Franklin, Francis Crozier und James Fitzjames, die letzten Briefe, die Victory-Point-Note, den Todesmarsch über King William Island, John Raes Bericht, Lady Franklins Suche und die jahrzehntelange Legendenbildung.
Im zweiten Teil geht es um moderne Forschung: die Exhumierungen auf Beechey Island, die Blei-Theorie, Hinweise auf Kannibalismus als äußerste Überlebenshandlung, die Bedeutung mündlicher Inuit-Überlieferungen, die Wrackfunde von HMS Erebus und HMS Terror in den Jahren 2014 und 2016 sowie die DNA-Identifizierungen einzelner Besatzungsmitglieder bis ins Jahr 2026.
Diese Folge ist eine Geschichte über eine reale Katastrophe, über Kolonialdenken, über ignoriertes Wissen, über Wissenschaft und über die Frage, warum manche Geschichten auch nach fast 180 Jahren noch nicht abgeschlossen sind.
Achtung Triggerwarnung:
In dieser Folge geht es um Tod, Krankheit, Hunger, Kälte, sterbliche Überreste und im späteren Verlauf auch um Kannibalismus als äußerste Überlebenshandlung in einer absoluten Notsituation. Außerdem geht es um koloniale Sichtweisen und den Umgang mit den Inuit und ihren Überlieferungen.
Instagram:
@chronik.der.schatten_podcast
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Über Chronik der Schatten - Hinter den Geschichten
Willkommen bei Chronik der Schatten.
Geschichte ist voller Rätsel. Manche wurden gelöst, andere beschäftigen die Menschen bis heute. Zwischen belegbaren Fakten, alten Überlieferungen und faszinierenden Legenden liegt oft eine Geschichte, die spannender ist als jede Fiktion.
In jeder Folge nehme ich dich mit auf eine Reise durch Mythen, Sagen, historische Ereignisse, ungeklärte Fälle und die Geschichten hinter den Geschichten. Gemeinsam schauen wir uns an, was wirklich belegt ist, welche Theorien existieren und wie aus realen Ereignissen über Generationen hinweg Legenden wurden.
Dabei stehen sorgfältige Recherche, historische Quellen und eine klare Trennung zwischen Fakten und Überlieferungen immer im Mittelpunkt.
Neue Folgen erscheinen jeden Sonntag auf allen bekannten Podcast-Plattformen.
Danke, dass du mit mir durch die Schatten reist.
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