Der Sturz nach dem Schlaganfall – bei älteren Menschen keine Seltenheit, und zugleich häufig ein Ereignis mit recht drastischen Folgen für die zukünftige Lebensgestaltung, über die medizinische Indikation hinaus. Das verlangt in der Begleitung für z. B. anstehende Rehamaßnahmen auch ein feines Gespür für die Kommunikation all der Themen, die mit aufscheinen und sich – wie im heute besprochenen Fall einer 81-jährigen Dame – in dem Satz zeigen: „Da macht man sich so seine Gedanken.“ Es geht auch ganz praktisch um Fragen wie die, welche niedrigschwelligen Angebote und Möglichkeiten eine Gemeinde hat – oder zukünftig braucht – damit ältere Menschen gut noch bzw. wieder zu Hause weiterleben können.
Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. So lautet der Titel des vielgelobten Buches von Ursula Pabsch zu Systemischer Sozialer Arbeit im Krankenhaus. Der mehrteilige Podcast bei Sounds of Science Specials mit Ursula Pabsch beleuchtet detailliert und auf dem Hintergrund der immensen praktischen Erfahrung der Gesprächspartnerin viele Kontexte und Anforderungen dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Anhand von Fallbeispielen werden die Vorzüge systemischen Denkens und Handelns direkt erfahrbar. Eine Auswahl von Reflexionsfragen (siehe Anhang) lädt die Hörer:innen in jedem Post ein, die Arbeit und sich selbst weiter zu beobachten und zu professionalisieren.
Ursula Pabsch, Dipl. Päd., ist Systemische Therapeutin, Beraterin, Supervisorin und Organisationsentwicklerin; langjährige Tätigkeit in der klinischen Sozialarbeit; selbstständig in außerklinischem Case Management und Supervision; Inhaberin des Intensivpflegeportals www.leben-mit-intensivpflege.de; Beraterin von Intensivpflegediensten.
Literatur:
Pabsch, Ursula H.: Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Systemische Soziale Arbeit im Krankenhaus. Heidelberg: Carl-Auer Verlag 2024
Systemische Grundsätze/Haltung:
• Komplimente
• Lösungs- und ressourcenorientierte Gesprächsführung
• Neugier auf Lebenswirklichkeiten
• Unterstützung im Tempo der Klienten
Weitergehende mögliche systemische Fragen:
An die Patientin:
• Was denken Sie über sich, wenn nun nicht mehr alles so geht wie gewohnt?
• Was, glauben Sie, meinen Ihre Kinder dazu?
• Was gibt Ihnen Sicherheit?
• Angenommen, Ihr Mann würde noch leben, was würde er Ihnen sagen?
• Gibt es etwas, was Sie noch erleben möchten?
Der Blick zu mir:
• Wie möchte ich meine späteren Jahre verbringen?
• Wie bereite ich mich auf mögliche Handicaps vor?
• Für was bin ich im Alltag dankbar?
Der Blick ins System
• Welche niedrigschwelligen Angebote braucht man in der Gemeinde, damit ältere Menschen gut zu Hause alt werden können?
• Was wäre mein persönlicher Beitrag, um solche Angebote entstehen zu lassen?
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