Was geht, wenn das, was man sich wünscht, einen wahrscheinlich an die Grenzen dessen führen wird, was einen schließlich überfordern könnte? Dies fragen sich viele angesichts des nahen Todes von Partner:in oder Eltern: Was zu tun richtig ist, ist mir klar; aber werde ich es tun können?
Aufmerksame Begleitung bedeutet hier, Möglichkeiten zu sondieren, vielleicht Widersprüchliches zu balancieren und auch zu versöhnen, sowohl im Dienst der Sterbenden als auch derer, die das Gute tun möchten und dankbar sind, wenn es an ihrer statt getan werden kann.
Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. So lautet der Titel des vielgelobten Buches von Ursula Pabsch zu Systemischer Sozialer Arbeit im Krankenhaus. Der mehrteilige Podcast bei Sounds of Science Specials mit Ursula Pabsch beleuchtet detailliert und auf dem Hintergrund der immensen praktischen Erfahrung der Gesprächspartnerin viele Kontexte und Anforderungen dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Anhand von Fallbeispielen werden die Vorzüge systemischen Denkens und Handelns direkt erfahrbar. Eine Auswahl von Reflexionsfragen (siehe Anhang) lädt die Hörer:innen in jedem Post ein, die Arbeit und sich selbst weiter zu beobachten und zu professionalisieren.
Ursula Pabsch, Dipl. Päd., ist Systemische Therapeutin, Beraterin, Supervisorin und Organisationsentwicklerin; langjährige Tätigkeit in der klinischen Sozialarbeit; selbstständig in außerklinischem Case Management und Supervision; Inhaberin des Intensivpflegeportals www.leben-mit-intensivpflege.de; Beraterin von Intensivpflegediensten.
Literatur:
Pabsch, Ursula H.: Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Systemische Soziale Arbeit im Krankenhaus. Heidelberg: Carl-Auer Verlag 2024
Systemische Grundsätze/Haltung:
• Wertschätzung der familiären Lebensregeln
• Lösungs- und ressourcenorientierte Gesprächsführung
• Akzeptanz der Entscheidungen
Weitergehende mögliche systemische Fragen:
An den Ehemann:
• Angenommen, Ihre Frau könnte mit Ihnen sprechen. Was würde Sie Ihnen sagen?
• Was denken Sie nun über sich als Ehemann?
• Was hilft Ihnen in dieser schwierigen Situation?
• An welche schönen Erlebnisse mit Ihrer Frau können Sie sich erinnern?
• Was wünschen Sie sich für sich persönlich?
An die Tochter:
• Was hat Ihnen geholfen, sich gegen die häusliche Pflege zu entscheiden?
• Was hat sich dadurch für Sie geändert?
• Was denken Sie nun über sich als Tochter?
• Gibt es einen Unterschied in der Rolle als Tochter der Patienten (=Mutter) und als Tochter des Vaters (Ehemann d. Patientin)?
Der Blick zu mir:
• Was würde ich mir als Patientin wünschen?
• Was steht in meiner „Macht“, einen längeren Aufenthalt bis zum Tod in der Klinik zu erreichen?
• Woran merke ich, dass ich stolz auf mich bin?
• Angenommen, sie hätten sich trotzdem für die häusliche Pflege entschieden, was hätte sich für mich verändert?
Der Blick ins System:
• Wie gehen wir mit palliativen Situationen um?
• Ist Sterben erlaubt?
• Was ist im Gesundheitssystem abrechnungstechnisch möglich?
• Was ist menschlich notwendig? Was fehlt?
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