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    #8 Die transformative Kraft der Gruppe | Viola Saur und Michael Heine – Was Gruppentherapie wirklich bewirken kann

    17.04.2026 | 44 Min.
    In dieser Folge spricht Viola Saur mit dem Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker Prof. Michael Heine über die Bedeutung von Gruppenarbeit in Therapie und Ausbildung. Im Zentrum steht die Frage, warum Gruppensettings besondere Dynamiken ermöglichen, wie frühere Beziehungserfahrungen dort wieder auftauchen und weshalb eine gute Leitung entscheidend für Vertrauen, Offenheit und Entwicklung ist.

    Heine gibt Einblicke in die Entstehung der Gruppenanalyse im deutschsprachigen Raum und in die Geschichte der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse in Altaussee. Er erklärt, wie Selbsterfahrung, Beobachtung und Co-Leitung im Ausbildungskonzept ineinandergreifen und warum Humor, Geduld und eine klare Haltung wichtige Voraussetzungen für gelingende Gruppenprozesse sind.

    Außerdem spricht er darüber, wie sich die Atmosphäre in Gruppen über die Jahrzehnte verändert hat, welche Rolle Konflikte und Kritik spielen und warum Gruppentherapie nicht nur fachlich, sondern auch persönlich ein intensiver Lernraum ist.

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    #248 Fritz B. Simon | Profiling des Diktators – Mittelmaß und Eifersucht

    15.04.2026 | 38 Min.
    Fritz B. Simon, unser heutiger Gast, hat in den letzten Jahren maßgebliche Bücher zum Thema Diktatur vorgelegt
    Wie Diktaturen funktionieren unternimmt eine systemtheoretisch orientierte Analyse der Muster – Muster, die verbinden – von Diktaturen, ihrer Entstehung, Wahrscheinlichkeit und ihres Endes.
    Stalin und der Apparat zieht zusätzlich eine psychoanalytische Perspektive ein und klärt anhand eines prominenten Beispiels die eigenartige Kopplung sozialer Systeme, die Diktatur ermöglichen, mit biographisch-psychischen Dispositiven eines „erfolgreichen Diktators“.
    In Mittelmaß und Eifersucht nimmt Simon nun bewusst die Rolle eines Profilers ein, der nach typischen Unterscheidungsmustern in der Sozialisation und daraus sich entfaltender Eigenschaften der Persönlichkeit späterer Diktatoren forscht. Was sind die besonderen Qualitäten, die jemand besitzen muss, um erfolgreich Diktator zu sein? Und warum sind die häufig genannten Dispositive Narzissmus und übergroßes Ego nicht ausreichend, um zu erklären, was jemanden dazu bringt, die absolute, diktatorische Macht übernehmen zu wollen und das auch zu schaffen – wo auch immer?
    Viel Spaß im Gespräch mit Fritz B. Simon.

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    #7 Die transformative Kraft der Gruppe | Fabian Schneider und Eleni Wild – Starterset für eine ambulante Gruppe

    10.04.2026 | 32 Min.
    In dieser Folge geht es um das, was Kinder- und Jugendlichentherapeut:innen wissen sollten oder brauchen, die erstmals eine ambulante Gruppenpsychotherapie starten wollen. Die in Köln in eigener Praxis mit Kassenzulassung niedergelassene Kinder- und Jugendlichentherapeutin Eleni Wild hat zwar vor ihren Ausbildungen zur Verhaltens- und Traumatherapeutin eine Psychodrama-Ausbildung gemacht, praktiziert aber seit 11 Jahren ausschließlich Einzeltherapie. Jetzt trägt sie sich mit dem Gedanken, eine Gruppe zu starten. In diesem Gespräch stellt sie ihre Fragen, die sie in diesem Zusammenhang beschäftigen, Fabian Schneider, der über seine Erfahrungen aus der ambulanten, störungsübergreifenden Gruppenpsychotherapie mit sechs 14- bis 18-jährigen Jugendlichen berichtet und praktische Tipps gibt. Im Einzelnen werden folgende Themen mehr oder weniger ausführlich beleuchtet:

    • das Altersspektrum
    • die Gruppengröße
    • die Länge der Sitzungen
    • die Sitzungsfrequenz
    • geschlossene und halboffene Gruppe
    • die Raumgröße
    • welche Störungsbilder und Themen in der Gruppe behandelt werden
    • die Auswahl der Patient:innen und Ausschlusskriterien
    • wer von der Gruppe profitiert und wer nicht
    • die Gruppendynamik und das Eigenleben der Gruppe
    • die Bereitschaft der Jugendlichen, Gruppentherapie anzunehmen
    • welche Rolle Schamgefühle spielen
    • wie man damit umgeht, wenn Gruppenteilnehmer:innen auf andere inadäquat reagieren
    • die Rolle und Haltung der Gruppentherapeutin
    • die Haltung der interaktiven Co-Regulation
    • das Methodenrepertoire
    • die Gesprächstechniken des Reihums und des Expertenrats
    • welche therapeutischen Materialien man benötigt
    • und wie die Gruppentherapie beendet wird.
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    #6 Die transformative Kraft der Gruppe | Schneider & Unterholzer – Mehr multiple Resonanzräume

    03.04.2026 | 30 Min.
    In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Carmen Unterholzer aus Wien, einer Pionierin der systemischen Gruppentherapie. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt sie sich intensiv mit Gruppensettings und lehrt am Institut für Systemische Therapie in Wien. Sie arbeitet dort als Psychotherapeutin für Einzel‑, Paar‑, Familien‑ und Gruppentherapie und leitet Fortbildungen mit Schwerpunkt „Gruppentherapie“. Zudem ist sie Lehrtherapeutin bei der ÖAS und lehrt an den Universitäten Klagenfurt, Innsbruck und Wien.

    Bekannt wurde Carmen Unterholzer durch ihre Publikationen, etwa Es lohnt sich, einen Stift zu haben, in dem sie schreibtherapeutische Methoden mit systemischen Zugängen verbindet. 2022 veröffentlichte sie gemeinsam mit Herbert Gröger das Handbuch der systemischen Gruppentherapie – das erste umfassende Werk zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum. In unserem Gespräch spricht sie auch über ihr neues Buch 101 Ideen für die systemische Gruppentherapie, das bald erscheint.

    Unterholzer erzählt, wie sie zur Gruppentherapie fand: Nach einer poesie‑ und bibliotherapeutischen Ausbildung in der Schweiz leitete sie Schreibgruppen zu Themen wie Mutter‑Tochter‑ oder Schwester‑Beziehungen. Während ihrer systemischen Familientherapieausbildung fiel ihr auf, dass das Gruppensetting darin kaum vorkam – obwohl Mehrpersonensettings eigentlich eine Stärke systemischer Arbeit sind. Da es im deutschsprachigen Raum kaum Literatur oder Fortbildungsangebote gab, begann sie, eigene Konzepte zu entwickeln.

    Seit 2017 gestaltet Unterholzer mit Kolleg:innen Curricula zur systemischen Gruppentherapie, aktuell bereits im fünften Durchgang mit folgenden Themen:
    • Schwerpunkt Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Angehörige und ältere Menschen,
    • unterschiedliche systemische Ansätze: hypnosystemischer, narrativer, problem- und lösungsorientierter Ansatz.
    • Grenzthemen: Körper, Emotionen, Familienrekonstruktion und Multifamilientherapie.
    • Seit diesem Jahr bietet Unterholzer mit Jennifer Kernreiter vier Module zur Gruppentherapie an.

    Unterholzer beobachtet, dass viele Menschen heute vereinzelt sind. Gruppen bieten hier einen Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Soziale Ängste können abgebaut, neue Freundschaften geknüpft werden. Besonders schätzt sie das Wissen, das in Gruppen selbst steckt: Wenn Teilnehmende einander unterstützen, entsteht Selbstwirksamkeit – ein Schlüsselmoment therapeutischer Veränderung.

    Im Interview spricht Unterholzer außerdem über den Umgang mit schwierigen Gruppendynamiken und die Haltung der Therapeutin zu Konflikten. Für die Zukunft wünscht sie sich „mehr multiple Resonanzräume“ und mehr Gruppenangebote in der niedergelassenen Praxis. Ihr Appell: Mehr Kolleg:innen sollen sich trauen, Gruppen anzubieten – und mehr Forschung soll zeigen, welche Wirkfaktoren in welchen Gruppentypen besonders wirksam sind.

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    #5 Die transformative Kraft der Gruppe | Schneider, Scholz & Rix – Familienklassenzimmer & Multifamilientherapie

    27.03.2026 | 29 Min.
    In dieser Folge sprechen Katja Scholz und Dr. Maud Rix über ihre Arbeit mit Multifamilientherapie (MFT) und Mehrfamilienarbeit (MFA). Besondere Formen der Gruppentherapie, bei denen sechs bis sieben Familien gemeinsam mit zwei Therapeut:innen arbeiten. Entstanden ist daraus ein lebendiges Setting mit bis zu 30 Personen, in dem Austausch, Perspektivwechsel und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt stehen. Rix und Scholz gründeten 2011 das Multifamilientherapie Institut Dresden und lernten die Methode bereits 1995 bei Eia Asen und Prof. Michael Scholz kennen. Lange Zeit wurde MFT vor allem in Schulen, Kliniken und der Jugendhilfe praktiziert, inzwischen findet sie zunehmend auch in der ambulanten Psychotherapie Anwendung. Ob in geschlossenen oder halboffenen Gruppen. Die Dynamik unterscheidet sich, doch das Ziel bleibt gleich: Familien sollen voneinander lernen, neue Sichtweisen entwickeln und eigene Lösungswege entdecken. Die Rolle der Therapeut:innen ist dabei besonders. Sie vertrauen auf die Kraft der Gruppe, schaffen einen sicheren Rahmen und fördern konstruktive Rückmeldungen, statt Ratschläge zu geben. Der Leitsatz lautet: „Begleiten statt belehren.“ Eltern werden als Expert:innen für ihre Kinder ernst genommen – ein Perspektivwechsel, der oft für spürbare Entlastung sorgt. Ein besonderes Anwendungsfeld ist das Familienklassenzimmer, das sich inzwischen deutschlandweit etabliert hat, vor allem im Norden. Hier werden Eltern aktiv in den Schulalltag einbezogen, um gemeinsam mit Lehrer:innen Lern- und Verhaltensschwierigkeiten anzugehen. Über ein Schulhalbjahr hinweg gestalten Eltern, Lehrer:innen und Kinder gemeinsam Unterrichtseinheiten, ergänzt durch Eltern- und Familiengruppen. Ziel ist eine echte Erziehungspartnerschaft, getragen von der Überzeugung: „Ohne die Eltern kommen wir nicht weiter.“ Kinder sollen ihre Lehrer:innen „gut finden dürfen“. Zum Umgang mit herausfordernden Gruppendynamiken betonen Rix und Scholz: Es braucht Mut, Humor, Fehlerfreundlichkeit und ein gutes Handwerkszeug. Multifamilientherapeut:innen sollten zu Beginn eher strukturierend vorgehen, um Sicherheit zu geben. Mit wachsendem Vertrauen kann dann mehr Raum für Eigeninitiative entstehen. Ebenso wichtig sind Nachbereitung und Reflexion nach jeder Sitzung. Besonders bereichernd ist ein interdisziplinäres Team – etwa aus Pädagogik, Pflege, Ergotherapie oder Sozialarbeit – da unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen sich ideal ergänzen. Rix und Scholz vermitteln in ihren Seminaren eine humorvolle, wertschätzende Haltung und zeigen, wie ein eingespieltes Therapeutinnen-Duo die Gruppe in einen Flow bringt. Ihre Begeisterung ist ansteckend: „Man muss die Kraft der Gruppe erlebt haben – und die gute Energie, die daraus entsteht.“ _____________ Folgt auch den anderen Podcasts von Carl-Auer: autobahnuniversität www.carl-auer.de/magazin/autobahnuniversitat Blackout, Bauchweh und kein` Bock www.carl-auer.de/magazin/blackout…eh-und-kein-bock Cybernetics of Cybernetics www.carl-auer.de/magazin/cybernet…s-of-cybernetics Genau Geschaut: www.carl-auer.de/magazin/genau-geschaut Frauen führen besser www.carl-auer.de/magazin/frauen-fuhren-besser Formen (reloaded) Podcast www.carl-auer.de/magazin/formen-reloaded-podcast Heidelberger Systemische Interviews www.carl-auer.de/magazin/heidelbe…ische-interviews Zum Wachstum inspirieren www.carl-auer.de/magazin/zum-wachstum-inspirieren Zusammen entscheiden www.carl-auer.de/magazin/zusammen-entscheiden-2

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Über Carl-Auer Sounds of Science

Die Gespräche und Beiträge bei Sounds of Science stellen aktuelle Ansätze, deren Vertreterinnen und Vertreter und ihre Entwicklungen in Beratung, Psychotherapie, Organisationsentwicklung und allen anderen Bereichen zur Verfügung, für die der Carl-Auer Verlag steht und in denen er sich selbst entwickelt. Come into the rhythm with Sounds of Science.
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