Der Märchendoktor

Joachim Huber
Der Märchendoktor
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83 Episoden

  • Der Märchendoktor

    Die Geschichte vom Leben des Marcello Martini und vom KZ-Gedenkplatz in der Hinterbrühl

    21.06.2026 | 18 Min.
    Mein lieber Freund, der wunderbare Journalist Heinz Nußbaumer, (1943- 2025) und unser Pfarrer, Pater Jakob Mitterhöfer, (1936- 2026) erzählen die bittere und doch wunderbare Geschichte vom Leben des Marcello Martini, einem Menschen, der es geschafft hat, Hass, Gewalt und Rache auszulöschen.

    Der Schauplatz: der kleine Ort Hinterbrühl, eine Marktgemeinde mit 3895 Einwohnern, südlich von Wien – in unmittelbarer Nähe von Mödling und an der Straße zum Stift Heiligenkreuz.

    Bereits vor 6000 Jahren war das Gebiet, wie Funde am Kalenderberg und in Wassergspreng beweisen, besiedelt.
    Wie auch die übrige Umgebung litt die Hinterbrühl unter den beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683.
    Da ein Großteil der Bevölkerung getötet oder verschleppt wurde, wurde der Ort mit Siedlern aus der Steiermark besiedelt.

    Unter dem Einfluss von Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein erfolgte die Ausgestaltung der ganzen Gegend zu einem romantischen Naturpark mit vielen künstlichen Ruinen von Mödling bis Sparbach.
    Schon immer war er ein gesuchter Urlaubsort von großen Komponisten, Malern und Entdeckern.
    In der Biedermeierzeit bis zum ersten Viertel des 20. Jahrhunderts war Hinterbrühl ein beliebter Aufenthaltsort von Künstlern wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Ferdinand Georg Waldmüller oder Alois Arnegger.

    Die „Göttliche Brühl“, wie sie Beethoven nannte, war also seit jeher ein Refugium von Kunst und Kreativität und erlebte einen steten Aufschwung zur populären Sommerfrische. Berühmt wurde sie auch durch das SOS-Kinderdorf und durch die Seegrotte, einst ein Gipsbergwerk, heute ein Touristenmagnet – mit Europas größtem unterirdischen See.

    Meine Familie und ich leben seit fast 50 Jahren in der schönen Brühl und ich darf ein kleines Mosaiksteinchen dieser Geschichte sein.

    Diese Nacherzählung betrifft ganz schlimme Ereignisse der Nazizeit und ist daher für Menschen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr nur mit Erwachsenenbegleitung geeignet!
  • Der Märchendoktor

    König Laurin und sein Rosengarten

    14.06.2026 | 17 Min.
    König Laurin ist eine der bekanntesten Sagenfiguren aus dem Alpenraum,
    er war der mächtige König eines Zwergenvolkes, das im Inneren der Dolomiten (speziell im Gebiet des heutigen Rosengartens in Südtirol) über unterirdische Kristallpaläste herrschte.
    Laurin besaß zwei mächtige Zaubergegenstände: einen Gürtel, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh, und eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte. Sein ganzer Stolz war ein prächtiger Garten vor seinem unterirdischen Palast, der von einem dünnen, goldenen Seidenfaden geschützt wurde.
    Das Betreten und Pflücken der Rosen war strengstens verboten.
    Laurin entführte die Königstochter Similde in seinen Rosengarten. Daraufhin zogen die Recken um den berühmten Helden Dietrich von Bern in die Berge, um die Prinzessin zu befreien. Sie zerrissen den seidenen Faden und zerstörten den Rosengarten.
    Dietrich von Bern, die berühmteste Sagengestalt der deutschen Heldendichtung, entspricht historisch dem Ostgotenkönig Theoderich dem Großen (ca. 455–526 n. Chr.). Der Beiname „von Bern“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Namen für Verona ab. Im Nibelungenlied ist Dietrich ein edler, aber oft tragischer Recke und Diplomat. Begleitet wird er von seinem treuen Waffenmeister Hildebrand. Ihm werden fantastische Fähigkeiten zugeschrieben: er soll Drachen und Zwerge bekämpft haben und in der Lage gewesen sein, bei Wut Feuer aus dem Mund zu speien.
    Trotz seiner magischen Hilfsmittel wurde König Laurin von Dietrich von Bern im Zweikampf besiegt, gefangen genommen und sein Zwergenreich fiel.
    Laurin belegte den verlorenen Garten mit einem Fluch. Er verzauberte ihn so, dass er weder bei Tag noch bei Nacht von Menschen gesehen werden kann.
    Da er aber den Sonnenuntergang vergaß, erstrahlen die Felsen der Dolomiten heute noch an klaren Abenden in einem atemberaubenden Rot – die sogenannte Enrosadira (das Alpenglühen). Das Wort stammt vom Ladinischen "rosadüra" ab und bedeutet "sich rosa verfärben".
  • Der Märchendoktor

    Weitere Geschichten vom Pfeifer Huisele

    07.06.2026 | 20 Min.
    Liebe Märchen- und Sagenfreunde,
    unser Großvater Karl Huber (der Ehemann von Luise Huber), stammte aus einer Vorarlberger Beamtenfamilie geb.1884 in Dornbirn - gest. 1929 bei einem Schiunfall.

    Nach dem Studium des Bauingenieurwesens in Graz und seiner Graduierung zum Diplomingenieur wurde DI Karl Huber Baurat in der k. u. k. Straßen-verwaltung. Er wurde zum k. k. Statthalter von Trient bestellt.
    Unsere Großmutter Luise wurde 1885 in Feldkirch geboren, ihre Eltern waren Johann „Hans“ Drexel (Oberlehrer in Lingenau im Bregenzerwald.

    Karl und Luise, heirateten 1912 in Bregenz, sie hatten zusammen 2 Kinder: Leni, und Fritz, also unser Vater, er ist 2017 in Bozen auf die Welt gekommen.
    Oma Luise hat mir öfters mal Sagen und Märchen aus Südtirol erzählt. Darunter auch die Geschichten vom Pfeifer.

    Quellen: Ignaz Vinzenz Zingerle "Sagen aus Tirol", 1859 und Hermann Holzmann, Innsbruck 1953.
    Huisele ist die tirolerische Verkleinerungsform des Vornamens Matthäus (Häusl/Huisel).

    Der echte historische Kern der Sage wird als Matthäus Hägele identifiziert, der um 1620 in Flading geboren wurde.
    Die Bezeichnung „Pfeifer“ stammt vermutlich von seinem Herkunftshof. Er stammte aus dem Pfeifer-Hof in Flading im Ratschingstal.

    Der Pfeifer Huisile war bisher fast unbekannt in der Tiroler Sagenforschung, ein Schalk wie Till Eulenspiegel, der große Verwandlungskünstler, ein moderner Flugkünstler, ein Wasser Beherrscher und Wetterbeschwörer, er war dem Schwarzen Schutzengel verschrieben, wurde von der Mutter Gottes wie Faust bald erlöst.
    Die Gnade missachtet, vom Teufel geholt und das seltsamste: Er hat wirklich gelebt, gestorben 1680 in Meran findest Du seine Spuren und Geschichten überall in Südtirol.
  • Der Märchendoktor

    Geschichten über den Pfeifer Huisile aus Südtirol

    31.05.2026 | 15 Min.
    Liebe Märchen- und Sagenfreunde,
    unser Großvater Karl Huber (der Ehemann von Luise Huber), stammte aus einer Vorarlberger Beamtenfamilie geb.1884 in Dornbirn - gest. 1929 bei einem Schiunfall.

    Nach dem Studium des Bauingenieurwesens in Graz und seiner Graduierung zum Diplomingenieur wurde DI Karl Huber Baurat in der k. u. k. Straßen-verwaltung. Er wurde zum k. k. Statthalter von Trient bestellt.
    Unsere Großmutter Luise wurde 1885 in Feldkirch geboren, ihre Eltern waren Johann „Hans“ Drexel (Oberlehrer in Lingenau im Bregenzerwald.

    Karl und Luise, heirateten 1912 in Bregenz, sie hatten zusammen 2 Kinder: Leni, und Fritz, also unser Vater, er ist 2017 in Bozen auf die Welt gekommen.
    Oma Luise hat mir öfters mal Sagen und Märchen aus Südtirol erzählt. Darunter auch die Geschichten vom Pfeifer.

    Quellen: Ignaz Vinzenz Zingerle "Sagen aus Tirol", 1859 und Hermann Holzmann, Innsbruck 1953.
    Huisele ist die tirolerische Verkleinerungsform des Vornamens Matthäus (Häusl/Huisel).

    Der echte historische Kern der Sage wird als Matthäus Hägele identifiziert, der um 1620 in Flading geboren wurde.
    Die Bezeichnung „Pfeifer“ stammt vermutlich von seinem Herkunftshof. Er stammte aus dem Pfeifer-Hof in Flading im Ratschingstal.

    Der Pfeifer Huisile war bisher fast unbekannt in der Tiroler Sagenforschung, ein Schalk wie Till Eulenspiegel, der große Verwandlungskünstler, ein moderner Flugkünstler, ein Wasser Beherrscher und Wetterbeschwörer, er war dem Schwarzen Schutzengel verschrieben, wurde von der Mutter Gottes wie Faust bald erlöst.
    Die Gnade missachtet, vom Teufel geholt und das seltsamste: Er hat wirklich gelebt, gestorben 1680 in Meran findest Du seine Spuren und Geschichten überall in Südtirol.
  • Der Märchendoktor

    Sagen aus dem Bregenzerwald

    24.05.2026 | 20 Min.
    Heute erzähle ich Euch von sagenhaften Ereignissen aus meiner Heimat Vorarlberg.

    Quelle: Die Sagen Vorarlbergs, Franz Josef Vonbun, * 1824 in Laz am Muttersberg, + im 46. Lj. 1870 in Schruns.
    Als sechstes Kind von Franz Josef und Katharina Vonbun, wurde er mit 4 Jahren in die Obhut seines Vetters Johann Martin in Raggal gegeben. Dort besuchte er die Dorfschule und lernte Latein beim Pfarrer Johann Baptist Rinder. Dieser veranlasste auch die Aufnahme in das Gymnasium in Feldkirch im Herbst 1836. 1842 bezog er das Lyzeum in Innsbruck, um sich der Philosophie zu widmen.

    1844 ging er an nach Wien, um dort Medizin zu studieren, wechselte 1848 an die Universität München und kehrte 1849 wieder nach Wien zurück, wo er promovierte.

    Er ließ sich kurzzeitig in Feldkirch als Arzt nieder, zog aber 1850 wegen fehlender Praxis nach Schruns um.
    Dr. Vonbun war eine bedeutende Persönlichkeit für Vorarlberg und Liechtenstein. Er machte sich vor allem durch seine reichhaltige schriftstellerische Tätigkeit einen Namen.

    Er wurde der erste und wichtigste Sammler und Herausgeber von Sagen aus Vorarlberg. von großer, kultureller Bedeutung. Zudem war er auch als Mundartdichter und Reiseschriftsteller tätig.

    Seinem Schaffen verdanken wir zahlreiche Werke zu den Sagen Vorarlbergs.
    Ohne seine Sagenforschung wäre sicher ein wertvoller Teil schriftlichen und mündlichen Kulturguts nicht überliefert worden.
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Über Der Märchendoktor
Wieso macht ein Notarzt nun einen Podcast mit Märchen? Ganz einfach: schon unsere Kinder waren begeisterte Zuhörer und die oft auch selbst erfundenen Märchen waren so beliebt, dass ich jeden Abend an ihren Bettchen saß und erzählte. Die Kunst des Geschichtenerzählens habe ich auch auf meinen Reisen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern genutzt, um Freunde zu gewinnen, Menschen zu trösten und zu erfreuen.  Märchen als Therapie machen Alt und Jung mutig und gesund! Durch Märchen werden bei den Zuhörern individuelle Fähigkeiten gestärkt: Zuhören, Empathie und emotionales Erleben, psychische Widerstandskraft, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauer und Teamgeist, Entdeckerfreude und Fantasie verbessert. Mir geht es auch darum, bei meinen Zuhörern mit Hilfe von Märchen die eigenen bewussten oder unbewussten inneren Stärken und Schwächen zu erkennen und die „Schwächen“ gezielt zu behandeln. Märchen sind (das wusste schon Siegmund Freud) ein Spiegelbild unserer Seele - ähnlich wie Träume - Tore zum Unbewussten. Sie erlauben uns auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten zu erkennen und zu erleben. Märchen, die wir lieben, sagen etwas über unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus; sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizieren, sie weisen uns aber auch darauf hin, welche Probleme wir noch angehen und welche Haltungen wir noch entwickeln müssen. Ich wünsche meinen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie staunen, sich ein bisserl gruseln aber, ganz wichtig, Mut bekommen und nicht aufgeben, auch wenn es im echten Leben manchmal sehr schwierig wird.
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