Der Märchendoktor

Joachim Huber
Der Märchendoktor
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72 Episoden

  • Der Märchendoktor

    3 Sagen und Märchen vom Attersee

    05.04.2026 | 13 Min.
    Die Sage von der Nixe Adhara

    Die gütige Nixe lebte einst im tiefen Wasser des Attersees und verkörperte die magische, teils machtvolle Natur des Wassers.
    Der Name Attersee wird erstmals im Jahr 798 als super lacum Aterse erwähnt.
    Er leitet sich höchstwahrscheinlich von der vorkeltischen Wurzel „ata“ ab, was Wasser bedeutet. Eine andere Theorie besagt, dass er von der Nixe „Adhara“ abstammt.
    Der Sage nach schenkte die Nixe Adhara dem See seinen einzigartigen Wert, indem sie ihn mit Edelsteinen und Gold bereicherte. Doch mehr noch: Sie half den Menschen der Region in schwierigen Zeiten, schenkte Zuversicht und förderte das Miteinander.
    Sie unterstützte die notleidende Bevölkerung, indem sie glitzernde Kostbarkeiten am Ufer hinterließ.
    Die Gier der Menschen führte dazu, dass sie nicht mehr half und sich zurückzog. Es heißt, sie wohnt seither hinter dem Nixenfall im Weißenbachtal.
    Der Nixenfall, ein ca. 80 Meter hoher Wasserfall, ist das Ziel einer Wanderung im Weißenbachtal. Die Wanderung gilt als kinderfreundlich und führt durch ein ruhiges Waldgebiet.
    Adhara wird nachgesagt, für das charakteristische Funkeln des Attersee-Wassers verantwortlich zu sein.
    In Kammer, eine Ortschaft der Gemeinde Schörfling am Attersee wurde eine Metallplastik der Nixe aufgestellt.

    Die Sage von der Teufelsbrücke

    Die Bewohner von Weyregg (oder ein Müller) baten den Teufel, eine Brücke über den Attersee zu bauen, um den beschwerlichen Weg zu verkürzen.
    Der Teufel forderte als Lohn die Seele des ersten Wesens, das die Brücke überquert.
    Der Teufel arbeitete nachts, wobei er eine Landzunge errichtete und Pfähle in den See rammte.
    Als der Bau sich verzögerte, brachte der Müller den Hahn zu vorzeitigem Krähen, wodurch die magische Arbeitszeit endete.
    Wütend über das Scheitern, zerstörte der Teufel die Brücke, wobei ein Teil unterging.

    Die Rache des Dachsteinkönigs

    Die Sennerinnen auf der Dachsteinalm feierten und tanzten, statt zu arbeiten, und zeigten keinen Respekt vor den Bergen.
    Der Dachsteinkönig verwandelte die Sennerinnen samt ihrem Vieh zur Strafe in Felsgestein.
    An heißen Sommertagen fließt laut Sage ein milchweißer Bach vom Eisfeld hinab über Fels und Geröll in die Gosau-Seen.
    Dieser Bach wird als die "Tränen" oder die "Rache" des Dachsteinkönigs interpretiert, der die verwünschten Sennerinnen damit symbolisch weiter büßen lässt.
    Die Geschichte des Dachsteingebirges und des Inneren Salzkammerguts ist geprägt vom prähistorischen Salzbergbau in Hallstatt. Die erste Anwesenheit des Menschen ist durch einen Hirschgeweihpickel aus dem Salzberg-Hochtal, dessen Entstehung mittels der Radiokarbonmethode auf 5000 v. Chr. bestimmt wurde, belegt. Der erste Salzabbau im Hallstätter Salzberg lässt sich in der Bronzezeit um 1500 v. Chr. nachweisen.
    Erzherzog Johann war einer der ersten Erschließer, der als Jäger und begeisterter Bergsteiger bereits 1810 das östliche Dachsteingebirge überschritt. Den Hauptkamm überquerte er über die Feister Scharte im Bereich des heutigen Guttenberg Hauses. Zwei Jahre später unternahm Erzherzog Karl einen Versuch, den Gipfel des Hohen Dachsteins zu erreichen, musste aber am Hallstätter Gletscher umkehren.
  • Der Märchendoktor

    Die Sage vom „lieben Augustin“

    29.03.2026 | 12 Min.
    Die Sage vom „lieben Augustin“ ist eine berühmte Wiener Volkssage aus der Zeit der Pest (1679).
    Während der Pest-Epidemie 1679 in Wien zog, der 1643 in Wien geborene Sänger Marx Augustin, Dudelsack spielend durch die Wirtshäuser.
    Er war bekannt für seinen Humor und seinen Alkoholkonsum im Gasthaus zum roten Dachl.
    Augustin schlief dann oft betrunken auf der Straße, dabei wurde er einmal für tot gehalten, in eine Pestgrube geworfen, überlebte jedoch gesund.
    Er blieb unbeschadet, da er laut Sage „keine Angst“ hatte und die Pest nichts gegen seinen Humor ausrichten konnte.
    Die Geschichte, die bereits vom Prediger Abraham a Sancta Clara (1644–1709) erzählt wurde, lebt in dem Lied fort, das in Österreich noch immer beliebt ist, es gilt als Symbol für den Wiener Optimismus.
    Das "Griechenbeisl", das älteste Wirtshaus in Wien, am Fleischmarkt hieß ehemals "Zum roten Dachl".
    Es stammt aus dem Jahr 1447, gerne gesehene Gäste waren auch Beethoven, Mozart, Franz Schubert, Johann Strauss, Richard Wagner, Egon Schiele, Graf von Zeppelin, und Mark Twain, Künstler, Gelehrte und Politiker, speisten und tranken, diskutierten und sinnierten – oft bis in die frühen Morgenstunden.
    Am Augustinplatz im 7. Bezirk steht der von Johann Scherpe geschaffene Augustinbrunnen (1908).
  • Der Märchendoktor

    „Die mit Birnen verkaufte kleine Tochter“ oder "Margheritina im Birnenkorb"

    22.03.2026 | 11 Min.
    „Die mit Birnen verkaufte kleine Tochter“ oder "Margheritina im Birnenkorb" ist ein italienisches Volksmärchen, das eng mit dem Typus "Die kleine Myrte" (La mortella) verwandt ist.
    Es ist ein traditionelles Volksmärchen, das Domenico Comparetti (1835 – 1927) in seiner Sammlung Novelline popolari italiane (Italienische Volksmärchen) veröffentlichte.
    Es handelt von einem aus einer Blume oder einem Korb stammenden Mädchen und ist in Sammlungen italienischer Volksmärchen zu finden.
    Margheritina - "kleine Margerite" ist ein armes, aber schönes und tugendhaftes Mädchen.
    Sie muss schwierige Aufgaben lösen, ähnlich wie in anderen Volksmärchen erhält die Heldin Unterstützung durch übernatürliche Wesen oder magische Gegenstände.
    Die Märchen behandeln oft Gegensätze wie Arm und Reich, Gut und Böse.
  • Der Märchendoktor

    Ritter Blaubart

    15.03.2026 | 12 Min.
    Ritter Blaubart-Original: La barbe bleue, das Märchen steht in Charles Perraults Histoires ou contes du temps passé, avec des moralités: contes de ma Mère l’Oye („Geschichten oder Märchen aus vergangener Zeit einschließlich Moral: Märchen meiner Mutter Gans") ab 1697.
    Durch mündliche Weitergabe über Familie Hassenpflug kam es als Blaubart in die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm in die 1. Auflage von 1812.
    Das Märchen erzählt die Geschichte eines wohlhabenden blau- bärtigen Mannes, der seine Ehefrauen ermordet, wenn sie sein Verbot missachten, einen bestimmten Raum zu betreten.
    Seine neue Frau entdeckt die Leichen, wird aber durch ihre Brüder gerettet, während Blaubart stirbt.
    Die junge Witwe erbt alle Reichtümer Blaubarts, verschafft ihren Brüdern damit Offizierspatente, verhilft ihrer Schwester zur Ehe mit einem lange geliebten Mann und heiratet selbst glücklich einen ehrenwerten Mann, so dass sie Blaubart bald vergessen hat.
    Die Geschichte warnt vor Neugier und Ungehorsam.
    Blaubart symbolisiert eine zerstörerische Kraft im Menschen, die in ihre Schranken gewiesen werden muss.
    Der Stoff um den frauenmordenden Blaubart wurde auch für andere Erzählungen, Dramen, Filme, Opern und Illustrationen adaptiert und weiterverarbeitet.
  • Der Märchendoktor

    Das Märchen von dem Witzenspitzel

    08.03.2026 | 24 Min.
    Der kluge und geschickte Edelknabe Witzenspitzel vermag jeden Auftrag des Königs von Rundumherum zu erledigen und wird deshalb von diesem geliebt und beschenkt.
    Deshalb hat er viele Neider am Hof, die ihm seine Arbeit erschweren und ihm Misserfolge wünschen. Als Rundumherum zur Gebietserweiterung um die Königin des benachbarten Reiches, Frau Flugs, wirbt, bekommt er von dieser zur Antwort, sie habe noch weitere Verehrer. Wer am nächsten Montag um halb zehn als erster in der Kirche sei, den heirate sie. Die falschen Hofdiener raten nun dem König, zur Lösung der Aufgabe das schnelle Pferd Flügelbein seines Feindes, des Riesen Labelang, von Witzenspitzel stehlen zu lassen, und hoffen, dass dieser bei seiner Aktion umgebracht wird. Mit dem schnellen Flügelbein wird der König Sieger im Wettbewerb und damit Gemahl von Frau Flugs. Noch zweimal muss sich Witzenspitzel in ähnlicher Weise bewähren. Die Hofleute setzen dem König zuerst den Floh ins Ohr, die prächtigen, aus verschiedenen Pelzen, Federn bzw. Fischhäuten kunstvoll zusammengesetzten Kleider des Riesen zu entwenden, und dann, ihm sein Schloss wegzunehmen.
    Wieder entwickelt der Edelknabe listige, erfolgreiche Strategien, als Belohnung darf er die schöne Prinzessin Flink, die Tochter der Königin aus erster Ehe, heiraten und mit ihr das Riesenschloss bewohnen.

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Über Der Märchendoktor

Wieso macht ein Notarzt nun einen Podcast mit Märchen? Ganz einfach: schon unsere Kinder waren begeisterte Zuhörer und die oft auch selbst erfundenen Märchen waren so beliebt, dass ich jeden Abend an ihren Bettchen saß und erzählte. Die Kunst des Geschichtenerzählens habe ich auch auf meinen Reisen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern genutzt, um Freunde zu gewinnen, Menschen zu trösten und zu erfreuen.  Märchen als Therapie machen Alt und Jung mutig und gesund! Durch Märchen werden bei den Zuhörern individuelle Fähigkeiten gestärkt: Zuhören, Empathie und emotionales Erleben, psychische Widerstandskraft, Persönlichkeitsentwicklung, Ausdauer und Teamgeist, Entdeckerfreude und Fantasie verbessert. Mir geht es auch darum, bei meinen Zuhörern mit Hilfe von Märchen die eigenen bewussten oder unbewussten inneren Stärken und Schwächen zu erkennen und die „Schwächen“ gezielt zu behandeln. Märchen sind (das wusste schon Siegmund Freud) ein Spiegelbild unserer Seele - ähnlich wie Träume - Tore zum Unbewussten. Sie erlauben uns auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten zu erkennen und zu erleben. Märchen, die wir lieben, sagen etwas über unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse aus; sie offenbaren uns, mit welchen menschlichen Haltungen wir uns identifizieren, sie weisen uns aber auch darauf hin, welche Probleme wir noch angehen und welche Haltungen wir noch entwickeln müssen. Ich wünsche meinen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie staunen, sich ein bisserl gruseln aber, ganz wichtig, Mut bekommen und nicht aufgeben, auch wenn es im echten Leben manchmal sehr schwierig wird.
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