18 Episoden
- Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartnerinnen: Shelley Harten, Robert Wolff, Annette Vowinckel
Zitator: Nils Thorben Bartling
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum
Folgenbeschreibung
In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1976 landet ein israelisches Kommando unbemerkt auf dem Flughafen von Entebbe – und befreit in weniger als einer Stunde über hundert Geiseln. Was wie ein Hollywoodfilm klingt, war das Ergebnis akribischer Planung, geheimdienstlicher Netzwerke und eines entscheidenden Vorteils: Die Israelis kannten das Terminal, weil sie es selbst gebaut hatten. In dieser zweiten Folge unserer Entebbe-Doppelfolge blicken wir hinter die Kulissen der Operation Thunderbolt – und fragen, was der Tod von Kommandeur Jonathan Netanyahu bis heute für die israelische Politik bedeutet, welche Rolle GSG-9-Gründer Ulrich Wegener dabei spielte und warum Entebbe der Schlüssel zu Mogadischu war.
Timestamps
00:09 – Samstagnacht in Entebbe: Die israelische Kommandoaktion beginnt
01:09 – Rückblick: Was bisher geschah
02:24 – Israels Staatsdoktrin: Kein Unterschied zwischen Zivilisten und Soldaten
04:31 – Der Plan: 3600 Kilometer, ein falscher Mercedes und ugandische Uniformen
07:40 – GSG-9-Gründer Wegener in Entebbe: Das geheime Informationsnetz
09:48 – Der Angriff auf das Terminal
13:25 – Bilanz: 102 Geiseln befreit, Jonathan Netanyahu tot
14:45 – Jonathan Netanyahu: Vom Kommandeur zum israelischen Mythos
18:14 – Entebbe und der Yom-Kippur-Krieg: Kollektive Selbstvergewisserung
22:04 – Die deutsche Perspektive: Was die BRD aus Entebbe lernt
27:58 – Von Entebbe nach Mogadischu: Eine dreistufige Lehre
Literatur und Links
Wolff, Robert: Blinde Flecken, Erzählungen, Mythen. Neue Perspektiven auf die Flugzeugentführung nach Entebbe 1976. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 71 (2023), Heft 3, S. 525–555. https://doi.org/10.1515/vfzg-2023-0026
Wolff, Robert: Im Schatten der »Landshut«. Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2024. https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/geschichte/im_schatten_der_landshut-17465.html
Harten, Shelley: Reenactment eines Traumas: Die Entebbe-Flugzeugentführung 1976. Deutsche Terroristen in der israelischen Presse. Marburg: Tectum, 2012.
Vowinckel, Annette: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte (Geschichte der Gegenwart, Bd. 2). Göttingen: Wallstein, 2011.
Wegener, Ulrich / Zander, Ulrike / Biermann, Harald (Hg.): GSG 9 – Stärker als der Terror. 2., überarb. Auflage. Münster: LIT Verlag, o.J - Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Robert Wolff, Annette Vowinckel, Shelley Harten
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum
Folgenbeschreibung
Am 27. Juni 1976 entführen vier bewaffnete Täter einen Air-France-Flug nach Entebbe in Uganda – darunter zwei Deutsche aus der Frankfurter Linksszene: Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann. Was folgt, ist eine der dramatischsten Geiselnahmen der 1970er-Jahre. In dieser ersten von zwei Folgen beleuchten wir, wie Flugzeugentführungen zu einer politischen Waffe wurden, was es mit der berüchtigten „Selektion" von Entebbe auf sich hat – und welche Rolle der ugandische Diktator Idi Amin wirklich spielte. Mit Historikerin Annette Vowinckel, Kuratorin Shelley Harten und Historiker Robert Wolff.
Timestamps Folge 16
00:04 Flug 139: Die Entführung beginnt
00:51 Entebbe und der Frankfurt-Bezug
02:57 Flugzeugentführungen als politische Waffe der 1970er Jahre
05:57 Keine Sicherheitskontrollen: Wie Athen zur Drehscheibe wurde
07:27 Was an Bord von Flug 139 passierte
10:42 Die Selektion im Terminal von Entebbe
14:17 Taktisches Kalkül statt Ideologie? Robert Wolffs These
17:45 Böse und Kuhlmann: Vom Roten Stern Verlag zur PFLP-EO
22:29 Wie Israel und die Bundesrepublik den Terror als gemeinsamen Feind sehen
28:29 Idi Amin: Opportunist, kein Komplize
29:50 Der ugandische Untersuchungsbericht – und Wadi Haddad in Entebbe
Literatur und Links
Wolff, Robert: Blinde Flecken, Erzählungen, Mythen. Neue Perspektiven auf die Flugzeugentführung nach Entebbe 1976. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 71 (2023), Heft 3, S. 525–555.
Wolff, Robert: Im Schatten der »Landshut«. Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2024.
Wolff, Robert: Zwischen persönlicher Schuld und praktischem Internationalismus: Die transnationalen Verflechtungen der Revolutionären Zellen. In: Adrian Hänni / Daniel Rickenbacher / Thomas Schmutz (Hg.): Über Grenzen hinweg. Transnationale politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main: Campus, 2019, S. 281–305.
Harten, Shelley: Reenactment eines Traumas: Die Entebbe-Flugzeugentführung 1976. Deutsche Terroristen in der israelischen Presse. Marburg: Tectum, 2012.
Vowinckel, Annette: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte (Geschichte der Gegenwart, Bd. 2). Göttingen: Wallstein, 2011.
Vowinckel, Annette: Der kurze Weg nach Entebbe oder die Verlängerung der deutschen Geschichte in den Nahen Osten, in: Zeithistorische Forschungen 1 (2004), S. 236–254.
Ugandischer Untersuchungsbericht zur Entführung von – im Stasi-Unterlagenarchiv Berlin. - Fast 50 Jahre nach seiner Einführung steht §129a noch immer im Strafgesetzbuch. Der Paragraf wurde in den 1970er-Jahren als Reaktion auf die RAF geschaffen – und sollte eigentlich ein Notfallinstrument sein. Historiker Robert Wolff erklärt, wie §129a funktioniert, warum er die Grenze zwischen Sicherheitspolitik und Einschüchterung von Protest bis heute verwischt – und was Graffitisprüher, Otto Schilly und die Letzte Generation damit zu tun haben.
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Robert Wolff
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum
Timestamps
00:00 Einleitung: §129a in Zahlen – heute
00:32 Der Paragraf, der für die RAF erfunden wurde
02:00 Der RZ-Anschlag auf das IG Farbenhaus
04:17 Wie §129a entstand – und wofür er gedacht war
06:33 Das Dilemma der Behörden und der Gruppentatbestand
12:46 Neue Ermittlungsbefugnisse: Überwachung und Untersuchungshaft
14:03 §129a in der Praxis: Ausweitung auf Graffitisprüher
18:44 Otto Schilly: vom RAF-Anwalt zum härtesten Verschärfer
21:46 Daniela Klette und §129a heute
23:34 Aktualität: die Letzte Generation und das Terrorismusetikett
Literatur und Links
Robert Wolff: Aufsatz zu §129a
Stammheim-Prozess: https://www.stammheim-prozess.de
Zur Daniela Klette-Verurteilung: Urteil des Landgerichts Verden, Mai 2026 - Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Kevin Lenk
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum
In dieser Folge geht es um den Tod von Ulrike Meinhof am 9. Mai 1976 in der JVA Stammheim – und um die politische Schlacht um seine Interpretation. War es Suizid oder Staatsmord? Warum wurde genau diese Frage zum Wendepunkt für die RAF und die bundesdeutsche Linke? Gemeinsam mit Historiker Kevin Lenk analysieren wir die Ereignisse, die Beerdigung, die publizistischen Kämpfe und den langfristigen Wandel der linken Debattenkultur.
Timestamps Folge 14
00:00 Der Morgen in Stammheim
00:42 Suizid oder Mord?
01:18 Die Auffindesituation in der Zelle
02:24 Die RAF reagiert
03:08 Die „Welt“ veröffentlicht die Spaltungsthese
04:16 Warum die Suizidthese eine Katastrophe für die RAF war
05:21 Die Gegenoffensive der RAF-Anwälte
08:03 Die Beerdigung als politische Bühne
08:50 Die Trauerreden und der Streit um Meinhofs Vermächtnis
11:32 Pastor Gollwitzer und die Krise der Linken
12:35 Die Entstehung der „Gegen-Meinhof“
13:42 Die RAF verliert die Deutungshoheit
14:34 „Letzte Texte von Ulrike“ – ein publizistischer Flop
16:25 Der Streit um Brückners Buch
19:56 Die internationale Untersuchungskommission
21:19 Mord oder Selbstmord? Vielleicht die falsche Frage
22:52 Joschka Fischer fordert die Abkehr von der Stadtguerilla
24:37 Meinhof als tragische Identifikationsfigur
25:01 Das entnommene Gehirn und die Pathologisierung der RAF
27:15 Ausblick auf die nächste Folge
Literatur und Links:
Lenk, K.: Tod und Gemeinschaft. Die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus 1971–1977, Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2024 (in Druck): https://www.degruyter.com/document/isbn/9783111504377/html?lang=de .
Internationales Komitee zur Verteidigung politischer Gefangener in Westeuropa (Hrsg.): Letzte Texte von Ulrike. Eigendruck im Selbstverlag, 1976.
https://socialhistoryportal.org/sites/default/files/raf/0019760600_01_2.pdf
Peter Brückner: Ulrike Meinhof und die deutschen Verhältnisse. Berlin: Klaus Wagenbach, 1976.
Stammheim Protokoll 109. Verhandlungstag
https://www.stammheim-prozess.de/109-verhandlungstag/
Zeitschriften und Periodika
konkret (Zeitschrift)
Info BUG (Berliner Undogmatischer Gruppen) / Info HUG (Hamburger undogmatischer Gruppen)
Pflasterstrand (Frankfurter Stadtmagazin) - Ein Atommanager, ein internationaler Terrorist – und eine geheime Abhöraktion. In dieser Folge erzählen wir die Geschichte von Klaus Traube und der Operation „Müll“, einer spektakulären Überwachungsaktion der Sicherheitsbehörden in den 1970er-Jahren.
Nach dem OPEC-Anschlag gerät Traube wegen seiner Kontakte in die radikale linke Szene rund um Hans-Joachim Klein und die Frankfurter Anwältin Inge Hornischer ins Visier der Ermittler. Aus Angst, Terroristen könnten Zugriff auf nukleares Wissen oder Atomkraftwerke bekommen, beschließen die Behörden, sein Haus heimlich zu verwanzen.
Was folgt, ist ein Spionagekrimi: Ein nächtlicher Einbruch, eine geheime Wanze – und später ein politischer Skandal, der bis in die Bundesregierung reicht. Als ein Magazin die Aktion öffentlich macht, beginnt eine Debatte über Bürgerrechte, Geheimdienste und die Frage: Wie weit darf ein Staat im Kampf gegen Terrorismus gehen? Eine Folge über Kontaktschuld, Sicherheitsdenken in den 1970er-Jahren und einen der größten Abhörskandale der alten Bundesrepublik.
Moderation: Duška Roth und Lorenz Hoffmann
Interviewpartner: Marcel Schmeer und Robert Wolff
Musik: Henrik von Holtum
Abmischung: Henrik von Holtum
Timestamps
00:00 – Ein Atommanager in der linken Szene: Wer ist Klaus Traube?
01:23 – Neue Staffel: Terror, Politik und die RAF im Jahr 1976
02:18 – Der OPEC-Anschlag: Wie Hans-Joachim Klein ins Zentrum rückt
03:47 – Ein ungewöhnlicher Topmanager: Traubes Lebensstil sorgt für Misstrauen
06:30 – Kontaktschuld: Bekanntschaft mit Terroristen?
14:13 – Der Albtraum der Behörden: Terroristen und Atomkraftwerke
16:30 – „Operation Müll“: Der heimliche Einbruch in Traubes Haus
19:52 – Ein Skandal im Skandal: Geheimdienste überschreiten Grenzen
24:04 – Sicherheit oder Freiheit? Der Staat im Anti-Terror-Modus
32:52 – Der Spiegel enthüllt alles: Wie die Abhöraffäre öffentlich wird
34:07 – Politische Folgen: Bundesinnenminister Werner Maihofer gerät unter Druck
35:20 – Wer hat die Akten geleakt? Die Whistleblower-These
38:33 – Klaus Traube in den Medien: Kampf um seine Rehabilitierung
45:33 – Ein Leben im Schatten des Terrors: Das Stigma der Inge Hornischer
48:50 – Vom Atommanager zum Atomgegner: Traubes zweites Leben
51:23 – Fazit: Kontaktschuld, Überwachungsstaat und politische Folgen
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Über Die RAF in Hessen
Wir folgen in der Podcast-Reihe den Spuren der RAF in Hessen von den ersten Anschlägen der Gruppe im Mai 1972 bis zur Auflösung und zeigen, welche wechselvolle Geschichte das Land Hessen mit der Geschichte der RAF verbindet.
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